Ich möchte hier noch ein paar mehr Argumente in die Diskussion werfen. Fangen wir mal mit dem folgenden Statement an:
„Nun gilt der einfache und klare Satz, daß aller Sozialaufwand immer aus dem Volkseinkommen der laufenden Periode gedeckt werden muß. "
Diese für mich sehr schlüssige Aussage ist 1952 von Gerhard Mackenroth formuliert worden. Und sie besagt schlicht, das auch eine „Aktienrente“ ihr Zahlungen aus der laufenen Periode deckt, denn auch ein Aktienfond hat keine Brutkasten für Geld der auf wundersame Weise Geld erzeugt. Das hat auch 24601mr schön formuliert:
Das Beispiel der Mietshäuser in Berlin zeigt sehr schön, wo die Aktienrente hinführt: Deutsche Rentner zahlen die hohen Renditeerwartungen skandinavischer Rentenfonds aus ihren Mieten.
Sprich, Rendite fällt nicht vom Himmel, sondern irgendwer bezalt am Ende dafür. Eben im Extremfall damit, dass er immer mehr Geld für Mieten aufwenden muss statt es in seine eigene Altersvorsorge zu stecken.
Mackenroth hat das sehr gut erkannt und wenn wir ehrlich sind, dann gilt dieses Theorem sehr universell. Nicht nur, dass die arbeitende Bevölkerung immer mehr Rentner finanzieren muss, auch wenn ich Kinder habe, dann kommen diese nicht mit einem Aktienpaket auf die Welt sondern die Eltern müssen hier Geld für den Lebensunterhalt ihrer Kinder aufwenden. Das fällt uns natürlich viel leichter unseren eigenen Nachwuchs finanziell zu unterstützen als einen statistischen Rentner den man nicht kennt, aber das Prinzip ist schlicht das gleiche.
Ein weiteres Problem der Aktienrente ist, dass Krisen hier einem den ganzen schönen Plan verhageln können. Und Krisen gibt es mit schöner Regelmäßigkeit, wie die Übersicht hier zeigt. Meine Schwester ist vor vielen Jahren in ein Land ausgewandert in dem die Altersvorsorge auf privaten Finanzfonds basiert und nach dem Crash von 2008 war dann die Altersvorsorge plötzlich nur noch die Hälfte wert.
Oder erinnern wir uns an die Riester-Rente, die ja auch erst mal viel Geld in die Kassen der Finanzwirtschaft gespült hat. Hier kommt allerdings hinzu, dass der Staat eine „Mindest-Rendite“ garantiert, d.h. wenn die Börsen mal wieder crashen und die Finanzwirtschaft blank da steht, dann wird der Steuerzahler für die Verluste aufkommen müssen.
Dann doch lieber ein Umlageverfahren in das möglichst alle und ohne Beitragsobergrenzen einzahlen.