LdN365 Bahnstreik

Oder man ersetzt sie durch selbstfahrende Züge.
Ich habe wirklich die Hoffnung, dass die Deutsche Bahn dieses Projekt jetzt mit Hochdruck vorantreibt. Solange sie Menschen in den Führerständen der Züge sitzen hat, ist sie erpressbar.
Das ist weder technisch, noch auf Grundlage der derzeitigen rechtlichen Lage ein einfaches Unterfangen. Es sollte dringend angegangen werden.

Dagegen wurde noch nie jemand erpresst, indem ein automatisiertes System gehackt wurde :wink:

Komplett ohne Menschen wird es nicht gehen. Eine Automatisierung sorgt nur dafür, dass einzelne Angestellte in Schlüsselpositionen einen noch größeren Hebel haben, weil sie für einen größeren Teil des Verkehrsaufkommens verantwortlich sind (etwa in einer Kontrollzentrale, die die selbstfahrenden Züge überwacht).

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Das sind doch nur feuchte Träume um Druck auf die Arbeitnehmenden auszuüben, solange es noch Stellwerke gibt, die per Hand bedient werden kann die DB doch keine selbstfahrenden Züge einsetzen. Bei dem Zustand der DB ist das doch noch Jahrzehnte weg - solange brauchen wir Lokführende und die sollten auch anständig bezahlt werden.

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Bitte korrigiere das Framing erpressbar. Es ist keine Erpressung sein verfassungsrechtliches Streikrecht auszuüben, egal wie sehr das neo-liberale Lügner uns glauben machen wollen. Von daher ist dieses Wording fachlich falsch und verleumderisch.

Ich empfehle folgende Episode des Podacast der Tag des Deutschlandfunks ab Minute 14:08. Da könnten mal Erkenntnisse kommen wo der große Fehler bei Bahn liegt:

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Abschlüsse zu Arbeitszeitverkürzungen mit anderen Bahngesellschaften?!
In dem Lage-Beitrag wird über zahlreiche Abschlüsse der GDL mit anderen Bahngesellschaften zur Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich berichtet. Nach dem Motto, dann kann das doch eigentlich kein Problem sein, was stellt die DB sich so an.
Laut anderen Quellen steht dieser Teil der Abschlüsse mit den anderen Bahngesellschaften aber unter dem Vorbehalt, dass es der GDL gelingt, entsprechende Abschlüsse mit der DB zu vereinbaren!
Wenn dies nicht gelingt, sind die Vereinbarungen mit anderen Worten wohl hinfällig!
Angesichts der Größenverhältnisse im Arbeitsmarkt der Bahngesellschaften kann man davon ausgehen, dass die kleineren Bahngesellschaften gezwungen sind bessere Arbeitsbedingungen zu bieten als die DB. Insofern bleibt ihnen nichts anderes übrig als einer Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich zuzustimmen, wenn…ja wenn die DB dies vereinbart.
Man sollte diese Abschlüsse deshalb nicht einfach als Beleg dafür ansehen, dass diese Regelungen gut umsetzbar und ohne Auswirkungen auf die Ticketpreise wären und sich die DB nur besonders sturr anstellt.

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Andererseits sagt Herr Ramelow, der schon mal Schlichter war, dass die DB noch überhaupt kein verhandlungs- bzw. schlichtungsfähiges Angebot (vor dem Streik) vorgelegt hatte.

Interessant und sehr kontrovers war der Bundestalk der Taz zum Thema: Taz Diskussion zum Bahnstreik

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Das wurde jetzt hier schon mehrfach angeführt. Und? Offensichtlich sehen die sich halt in der Lage das finanziell zu stemmen, sonst hätten sie das nicht unterzeichnet. Die werden das wohl kaum als spekulative Wette betrachten, dass die Bahn schon nicht einknicken wird, und ansonsten wird Insolvenz angemeldet.

Wäre strategisch jedenfalls absolut blödsinnig, bloß um kurzfristig selber ein paar Tagen Streik zu entgehen, denn durch die eigene Zustimmung – selbst unter Vorbehalt – steigt natürlich die Chance, dass die GDL sich auch gegen die Bahn durchsetzt und damit die Vereinbarungen der kleinen Gesellschaften ebenfalls in Kraft treten.

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Ein Punkt ist mir im Podcast negativ aufgefallen. Irgendwann fiel der Satz „man muss halt den Beruf attraktiver machen, dann kommen auch Leute.“ Ich habe vor 10 Jahren als Fahrdienstleiter bei der Bahn meine Ausbildung gemacht und kann zu dem Satz nur sagen: Blinde beschreiben was sie sehen.
Ich war erstmal auf einem sehr kleinen Stellwerk und hatten per Hand verschiedene Signale und Weichen zu stellen. Per Hand heißt auf Knopfdruck an einem Stelltisch. Aufgrund der hochfrequenten Strecke war das Stellwerk rund um die Uhr besetzt, 24/7. Wir waren 6 Kollegen, von denen einer in absehbarer Zeit in Rente gehen sollte. Mit Schichtdienst und 2 Tagen Pause usw. hatten wir immer eine Schicht als Reserve, wenn ja wenn keiner am Nachbar-Stellwerk eingesetzt werden musste, weil jemand krank wurde. Und krank wurde natürlich jemand je älter er wurde, Influenza herrschte oder der Schichtdienst einfach seinen Tribut forderte. Dazu kommt, dass man immer nur auf dem Stellwerk arbeiten kann, wo man eingelernt wurde und geprüft ist. Und regelmäßig dort Dienst schiebt. Daher fallen große Rochade-Aktionen eh flach. Das führte damals dazu, dass am Ende immer wieder jemand an seinen freien Tagen eine Schicht schieben musste. Das wurde zwar besser bezahlt und aufs Zeitkonto gebucht, nur wann willst Du die Zeit abbauen? 4 Wochen Urlaub am Stück geht sowieso nicht. Gut war, dass Überzeiten auf ein Zeitkonto „eingezahlt“ werden konnten und man später früher in Rente gehen konnte oder mit Altersteilzeit sich langsam „verabschieden“ konnte. Aus diesem Aspekt halte ich die 35-Stunden-Woche für Augenwischerei. Fachkräftemangel gibt es bei der Bahn genauso, wie überall. Im Gegenteil, für die Bahn wird ähnlich wie der Babyboomer-Effekt eine Bugwelle aufgebaut, die uns in 10 bis 20 Jahren noch größere Probleme macht.

Zu der tollen Idee mit den Leih-Genossenschaften: In den Krankenhäusern kann man sehen, wie sich solche Modelle auswirken. Die Leih-Docs suchen sich „Ihre“ Arbeitszeiten raus und wenn Samstags Golf angesagt ist, dann arbeitet halt man nicht. Die Kliniken müssen zähneknirschend diese Bedingungen akzeptieren, mehr bezahlen und der direkt angestellte Doc darf die Dienste übernehmen, die übrigbleiben. Wenn der Doc Glück hat, ist sein Arbeitgeber loyal und hat genügend Geld für eine lange Beschäftigung. So, jetzt denkt das mal weiter für ein Infrastruktur-Unternehmen.

Was man der Bahn als Infrastruktur-Dienstleister zu Gute halten muss: Sie stellen sukzessive die Strecken auf Ferngesteuerte Leitzentralen um, sodass Fahrdienstleiter größere Bereiche bedienen und weniger Personal gebraucht wird. Aber diese Umstrukturierungen kosten natürlich auch Geld. Und Geld … Bahn … 1994 … Ihr wisst schon.

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Vielen Dank für deine interessanten Einblicke. Ich bin mir jedoch nicht ganz sicher, ob ich dich richtig verstanden habe.

Wären die von dir aufgeführten Aspekte nicht genau die Punkte, die geändert werden müssten, um den Beruf attraktiver zu machen? Stichwort Digitalisierung, Stellwerkübergreifende Standards, mehr Arbeitskräfte, damit Freizeit auch wirklich freie Zeit bedeutet, etc.

  1. ist die Aufteilung der Überschüsse auf die Anteilsverhältnisse gerechnet und diese qua Satzung der Genossenschaft begrenzt.
  2. ist das im Falle von Mitgliedern, die gleichzeitig in der Genossenschaft arbeiten nichts anderes, als eine Erfolgsbeteiligung, die im klassischen Unternehmen nur Leitungspersonen zugestanden wird.
    • ganz wichtig - ob eine Ausschüttung erfolgt und in welcher Höhe beschließt die Genossenschaftsversammlung. Dazu gelten die Kriterien einer Wirtschaftsweise zum Wohle der Genossenschaft und eben NICHT zum Wohle der Anteilseigner (wie im klassischen Unternehmen)

nebenbei: würde die Bahnpolitik und das Management der DB AG nicht seit 20 Jahren (die ich das nun sehr intensiv verfolge) und darüber hinaus in Sachen Personalentwicklung und -Führung nicht immer wieder versagen, wäre die FairTrain e.G. nicht nötig.

Transparenz: ich bin nicht gewerkschaftlich gebundener Lokführer (weil das in meiner Situation keinen Sinn machen würde)

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Hallo hier mal eine Meinung eines Lokführers und GDL Mitglieds.
Ich bin Lokführer bei einem privaten EVU.
Ich habe einige Beiträge gelesen und wollte mal meine Meinung dazu äußern (eingefügt aus zweitem Post durch Mod.)

Die DB ist nicht das einzige EVU im Eisenbahnverkehr, sicher das größte, aber nicht das einzige.
Und die GDL verhandelt mit 60 weiteren EVU‘s, mit rund 20 davon hat sie sich bereits geeinigt. Zum Teil auch ohne Streik. Und da hat die GDL auch Zugeständnisse gemacht. Aber nicht in den Kernforderungen. Das heißt also, die DB isoliert sich, gerade weil die anderen EVU’s wahrscheinlich nachziehen werden.

Hier noch ein lesenswerter Artikel:

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Es ist zu eine einigung gekommen…

„Marktreferenz setzt sich durch“: GDL und Transdev einigen sich auf Tarifvertrag (msn.com)

Dann mach ich hier mal zu.