LdN 483 Bildung - Unterschied Mädchen und Jungen

Die Quellen sind ganz transparent verlinkt.

Wenn es bessere Quellen gibt, die den gemachten Aussagen auf wissenschaftlicher Grundlage widersprechen, gerne her damit. Dann können wir uns darüber auseinandersetzen, welche Studien warum besser sind.

Es ging nicht um die Qualität der Quellen. Es macht halt für eine gemeinsame Diskussion einen Unterschied, ob man auf Beiträge, Positionen und Argumenter anderer eingeht und dazu Quellen nennt, die man selbst zur Kenntnis genommen hat, weil sie einen bestimmten Aspekt bestätigen, illustrieren oder belegn oder man eine Maschine eine Liste von Quellen erstellen lässt, von denen man keine einzige selber kennt, diese Liste dann postet, ohne zu sagen, auf welchen Aspekt der Diskussion sich das eigentlich bezieht oder welches Argument dadurch wie gestützt werden soll und dieses Vorgehen dann auch noch hochtrabend als „Wissenschaft“ bezeichnet.

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Wie wär’s, wenn wir von der Metadiskussion zur eigentlichen Diskussion zurückkehren?

Was genau erscheint dir an den getroffenen Aussagen unzutreffend?

Dass man besser lernt, wenn man versucht, den Schulstoff zu verstehen, Aufgaben gewissenhafter erledigt und mehr übt etc. erscheint mir ebenso evident wie dass problematisches Verhalten und eine öfter in männlichen Peergroups vorkommende Ablehnung ‚schulkonformen‘ Verhaltens sich nicht zweckdienlich für gute Schulleistungen auswirken.

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Die Frage, ob das System grundsätzlich in der Lage wäre, Schülern und Schülerinnen mehr Autonomie zu ermöglichen, hat nichts damit zu tun, „stereotyp männliches nonkonformistisches Verhalten“ zu rechtfertigen oder zu glorifizieren.

Mein Ziel wäre ein Schulsystem, das niemanden aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur benachteiligt - weder Mädchen noch Jungen.

Nebenbei - die Ausprägung dieser Bedürfnisse hat nur bedingt mit Erziehung zu tun. [Wer mehrere Kinder (auch Kinder des gleichen Geschlechts) hat, kann das vermutlich bestätigen.]

Davon unberührt ist die Vermittlung von Kompetenzen zur Selbstregulation, die im besten Fall dafür sorgen, dass Bedürfnisse wahrgenommen, aber auch aufgeschoben werden können. Das wurde ja auch als ein Lösungsansatz im Podcast benannt. Aber auch hier sollte man nicht vergessen, dass sich Kinder - und besonders Teenager - in einem Lernprozess befinden, den manch ein Erwachsener noch nicht gemeistert hat.

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Was meinst du genau damit? Und wie soll das gehen?

Nehmen wir mal jemanden mit ausgesprochenem Narzissmus. Diese Person nicht im Lernerfolg zu benachteiligen würde ja bedeuten, sie zu umschmeicheln bis zum Abwinken.

Nehmen wir eine impulsiv-aggressive Person. Da müssen Lehrende einfach Grenzen setzen, da sonst andere Schaden nehmen.

„Schülern und Schülerinnen mehr Autonomie zu ermöglichen“ ist m.E. auch so ein Schlagwort.

Auch da wüsste ich gerne, was du genau damit meinst und wie du dir das vorstellst.

Auch hier ergibt sich die Problematik, dass das, was für einige gut wäre, für andere nachteilig wäre, weil die sich dann völlig verlieren.

Was für Hochbegabte zur Entfaltung ihrer Potentiale beitragen kann, kann für kognitiv deutlich unterdurchschnittlich Begabte sehr schnell zu Überforderung führen.

Usw.

M.E. muss man erst mal so präzise wie möglich die Problemgruppen identifizieren.

Um dann in weiteren Schritten passgenaue Gegenmaßnahmen auszuprobieren.

Man müsste also erst mal Cluster-Analysen machen.

Denn längst nicht alle Jungen (m.) kommen in der Schule nicht klar.

Das oben beschriebene, empirisch gestützte Bild deutet vielmehr darauf hin, dass es mit gewissen Veränderungen an Schule oder sogar bloß am Unterricht nicht getan sein wird.

Ich beobachte in meinem Umfeld Menschen, denen es leichtfällt, Regeln zu befolgen, die darin sogar ein Stück Sicherheit empfinden. Ich beobachte, dass manche Menschen es gerne anderen Recht machen (manchmal - gerade bei Frauen - sogar über ein gesundes Maß hinaus). Beides sind Persönlichkeitsmerkmale, die in traditionellen Schulformen belohnt und verstärkt werden.

Auf der anderen Seite beobachte ich Menschen, die bei einer Anweisung von außen automatisch (innerlich) erst einmal nach dem Warum fragen. Die eine Regel nicht befolgen, weil „es sich so gehört“ oder, um es jemandem Recht zu machen; die verstehen wollen und selbst entscheiden, ob sie einen Sinn darin sehen.

Bei der Frage nach mehr Autonomie geht es mir darum, diesen Kindern und Jugendlichen entgegen zu kommen. Die Frage nach dem Warum zu beantworten, und da, wo es möglich ist, Entscheidungsspielräume zu eröffnen (mir ist natürlich klar, dass das nicht immer und zu jeder Zeit möglich ist).

Und in einer idealen Welt könnten die anderen davon lernen, dass auch sie mehr (innere) Freiheit haben können.

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Und wenn jetzt (wie wurde ja noch gar nicht genau diskutiert) besser auf die Bedürfnisse der Jungen eingegangen wird - weil wir alle brauchen und alle Bildungschancen verdienen - schadet das den Mädchen wie?

Die Kinder können nichts dafür, dass Generationen von Männern vor ihnen es sich mit einem System bequem gemacht haben, in dem sie nur „gewinnen“ konnten (über die Frauen jedenfalls, da die Entfaltungschancen von vielen Männern auch vom Patriarchat beeinträchtigt werden).

Ich finde, Du stellst hier nur ein mögliches Verständnis dieser Debatte dar, und nicht gerade das wohlwollendste.

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Dass Regeln erklärt werden, sollte ja die leichteste Übung sein.

Auch kann man sicher über einzelne Regeln abstimmen lassen.

Ob das dann auch zu Einsicht führt und eine etwaige Einsicht dann auch in Handeln übersetzt wird, ist m.E. eine ganz andere Herausforderung.

Kannst du das mal konkretisieren?

Ich spiele mal den Advocatus Diaboli. Kinder oder Jugendliche, die sich entscheiden, aus welchen Gründen auch immer, häufiger nicht am Lernprozess teilzunehmen, wären mein Beispiel.

Meine These wäre, dass die noch weniger lernen, als wenn sie sich gegen innere Widerstände doch dazu bequemen.

Als ehemaliger Schulverweigerer (Hauptschule nach der 9ten Klasse ohne Abschluss mit Durchschnittsnote 5,1 verlassen) sehe ich das kritisch. Ich war definitiv genau so ein Kind, das eine Regel nicht nur deshalb befolgt hat, weil irgendeine Autoritätsperson das vorschreibt (was wohl an meinem kaputten Elternhaus liegt). Hätte man damals eine passende Möglichkeit gefunden, mich zu beschulen, hätte das System viele, viele spätere Kosten durch späteren Berufseinstieg, nachgemachte Schulabschlüsse und co. sparen können.

Und nebenbei stellst du es dir viel zu leicht vor, gegen die „inneren Widerstände“ vorzugehen. Die Tatsache, dass du das Wort „bequemen“ benutzt, lässt mich denken, dass du keine Vorstellung davon hast, wie sich eine entsprechende primäre Sozialisation auf den Rahmen der Handlungsmöglichkeiten eines Menschen auswirkt. Ist das gleiche Problem wie bei Depression: Wer mit dem gebrochenen Bein sagt, er könne nicht um den Block laufen, dem wird das ohne jeden Zweifel geglaubt. Wer sagt, er könne wegen eine Depression etwas nicht tun, muss sich doch einfach nur „bequemen“ oder „richtig anstrengen“, dann klappt das schon. Das gleiche gilt hier auch bei problematischer Sozialisation. Wer sowas nicht selbst erlebt hat, hat einfach keine Vorstellung davon, welche psychischen Blockaden damit verbunden sind. Von Außen zu sagen, der Betroffene solle sich einfach nicht so anstellen, ist nicht hilfreich.

(ich weiß, du hast es vermutlich nicht so aggressiv gemeint, aber das Wort „bequemen“ in diesem Zusammenhang ist wirklich deplatziert…)

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Depression ist ja ein ganz anderes Thema.

Auch die Schilderung deiner Bildungsbiografie ist ja schlecht verallgemeinerbar.

Versteh mich nicht falsch, ich fände es gut, wenn auch Schulen Menschen mit derartigen Problemen früh identifizieren, sodass ihnen frühzeitig und möglichst passgenau geholfen werden kann.

Aber diese notwendige individuelle Hilfe ist m.E. kein Beispiel, das auf eine allgemeine Veränderung von Schule oder Unterricht hindeutet.

Klar, man muss Schulpsychologie/-sozialarbeit und Begabungsdiagnostik zum Standard machen und Schulen in umfassendere Hilfsnetzwerke einbetten - überhaupt kein Thema.

Aber andere Probleme liegen auf anderen Ebenen - z.B. bestimmte Männlichkeitsbilder, die sich in renitentem Verhalten im Unterricht äußern. Auch erhebliche Störungen (und ich benutze diesen Begriff hier ganz bewusst) der Impulskontrolle wird man nicht nebenbei im Rahmen von Schule hinreichend therapieren können.

Wie gesagt, bessere Unterstützung im Kontext multiprofessioneller Netzwerke ist wahrscheinlich erforderlich.

Nur glaube ich nicht an diese ‚one size fits all‘-Vorstellung, dass irgendwelche kleineren oder größeren Änderungen am System Schule plötzlich alle Kinder und Jugendlichen zur bestmöglichen Entfaltung ihrer Potentiale brächte.

Auch Schule ist letztlich eine Kompromissveranstaltung und was den einen nutzt, schadet anderen und umgekehrt.

Wünschenswert wäre natürlich eine größtmögliche Individualisierung des Lernens, aber die wäre - wenn man Qualität sicherstellen wollte - eben auch sehr teuer, abgesehen davon, dass schon jetzt Lehrkräfte in Größenordnungen fehlen.

M.E. kann man das Dilemma nur bedingt lösen, indem man sich von erfolgreichen Staaten das eine oder andere abguckt. Aber auch bei den einstigen PISA-Siger:innen geht die Leistung zurück. Einzelne asiatische Staaten steigen noch auf. Aber den dortigen Drill angesichts der vielen unappetitlichen Nebenwirkungen zu übernehmen scheint mir dann doch fragwürdig.

Also bleiben nur halbgare Kompromisse.

Und natürlich habe ich gegen wissenschaftlich gut evaluierte Schulexperimente überhaupt nichts.

Aber dann muss man auch um soziale Faktoren korrigieren. Der Regelfall ist ja, dass die Schüler:innenklientel an Reformschulen nicht sonderlich sozial und behavioral durchmischt ist. Relativ gutes Abschneiden in Bildungsvergleichen ist oftmals einfach ein Selektionseffekt.

Dem Gender Gap bei Schulleistungen wird man m.E. anders beikommen müssen.

Schulreformen reichen da m.M.n. in keiner Weise aus.

Und das Problem ist ja offensichtlich global, was bedeutet, dass es noch keine überzeugenden Konzepte gibt. Nirgends.

Das ist nach meinem Dafürhalten ein klares Indiz dafür, dass Schulreformen hier nicht ausreichen.

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Hier wird nur über die Spreizung der Ergebnisse zwischen den Gruppen Jungen und Mädchen gesprochen. Sind die Gruppen homogen oder gibt es auch innerhalb der Gruppen wesentliche Unterschiede? Ich habe zumindest auf die Schnelle keine Ergebnisse dazu gefunden.

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Für weitere Recherche bietet die KI folgende Quellen an:

In der empirischen Forschung kristallisieren sich bei der Analyse von Kompetenzprofilen meist drei bis fünf charakteristische Schüler-Typen heraus, die eine unterschiedliche Geschlechterverteilung aufweisen: [1, 2, 3, 4]

  • Das sprachfokussierte Cluster: Hohe Kompetenzen im Lesen und Textverständnis bei durchschnittlichen Mathematikwerten. Dieses Cluster ist meist deutlich weiblich dominiert. [1]
  • Das MINT-fokussierte Cluster: Ausgeprägte Stärken in Mathematik und Naturwissenschaften kombiniert mit einem hohen mathematischen Selbstkonzept. In dieser Gruppe sind Jungen meist überrepräsentiert. [1, 2, 3, 4]
  • Das ausgeglichene Hochleistungs-Cluster: Überdurchschnittlich hohe Kompetenzen in allen Fachbereichen. Die Verteilung zwischen den Geschlechtern ist hier oft relativ ausgewogen. [1, 2]
  • Das leistungsschwache/untermotivierte Cluster: Geringe Leistungswerte und schwache motivationale Orientierung. In vielen Studien zeigt sich in diesem Profil ein höherer Anteil an männlichen Jugendlichen. [1, 2, 3, 4]

Interessant finde ich noch den (Gender) Education Gap in Bezug auf den Besuch eines Gymnasiums:


(Quelle I)

Und die Entwicklung der Abiturient:innenquote im Zeitverlauf:

(Quelle II)

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Wenn das dein Lösungsvorschlag ist, dann verwehrst du aber auch vielen Mädchen bessere Bildungschancen.

Denn es ist ja gerade eben nicht so, dass jedes Mädchen vom Schulsystem profitiert, sondern es ist ein Durchschnitt und viele anerzogene Eigenschaften die Mädchen eben im Schnitt besser zurechtkommen lassen sind dann im Beruf eher hinderlich.

Als Vater von 2 Töchtern ist daher absolut nicht mein Ziel meine Töchter möglichst optimiert auf das Bildungssystem zu erziehen sondern ich möchte sie generell gut erziehen. Dazu gehört auch Selbstbewusstsein, kritisches Hinterfragen etc.

Ich sehe die heute oft übliche Sozialisation von Mädchen nicht als optimal, genausowenig wie die von Jungs. Das richtige für beide läge wohl irgendwo in der Mitte. Jungs vieles durchgehen zu lassen weil „der ist halt ein Räuber“ ist genauso falsch wie Mädchen für jede Kleinigkeit zu tadeln. Und ich beobachte in meinem Umfeld oft wie unterschiedlich Eltern bei ihren Kindern gleiche Situationen behandeln abhängig davon ob es den Sohn oder die Tochter betrifft.

Ziel eines Bildungssystems muss sein ganz unterschiedliche Charaktere unter einen Hut zu bringen. Und dazu ist mehr Flexibilität nötig.

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Ebenfalls bemerkenswert ist noch Folgendes:

Eine ungestörte Intelligenz, gute sprachliche und motorische Fähigkeiten sowie soziale Kompetenzen sind Grundlagen für schulischen Erfolg und damit auch für die berufliche und soziale Prognose.
Entwicklungsstörungen finden sich bei Jungen signifikant häufiger als bei Mädchen. Dies zeigt sich in den Bereichen Intelligenz, aber auch in den schulrelevanten umschriebenen Entwicklungsstörungen der Sprache und Motorik sowie bei den Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten.

Die Ursachen für diese Disparität sind bislang unzureichend geklärt. Es gibt deutliche Hinweise auf biologische, hormonelle und genetische Ursachen von Entwicklungsstörungen, die jedoch lange nicht alles erklären können. Psychosoziale und soziokulturelle Risikofaktoren spielen eine bedeutsame Rolle.

Eine Datenauswertung der DAK stützt zumindest diese Geschlechterdisparität:

(Quelle)

Was heißt das konkret?

Das eine widerspricht nicht dem anderen. Wenn wir sehen, dass eine bestimmte Gruppe in der Bildung schlechter abschneidet, ist es nur logisch dass man versucht hier gezielt zu fördern. Erziehung mag einen Beitrag leisten aber sicher nicht die im Mittel unterschiedlichen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen vollständig egalisieren. Die derzeitige Situation ist jedenfalls für die gesamte Gesellschaft ein Problem. Von Fortschritten in der Bildung bei unseren Kindern (egal bei welcher Gruppe) profitieren wir alle. Nicht zuletzt durch weniger Anfälligkeit für Populismus. Schwierig wird es dann, wenn eine Anpassung des Bildungssystems Vorteile für Jungen aber Nachteile für Mädchen mit sich bringen würde.

Das heißt, dass nicht alles auf einen Typ Schüler ausgelegt werden sollte und wer nicht zu diesem Typ gehört hat es erheblich schwerer, sondern dass ausreichend Flexibilität vorhanden ist, dass sich verschiedene Typen (Lerntyp, Charakter, etc.) darin zurechtfinden. Dazu gehört eben auch eine andere Ausstattung der Schulen, angefangen bei Räumen über Ausstattung bis hin zu Personal.

Ich möchte ob der Vielfalt der Möglichkeiten in diesem Bereich gar nicht konkreter werden, dazu fehlt mir die Zeit. Der Podcast von Bob Blume als Quelle wurde ja schon genannt. Den kann ich jedem empfehlen der sich für Bildung interessiert.

Inklusion wird ja schon gemacht.

Es gibt nur jetzt schon gravierende Unterfinanzierung und Fachkräftemangel.

Mit einer realistischen Konkretisierbarkeit steht oder fällt allerdings die Praxistauglichkeit solcher Vorschläge.

Erziehung und Sozialisation sind die beiden Einflussgrößen, an denen man schrauben kann. Nur findet im i.w.S. pädagogischen Schulbetrieb selber nur ein überschaubarer Teil von Erziehung und Sozialisation statt, sodass durchaus fraglich ist, inwieweit das pädagogische Einwirken in Schulen andere Effekte ausreichend neutralisieren oder konterkarieren kann.

Eine naheliegende Idee, mehr Bewegung in die Schule/ den Unterricht zu integrieren, setzt weder bei Erziehung oder Sozialisation sondern bei der Verbesserung der Randbedingungen an, unter denen Kinder (Jungen im Mittel im besonderen aber grundsätzlich alle) lernen / aufnahmefähig sein / sich wohl fühlen können.

Nur findet im i.w.S. pädagogischen Schulbetrieb selber nur ein überschaubarer Teil von Erziehung und Sozialisation statt, sodass durchaus fraglich ist, inwieweit das pädagogische Einwirken in Schulen andere Effekte ausreichend neutralisieren oder konterkarieren kann.

Ich glaube schon, dass es Maßnahmen gibt, die Erziehung und Sozialisation von Kindern in der Schule positiv zu beeinflussen ohne sie dafür in ein Internat o.ä. zu schicken, wo ich mehr oder weniger die volle Kontrolle über den Prozess habe.

Aber wie gesagt: aus meiner Sicht kann man erst Mal viel an den Randbedingungen unter denen Kinder lernen ändern.

Konzepte wie ‚Bewegte Schule (- bewegtes Lernen)‘, ‚Schulen in Bewegung‘ usw. gibt es ja schon haufenweise.

Da sind wir einer Meinung, was das Grundsätzliche angeht.

Die Frage ist jedoch hier, welchen Einfluss Schule und deren Vertreter:innen haben sollen, wenn er von Angehörigen der Risikogruppen, also männlichen Heranwachsenden, die durch den Einfluss der Peers und/oder Eltern eine Antihaltung zu(r) Schule und schulischem Lernen gekommen sind, angenommen werden soll.

Die meisten Abschulungen vom Gymnasium finden z.B. zur Zeit der Pubertät statt (s.o.).

Jetzt habe ich mir doch mal den Podcast-Teil zur Bildung angehört.

Vor allen Dingen solle, so Ludger Wößmann, die Bildungsaspiration von Jungen gefördert werden.

Das klingt sinnvoll.

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