LdN469 Situation Volkswagen

Das könnte Porsche auch mit dem sog. Verbrenner-Aus, denn es sind ja nur Neuzulassungen unzulässig. Wenn das Auto in China neu zugelassen wird, dürfte das ja kein Problem sein.

Genau das! Die deutschen Autobauer müssten im Prinzip zu Softwarekonzernen werden um noch mitzuhalten. Dem steht aber ein Riesen Schiff VW gegenüber, was jahrzehntelang auf Industrielle Fertigung aufbaute.

dazu im übrigen folgender Spiegel Artikel: Volkswagen: McKinsey soll angeblich Schließung fast aller deutschen Werke empfehlen - DER SPIEGEL

dieser Vorschlag ist so Radikal, dass man den Strukturwandel nicht mehr nur mit „hätten die mal früher auf Elektroauto gesetzt“ runter brechen kann, wie es die Lage tut. Der McKinsey Vorschlag (und ich bin kein Fan von denen) geht genau davon aus, dass VW radikal nur noch E Autos baut.

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Aktuell ist der Stand, dass er kommt. Also macht es Sinn, auch damit zu planen.
Im übrigen ist es besser, man stellt sich darauf ein, dass er kommt und er kommt doch nicht, als dass man sich darauf einstellt, dass er nicht kommt und er kommt dann doch.

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Wow, der Vorschlag ist sehr radikal. Jedoch macht dieser schon Sinn.
Die Deutschen Autobauer kranken schon seit Jahrzehnten an zu vielen Arbeitsstunden pro Auto Einheit im Vergleich zu Japan. Dort ist der Automationsgrad viel höher.
Nun kommt das E-Auto, welches potentiell viel weniger Arbeitsstunden im Vergleich zum Verbrenner benötigt.
Dann kann die Schlussfolgerung von Mc Kinsey schon passen.

Die Frage ist halt, ob die Gewerkschaften und der Betriebsrat zu mindest 2/3 bis 3/4 des Konzeptes mittragen. In der heutigen Struktur wird VW wahrscheinlich nicht überlebensfähig sein.

Dazu mussten die vielen Nebenmarken (Volkswagen, Audi, Škoda, SEAT, CUPRA, Porsche, Lamborghini, Bentley, Ducati) ebenfalls radikal reduziert werden.

Wird dann aber entweder ein “Race to the bottom” oder ein “Race to the top”.

Bottom wie unten, also Löhne runter, damit alles was nicht Export ist runter (weniger geld im Umlauf), dadurch sinkende Lebensstandards, nur damit die Autoindustrie mit der Produktion in Niedriglohnländern mithalten kann.

Oder “Top”, wie in Qualifizierung der Arbeitskräfte zu “Höherem”, also mehr IT Kenntnisse , mehr Programierung, andere Ausbildung in der Schule, etc, um selbst in der Automatisierung konkurrenzfähig zu werden.

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Hallo,
mir ist in der Folge ein Aspekt etwas zu kurz gekommen. Nämlich die Frage, ob ein Gewinn von 7 Mrd. die Streichung von 50.000 Stellen notwendig macht. Wenn die Vorjahresergebnisse nicht dazu in Relation gestellt werden, wäre mein erster Eindruck, dass ein Gewinn in der aktuellen Höhe nicht unbedingtt drastische Massnahmen rechtfertigt. 7 Mrd sind ja jetzt kein Pappenstiel. Und wir sprechen hier ja von Gewinn!

Ich hätte mich zumindest über einen Halbsatz gefreut, der kritisch hinterfragt, ob denn ein Gewinn in der genannten Höhe wirklich drastische Maßnahmen rechtfertigt.

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Ich denke, dass die Umsatzrendite mit 2,8% die Situation bei der VW Group besser darstellt. Normal ist 5-10%.

D.h. es ist kein großer Spielraum mehr zu einem negativen Ergebnis. Um die 7 Mrd.€ in ein anderes Verhältnis zu setzen. VW könnte mit den 7 Mrd.€ ca. 1,5 Monate Löhne und Gehälter, Sozial Abgaben usw. bezahlen. Die letzten Jahre lag dieser Wert bei 3,5 - 6 Monaten.

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Aber es wurde doch weiterhin Rendite ausgeschüttet, vornehmlich also an die Eigentümer von Porsche und dem Land Niedersachsen. Könnte man ja auch mal überlegen das mal ausfallen zu lassen, wenn es einem um die Mitarbeiter geht.

Ich geb dir da ja auch recht, aber bei den beiden klingt das immer so ultimativ, ohne zu erwähnen was sich da bei der Union und EVP schon länger zusammenbraut

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Leute aus dem Bekanntenkreis die im VW Konzern arbeiten sagen selbst, dass die Strukturen so nicht dauerhaft funktionieren können. Dass Ingenieure mit 35 h Woche, kaum Reisetätigkeit und wenig Verantwortung sechsstellig verdienen können, gepaart mit ineffizienten Abläufen, viel Leerlauf und langsamen Prozessen passt einfach nicht mehr zur heutigen Marktsituation.

Und auch, dass die Gehälter in der Produktion selbst sehr weit über den für ähnliche Qualifikation sonst in Deutschland üblichen Gehältern liegen fällt jetzt auf die Füße. Das war kein Problem solange die Produktivität in den Werken hier weit über denen des Auslands lag, aber die Zeiten sind eben auch vorbei. Will man zumindest einen Teil der Arbeitsplätze langfristig erhalten wird man nicht drum rum kommen hier auch auf ein normales Niveau mit höchstens moderatem Zuschlag zurückzufahren.

Wobei es ja durchaus Experten gibt die gerade das als kluge Strategie sehen. Denn Lamborghini, Bentley und Ducati bedienen Nischen die man mit den anderen Marken nicht bedienen könnte, Porsche hat ebenso ein eigenständiges Image welches weder unter anderer Marke funktionieren würde, noch wenn man z.B. alle Audi als Porsche verkaufen würde.

Fahrer von SEAT oder Skoda würden auch wohl eher auf Asiaten oder Franzosen ausweichen als auf VW oder Audi. Am ehesten überschneiden sich wohl noch SEAT und Skoda, aber da positioniert man sich ja auch geschickt unterschiedlich und profitiert zudem von den starken Zahlen von Skoda in Osteuropa und von SEAT im Südwesten.

Natürlich verpflichtet man auf Marge wenn jemand statt einen A4 dann einen Octavia fährt, aber man gewinnt eben auch im Vergleich dazu wenn dieser Kunde stattdessen einen Ford Focus fahren würde. Und die höheren Stückzahlen senken auch wieder die Kosten pro Fahrzeug.

Am Ende ist letztlich die entscheidende Frage ob man diese Mitarbeiter braucht oder nicht.

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Man kann ohne weiteres VW und Audi, Porsche, Bentley und Lamborghini und Seat Skoda zusammenlegen. Die Namesrechte könnten bleiben, aber warum sollen diese Unmengen an verschiedenen Modellen. Alleine die Entwicklungskosten und die Over Head Kosten werden sich bestimmt in 3 stelliger Millionenhöhe bewegen.

Totzdem ist es richtig, dass speziell Audi, Porsche und Bentley ein sehr gutes Image haben.

Ja, es wird noch Dividende ausgeschüttet. Sollte die VW Group auf die Idee kommen, diese nicht mehr auszuschütten, dürfte das massive Auswirkungen auf die Bewertung (Börsenkurs) des Unternehmens haben. Das wäre noch größerer Schaden.

Durch die gemeinsamen Plattformen werden die Entwicklungskosten ja schon ziemlich minimiert. Da müsste man dann konkret ausrechnen ob letztlich die gesparten Kosten in Entwicklung und Fertigung bei vollständiger Vereinheitlichung mehr Wert sind oder der höhere Absatz durch eine bessere Adressierung verschiedener Zielgruppen.

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Schaden für wen? Und wieso?

Für das Land Niedersachsen, die sicher mit dem Geld von VW im Haushalt „rechnen“. Für Versicherungen und Pensionsfonds, die Wertabschreibungen machen müssen. Mitarbeitende, die Aktien des eigenen Unternehmens halten und sich eine kleine Altersvorsorge damit aufbauen wollten.

Neben den immer wieder gern vorgeschobenen Heuschrecken und Superreichen denen man jeden Verlust von Herzen gönnt, gibt’s immer auch andere.

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Der Aktienkurs spiegelt den Marktwert des Eigenkapitals wider, während das bilanzielle Eigenkapital den Buchwert darstellt. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) setzt beide ins Verhältnis, wobei Kurse oft über dem Buchwert liegen (Agio), wenn hohe Gewinn- oder Wachstumserwartungen bestehen. Das Rating würde entsprechend absinken.
Der Finanzmarkt würde entsprechend beim der Fremdfinanzierung reagieren, was zu höheren Kosten für das Fremdkapital (Kredite und Anleihen) führen würde.

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War das evtl von Marlene Zscherper?

Dieses Video von ihr zur Situation von VW hat mich die letzten Tage nicht mehr ganz losgelassen…

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Hallo, in der LdN469 wurde erwähnt, dass das Personal abgebaut wird, weil es unrentabel ist, dass da Leute angestellt sind, die kaum was zu arbeiten haben. Weil es weniger zu tun gibt bei E-Autos. Ich verstehe nicht ganz, warum mir dann alle meine Bekannten erzählen, dass sie viel zu viel Arbeit haben. Das passt doch nicht zusammen. Die können kaum ihre Urlaubstage nehmen, weil so knapp an Personal kalkuliert ist.

Ein weiterer Punkt ist der, dass viele Firmen Kurzarbeit angemeldet haben und dennoch ächzen die Mitarbeiter unter der Arbeitslast, weil sie eigentlich ausreichend zu tun haben, aber alles in kürzerer Zeit abwickeln sollen.

Beide Punkte greifen wohl z.T. ineinander, aber nicht ganz.

Vielleicht gibt es dazu ein paar erhellende Meldungen.

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Das Problem eines E-Porsche ist doch, dass man zum einen ein “Reiches Arschloch”, zum anderen ein “grüner Besserwisser” ist, also in im Grunde genommen in keiner Bubble gut ankommt. Da hätte ich auch kein Bock drauf.

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Das größte Problem eines E Porsche ist der Wertverlust. Da ist innerhalb von 2…3 Jahren aktuell schnell 50% vom Wert weg.
Bei den Verbrennern verkaufst du die teilweise mit Gewinn weiter.

Selbst Porsche selbst gibt einem aktuell immer öfter kein Angebot mehr für einen Rückkauf, weil v.a. die Taycans so schnell an Wert verlieren.

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