LdN 493: Zukunft von Friedrich Merz

Die Passage hat mich auch gewundert. Da hatte Merz mMn eine im Grundsatz richtige Veränderung gezeigt: nach 1,5 Jahren breitbeinigen, aber unzuverlässigen, Ankündigungen mal mehr Demut und Realismus.

Ich sehe 0 wie das funktionieren sollte. Das haben verschiedene Parteien schon mehrfach versucht. Ich wüsste kein Tandem, das sich dabei zur Nachahmung empfehlen würde. Die Union hat sich mit Lügenwahlkämpfen mit immer jämmerlicheren Wahlergebnissen zu Tode gesiegt: wenn man dauernd ideologisch überhöhte Quatsch-Versprechen macht und das so erfolgreich, dass einem die Leute das auch noch abkaufen, kann man nur noch entscheiden, sinnlose und teilweise sogar objektiv falsche Politik zu machen oder wesentliche Wahlversprechen zu brechen. Das besondere Talent von Merz ist natürlich, dass er beides gleichzeitig schafft und damit die asynchrone Demobilisierung von Merkel in ihr Gegenteil gedreht hat: Die Wähler aller anderen sind maximal mobilisiert, die eigene Klientel entweder demobilisiert oder zur demokratischen oder demokratiefeindlichen Konkurrenz abgewandert.

Das eigentliche Problem von Merz ist ein zweiseitiges: Er macht das wirklich so gut er kann und das ist einfach sehr, sehr ungenügend. Aber selbst, wenn er ab morgen alles besser machen würde, ist es kaum denkbar, dass er sein (berechtigtes) Versager-Image nochmal loswerden könnte.

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