Danke, danke, danke für eure klaren Worte und guten Vorschläge.
Sparen
Tempolimit
Unterstützung nur von Pendlern, die nicht wohlhabend sind,
Senkung der Stromsteuer
Übergewinnsteuer
9 EuroTicket
Super!
Schade, dass die Regierung nicht auf euch hören wird (außer Stromsteuer evtl.) Man möchte in die Tischkante beißen.
Find ich auch gut. Bei den angesprochenen E-Autos dachte ich allerdings: davon profitieren doch auch diejenigen am meisten, die sich überhaupt die Finanzierung eines E-Autos leisten können. Ich würde vermuten, dass die Schieflage hier sogar noch höher ist, als bei den Pendler*innen?
Ja, da ist was dran. Aber es geht mMn bei der Reaktion auf den Angebotsschock um 2 Ziele (oder sollte es jedenfalls): das eine ist die Abfederung des Angebotsschocks im Energiemarkt. Da sind Maßnahmen wichtig, die besonders die Haushalte stützen, die keine Möglichkeit haben, auszuweichen und keine Reserven im Budget um die höheren Kosten zu zahlen. Und - wie im Podcast auch angeschnitten - alle anderen möglichst den Preisanreizen aussetzt, damit die ihr Verhalten ändern.
Das andere Ziel muss aber eine Reduzierung von Abhängigkeiten und Emissionen sein. Hier ist es eher kein Problem, wenn vor allem wohlhabendere Konsumenten profitieren, in gewisser Weise ist das sogar sinnvoll. Denn die sind auch die Hauptemitenten und -Verbraucher. Bekommt man die raus aus der Nachfrage nach fossiler Energie, bringt das mehr für diese Seite der Rechnung, als bei jemandem, der mangels ausreichendem Einkommen ohnehin schon besonders wenig Ressourcen verbrauchen kann. Da wäre natürlich zu schauen, wie man mit möglichst wenig Geld maximale Verhaltensänderungen anreizen kann.
Beides wäre wichtig zu tun. Und zu bedenken, dass beide Maßnahmengruppen sich nicht gegenseitig aufheben.
Ja, finde ich auch, aber man verbraucht ja noch anderweitig Strom.
Ich bevorzuge aber auch eine Entlastungszahlung an betroffene Gruppen (die berühmte Krankenschwester vom Land), 9 Euro Ticket und Tempolimit.
Wobei ich schon gezuckt habe, als es eingangs hieß, der Preis ist so durch die Verknappung.
Das stimmt für Deutschland ja nun bestätigter Weise nur zum Teil. Die Anhebung war in anderen EU Ländern um uns herum ja nicht so hoch. Da ist schon der überwiegende Teil “Mitnahme” der Konzerne.
Ulf und Philip haben ja deutlich auf die notwendige Übergewinnsteuer verwiesen. Es ist also auch aus ihrer Sicht klar, dass es sie gibt.
Lieber Ulf, Lieber Philipp, …
Nur ganz kurz, da schon mehrfach hier und da erwähnt:
- Warum sind höhere Treibstoffpreise überhaupt ein Problem? Ihr stellt das ganz zurecht in Frage; das Preissignal ist richtig (Umwelt-Inanspruchnahme, Sparen), beantwortet aber die Frage, warum überhaupt intervenieren nicht (sondern scheint Intervention zu präferieren)
- Bei der Vorstellung der möglichen Massnahmen scheint ihr u.a. insbesondere eine «Über-»Gewinnsteuer zu präferieren.
Die 1. Frage ist: Warum sollte eine staatliche Abschöpfung von «Windfall-Profits» (wenn es welche sind) das empfundene Problem zu hoher Kraftstoffpreise mildern?
Die 2. Frage (wenn es denn allein um fiskalische Interessen geht) ist: was rechtfertigt eine solche Abschöpfung? Ihr sagt: Parallele regulierte Netz-Monopole; die Mineralölwirtschaft ist aber kein Monopol (vielleicht ein Oligopol). Noch widersprüchlicher: alle EU Regulierung seit ca. 2000 richtet sich darauf, dass die Versorgungssicherheit bei Öl, Gas und Strom über Preissignale sichergestellt werden soll. Das mag man nicht mögen (wenn’s knapp wird, wird’s teuer, aber wir können es uns im Gegensatz zu vielen Schwellenländern ja leisten!), aber es hat 2022 und auch diesmal funktioniert! (Die Engpässe in der Versorgung sind ausserhalb Europas.) Die resultierenden «Windfall-Profits» der Mineralölkonzerne nun abzuschöpfen, widerspricht diametral der Versorgungs-Sicherheits-Logik in der Europäischen Union.
…
Hallo zusammen,
was wäre denn mit einem temporären Tempolimit, bis auf den Straßen 90% E-Autos fahren… mit der Unterstellung das diese hauptsächlich mit grünen Strom fahren.
Vielleicht schafft das in diesem verrückten Autoland ja mal richtige Anreize auf E-Mobilität umzusteigen.
Die Übergewinne gibt es natürlich. Die Preise steigen, bevor der Engpass beim Verbraucher ankommt, und steigen dann stärker als die Preisentwicklung auf dem Weltmarkt vorgibt. Tankrabatte nehmen die Profiteure dann natürlich gern auch noch mit. Ich habe nur kurz geschaut. Man findet sofort Quellen zu den Übergewinnen 2022:
Tempolimit
Das Tempolimit ist vor allem ein Stammtischthema: Der Großteil fährt ohnehin moderat, und jede und jeder kann den Verbrauch bereits heute durch das Tempo selbst steuern. Zudem liegt bei manchen Fahrzeugen das optimale Verhältnis aus Verbrauch, Leistung, Reisekomfort und Dauerbetrieb eher bei 140–150 km/h.
Unterstützung nur für „nicht wohlhabende“ Pendler
„Wohlhabend“ ist unscharf definiert und droht erneut jene zu treffen, die leicht über dem Durchschnitt liegen, ohne realen Wohlstand zu besitzen. Effektiver und nachhaltiger sind Maßnahmen wie Homeoffice, die Verkehr, Infrastruktur und Kosten gleichzeitig entlasten.
9‑Euro‑Ticket
Das 9‑Euro‑Ticket ist nicht kostendeckend und incentiviert zusätzliche Freizeit- und Spaßfahrten. Da der ÖPNV vielerorts bereits an seiner Kapazitätsgrenze ist, würde eine erneute Überlastung eher mehr Menschen zurück in den Individualverkehr treiben – ein verkehrspolitischer Rückschritt.
Mein Appell:
Die Lage ist ohne Frage schwierig .. aber blinder Aktionismus hilft jetzt nicht weiter. Kurzfristige, plakative Maßnahmen laden zu einfachen Schuldzuweisungen ein und begünstigen Bauernfänger‑Narrative, die Menschen gegeneinander aufhetzen, statt Probleme zu lösen. Dieses ständige „Treten nach oben oder unten“ schafft Frust, verhärtet Fronten und blockiert notwendige, sachliche Lösungen.
Wir sollten außerdem aufhören, soziale Fragen fast ausschließlich am Einkommen festzumachen. Gelebter Wohlstand bemisst sich nicht nur am Gehaltszettel, sondern auch an Eigentum, Erbschaften, Wohnsituation und regionalen Lebenshaltungskosten. Menschen ohne Vermögen oder Rückhalt, die Arbeit, Familie und Lebensmittelpunkt in teuren Ballungsräumen haben, stehen oft schlechter da als Personen mit geringerem Einkommen, die außerhalb leben oder ein Haus geerbt haben. Eine ernsthafte soziale Debatte muss diese Unterschiede endlich ehrlich berücksichtigen.
Nein, ich finde es unerträglich auf deutschen Autobahnen, weil eben viele sehr viel schneller als andere fahren, was die ganze Fahrerei unnötig gefährlich macht. Wenn alle schon so fahren würden, wie du sagst, könnte man ja nichts gegen das Tempolimit haben, oder?
Wo man die Grenze zieht, ist doch eine Entscheidungsfrage. Man kann ohne Probleme diese Menschen mit hineinnehmen.
Woher kommt der Irrglaube, dass ÖPNV kostendeckend sein müsste? Es ist Infrastruktur für alle! Wir versenken Unmengen von Geld in die Autostruktur, in die fossile Unternehmen, in Flugverkehr (da hat es gerade eine Entlastung gegegen! Warum zum Teufel?)
Nichts von dem, was Ulf und Philip vorgetragen haben, war unsachlich. Das IST eine ernsthafte Debatte. Unernsthaft ist nur Frau Gas-Reiches Beschränkung der Preiserhöhung auf einmal am Tag. Im Übrigen bin ich sicher, dass Ulf und Philip nicht nach Einkommen bewerten würde, sondern auch nach Vermögen. Sie haben oft genug im Podcast die Vermögensungleichheit dargelegt. Ist doch völlig klar, wer in dieser Krise unterstützt gehört.
Also, ich würde mir wirklich eine aktivere Regierung wünschen. Aber das ist sie nur, wenn es um Pseudo-Sicherheitsfragen geht. Bei der Energieabhängigkeit geht es wirklich um Sicherheit und da bleibt sie einfach bei ihrem irren, wirklich irren Gaskurs.
Ich finde es toll, dass bei euch das Thema Umweltschutz den richtigen nämlich großen Stellenwert hat. Ich folge auch allen Argumenten zum Thema Spritpreise. Die sind aus meiner Sicht alle richtig, vor allem für das Tempolimit gibt es viele gute Gründe. Auch eine geringere Stromsteuer macht Sinn und Mobilitätsgeld für bestimmte Einkommen.
Dennoch geht die Diskussion an meiner Realität vorbei. Ich bin zwar jahrelang ohne Auto ausgekommen, obwohl es außer dem Schulbus keinerlei öffentliche Verkehrsanbindung an unser Dorf in Thüringen gab. Auch jetzt sind die Busverbindungen in unserer Region mehr als dürftig.
Jetzt wohne ich zwar in Erfurt, kann aber ohne Auto weder meine Mutter auf dem Dorf besuchen, noch nach Bad Frankenhausen auf Arbeit fahren, da es dort keinen Bahnhof gibt. Die Strecke wurde vor längerer Zeit still gelegt. Meine Arbeit wird gut vergütet, ich kann aber als Mutter nur Teilzeit arbeiten, auch wegen des langen Fahrtweges, den ich zur Arbeit zurücklege.
Aus gesundheitlichen Gründen, kann ich die unbefristete Stelle in der großen Klinik nicht kündigen.
Ich denke, da bin ich kein Einzelfall, gerade im ländlichen Raum. Ja der Nahverkehr muss ausgebaut werden. Ich würde liebend gerne mit dem Zug auf Arbeit fahren. Aber was ist in der Zwischenzeit, wo das Geld nicht mal für die private Altersvorsorge reicht, die ja zum Positiven verändert wurde?
Leider geht die Diskussion, auch wie sie von der Politik gerade geführt wird, an der Realität vieler Menschen vorbei.
Ich würde mir auch gerne ein E -Auto kaufen, da ich aber zur Miete wohne, wäre es allein schon aus Platzgründen nicht möglich, sich eine eigene Ladestation bauen zu lassen.
Wandel tut weh, aber wenn die Kosten nicht gerecht verteilt werden, führt das zu Existenzangst und Populismus.
Ich danke euch für Euren tollen Podcast.
Liebe Grüße aus Erfurt
Ich glaube, die beiden meinten genau Fälle wie dich, die entlastet und unterstützt gehören. Du bestätigst ihren Vorschlag, nicht mit der Gießkanne, sondern gezielt zu entlasten.
Das trifft auf die gesamte direkte und indirekte Subventionierung und Privilegierung von Autoverkehr umso mehr zu. Nur dass beim subventionierten Ticket wenigstens in Teilen externer Nutzen anfällt, der eine Subventionierung wenigstens grundsätzlich rechtfertigen könnte.
Dann sollte die Einführung ja kein Problem sein.
Ich finde das Framing „hohe Spritpreise sind schlecht“ äußert gefährlich. Preissignale sind das anerkannte Mittel, um Veränderungen anzustoßen - siehe CO2 Preis. Nun tönt es allerorts, es ist ganz schlimm. In ein paar Jahren wird dieser Preis durch den EU Mechanismus auch so erreicht werden. Wie will man dann argumentieren, wenn man heute so argumentiert?
Moin und danke für die Vorschläge und das Anstoßen einer Diskusion.
Ich persöhnlich halte ein (temporäres) Tempolimit für sehr sinnvoll, weil es den Verbrauch senkt.
ein optimales Verhältnis hängt immer davon ab, wie man die einzelnen Faktoren gewichtet.
Wenn es um Verbrauch geht wäre mir kein Auto bekannt, das bei 140-150 km/h weniger verbraucht als bei 130 km/h.
Beim 9-Euro/Deutschland Ticket ist meiner Meinung nach speziell die Langfristige Planbarkeit und Preissicherheit entscheident.
Wenn ich das Auto sowieso besitze und versichern muss, ist die Wahrscheinlichkeit das die reinen Kosten für Sprit dazu führen das ich das Auto stehen lasse und stattdessen auf Öffis zurückgreife geringer und das Ticket muss deutlich günstiger sein, als wenn es verlässlich so günstig ist, das sich die abschaffung des Autos lohnt.
Wichtig ist dabei natürlich zu beachten das es (noch) keine Lösung für alle ist, da nicht jeder überall mit öffis zur Schichtarbeit kommt oder rechtzeitig zur Kita, zur Arbeit und zurück.
Aber für alle die die Möglichkeit haben die Öffis zu nutzen (auch wenn es mehr Zeit erfordert) sollten einen möglichst großen Anreiz haben dies auch zu tun.
Was die Übergewinnsteuer betrifft bin ich sehr skeptisch.
Die hohen Preise sind ja nicht nur auf die Knappheit sondern auch auf Mitnahmeeffekte zurück zu führen.
Das heißt die Marktwirtschaft ist schon quasi ausgehebelt, auch wenn es kein Monopol sondern ein Oligopol ist. Daraus folgt aber das Risiko, wenn sie x-% des Übergewinns abgeben müssen, sie an der Tankstelle noch mehr verlangen, um dann trotz Abgabe von x-% entsprechend viel behalten. Ähnliches gilt wenn der Gewinn auf x-% des Umsatzes gedeckelt ist.
Dann fehlt der Anreiz möglichst günstig einzukaufen, weil höherer Umsatz dann höhere Gewinne bedeutet die man behalten kann.
Ich halte einen vorgegeben maximal Preis für zielführender, auch wenn es natürlich ein erheblicher eingriff in den Markt ist. (Einen Markt der anscheinend nur begrenzt funktioniert)
Allgemein ist es eine große Schwierigkeit ein sinnvolles Maß zu finden, die leute die es wirklich brauchen zu unterstützen, vor allem auch bei einem Wechsel raus aus der Fossilen abhängigkeit und gleichzeitig für alle einen möglichst größen Wechseldruck beizubehalten.
Das ist der zentrale Punkt! Schon zur Einführung des 9€-Tickets war klar, dass es nur für eine befristete Zeit für diesen Preis zu haben sein wird. Was es danach kostet oder ob es überhaupt weitergeführt wird, stand nicht fest.
Wer kann bei solchen Voraussetzungen erwarten, dass selbst Menschen, die nun positive Erfahrungen mit dem Umstieg gemacht haben, ihr Auto verkaufen. Die Gefahr, dass man spätestens bei der nächsten Regierung dann ohne Auto und ohne (oder mit erheblich teurerem Ticket) da steht, ist viel zu groß.
Ich befürchte nur, dass ich kein Einzelfall bin, sondern das es die ländlichen Regionen im Osten flächendeckend trifft, weil dort der Regionalverkehr insgesamt eher schlecht ist und die Gehälter eher niedrig sind.
Ein guter ÖPNV ist da wirklich grundlegend nötig und sollte auch staatlich gefördert und für jeden erschwinglich sein. Das trägt praktisch und auch emotional zur gesellschaftlichen Teilhabe bei. Erfreulicherweise gibt es zumindest in Erfurt immer mehr Elektrobusse. Das ist ermutigend und sollte wie auch bezahlbare Tickets staatlich gefördert werden.
Ich finde diesen Optimierungswahnsinn echt konterproduktiv. Zielgerichtet muss immer alles sein. Lieber Monate lang nichts tun und niemanden helfen, als dass jemand der über dem Medianeinkommen verdient, ebenfalls beim Tanken weniger belastet wird.
Das Problem sind (kurzfristig extrem gestiegene) hohe Spritpreise. Das löst man, in dem man direkte Steuern auf Sprit reduziert. Klar, auch Christian Lindner spart dann beim Tanken 10 Cent/Liter. Und absolut wird er pro KM stärker entlastet als die alleinerziehende Krankenschwester die mit ihrem sparsamen PKW in die Stadt pendeln muss. Ist es wirklich besser, wenn man das verhindert, dafür aber niemanden geholfen wird, wesentlich langsamer geholfen wird und/oder wesentlich komplizierter geholfen wird?
Gleichzeitig wäre natürlich eine Übergewinnsteuer zur Gegenfinanzierung wichtig. Und langfristig eine Deckelung der Marge, wie sie in anderen Ländern bereits üblich ist.
Zumal ja auch die Straßenanbindung im ländlichen Raum ein heftiges Zuschussgeschäft ist, was aber selten als Argument angeführt wird, während das beim ÖPNV regelmäßig als Kriterium herangezogen wird.