Das Spotlight ist ja aber nicht auf den Verteilungskämpfen, oder habe ich verpasst, wie die Regierung plötzlich in Bildung und Kommunen investiert, Millionen Wohnungen baut und Sprach- und Integrationskurse fördert? Nein, sie nimmt die Probleme als Vorwand um illegale Grenzkontrollen durchzuführen.
Das Problem ist doch, dass in der breiten Bevölkerung kaum jemand den aktuell etablierten Parteien noch glaubt, diese existierenden Probleme wirklich angehen und lösen zu können. Es ist meiner Meinung nach das Versagen des neoliberalen Konsens in der Politik der letzten 20 Jahre. Statt das zu akzeptieren und den Kurs zu korrigieren, wird von manchen Parteien nur zu gerne die Schuld auf die Migration geschoben. Dabei wären die Probleme auch ohne Migration da.
Eine optimistische Interpretation könnte den langfristigen ökonomischen Nutzen von Migration betonen, den fundamentalen Wert des Asylrechts und die Vorteile kultureller Vielfalt. Gleichzeitig müsste man die von dir korrekt erkannten Probleme aber auch endlich wirklich angehen. Und weil das nicht passiert, ist in weiten Teilen der Bevölkerung der Glaube verloren gegangen, dass es auch wieder besser werden kann. Ich glaube, dieser Pessimismus (zB Weltweite Umfrage: Menschen in Deutschland blicken immer pessimistischer in die Zukunft oder auch Demokratie in der Vertrauenskrise: Umfrage 2024 - Körber Stiftung) erhöht die Anfälligkeit verstärkt in rassistische Denkmuster zu fallen und diese nicht zu hinterfragen. Dazu kommen Medien, die das ausschlachten und nur zu gern negative Clickbait-Headlines verwenden.