Patzelt ist vielleicht ein schlechtes Beispiel, da als Vertreter der Orbán-Stiftung Mathias Corvinus Collegium selbst nicht auf dem Boden unserer Verfassung stehend. Und Kretschmer ist selbst zum Wutbürger mutiert.
Konversionstherapeutische Effekte bei Rechtsradikalen und Verschwörungsideolog:innen sind auf jeden Fall selten - egal, was man macht.
Deine kritischen Fragen erscheinen mir auf jeden Fall sehr sinnvoll.
Brakemeier hat schon auch sozialpsychologisch argumentiert, wobei eine persönlichkeits- und sozialpsychologische Perspektive m.E. auf jeden Fall wichtiger ist als die doch eher oberflächlichen Wissenschaften „Soziologie, Politologie oder Geschichte“, wenn’s um Kognition, Emotion und Verhalten geht.
Die Psychologie kann jedenfalls zumindest erklären, warum bestimmte Menschen unter bestimmten Bedingungen so oder auch anders denken und handeln.
Besonders die Kluft zwischen Denken und Handeln, die ja bezogen auf die Klimakrise sehr bedeutsam ist, kann man m.E. erst mit psychologischen Mitteln verstehen und einordnen.
Was seine Berechtigung hat und was nicht, hängt ja v.a. von ethischen Maßstäben ab.
Natürlich kann jemand auch sagen: ‚Mir sind künftige Generationen sche*ßegal. Ich mache nur das, was mir im Hier und Jetzt unmittelbar nutzt, ohne Rücksicht auf Verluste.‘
Gesamtgesellschaftich kann man derlei Reaktanzen jedenfalls getrost ignorieren, weil nur eine Minderheit so denkt.
Die spannendere Frage ist aber, wie bei den eigentlich Wohlgesinnten mehr erreicht werden kann. Mehr Übereinstimmung zwischen Denken und Handeln, mehr Engagement für die gute Sache und weniger Veränderungsabwehr aufgrund von Ängsten und alten Gewohnheiten.
Und da kann gerade die Psychologie helfen, Wege zu finden, gesellschaftlichen Fortschritt hinzubekommen.
Und dabei geht es auch gar nicht darum, alle mitzunehmen. Das wäre auch angesichts des Problems, das dringend einer Lösung bedarf, unsinnig.
Aber momentan sieht es ja so aus, dass zum einen die Veränderungsbereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung von Politiker:innen massiv unterschätzt wird und zum anderen eine ungute gesellschaftliche Dynamik, die sich kognitions- und sozialpsychologisch gut erklären lässt, eingesetzt hat.
Und da ist es dann schon wichtig, sich passender psychologisch wirksamer Mittel zu bedienen, um notwendige Fortschritte erzielen zu können.
Dazu verweise ich noch mal auf folgenden Thread: