Hallo Ulf hallo Philipp,
in eurer aktuellen Ausgabe LdN316 sprecht ihr über die Verhältnismäßigkeit von Hausdurchsuchungen bei Klimaaktivisten. Ihr bewertet dabei auch das Festkleben an Flughäfen und stellt die Frage ob das wirklich so schwerwiegend ist und die Sicherheit der Öffentlichkeit gefährdet wird. Ich selbst bin Pilot und kann sagen: ja so wie die Protestaktion in München geplant war (beide Bahnen zeitgleich sperren) ist das gefährlich.
Flugzeuge landen für gewöhnlich nur mit genug Sprit um zu einem Ausweichflughafen zu fliegen und für 30 Minuten Warteschleife dort. Jede weitere Flugminute ist extra getankt und muss extra mitgeschleppt werden. Meistens bewegen wir uns da im Bereich von weiteren 15-30 Minuten Extrafuel. Wenn der Flughafen komplett zu geht, weichen die Flugzeuge nach Salzburg oder Nürnberg aus. Mit Stuttgart rechnet man normalerweise nicht da das schon mehr Sprit kostet. Ich zähle das hier auf damit ihr eine Vorstellung habt, wie optimiert das ganze System ist und wie schnell so eine Störung gefährlich wird. Denn Salzburg und Nürnberg haben nicht die Kapazität um den gesamten Verkehr aus München innerhalb 1 h so leicht aufzunehmen. Es werden Flugzeuge durch solche Aktionen an eine Luft Notlage herangeschoben. Die einzigen Alternativen bleiben dann Militär Flugplätze wie Ingolstadt oder Oberpfaffenhofen im münchner Raum. Das erhöht trotzdem das Risiko (ist auch nicht mit jedem Flugzeug machbar) und deswegen finde ich das es eben auch trotz des wichtigen Ziels des Klimaschutzes keine Rechtfertigung für solche Aktionen gibt.