In einem Thread bin ich über diesen Beitrag gestolpert:
und dachte mir das, also das System der Budgetierung und der Kassensitze, ist bestimmt einen eigenen Thread wert, da das Problem nicht „nur“ die Psychotherapeuten betrifft.
Von einer anderen Fachrichtung ist bei uns in der Kreisstadt (70k Ew.) nur noch eine Praxis übrig.
Dort gibt es telefonische Terminreservierung nur für Privatpatienten und Kassenpatienten können nur an zwei Tagen der Woche, an einer Stunde am Morgen, und nur mit Überweisung einen Termin vereinbaren.
Und eigentlich kann man der Praxis gar keinen Vorwurf machen, die Nachfrage ist halt einfach riesig. Man muss denen vermutlich sogar danken, dass sie überhaupt Kassenpatienten behandeln, denn sie würden vermutlich auch rein privat über die Runden kommen.
Und bezogen zu den Kassensitzen heißt es ja, dass wir momentan offene Sitze in diesem Bereich haben, aber gar keine in anderen Bereichen.
Wenn man sich nun die Bedarfsplanung der KVBW anschaut, wird man erkennen, dass im Bereich Psychotherapie fast alle Landkreise Baden Württembergs über 100% Versorgung liegen. Nur drei Landkreise unter 100%, wobei das Minimum bei 96,5% liegt. Komplett gegenteiliges Bild bei KiJuPsychiater, dort liegt die Versorgung häufig unter 100%, teilweise unter 50%.
Das heißt also KVBW und Prof. Eva-Lotta Brakemeier sind sich bei den Kindern und Jugendlichen einig: beide sagen wir brauchen mehr Psychiater, bei den Erwachsenen aber nicht. Da sagt die Professorin wir brauchen mehr, die KVBW aber sagt sie hat ihren Plan übererfüllt.
Wie kommen die Kassensitze zustande und was wären alternative Systeme?