LdN 483 Bildung - Unterschied Mädchen und Jungen

Die Spreizung von Mädchen und Jungs soll es schon immer gegeben haben, Mädchen sollen schon immer die besseren Schüler gewesen, nur wurde es dadurch verdeckt, dass sie weniger Chancen hatten. Ich kann mich nicht mehr an die Quelle erinnern, die berühmte Quellenamnesie.

Vielleicht sollte man auch die Frage der Lehrerausbildung stellen. Geben wir Lehrkräften in ihrer Ausbildung das Rüstzeug, gut zu unterrichten. In der Medizin hat sich die evidenzbasierte Medizin herauskristallisiert, sie will Methoden anwenden, deren Erfolg in Studien bewiesen wurde. Vielleicht braucht es so etwas auch für das Unterrichten.
Auch ein unberücksichtiges Thema, Stofffülle in den Lehrplänen. Kann man da nicht etwas entrümpeln?
Und wie steht es mit der Qualität der Lehrbücher aus? ,

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naja selbst diese Spreizung hat ja offensichtlich den gender pay gap bisher nicht ausgleichen können.

Auch wenn das individuell „ungerecht“ scheinen mag - für die Gesellschaft insgesamt wirkt der grössere Schulerfolg der Mädchen hoffentlich auf Dauer, als gäbe es tatsächlich praktische Gleichbehandlungspolitik.

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Meiner Erfahrung nach liegt es am Schulsystem, dass Jungen nun benachteiligt sind. Der Reifeprozess braucht seine Zeit und das Schulsystem gibt dieser Entwicklung zu wenig Raum und Zeit. Mehr Geduld, Ruhe, Vertrauen in den Lernprozess und Jungen können sich ebenso entfalten. Zu frühes Benoten, Stressen, straffes Lernprogramm für jeden gleich bewirkt nichts Gutes.

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und nicht zu vergessen: unterschiedliche motorische Bedürfnisse - Stichwort Stillsitzen

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Klar. Für alle

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Schön wär’s oder auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber es ist ja m. E. gerade Ausdruck fehlender Geschlechtergleichheit - um es mal ganz milde zu formulieren - dass Frauen trotz höherer Qualifikation in unteren Hierarchieebenen über- und auf Führungsebenen unterrepräsentiert sind - auch da wo es fachlich gesehen wirklich überhaupt keinen Grund dafür gibt, etwa an Hochschulen. Dass Frauen auch für gleiche Tätigkeiten schlechter bezahlt werden kommt dann noch dazu. Die Qualifikationen von Frauen waren aber noch nie ein Grund für diese Ungleichheit.

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Hierfür dürfte aber auch ein Grund sein, dass vor allem Eigenschaften gefordert werden die unter Männern weit mehr verbreitet sind.

Dass diese Eigenschaften so verteilt sind dürfte aber eher an Erziehung als an Bildung liegen und viele Eigenschaften werden durch moderne Führungsstile überflüssig, sofern da auch die Unternehmen mitgehen.

Im Podcast nur in einem Nebensatz erwähnt: „Mädchen zeigen auch häufig ein angepassteres und schulkonformeres Verhalten.“

Aus meiner Sicht wird hier ein zentraler Punkt in der Diskussion nahezu übergangen. Als Mensch haben wir ein natürliches Bedürfnis nach Autonomie - in unterschiedlich hoher Ausprägung; meiner Erfahrung nach findet sich das in hoher Ausprägung häufiger bei Jungen/Männern (dazu gibt es bestimmt auch schon Studien).

Sollten wir uns als Gesellschaft damit abfinden, das systematisch zu bestrafen (angepasste Menschen bekommen die besseren Noten), oder sollte man nicht darauf hinwirken, dass mehr Autonomie auch im Schulalltag möglich wird?

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Die KI hat mal einige empirisch überprüfte Erklärungsansätze zusammengefasst:

Der geringere Schulerfolg von Jungen (vor allem in Form von schlechteren Schulnoten und häufigeren Schulabbrüchen) wird wissenschaftlich am umfassendsten durch die globale Metaanalyse von Daniel und Susan Voyer (2014) erklärt. Ergänzend dazu liefern psychologische Metaanalysen zu Persönlichkeitsunterschieden sowie internationale Schulleistungsstudien (wie PISA und der IQB-Bildungstrend) wichtige Erklärungsansätze. [1, 2, 3]

Die zentralen Metaanalysen und empirischen Erkenntnisse teilen die Ursachen in drei wesentliche Dimensionen auf:

1. Die Voyer & Voyer Metaanalyse (2014)

Diese im Fachmagazin der American Psychological Association (APA) veröffentlichte Metaanalyse wertete Daten von über einer Million Schülerinnen und Schülern aus einem Zeitraum von fast 100 Jahren aus. [1]

  • Stabiler Vorsprung: Mädchen erhalten seit Jahrzehnten weltweit und in fast allen Schulfächern (auch in Mathe und Naturwissenschaften) im Durchschnitt bessere Noten als Jungen. Der Vorsprung ist in Sprachen am größten (d = 0,37) und in Mathematik am geringsten (d = 0,07). [1, 2, 3]
  • Lernstile: Die Autoren erklären dies mit unterschiedlichen Herangehensweisen: Mädchen neigen eher zu verstehensorientiertem Lernen (Mastery Orientation), während Jungen oft ergebnisorientiert (Performance Orientation) vorgehen. Ein kontinuierliches Verständnis schlägt sich über das Schuljahr hinweg besser in den Noten nieder. [1]
  • Noten vs. Tests: Während Jungen in standardisierten, punktuellen Leistungstests in MINT-Fächern oft gleichauf oder besser abschneiden, bewerten Schulnoten die langfristige Ausdauer, Mitarbeit und soziale Einbindung im Klassenzimmer – Bereiche, in denen Jungen im Schnitt seltener überzeugen. [1]

2. Metaanalysen zu Selbstregulation und Sozialverhalten

Psychologische Übersichtsstudien (unter anderem basierend auf dem Big-Five-Persönlichkeitsmodell) zeigen signifikante Unterschiede in den Bereichen Gewissenhaftigkeit und Selbststeuerung. [1, 2]

  • Arbeitsverhalten: Mädchen erledigen Hausaufgaben im Durchschnitt zuverlässiger, bereiten sich strukturierter vor und beteiligen sich konstruktiver am Unterricht. [1]
  • Fehlende Selbstregulation: Jungen zeigen in der Tendenz eine geringere Impulskontrolle und reagieren auf schulische Frustrationen häufiger mit unangepasstem oder störendem Verhalten. [1, 2]
  • Wahrnehmung durch Lehrkräfte: Studien (wie die von Spinath et al.) belegen, dass Lehrkräfte die vermeintlich geringere Selbststeuerung von Jungen unbewusst in die Notengebung einfließen lassen. Jungen erhalten daher bei exakt gleicher kognitiver Kompetenz oft schlechtere Noten als Mädchen. [1, 2, 3]

(Fortsetzung folgt)

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3. Soziokulturelle Faktoren und Männlichkeitsbilder

Neuere Begleitstudien (z. B. der Universität Luxemburg oder der OECD) beleuchten die Identitätsentwicklung von Jungen. [1, 2]

  • Anti-Schul-Kultur: In vielen jugendlichen Peergroups gilt schulspezifischer Fleiß bei Jungen als „uncoole“ oder weibliche Eigenschaft. Anerkennung wird stattdessen oft durch Abgrenzung, demonstratives Desinteresse oder Stören des Unterrichts gesucht. [1]
  • Entfremdung von Schule: Jungen mit schwachen Leistungen berichten signifikant häufiger, dass sie die Schule als sinnlos empfinden und sich vom System entfremdet fühlen. Sie profitieren nachweislich am stärksten von einem autoritativen Unterrichtsstil (strukturiert und kontrolliert, aber gleichzeitig hochgradig engagiert, unterstützend und beziehungsorientiert). [1]
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Nun kann man sich noch fragen, welche Fähigkeiten in einer modernen Arbeitswelt, wenn wir Bildung mal utilitaristisch auf Arbeitsmarkttauglichkeit verkürzen, eher gebraucht werden.

Konkurrenzstreben vs. Kooperationskompetenz?

Anomisches, mithin disruptiv-unbeherrschtes Verhalten und geringe Frustrationstoleranz vs. Sozialverträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Ausdauer?

Durchdringender Wissenserwerb vs. Wissenserwerb als bloßes Mittel zum Zweck?

In vielen westlichen und wohlhabenden Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, den USA und Japan, wünschen sich werdende Eltern heute eher ein Mädchen. Ebenso zeigt sich dieser Trend in Teilen Mittel- und Osteuropas sowie in Südkorea.

Auf Nachfrage untermauert die KI die Töchterpräferenz-Hypothese dann auch mit seriösen Quellen.

  1. welche KI war das denn genau in diesem Fall?
  2. ich finde es gut, dass die Verwendung von KI transparent gemacht wird
  3. trotzdem bin ich ein wenig verhalten, was diesen Beitrag betrifft, weil ich ich unsicher bin, mit wem ich jetzt diskutiere, wenn ich inhaltlich darauf eingehe. Machst du dir die zitierten Erkenntnisse zu eigen?
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Ich weiß nicht, ob es nur mich stört, aber ich bin wirklich nicht im Forum, um seitenweise KI-Texte, teils über mehrere Beiträge, zu lesen, sondern für den Austausch mit Menschen. Es wäre schön, wenn die reinen/vorwiegenden KI-Postings seltener wären.

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Sonst hätte ich sie nicht angeführt.

Ob ich das jetzt paraphrasiere und die Quellen einzeln anhänge, hätte jetzt genau welchen Unterschied gemacht?

Mir ging es vorrangig darum, statt halbgarer Intuitionen auf empirische Daten zurückzugreifen und wissenschaftlich überprüfte Hypothesen zu nutzen.

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Vielleicht kann man Bob Blume zu einem Interview im Sommer einladen, damit er erklären kann, was man da seiner Meinung nach ändern kann.

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Was ich an der Debatte schwierig finde: Jahrhundertelang waren Mädchen und Frauen in genau diesem, von Männern für Jungs entwickelten Bildungssystem (Frontalunterricht, Stillsitzen, Prüfungen, Gehorsam) benachteiligt.

Nun hat sich die Erziehung von Mädchen soweit an diese Anforderungen angepasst, dass sie besser in diesem System zurechtkommen, das eigentlich nie für sie gedacht war, als die männlichen Schüler, und prompt wird debattiert, wie man das System verändern kann, um es den armen Jungs ganz schnell wieder leichter zu machen.

Auch Mädchen haben Bewegungsdrang. Auch Mädchen raufen, machen Quatsch, sind laut und experimentierfreudig - sofern man ihnen dies nicht aberzieht.

Mädchen werden in meiner Erfahrung immer noch idR für Verhalten diszipliniert, dass Jungen nachgesehen oder als ganz selbstverständlich betrachtet wird, weil boys will be boys.

Also ich würde sagen: Erzieht Jungs mit den gleichen Erwartungen an Sozialverhalten und Selbstbeherrschung, wie Mädchen. Das würde diverse Probleme addressieren.

Diese Debatte, das System mal wieder an die Bedürfnisse von Jungs anzupassen, statt die Erziehung von Jungs an die bestehenden Anforderungen, explizit WEIL Mädchen diese aktuell statistisch besser erfüllen und das ja so nicht stehengelassen werden kann, kitzelt mein Gerechtigkeitsempfinden auf ganz unangenehme Weise.

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Es ist eine Frage der Gewichtung. Ich finde auch Quellenangaben gut, um ein Argument zu stützen oder nachvollziehbar zu machen. Aber einem Post, der eigentlich nur eine formale Ankündigung für einen Link enthält, wirkt ehrlich gesagt auf mich eher nach Sendungsbewusstsein als nach einem Diskussionsbeitrag. Und genau so ist es mit Posts, die inhaltlich fast auschließlich aus maschinell erstelltem Text bestehen. Ich weiß nicht ganz, was das bringen soll, wenn es darum geht, Positionen auszutauschen.

Wenn man eine Post fast komplett von einer Maschine schreiben lässt, kann man auch gleich konsequent sein und prompten: „User X hat da was geschrieben [copy text], das gefällt mir aber nicht, schreib mir doch mal ne überzeugende Gegenargumentation“. Und das kopiere ich dann mit einem netten Einleitungssatz à la „Die KI sagt aber, dass…“

Sprich: Wenn du lediglich posten möchtest, was ein Sprachmodell auf ein bestimmtes Prompt hin ausgibt, bringt es natürlich gar nichts, wenn du den ausgegebenen Text lediglich paraphrasierst und die Quellen per Hand ergänzt.

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Zunächst einmal geht es ja nicht darum, Positionen auszutauschen, sondern eine solide, empirisch unterfütterte Wirklichkeitsbeschreibung als gemeinsame Grundlage zu haben.

Auf dieser Grundlage kann dann streitig diskutiert werden.

Das ist beim Klimawandel ja nicht anders.

Science first, discussion afterwards.

Eine KI-Antwort ist genau das aber nicht. Ohne den Prompt und das KI-Modell zu kennen, kann man das nicht einschätzen und selbst dann müsste man eigentlich noch die verlinkten Quellen durchgehen, um zu überprüfen, ob die Zusammenfassung wirklich stimmt.

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Ich vermute mal stark, dass du davon ausgehst, dass deine Post eine solche „Wirklichkeitsbeschreibung“ darstellen und keine subjektiv gefärbten Diskussionsbeiträge sind, Genau das meinte ich mit Sendungsbewusstsein.

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