LdN 474 Werbefinanzierung

Aber war nicht gerade auch bei der VPN Werbung inhaltlich fragliche Aussagen drin? Und gerade auch bei solchen Themen suggerieren die Hosts eine Kompetenz die sich dann auch auf die Werbung überträgt. Vielleicht sollte man vor und nach der Werbung die Jingle von Wahlwerbespots einspielen um klar zu verdeutlichen das man hier lediglich die Stimme zur Verfügung stellt. Wobei das mittlerweile ja auch bereits Bots können die mit der Stimme antrainiert werden. Spart sogar noch Zeit beim erstellen :person_shrugging:

Ja die NordVPN-Werbung ist mir schon auch ein Dorn im Auge. Das liegt aber mehr am undurchsichtigen Anbieter. Manche Aussagen versprechen Leistungen, die ohne Nebenmaßnahmen nicht erreicht werden können, aber auch hier: sie sind nicht unbedingt falsch und da ich das Produkt nicht nutze, kann ich auch nicht sagen, ob NordVPN die Nutzer darauf hinweist oder wie die Funktionen schließlich umgesetzt sind (was auf alle Kritiker zutreffen dürfte).

Sehe ich auch so, deshalb kneif ich halt die Ohren zu bzw. drück auf den Skip-Button, wenn ich mal wieder von den Hosts NordVPN oder Naturstrom angepriesen bekomme und freue mich, dass die Unternehmen im Irrglauben daran, dass die Stimme der Hosts mich dazu bringt, ihre Produkte zu kaufen, der Lage der Nation Media GmbH mehr Geld überweisen.

Was die Werbung tatsächlich tut: die Unternehmen waren bei mir praktisch automatisch “raus” aus der Auswahl, als ich tatsächlich mal ein VPN bzw. einen neuen Stromanbieter gesucht habe. Weil die Marketing-Kohle ja irgendwo her kommen muss, und im Zweifel ist’s Geld, für das mir als Kunde dann nachher nix mehr geboten werden kann. Das ist aber eine grundlegende Herangehensweise, die ich nicht nur mit der LdN pflege: was mir massiv mit Werbung, sei es in Podcasts oder sonstwo, angepriesen wird, kriegt automatisch einen Malus beim Vergleich, der in seiner Stärke umgekehrt korreliert mit der Werbepenetranz. Der muss dann erst mal wieder wettgemacht werden, und meist schaffen sie das nicht - in der Tat fand ich dann für beides deutlich günstigere und passendere Anbieter für mich, die interessanterweise beide praktisch keine Werbepräsenz haben.

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Soweit ich den Thread hier überblicken kann, wurde schon fast alles einmal gesagt zu dem Thema, deshalb möchte ich hier nur kurz ergänzen:

  • bei der Community-Finanzierung führt ihr an, dass ihr das Angebot für alle kostenlos zur Verfügung stellen wollt und deshalb eine reine Community-Finanzierung nicht infrage käme. Diese Argumentation hinkt meines Erachtens daran, dass ja auch ohne Werbung ein Teil der Community einen finanziellen Beitrag leisten könnte, der andere Teil das Angebot kostenlos wahrnehmen kann. Falls eine rein “idealistisch motivierte” Unterstützung die Finanzierung nicht stemmt, kommen Anreize wie zusätzliche Angebote für zahlende Unterstützer*innen infrage (wie bspw. bei Substack, Steady, Patreon), sozusagen eine “Freemium”-Variante; auch Genossenschaften (s. taz) oder Genussrechte sind Finanzierungsmodelle.

Ich finde es super, dass ihr proaktiv transparent mit dem Thema Werbung und Finanzierung umgeht und bin der Meinung, dass ihr über die verteilte Finanzierung über verschiedene Säulen insgesamt einen guten Kompromiss gefunden habt!

Danke & macht weiter so!

Ein Plus-Unterstützer

Side Note zur Causa Gelbhaar, die ihr als Beispiel für das Risiko von Community-Finanzierung nanntet:

Ich muss gestehen, dass ich den Beitrag zur Werbefinanzierung sehr interessant fand und das auch gut dargestellt wurde. Leider fühle ich mich an einigen Stellen natürlich auch “ertappt”, denn wenn die Werbung von einem Host eingesprochen wird, hat sie auf mich auch eine persönliche Note. Gerade in einem Format wie der Lage gehe ich instinktiv davon aus, dass bei den eingesprochenen Werbeblöcken eine ähnlich intensive Recherche hinten dran steht, wie bei den anderen Blöcken. So habe ich kürzlich einen neuen Strom- und Gasanbieter gesucht und bin tatsächlich zu Naturstrom gewechselt. Das hätte ich niemals gemacht, wenn ich die Werbung in der Lage nicht gehört hätte. Auch was die IT-Sicherheit angeht, habe ich auf der Suche nach eine sicheren VPN-Lösung die Werbung der “Lage” unterbewusst als Empfehlung gesehen. Somit kann ich sagen: ja, die Werbung so eingesprochen wirkt deutlich besser :expressionless_face:

Natürlich ist mir immer klar gewesen, dass das eine Werbung war und sicherlich kann man davon ausgehen, dass die Hosts die Produkte nicht selbst nutzen und entsprechend gut finden. Aber bei Sätzen wie “hier könnt ihr euch effektiv im Internet schützen” oder “es werden Investitionen in Projekte zu erneuerbaren Energien in Deutschland getätigt”, hatte ich von einem Format wie der Lage schon erwartet, dass das auch entsprechend stimmt und das zumindest von der Redaktion geprüft wurde. Wenn es jetzt heißt “ich lese da nur was vor, was mir von dem zu bewerbenden Unternehmen vorgelegt wurde”, ist das aus meiner Sicht schon recht grenzwertig.

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Wieso müsst ihr überhaupt mit Werbung Geld verdienen? Tilo und Jung und Naiv machen seit Jahren guten content komplett frei von Werbung, weil sie sich über Spenden finanzieren.

Das haben Ulf und Philip ausführlich erklärt: Mehrere Standbeine.
Auch Tilos Unterstützter könnten sich abwenden.

Würde denn gesagt wie viel mehr Werbung es sein müsste, wenn es keine von den Hosts selbst eingesprochene Werbung wäre? Ich glaube das ist es was am meisten zu Irritationen führt. Auf der einen Seite Kompetenz und Recherche als besonderes Merkmal, auf der anderen Seite Werbung von der man sich hinsichtlich des Inhalts distanziert.

Ein Anhaltspunkt wurde hier geliefert:

Sollte es wirklich in der Größenordnung sein, kann ich mich aber nicht damit rausreden das mein Publikum schon schlau genug ist. Die auf der anderen Seite sind ja auch nicht dumm und würden wohl kaum soviel mehr zahlen, wenn es am Ende keinen entsprechenden Mehrgewinn abwerfen würde…und wenn es wirklich dann so viel ist, wäre meiner Meinung nach auch die Recherche darüber für was ich da meine Stimme hergeben und welche Aussagen ich genau treffe auch gut bezahlt. Es ist halt auch was anderes ob jetzt z.b. ein Lobrecht Werbung einspricht, dem ich in der Hinsicht rein kapitalistisches denken unterstelle (nicht böse gemeint) oder die Hosts eines Podcast der Nachrichten vermittelt und Aufklärung betreibt.

Aber gut…es ist ein Kann und kein Muss Angebot. Wer unzufrieden mit der Entscheidung ist kann entweder skippen oder es sein lassen :person_shrugging: ich denke nicht das die Hosts wegen uns ihr Finanzierungskonzept ändern werden. Gerade wo ein gewisser Lebensstandard, Kinder/Familie und eine Firma mit Angestellten mit dran hängen.

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Also 10 bis 20 statt 2 pro 2 Stunden Podcast. Oder anders gesagt alle 12 bis 6 min.

Das grenzt dann schon an Nötigung lage plus abzuschließen. Mal abgesehen davon dass dann nicht alle werbeblöcke zwischen den Themen platzierte werden können

Ist auch immer die Frage wie viel Gewinn am Ende abzüglich der Kosten noch erwirtschaftet werden soll. Da haben wir ja zurecht auch keinen Einblick und möchte ich auch gar nicht haben. Ist aber natürlich im Rahmen der Selbstständigkeit immer auch ein Faktor insofern man kein Wohltätigkeitsverein ist.

Sry, aber das ist doch nicht wahr. Die zwei hosts brauchen kein zweites Standbein. Es ist ein Herzensprojekt von ihnen. Man muss nicht aus allem Geld rauszuholen und die Qualität schlechter machen.

Ich hoffe nicht Ironie überlesen zu haben.

Klar doch. Das ist ein professionelles Projekt auf allen Ebenen. Dazu gehört es auch, dass die beiden Gründer und Hosts sich finanzieren müssen sowie Verantwortung für Angestellte und Freelancer haben. Wie jedes Unternehmen muss man schauen, dass die Einnahmen ausreichend und am besten diversifiziert sind.

Damit kann es gleichzeitig ein Herzensdprojekt der beiden sein.

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