Aber dass es geschafft wurde uns als Gesellschaft einzureden bei diesen Verteilungskämpfen wäre es wichtig die ärmsten der Armen noch mieser zu behandeln(in dem Fall Geflüchtete lässt sich aber auf Bürgergeld etc übertragen) anstatt Ressourcen fair zu verteilen ist mir unbegreiflich.
So lange ein paar Dutzend Menschen in Deutschland die Hälfte des Vermögens horten(und überall in der Welt ja das gleiche Prinzip) lasse ich Ressourcen knappheit nicht als Argument zählen.
Wenn wir keine Milliarde mehr haben Vermögenssteuer Erbschaftsteuer etc eingeführt sind und das Geld dann immer noch knapp ist kann man immer nochmal drüber reden aber bis dahin müssen das die Werkzeuge sein diese Ressourcen bereitzustellen anstatt die Menschen die auf die angewiesen sind zu drangsalieren.
Das würde ich als das Grundproblem aller öffentlichen politischen Diskurse bezeichnen, und zwar schon immer. Egal ob zu Zeiten des Feudalismus, zu Zeiten der Industrialisierung, zu Zeiten der Weltkriege oder eben jetzt in der Moderne.
Die Macht, öffentliche Diskurse zu bestimmen, liegt und lag immer bei jenen, die viel Kapital zur Verfügung haben. Und diese Macht wurde und wird zu jeder Zeit genutzt, den Fokus weg von Umverteilungsdebatten und hin zu Sündenböcken zu lenken. Daher: Diejenigen, die viel Kapital und Einfluss haben, nutzen dieses Kapital und diesen Einfluss, damit sich “der Pöbel” um die Krümmel streitet, statt ein Stück vom Kuchen zu fordern.
Die Argumente, warum eine Umverteilung z.B. im Rahmen von höheren Spitzensteuersätzen, Vermögenssteuern oder Erbschaftssteuern nicht möglich seien, sind grundsätzlich überrepräsentiert und wurden leider auch von so vielen Menschen verinnerlicht, dass dagegen kaum anzukommen ist (das sehen wir auch hier im Forum ständig…).
Es ist jedenfalls immer das gleiche Muster. Eine “richtige” Umverteilung von Oben nach Unten wird als Unmöglich dargestellt, eine Umverteilung von “ganz unten” in die Mitte (Reduzierung von Asylbewerberleistungen, Bürgergeld usw.) hingegen wird als Lösung verkauft, obwohl diese Umverteilung definitiv nichts lösen kann. Aber wie gesagt: Die “ganz unten” haben keine Lobby, kein Kapital, keinen nenenswerten Einfluss, um sich zu schützen. Die “ganz oben” hingegen haben das alles und nutzen es auch kräftig… und so landen wir dann dort, wo wir jetzt wieder sind: In Sozialkürzungs-Debatten.
Das habe ich nicht behauptet und das weißt du auch. Bitte unterstell mir keine fiktiven Positionen.
Gehst du davon aus, dass China und Korea (noch) patriarchaler sind als Japan, sodass das ein reales Problem wäre? Ansonsten könnte man fast denken, dass das nur ein zufälliger talking Point aus der deutschen Migrationsdebatte ist, der vorurteilsbasiert gegen Menschen aus dem arabischen Raum schießt und völlig unpassend zur Situation in Japan ist.
Meiner Wahrnehmung nach interessiert sich die „Mitte“ der Gesellschaft oft genau dann für Frauenrechte, wenn sie vorgeschoben werden können, um gegen Migration argumentieren zu können.
Meiner Meinung nach ging eure Aufarbeitung des Interviews mit Gerald Knaus in die falsche Richtung bzw. war ungenau.
Ihr sagt, er würde behaupten, man müsse „hart“ gegen Migration vorgehen. Dabei sagt er doch, zum einen, dass wir Migration mindern müssen im Rahmen der Menschenrechte und dass wir Migration aus wirtschaftlichen Gründen brauchen. Jedoch solle diese so gestaltet werden, dass Menschen außerhalb der EU kontrolliert ansuchen können sollen, und wir prüfen, ob diese zur Gesellschaft beitragen.
Ich glaube, die Mehrheit der Deutschen ist nicht gegen Migration im Allgemeinen, jedoch gegen die Art der Migration. In der Wahrnehmung der Menschen kommen viele andersgläubige Menschen, die schlecht ausgebildet sind und nichts mit unserer Kultur anzufangen wissen.
Und Gerald Knaus wiederholt dazu immer wieder, dass der aktuelle Weg viele Menschenleben kostet.
Selbstverständlich ist Herrn Knaus’ vorgeschlagenes Vorgehen hart, denn zusätzlich zu Asylverfahren wo auch immer muss man ja an den Außengrenzen um jeden Preis Menschen aufhalten. Die Verletzung von Menschenrechten ist schon jetzt an vielen Grenzen der EU zu erkennen. Das würde nur noch schlimmer werden.
Danke für die Antwort! Das freut mich sehr, mit euch in Diskurs zu gehen.
…
Eine Grenze von illegalen Übertritten zu schließen ist nicht per Definition “Hart”. Eine Grenze zu überwachen und zu beherrschen erscheint mir eher als erstmal logisch. Wenn man dabei die Menschenrechte befolgt, sollte es nicht “hart” sein.
Die andere Frage ist, ob es möglich ist, die Grenze zu schließen und dabei die Menschenrechte zu befolgen. Aber durch die Vermischung der beiden Themen werdet ihr für euch sehr unüblich unscharf.
Ich kann mich an keine Stelle im Podcast erinnern, in der Herr Knaus vorgeschlagen hat nicht den Menschenrechten zu folgen.
Die Härte an der Außengrenze zeigt sich im Abdrängen von Flüchtlingsbooten (statt Rettung), soweit ich weiß auch noch Schlimmeres im Mittelmeer, Push-Backs in Polen, stillschweigende Hinnahme von Menschenrechtsverletzungen Libyen (und Tunesien?), am Zaun zum spanischen Melilla etc.
Auch wenn Herr Knaus das nicht erwähnt, akzeptiert sein Modell ja, dass das so weitergeht.
Die EU/Deutschland hätte jederzeit die Möglichkeit, die Anträge auch für Menschen zu ermöglichen, die sich nicht auf die Reise dafür begeben müssen.
Da es diese Möglichkeit nicht gibt ist sie wohl politisch nicht gewollt. Und der Grund ist einfach: man fürchtet, dass es dann noch mehr berechtigte Anträge gibt.