Ich beziehe mich auf die Aussagen im Podcast, die in die Richtung geht dass das Verhalten einzelner Parteimitglieder der Linken kein Problem sei, sie dürften nur nicht in Ämter kommen und müssten ausgeschlossen werden.
Letzteres ist bei der Partei die Linke nicht zu erwarten. Das sage ich als jemand, der der Partei lange nahe stand und sie immer noch für die beste wählbare Partei hält. Aber - das Thema „Strömungen“ ist in der Linken schon ein Besonderes. Genau wegen einiger dieser Strömungen steht (oder stand?) die Partei ja lange auch unter Beobachtung durch den Verfassungsschutz. Und die wird sie nicht los und ich denke, sie will sie auch nicht loswerden. Denn die Vielfalt der Meinungen im linken Spektrum und die Basisinitiative macht die Linke aus. Und das zeigt sich jetzt eben auch beim Thema Antisemitismus. Es gibt in der Linken Mitglieder die den sogenannten Antideutschen zugeordnet wurden/werden, also expliziten Unterstützern des Israelischen Staates mit sehr weitreichendem Wohlwollen genauso wie es Arbeitsgruppen mit Palästinasolidarität - auch dort sehr und zu weitreichend - gibt.
Und hier muss ich gerade im Bezug auf Neukölln sagen: Doch es ist ein Problem, auch wenn sich die Parteispitze abgrenzt wenn du weißt dass da Nasen rumlaufen deren Partei die Stadt regiert und die dich einfach Scheiße finden, weil du Jude bist. Wenn klar ist, dass gegen diese Einstellung keine wirklichen Konsequenzen in einer Regierungspartei gezogen werden (was wie oben beschrieben nicht zu erwarten ist) erzeugt das ein bestimmtes Klima, das unangenehm ist. Wir würden - um mal einen schiefen Vergleich zu ziehen - ja auch nicht bei einer hypothetischen Light-Version der AfD an der Regierung sagen ist doch kein Problem, solange es dort nur einzelne Leute gibt die xenophob sind, die Stimmung die das unter Migrant:innen erzeugt muss man ernst nehmen.
Und das würde in anderen Parteien anders und klarer gehandelt werden. Also - nein die Linke ist nun wirklich keine antisemitische Partei, und ja das ist aktuell eine Kampagne von Springer - aber mit einem tatsächlichen Problem als Basis. Durch ihre Struktur tut sich die Linke schwer damit nicht akzeptable Positionen auszuschließen und das führt zu Problemen. Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich ausgeführt.