LdN278 Falschparker: Gesellschaftliches Miteinander

Ich bin gleichzeitig schockiert und erstaunt, mit welcher Vehemenz noch so an den Haaren herbeigezogene Argumente aus der letzten Ecke gekehrt werden, um das rücksichtslose Verhalten vieler Autofahrer in Sachen Zuparken gemeiner Verkehrsflächen zu rechtfertigen.

Ich möchte nur mal darauf verweisen, was für ein Shitstorm und welcher Hass auf die Aktivisten eingetrudelt ist, die diese eine Stadtautobahn in Berlin blockiert haben. Die seien rücksichtslos gewesen und schädigten die Leute. Ich finde die Kritik (Achtung: nicht den Hass!) daran sogar vertretbar, da tatsächlich erhebliche Störungen in Kauf genommen werden und man eben auch Termine als Autofahrer einhalten muss. Aber diese Kritik ist - zumindest vonseiten der Autofahrer - dann doch sehr einseitig gefärbt:

Denn wenn ein Autofahrer das GLeiche aus Bequemlichkeit zulasten aller Nicht-Autofahrer macht, dann ist es selbstverständlich vertretbar, dass die dutzenden bis hunderten Fahrradfahrer, die vorbeikommen, absteigen und um den Rechtsbrüchigen herumschieben - so denn das platztechnisch möglich ist. Meistens muss man auf die Straße ausweichen, inkl Fußgänger, Kinderwägen und Rollstühle.

Aber den rechtsbrüchigen Autofahrer anzeigen? Bloß nicht.

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