LdN 480 Kanzlerdämmerung

Das Problem an der Analyse der Lage ist: Die CDU setzt hier nicht um, was die AfD-Wähler wollen. Es ist ziemlich leicht zu erkennen, dass die AfD Wähler konsequente Abschiebung fordern. Mit dem was Merz und Dobrindt veranstalten wird man keinen zurückgewinnen.

Um es mit den Worten des Kanzlers zu sagen: „Wir haben da noch das Problem im Stadtbild.“ DAS war AfD-Rhetorik, der er aber keine AfD Politik folgen lässt. Mich wundert daher die Stärkung der AfD wenig, was mich wundert ist die Einschätzung, dass der Kanzler AfD Politik umsetzen würde.

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Noch eklatanter bei den Steuer- und Sozialabgaben. Für die sogenannte arbeitende Mitte gibt es auch nicht die versprochenen Entlastungen.
Krassestes Beispiel ist die Stromsteuer.

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Meinst du denn, dass tatsächliche Politik der AfD die Wähler von der AfD zurückholen würde oder was ist deine Schlussfolgerung?

Ich habe jetzt gerade angefangen, den Thread zu lesen.

Wie sind wir denn nach zwei Posts direkt beim Thema Migration angekommen? Darum ging es doch vorher mit keiner Silbe?
Es mag mein (Ost-)Großstadt-Bias sein, aber das ist gerade absolut kein Thema hier, sondern steigende Lebenserhaltungskosten (Miete, Sprit, Lebensmittel), hohe Belastung der Einkommen und generelle Steuerungleichheit. Und scheinbar eine Regierung, die nichts davon gebacken bekommt.
M.E. hat der AfD-Aufschwung auch viel damit zu tun, dass sich der typische Arbeitnehmer nicht mehr durch die SPD vertreten fühlt (aus irgendeinen Gründen aber von den rechtsaußen).

Und zum Thema AfD-Wählende mit härterer Haltung in Sachen Migration abholen, kann ich nur das Statement aus FunFacts zum Thema „Themenbesitz“ empfehlen: https://youtu.be/TzViabBUsJw?si=0LhBa5kIlaebajQg&t=456

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Du verschiebst den Torpfosten. Die AfD verspricht ein Land mit möglichst wenig sogenannten Ausländern. Genau das versucht Merz umzusetzen.

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Die Aussage ist, weil bisher die AFD Politik von der CDU eben nicht umgesetzt wurde, kann aktuell nicht final gesagt werden, ob das Wähler zurück bringen würde.

Was bewiesen wurde ist, dass in Reden AFD Politik anzukündigen, diese aber nicht umzusetzen, treibt die Wähler zur AFD.

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Ich habe bei der Diskussion über Hr. Merz ein großes Störgefühl, weil mir in der Diskussion über seine Beliebtheit- oder auch Zustimmungswerte der Aspekt fehlt, wer mit seiner Arbeit zufrieden seien könnte: Wir haben in Deutschland rechte Mehrheiten und bekommen durch die Brandmauer linke Politik. Das heißt für mich, dass im Moment vielleicht max. der rechte Flügel der SPD und der linke Flügel der CDU mit dem Kanzler zufrieden sind und der Rest der Wähler natürlich unzufrieden.

Das wäre auch mit jedem anderen Kanzler der Fall, was man ja auch schon an den Werten von Hr. Scholz gesehen hat.

Wenn wir nicht mehr und mehr maximal unzufriedene und aus Mangel an Alternativen auch verzweifelte Wähler an die AFD verlieren wollen, muss diese Partei entweder verboten werden oder, wenn das Verbot scheitert, dann im Umkehrschluss die Brandmauer weg.

Ansonsten wird auch jeder weitere Kanzler nach Merz und mit ihm die Regierung scheitern und Deutschland weiter den Anschluss verlieren bzw. die AFD einen Landtag nach dem anderen und irgendwann auch den bund erobern.

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Ja, das ist halt der Konflikt, den kein Demokrat lösen kann: 25%+x wollen ethnische Säuberungen des Stadtbildes, die sind im Rahmen unserer Rechtsordnung aber nicht möglich. Dass die AfD das anbietet und ihre Wähler das wollen, sagt einem alles, was man über diese Menschen wissen muss. Das ist auch einer von vielen Hinweisen, dass der eigentlich ganz „normale“ AfD-Wähler der nur legitimerweise mit diesem oder jedem unzufrieden ist, in Wahrheit nicht (mehr?) gibt. Die wollen rassistische, sexistische, völkisch-nationalistische Politik und zwar mehr, als auch der rechteste Bundeskanzler seit mindestens den 90er Jahren anbieten kann.

Dass das den AfD-Wählern nicht reicht, ist kein Hinweis darauf, dass Merz es nicht versucht, sondern eher darauf, dass die Ansprüche der AfDlinge tatsächlich verfassungsfeindlich sind. Denn bis an die Grenzen dessen, was rechtlich machbar ist, ist die Migrationspolitik sowohl auf Bundes- als auch auf EU-Ebene mittlerweile gekommen, ich würde sagen, sie geht in bestimmten Bereichen auch darüber hinaus, oder versucht es zumindest. Dass es nicht weiter geht, liegt dann vor allem daran, dass man vor Gericht verliert oder außenpolitisch nicht durchsetzen kann, was man sich so vornimmt. Verfassungspatrioten würden das so verstehen, dass mehr eben rechtlich und politisch nicht möglich ist und auch nicht sein sollte. Verfassungsfeinde/Rechtsextremisten sehen sich dann halt als Opfer einer „linken“ Justiz, einer verrechtlichung des politischen Raums, unterstellen mangelnden politischen Willen etc.

Nicht nur deswegen würde ich dieser Aussage auch widersprechen. Natürlich immer eine Frage, was man als „linke“ Politik wahrnimmt. Von da, wo die AfD und ihre Wähler stehen, ist ja schon die FAZ ein links-grün-versifftes Hetzblatt. Aber das liegt weniger daran, dass alle im demokratischen Spektrum so links sind, sondern (allein) daran, dass die AfD und ihre Wähler rechts von Verfassung, Demokratie und Rechtsstaat stehen und entsprechende Politik wollen.

Das wird durch keinerlei Umfragen gedeckt und auch nicht durch die kritischen Äußerungen aus Union und SPD. Der „linke“ Flügel der Union ist doch besonders unzufrieden mit Merz. Und viel Unzufriedenheit speist sich in meiner Wahrnehmung weniger aus politischen Inhalten und Zielen und mehr daraus, dass Merz weder prozesssual-handwerklich, noch kommunikativ, noch charakterlich den Anforderungen seines Amtes gewachsen ist.

Es stehen bei jeder Wahl mehr als 20 Parteien auf dem Wahlzettel. Wenn ich kein Rechtsextremist bin, habe ich reichlich Alternativen. Ich bekomme halt vielleicht nicht 1:1, was ich will. Weil es dafür eben keine Mehrheiten gibt und keine verfassungsrechtlichen Grundlagen. Wenn ich das nicht akzeptieren will, bin ich kein Demokrat. Das längst überfällige Prüfverfahren würde ich hier ungern nochmal diskutieren, dazu ist im Forum doch nun wirklich alles ausgetauscht.

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Offensichtlich hat es der Kanzler geschafft, dass keiner seine Politik gut findet. Das muss man erst mal schaffen. Man kann es nicht allen Recht machen - aber keinem?
Das zeigt einfach, was für eine Vollkatastrophe Merz ist.
Im übrigen hat Merkel gezeigt, wie eine Partei der Mitte Politik der Mitte macht und hat lagerübergreifend die Bürger hinter ihrer Politik versammelt und alle Konkurrenten verzwergt.

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Beim Lesen dieser Aussage muss ich mich mal wieder fragen, ob wir in demselben Land leben. Welche „linke Politik“ ist gemeint? Die Abschiebung an den Grenzen, die nicht vorhandene Klimapolitik, das Hauen auf die Schwachen im Land? Ich könnte ja nocch länger aufzählen, ermüdet mich aber.

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Aktueller Kommunikationsunfall: Erst sollte Merz als Erlöser alles im Alleingang verändern, dann sollte die Koalition die Wirtschaftswende in den ersten 100 Tagen spürbar machen, dann war Herbst der Reformen, dann Frühling der Reformen, jetzt wirft er den Bürgern die Brocken vor die Füße und verlangt „konstruktive Mitarbeit“ der Bürger:innen. Es gibt irgendwie nur einen, der am eigenen Scheitern weitgehend unschuldig und lediglich Opfer widriger Umstände und missgünstiger Mitmenschen zu sein scheint…

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Wie nennst du Dobrindts rechtswidrige Zurückweisungen denn dann? Politik der law and Order Partei Union?

Auch sämtliche andere Positionen übernimmt die Union von der AfD und versucht sie in der Koalition umzusetzen. Dass die SPD das natürlich nicht mitmacht, hat nichts mit linker Politik zu tun, sondern damit, dass die Positionen Quatsch sind.

Und unabhängig davon würden AfD Wähler auch nicht plötzlich zur Union zurückkehren, weil die Union endlich deren Politik macht. Das ist ein klassischer Fehlschluss. Die Menschen wählen immer das Original.

Und solange Merz diesen Kurs nicht ändert, wird die Union weiter Stimmen verlieren und der Ruf nach einem anderen Kanzler größer werden. Allerdings glaube ich langsam, dass die Fraktion der Union das Problem ist.

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Allerdings glaube ich langsam, dass die Fraktion der Union das Problem ist.

Exakt. Ich glaube eine große Verantwortung liegt schon auch bei Merz selber, aber es hat den Anschein, dass er getrieben ist von einer rechts-drehenden Fraktion unter Jens Spahn

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Wenn er das versuchen wollte umzusetzen, wären wir verloren. Denn es ist mit Grundgesetz, Europa- und Menschenrecht unvereinbar. Daher sträuben sich mir die Haare bei Aussagen wie

von rechts überholen kann keine Rede sein. Ja, sie übernehmen Positionen, und das ist schlecht, weil es der AfD die Deutungshoheit zuschreibt dafür, was das Hauptproblem in unserem Land ist. Aber was dann passiert, ist zwar unmenschlich, aber weder wirkungsvoll noch umfassend. Ich darf doch nichts unerreichbares zu meiner Messlatte erklären, das erzwingt wahrgenommenes Scheitern! Das unsägliche „Stadtbild“ ist da ein Musterbeispiel. „wir haben ein Problem mit“ - hallo, du bist der Kanzler, wenn du ein Problem benennst, dann benenne eine Lösung dafür, und liefere sie! Das ist maximal dumm. Er bleibt ja schon schuldig, was genau damit gemeint ist. Damit kann jeder was anderes hineininterpretieren. Wie soll er ein Problem lösen, das nicht einmal definiert ist?Jedenfalls kann und will er unsre Städte nicht zu einem anderen „Bild“ umbauen. Völlig unnötigerweise hat er hier einen Fall von Scheitern herbeigeredet.

Grenzregionen leiden unter dem Aussetzen von Schengen. Autos und Lkw stauen sich, Züge haben neben maroden Schienen auch noch wegen Grenzkontrollen Verspätung. Die Bundespolizei ist folglich weniger präsent an Brennpunkten im Inland, an großen Bahnhöfen, in Zügen.

Abgeschoben werden gerade gut integrierte Menschen, denen man vielleicht kleinere formale Fehler vorwerfen kann, die im Ausländerrecht gleich Straftat sind, einfach weil man die am leichtesten zu fassen kriegt. Fassungslose Presseberichte, Unterschriftensammlungen, Enttäuschung bei Arbeitgebern, Entsetzen bei Menschenrechtsorganisationen sind die Folge. Der „Spurwechsel“ hier lebender, integrierter Ausländer aus Duldung oder anderen prekären Status in einen verlässlichen Aufenthaltstitel wird erschwert bis unmöglich gemacht. Man arrangiert sich mit einem klar völkerrechtswidrig handelnden Regime wie die afghanischen Taliban, lässt die damaligen Ortskräfte nach Jahren des Wartens in Pakistan im Regen stehen, übergibt diesem Regime die Botschaften und Konsulate, wo sie „Feindeskarteien“ mit aus unserer Sicht aufrechten Menschen vorfinden, um diese dann zu verfolgen.

Für Rassisten ist das viel zu wenig, für mitfühlende, der rechtsstaatlichen Demokratie zugeneigte zu viel Unmenschlichkeit. Eine positive Erzählung über Migration kann so kaum Fuß fassen.

Aber Merz und die Union sind ja primär als wirtschaftskompetent angetreten.

Ich denke, es war schon immer ein Fehler der Politik,
a) genau auf bestehende Beschäftigung zu schauen, obwohl ein struktureller Wandel immer mit dem Entstehen von neuen und dem Wegfall von alten Arbeitsplätzen einhergeht. Und dieser strukturelle Wandel, die Elektrifizierung und erneuerbare Energien, ist ein weltweiter Trend und ein sowohl wirtschaftlich als auch als Klimamaßnahme für unser Überleben unverzichtbarer Vorgang.
b) lobbystarke Branchen wie die Automobilindustrie besonders zu beachten. Hat man beim Altmaier-Knick das Risiko für die Beschäftigten in der Solarindustrie den Kosten einer langsameren Preissenkung gegenübergestellt? Schaut man heute darauf, was die Bremse für Erneuerbare in der Wind- und Solarbranche an inländischer Wertschöpfung und Beschäftigung gefährdet?

Was mich am meisten nervt, dass Merz ein ewiger Miesepeter ist. Er erzählt die ganze Zeit was alles schlecht ist. Natürlich ist vieles nicht ideal. Aber es fällt viel schwerer, Chancen zu erkennen, wenn dieses ständige Gejammer so laut ist.

das nehme ich ganz anders wahr. Wir haben, nicht nur in Deutschland aber auch, eine Verschiebung des politischen Koordinatensystems nach rechts, also zu Neoliberalismus, Staat kaputtsparen, Wirtschaft möglichst wenig besteuern und reglementieren.

Die Ablösung des Bürgergelds, das ohnehin knapp am Minimum zum Überleben entlang geschrammt ist, durch etwas mit mehr Sanktionen und Gängelung kann ich nicht als linke Politik wahrnehmen. „unter keinen Umständen irgendwelche Steuererhöhungen“ ist das Gegenteil von linker Politik. Linke Politik will einen Staat, der sich leisten kann zu gestalten.

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Wenn keine Exekutive da ist, die Rechtsprechung und Gesetz vollzieht, kann es Dobrindt ja mit Verweis auf einen angeblichen Einzelfall egal sein, was das Berliner Verwaltungsgericht zu seinen rechtswidrigen Zurückweisungen urteilt.

Kann ja sein, dass sich dir da die Haare sträuben, aber das ändert nichts daran, dass die Union diesen Kurs dennoch fährt.

Ein weiterer Tiefschlag?

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Bei aller Kritik am Kanzler Merz muss man konstatieren, dass er die ausweglose Situation in Deutschland erkannt hat und versucht mit Einzelreformen die finanzielle und wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.
Natürlich stellt er sich dabei äußerst ungeschickt an, hat erhebliche Kommunikationsprobleme und hat auch einen Koalitionspartner, der sowohl vom IQ (Namen will ich nicht nennen) als auch ideologisch und bei Strafe der eigenen Bedeutungslosigkeit grundlegende Reformen boykottiert.
Die Vorgängerregierungen haben nicht mal den Versuch unternommen, das demokratische System zu reformieren.
Der letzte war Hr. Schröder, der mit seiner Agenda 2010 zumindest eine Arbeitsmarktreform erreicht hat. Dadurch hat Deutschland immerhin 10 Jahre einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Aus meiner aktiven Arbeitsphase als kaufmännischer Prokurist kann ich feststellen, dass wir durch diese Flexibilisierung deutlich mehr Einstellungen in die Firma vorgenommen haben.

Mittlerweile implodiert gerade das demokratische System in Deutschland. Die extremistischen Dumpfbacken von Rechts und Links werden sehr wahrscheinlich das Ruder übernehmen.

Im letzten Jahr hat Deutschland ca. 750.000.000.000 (Milliarden) Euro für soziale Maßnahmen ausgegeben. Trotzdem kippt die Stimmung der Menschen hin zu den Extremisten.
Das ist die Lage der Nation !
Ich wünsche mir, dass die Macher der LdN in den nächsten Folgen ausschließlich über Wege und Möglichkeiten diskutieren, wie dieser Prozess aufgehalten werden kann. Ich würde mich gern beteiligen und eigene Vorschlägen mit einbringen.

Plus-Mitglied
GMeyer

PS: (Gek. Mod)
Der Vorschlag zur Reform der Pflegeversicherung klingt zumindest interessant.

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: LdN 480 Pflegeversicherung

Ihr sagt: Merz kommuniziert schlecht. Da würde ich gerne differenzieren. Ja, er sucht keine Mitstreiter, spricht beteiligte also gar nicht an. Aber, dass er die Mehrheit als Faul bezeichnet, misogyne und rassistische Äußerungen macht, ist ein Problem der Inhalte, und die bringt er sehr gut rüber. Wollen wir wirklich, dass er seinen Klassismus, Rassismus und Misogynie einfach eloquenter ausdrückt? Was wäre dann besser?

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Indem er ständig arme gegen noch ärmere Menschen ausspielt, damit er nicht über Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer reden muss? Indem er angebotsorientierte trickle down economics macht? Indem er sagt, man müsse sich nur wieder mehr anstrengen und mehr arbeiten? Wofür, wenn Merz die Rente allenfalls noch als Basisabsicherung beschreibt und keine anstalten macht, das zu ändern? Das seine Ideen nicht funktionieren, war doch im Wahlkampf schon zu sehen. Jetzt hier die Schuld der SPD in die Schuhe zu schieben, kann ich nicht nachvollziehen. Überhaupt würde ich gerne verstehen, wie du darauf kommst, dass Merz Ideen gut für Deutschland wären? Der Mann ist seit einem Jahr Kanzler und es gar nichts besser geworden.

Auch das stimmt nicht. Die Ampel hat zur Halbzeit der Legislaturperiode über 50% aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt und sie hätte noch sehr viel erfolgreicher sein können, wenn die FDP nicht Fundamentalopposition in der eigenen Regierung gespielt hätte. Auch hier würde ich gerne verstehen, wie du darauf kommst, die Ampel hätte nicht einmal versucht, Reformen anzugehen? Eher andersherum wird ein Schuh daraus:

Die Ampel wollte so viel erneuern, weil unter Merkel so viel liegengeblieben ist an Reformen, dass sich nicht wenige Menschen davon angegriffen fühlten, primär fossile oder Finanzlobby.

Von 2010-2020 ist vom erarbeiteten Wohlstand aber nicht viel bei dem typischen Arbeitnehmer angekommen, sondern vielmehr bei den reichsten ganz oben. Dass man darauf keine Lust mehr hat, wenn man sich nicht einmal mehr Mieten im Wunschort geschweige denn eigene 4 Wände leisten kann, verstehe ich.

Wie geht denn deine Analyse dafür?

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