Wer ist denn der „Verbandes der Familienbetriebe“? Meinst du „Die Familienunternehmer“? D.h., die Lobby-Organisation der reichsten Familien in Deutschland?
„Die Familienunternehmer e. V.“ (früher ASU) ist formal ein Wirtschafts- und Lobbyverband, der nach eigenen Angaben rund 6.500 familiengeführte Unternehmen vertritt und sich selbst als „Stimme des familiengeführten Mittelstands“ beschreibt.
Recherchen von LobbyControl, Campact u. a. zeigen, dass sich unter den Mitgliedern und Führungsgremien zahlreiche große Familienkonzerne bzw. sehr vermögende Unternehmerfamilien finden, etwa aus dem Umfeld von Henkel, Dr. Oetker, Miele oder Deichmann. Der Verband repräsentiert damit eher die obere Spitze der Familienunternehmen als die „Bäckerei um die Ecke“ – aber er umfasst dennoch nur einen Bruchteil der insgesamt rund drei Millionen Familienunternehmen in Deutschland.
Zu der These: Das gilt ausschließlich für Personengesellschaften, z.B. GmbH & Co. KG oder OHK. Solange bei Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH) Gewinne nicht ausgeschüttet werden, unterliegen sie nicht der Kapitalertragssteuer (wohl aber der Körperschafts- und Gewerbesteuer).
Unternehmen könnten „Investitionen“ nicht „von der Steuer absetzen“. Wenn Unternehmen eine Investition tätigen, müssen sie den geschaffenen Wert als Vermögen in der Bilanz aktivieren (d.h. die Investitionen gerade nicht als Aufwand buchen) und können dann während der Nutzungszeit den Wertverlust durch Abnutzung als Abschreibungsaufwand buchen. Dazu kommen tatsächliche Instandhaltungsaufwendungen, damit die Anlage im Laufe der Nutzungszeit ihren Nutzen auch weiter erbringen kann, die i.d.R. nicht aktiviert werden können.
Unternehmen werden Investitionen kaum tätigen, nur weil sie die Abschreibungen von der Steuer absetzen können. Unternehmen tätigen Investitionen, weil sie sich ausrechnen, dass diese Rentabel sind, d.h. Gewinne erwirtschaften. Wenn der Gesetzgeber nun gezielt konkrete Abschreibungsmodelle einführt, um Investitionen anzureizen, werden Investitionen attraktiv, die unter den Bedingungen ohne dieses Modell nicht attraktiv gewesen wären, d.h. sich nicht gerechnet hätten. Das mag in einigen Fällen sinnvoll sein (z.B. wenn es darum geht, eine kritische Masse zu erreichen, um volkswirtschaftliche Economics of Scale (Größenvorteile) zu nutzen). Oft sind diese Modelle aber Unternehmer-Lobby getrieben.