In deinem Post steckt für mich ein innerer Widerspruch:
Einerseits begründest du die Wehrpflicht als einzige Option damit, dass Deutschland im Ernstfall eine „Bedarfsarmee“ in der Größenordnung von Millionen Soldaten vorhalten müsse. Das ist ganz offensichtlich ein Szenario, das sich an Russland orientiert – an seiner Armeegröße und seiner Mobilisierungsfähigkeit.
Andererseits schreibst du, das habe mit Russland eigentlich nichts zu tun, weil das zu lange dauert und es entscheiden ist, wie der Ukraine-Krieg ausgeht. Bei letzterem stimme ich dir zu und würde da aber hinzufügen, dass man dann auch zur Abschreckung eben diese andere Option Berufsarmee mit starker Reserve brauch. So wie das beispielsweise auch UK macht.
Auch das eine Berufsarmee “zu teuer” ist, ist erstmal zu belegen: Wehrpflichtige liefern kurzfristig kaum militärischen Mehrwert, binden aber massiv Ausbilder, Material und Infrastruktur. Dazu unterbricht diese Ausbildungs- und Erwerbsbiografien, kostet wirtschaftliche Leistung – und Studien legen nahe, dass Zwangsdienst eher das Vertrauen in demokratische Institutionen senkt.
Darüber aufgrund der aktuellen Weltlage zu diskutieren ist ja ok, aber man sollte nicht die anderen Optionen so einfach vom Tisch wischen.