Wir haben große Industriedächer, große Parkplätze, Land auf dem unsinnigerweise Energiepflanzen angebaut werden und generell mehr als genug brachliegendes Land. Und Agri-PV ist vermutlich nach „ausschließlicher Freifläche“ immer noch die zweitgünstigste Option.
Die EEG-Einspeisevergütung ist nur der kleinere Teil der Subvention. Der zunehmend größere Teil ist die effektive Netzentgeltbefreiung von Prosumern. Der EUGH hat Deutschland u.a. dazu verurteilt, diese abzuschaffen. Die BNetzA ist aktuell dabei, dieses Urteil umzusetzen. Die BNetzA schreibt dazu: „Dies führt zu der auch schon im Diskussionspapier aufgeworfen Thematik, dass Prosumer sich nicht adäquat an den Netzkosten beteiligen (Entsolidarisierung).“ Das Ziel ist es, dass alle Stromnutzer in der Niederspannung im Jahresdurchschnitt in etwa das Gleiche für ihre (gleichgroßen und -teuren) Netzanschlüsse zahlen. Aktuell zahlt man für Strom aus Netzbezug Netzentgelte in Höhe von grob 10 Cent/kWh (plus Mehrwertsteuer). Kosten in dieser Größenordnung werden in Zukunft effektiv auch für jede selbsterzeugte und -verbrauchte Kilowattstunde der Prosumer fällig.
Das liegt daran, dass das Einspeiseprofil wenig wert ist. Zur Mittagszeit im Sommer ist die Einspeisung sehr hoch. Relevant für die Vergütung der Bestandsanlagen ist der jeweilige Monatsmarktwert. Oktober bis Februar liegt er typischerweise oberhalb des Strom-Marktwertes, März bis September ist PV-Strom relativ unwertig.
Netzentgelte für den selbst verbrauchten Strom zu erheben klingt widersinnig und setzt (geeichte und auslesbare) Messpunkte voraus, die bei der Überschusseinspeisung nicht bestehen.
Wenn die Argumentation ist, dass man en Netzanschluss und damit das Netz für die maximal erwartete Nutzung dimensionieren muss, egal ob sie häufig (Verbraucher ohne eigene Erzeugung) oder selten (Prosumer mit Eigenverbrauch, die aber im Winter dann plötzlich ihre Wärmepumpe und das E-Auto gleichzeitig aus dem Netz versorgen) dann wäre es folgerichtiger, das Entgelt dafür als Leistungspreis zu erheben pro kW im Jahresverlauf maximal transportierte Leistung, statt als Arbeitspreis pro kWh. Mit Smartmeter hat man ja die Leistung, die in jedem Viertelstundenschnipsel transportiert wurde, und kann davon das Maximum nehmen und daraus den Leistungspreis berechnen. Das wäre verursachergerecht, weil das Verteilnetz bis zum Haushalt ja genau nach der maximalen Leistung ausgelegt werden muss (wobei der Gleichzeitigkeitsfaktor bei einer immer größeren Anzahl Anschlüsse sinkt, aber das lässt sich im Preis abbilden).
Kurz: Zustimmung. Die BNetzA plant auch nicht explizit die selbsterzeugten und -verbrauchten Kilowattstunden zu bepreisen, sondern für Prosumer den Grundpreis für ihren Netzanschluss zu erhöhen (so dass sie eben im jährlichen Mittel ähnlich viele Netzentgelte zahlen, wie Netznutzer ohne eigene PV-Anlage), siehe beispielsweise [1] (ab Seite 7) oder [2] (ab Folie 27).
Lang: Bei Netzkunden in der Niederspannung mit einem Jahresverbrauch von weniger als 100.000 kWh werden die Netzentgelte aktuell über einen Arbeitspreis und einen Grundpreis erhoben. Wenn man ausschließlich die bereitgestellte Kapazität (bzw. den Netzanschluss an sich) in Rechnung stellt, dann würde man einfach alle (verbrauchsarmen) Netzkunden mit einem Grundpreis belasten (der die gleiche Funktion wie Ihr Leistungspreis hätte). Man hat sich aber vor einigen Jahrzehnten dafür entschieden, neben dem Grundpreis auch die Arbeitspreiskomponente einzuführen (tatsächlich ist der Grundpreis nur eine optionale Wahl), da es gerechter erschien, dass Netzkunden mit hohem Jahresverbrauch mehr zahlen als Netzkunden mit geringem Jahresverbrauch (bei gleicher Netzanschlusskapazität). Heutzutage werden ca. 80% der Netzentgelte in der Niederspannung mittels Arbeitspreiskomponente erhoben. Von dieser allgemeinen Logik von Grundpreis plus Arbeitspreis möchte sich die BNetzA anscheinend nicht lösen und sucht daher andere Wege, Prosumer adäquater an der Netzfinanzierung zu beteiligen. Im Raum stehen aktuell folgende 4 Optionen, wobei die BNetzA eine Präferenz für Option 4 verkündet hat:
Option 4 klingt vernünftig. Die zeitvariablen Netzentgelte enthalten übrigens im Prinzip schon einen Hauch von Option 2, weil diese ja je nach Quartal festgelegt werden können.
Historisch wurde der Leistungspreis auch deshalb auf sehr große Kunden begrenzt, weil die Messtechnik aufwändig war. Das wäre nun mit SmartMeter kein Argument mehr.
Verbraucherschützer könnten aber einwenden, dass schon seltene Lastspitzen, die vermutlich im Grundrauschen unter den vielen Haushalten pro Niederspannungsabschnitt untergehen, zu einer massiven Mehrbelastung über den ganzen Abrechnungszeitraum führen, und das Preismodell daher ein schwer kalkulierbares Risiko darstellt. Prosumer mit Batterie, die eigentlich belastet werden sollen, könnten hingegen Peak Shaving betreiben. Und es besteht ein Zielkonflikt mit dem Anreizen netzdienlich flexiblen Verbrauchs. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Nachteile erkenne ich.
Statt ein Maximum zu nehmen, wäre es wohl robuster, den höchsten Monatsdurchschnitt aufs Jahr umzulegen, damit würde man die Winterverbraucher “erwischen”.
Insgesamt bin ich mit der Arbeit der BNetzA sehr zufrieden, ich finde sie agieren sehr vernünftig und konstruktiv.
+ man bekommt jetzt schon keine Vergütung mehr, wenn man bei negativen Preisen einspeist
EDIT:+ es gibt bereits eine Degression bei der Vergütung
die EEG Summen sind konstant bzw. sinken jährlich, durch die teuren Anlagen auf 2006-2011, die jetzt jedes Jahr aus der Förderung fallen. Die möglichen Einsparungen rechtfertigen nicht das Risiko eines Marktzusammenbruchs (der Effekt wurde ja schonmal beobachtet/bewiesen) aus meiner Sicht. Wie man jetzt wieder sieht, sind Abhängigkeiten fossiler Energie viel teurer.
Agri PV und Dach < 1000 kW sind immer 0,5 Cent/kWh teurer als die normalen Vergütungen. Durchschnittwert bei Freiflächen PV Ausschreibung lag letztes Jahr bei 5,5 Cent/kWh.
Für Agri PV bekommst du 0,5 Cent mehr also 6 Cent/kWh. Zusätzlich wird Agri PV häufig noch vom Land gefördert.
Die Groß-Dachanlagen Ausschreibung > 1 MW liegt bei 10,16 Cent/kWh
Ich bin bei dir, dass eine Fläche besser genutzt ist, wenn da Wind und PV drauf sind, anstatt Mais. Aber wenn du dir die Diskussionen anschaust, dann gibt es massiven Widerstand gegen “das Zupflastern der Landschaft”. Und der Plan ist nicht mehr Agri PV, mehr Industriedach PV, mehr Parkplatz PV sondern mehr Freiflächen PV. Ich bin der Meinung, dass das genauso zu Widerstand führt, bzw. noch mehr, weil es noch mehr die Land/Stadt Diskussion befeuert.
Und deshalb bauen wir mehr Freiflächen PV, die mehr Netz benötigen? Eurer weiteren Diskussion zu den Netzentgeltbeteiligungen stimme ich zu und kommentiere ich nicht noch Übrigens könnte man in dem Zuge auch Anreize für die Industrie abschaffen, die 1,5 Mrd bei den Netzentgelten erlassen bekommen, wenn sie konstant Strom verbrauchen, was man in einer flexiblen Stromwirtschaft auch nicht mehr fördern sollte.
…Volleinspeiser und die damit verbundene Abhängigkeit von der höheren Einspeisevergütung (~10 oder ~12 ct) wurden quasi negiert, dabei liegt hier das größte Potenzial in nächster Zeit - zB. alle Dachflächen von Mehrfamilienhäusern, Gewerbehallen, Parkplatzüberdachungen zu nutzen. Dass die Einspeisevergütung sowieso halbjährlich abschmilzt - kein Wort darüber. Und wie hier im Forum schon klar wird - bisher gibt es Anreize, das Dach voll zu machen. Das wird bald oft nicht rentabel und deshalb nicht gemacht. Und was fehlt, ist eine Direktvermarktung, die unbürokratisch genug Ertrag bringt, um Anreiz zu sein. Nennt sich Markt, aber Frau Reiche hat andere Ziele…
Guten Morgen, ich konnte die spannende Diskussion hier aus Zeitgründen nicht komplett lesen, aber ich habe mal eine grundsätzliche Frage, ohne das Thema mit der Einspeisevergütung hier überhaupt anzufassen:
Im Podcast wird es immer so dargestellt, als ob es auch für Privatpersonen schon allein aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll ist, schnellstmöglich massiv in grüne Technologie zu investieren. Ich bin absolut für die Energiewende, aber ich finde es doch etwas fraglich, ob es sich für jede und jeden auch immer wirtschaftlich klar rechnet. Beispiel PV + Speicher: Selbst wenn man auf eine Rendite von 5 % käme (was für große Anlagen vermutlich doch eher etwas hoch angesetzt ist), hat man doch Kredit- bzw. Opportunitätskosten, weil man das Geld nicht anderweitig anlegt, und dann ist man schnell bei einer Rendite von weniger als 2 %. Das würde doch aber bedeuten, dass die Anlage mindestens 50 Jahre laufen muss, um kein Minusgeschäft zu sein! Und das ist einfach unrealistisch.
Hier noch ein plastischeres Beispiel: Eine dreiköpfige Familie wohnt in einem Einfamilienhaus; Stromverbrauch knapp 4000 kWh pro Jahr; derzeitige Stromkosten 100 Euro im Monat. Der Einbau einer großen PV-Anlage (8 kWp Leistung) und eines Speichers (10 kWh) würde inkl. Montage 30 Tausend Euro kosten. Danach beträgt der Abschlag, auch dank der noch geltenden Einspeisevergütung, -25 Euro. Im Jahr spart die Familie damit also 1500 Euro, oder 5 %. Das klingt erst einmal richtig gut. Allerdings könnte sie, falls sie sich gegen die Anlage entscheidet, das Geld langfristig anlegen (z. T. in Tagesgeld, z. T. in einen ETF-Sparplan). Ich rechne hier mal konservativ mit 3 % Rendite, also 900 Euro pro Jahr Gewinn bzw. 75 Euro im Monat. Wenn das die einzigen Kapitalerträge sind, dann ist das auch steuerfrei. Effektiv spart die Familie also nur 50 Euro im Monat, also 600 Euro im Jahr. Bis sie das Geld wieder drin hat, würden also 50 Jahre vergehen, und so lange hält die PV-Anlage sicher nicht.
Natürlich gibt es viele unbekannte Variablen. Bei stark steigenden Energiepreisen sieht die Rechnung ganz anders aus. Aber es ist ja auch denkbar, dass aufgrund des Ausbaus erneuerbarer Quellen der Stromerzeugung durch Energieunternehmen und lang anhaltende wirtschaftliche Stagnation in Deutschland die Strompreise in den nächsten Jahren eher sinken. Und dann kippt die Rechnung noch mehr ins Negative.
Die Subventionierung von kleinen PV-Anlagen mobilisiert aber nennenswerte Mengen privaten Kapitals. Wenn die kleinen Anlagen nicht mehr subventioniert werden, dann steht dieses Kapital auch nicht mehr für die Finanzierung der Energiewende zur Verfügung. Durch öffentliche Investitionen wird das nicht aufgefangen werden und da Großerzeuger jedenfalls nicht höher subventioniert werden sollen, können sie das auch nicht kompensieren. Ist dann nicht die Folge, dass der Ausbau langsamer vorangeht und auch wieder teurer wird?
Ich akzeptiere ja, dass die Subventionierung kleiner PV-Anlagen nicht der unmittelbar billigste Weg ist, um die Ausbauziele zu erreichen. Aber wir erreichen die Ausbauziele doch schon im gegenwärtigen System nicht. Wie soll das denn ohne die Investitionen der Eigenheimbesitzer schneller gehen?
Ulf und Philip geht es meistens um eine Art “Normalfall”, nicht um jeden differenzierten Einzelfall. Für die meisten Menschen würde es sich eben lohnen. Das kann man auch an Beispielfällen hier im Forum gut erkennen.
Naja, wer heute noch 30k fuer so eine Anlage zahlt hat entweder grosses Pech oder nicht ordentlich Preise verglichen? Wir haben hier vor 18 Monaten eine 8 kWp Anlage mit 8 kWh Speicher fuer gute 20k verbaut. Und ich hab in der zwischenzeit auch schon deutliche guenstigere Angebote, von lokalen Anbietern, gesehen.
Wir kommen uebrigens auf eine rechnerische Rendite von ~7% pro Jahr. Aber haben auch ein gutes Lastprofil, da wir wegen Home-Office tagsueber daheim sind.
Nur mal so als Orientierung, 8 kWp sind 16-20 Module, so ergeben sich Materialkosten von:
Module, 20 * 100 EUR = 2k EUR
Montagesystem (500 EUR / kWp) = 4k EUR
Wechselrichter = 2k EUR
Speicher = 4k EUR
D.h. reine Materialkosten von ~12k EUR, dazu kommt natuerlich die Arbeit, und noch ggf. zusaetzliche Kosten fuer ein Update der Hauselektrik. Aber 30k ist schon sehr sportlich. Und dran denken, auf PV gibt es aktuell keine Mehrwertsteuer, ist also auch kein Argument fuer 30k.
Meine 12 Kwp Anlage mit 14 Kwh Speicher hat vor 5 Jahren 36.000 Euro inklusive Montage gekostet. Heute sollte das erheblich billiger sein. Ich schätze die von dir beschriebene Anlage dürfte heute zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten.
Für 4 MW Verbrauch ist die Anlage außerdem meiner Meinung nach zu groß konzipiert, um eine optimale Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Faustformel vor fünf Jahren (mit noch höherer Einspeisvergütung als heute) war, dass man mindestens 60%, besser 70% Eigenverbrauch haben sollte.
Wenn man das konsequent umsetzt, gut plant und baut, dann ist man bei 4-5% jährlicher Rendite auf das eingesetzte Kapital. Das ist sicher schlechter als ein lange gehaltener ETF, aber deutlich berechenbarer und steigert zudem wenn nötig den Verkaufswert der eigenen Immobilie.
Mathematisch korrekt, aber am Ende kostet die zusaetzlichen Module nur wenig mehr, da ein gut Teil der Kosten ja fix ist, d.h. das Montageteam bezahle ich eh fuer den Tag, ob die jetzt 12 oder 20 Module montieren macht keinen grossen Unterschied. Der naechst groessere Wechselrichter kostet auch nicht viel mehr. Man kann sogar einen nehmen der garnicht die Maximalleistung umsetzen kann (er muss sie natuerlich technisch abkoennen), denn Mittags um 12 produziert fast jede Anlage eh schon mehr als man selber nutzen kann, aber mehr Module geben einem auch Morgens/Abends noch etwas mehr Leistung, und dass sind ueblicherweise die Zeiten zu denen man den Strom am ehesten brauchen kann. (Siehe die Diskussion Suedausrichtung vs Ost/West)
Von daher gibt es den, wie ich nach 18 Monaten Erfahrung sagen wuerde, guten Rat, immer das Maximum zu montieren was ins Budget und aufs Dach passt, denn Einspeisen, bzw. einfach nicht produzieren geht immer. Aber bei Schlechtwetter mit den gleichen Modulen mehr produzieren geht eben nicht.
Für die volkswirtschaftliche Optimierung sind aber eben die Stromgestehungskosten (bzw. der Marktwert) die relevante Größe.
Es geht darum, diese unmotivierte Subvention zu beseitigen. Falls man belegen kann, dass die Prosumer Netzbaukosten in gleicher Höhe der Subvention unnötig machen, dann wäre sie verargumentierbar (auch gegenüber dem EUGH). Aber dieser Nachweis muss erbracht werden und da bin ich skeptisch (abgesehen von kleinen Effekten oder lokalen Sondereffekten).
Auch da ist die Bundesnetzagentur aktuell dran. Das Ziel ist hier aber nicht einfach die Streichung, sondern die Subvention an netz- oder systemdienliche Gegenleistungen zu knüpfen (siehe beispielsweise oder noch neuere Entwicklungen).
Den Privatpersonen vor Ort könnte auch eine Beteiligung an regionalen PV-Parks (egal ob Freifläche, Agri oder Parkplatz) und Quartiersspeichern ermöglicht werden (ggf. mittels eines gesetzlich garantierten Beteiligungsrechts). Das würde dann auch alle Personen gleichbehandeln (egal ob sie ein Haus besitzen oder nicht). Bei Windparks ist diese Form der Bürgerbeteiligung nachweislich ein Erfolgskonzept (die Leute freuen sich plötzlich darüber, dass in ihrem Hinterhof ein Windrad steht und wünschen sich darüberhinaus, dass es sich möglichst viel dreht!).
Abschließend möchte ich betonen, dass ich nichts dagegen habe, wenn Privatpersonen sich auf eigene Kosten eine PV-Anlage aufs Dach schrauben lassen. In einigen Fällen mit sehr hohem Eigenverbrauch (E-Auto lädt immer mittags, Home-Office, optimiertes Smart-Home etc.) mag sich das ja vielleicht sogar finanziell lohnen. Oder weil man nicht-finanzielle Ziele verfolgt, wie eine persönliche Autarkie im Falle eines Netzzusammenbruchs. Aber das sollte eben reines Privatvergnügen sein und ohne Subventionen erfolgen.
Hier zitierst du einen wöchtenlichen Durchschnitt - das ist völlig irrelevant
Interessant ist nur der Verbrauch im Tagesverlauf, weil PV ist überall in Deutschland (abgesehen von Wolken etc.) zur gleichen Zeit am ertragreichesten (Mittags)
Gleichzeitig gibt es bisher keinerlei Anreize, dass du deinen Eigenverbrauch auf diese Zeit fokussierst solange du sowieso einspeist
wenn wir jetzt mal den Sommer fokussieren (wo der meiste Überschuss anfällt) ist der Durchschnittspreis schon schlechter - jetzt könnten wir noch schätzen dass der Preis über den Tag sein Minimum am Mittag und sein Maximum am Abend hat (da wird solar kaum eingespeist und die Privathaushalte ziehen viel) - die Anlagen speisen aber genau zum Minimum ein und haben zum Maximum wenig bis nichts zum Einspeisen - also selbst der Durchschnitt vom Sommer (nach deiner Grafik irgendwas um die 7ct und damit schon unter den von dir zitierten 8ct) wird eigentlich nie erreicht, weil dieser Durchschnitt ja von den Maximalwerten gestützt sind die eine PV-Anlage nicht bedient
Ich hab hier 7,5kWp und 13,4kWh Akku in Eigenregie in 2025 verbaut, daher alles selbst und beim jeweils günstigsten Anbieter eingekauft; meine Materialkosten waren ein Bruchteil davon, etwas über 4k€. 4,5k dürften gut hinkommen, und da ist Spedition schon drin.
Hab allerdings auch kein Montagesystem genutzt, das in deiner Rechnung ja schon allein auf 4k€ kommt, sondern Standard-Solarprofil, Haken, Schrauben, Kabel, usw. alles einzeln zusammengekauft, von 3-4 verschiedenen Anbietern, da gingen vielleicht gute 600€ ins Montagematerial, aber nicht viel mehr. Die Anlage ist allerdings auch nicht auf dem Ziegeldach, sondern auf Gartenhaus und Garage, was jeweils sehr unterschiedliche Montageanforderungen hatte. Das hätte eh kein System abgedeckt.
Solarmaterial ist unglaublich günstig, die Zusammenstellung und Montage ist halt der Kostentreiber, also der Anteil, der Menschen involviert.
Also alle von dir vorgeschlagenen vlt gut wirkenden Ideen sind aber eben nicht auf dem Tisch. Es geht nur um eine Streichung und nicht um Ersatz durch anderweitig mögliche besser gestellte Beteiligungsmöglichkeiten. Mag sein, dass die auch funktionieren, gibts aber nicht. Viel besser als Beteiligung wäre ja z.B. auch noch, wenn ich den Strom aus der von mir mit finanzierten Anlage selbst verbrauchen könnte.
Ein paar Beispiele, die man dann aus meiner Sicht auch nach der Logik auch diskutieren sollte:
ich kaufe mir energieeffiziente Geräte und verbrauche daher weniger Strom, aber zur Spitzenzeit genauso viel
ich baue selbst Gemüse an und entziehe mich der Finanzierung der Lieferkette und Verkaufsstruktur, die ich aber im Winter in Anspruch nehme
ich installiere mir eine Wärmepumpe behalte aber meinen Ölkessel, Gasheizung
ich nutze ein kleines effizientes Auto, nutze aber genauso alle Straßen und Tankinfrastruktur
ich kaufe wassersparende Geräte oder baue mir eine Regenwasseraufbereitungsanlage, nutze das Netz aber im Sommer voll
Wie hoch wären denn die Netzkosten, wenn man nach den Beteiligungsmodellen die PV Prosumer beteiligen würde? Über welche Summen sprechen wir?
Nicht Vergütung bei negativen Preisen ist zumindest ein Anreiz. Stimme dir sonst ja zu, aber es ging mir darum, dass es nicht die vollen 120 Mio. sein werden als Unterschiedskosten und gehe davon aus, dass der Netzausbau für die FF PV teurer ist. Theoretisch würden die Preise sich ja auch wieder verändern, wenn es mehr Sektorkopplung und Speicher gäbe? Also die Frage, wollen wir nicht niedrige Preise? Davon profitieren ja alle. Noch mehr, wenn man ihn auch flexibel beziehen kann.
Gibt es eine Studie zur Gesamtkostenrechnung? Ansonsten bringt die Diskussion hier nicht viel. Was bleibt ist eine Anreizreduzierung was den Ausbau ausbremsen wird, der nicht durch die FF PV kompensiert wird.
Nur kriege ich für eine Beteiligung an einem PV-Park keinen Bankkredit. Wir hätten unsere PV-Anlage nicht bauen können, wenn sie nicht über den Kredit für den Hausbau mitfinanziert worden wäre.
Davon abgesehen finde ich die Idee eines gesetzlich garantierten Beteiligungsrechts sehr gut.
Subventionen sind ein legitimes Mittel um staatliche Ziele zu erreichen. Wir haben politische Ausbauziele für Erneuerbare Energien, die sich aus geltenden Gesetzen zur Emissionreduzierung ergeben, welche sich wiederum aus dem Grundgesetz ableiten lassen (und der grundsätzlichen Notwendigkeit, dem Klimawandel vorzubeugen).
Schon heute werden diese Ausbauziele nicht erreicht. Wer eine nachweislich funktionierende Subvention streichen will, die bisher wesentlich zum Erreichen des Ziels beigetragen hat, der muss meiner Meinung nach vorher erklären, wie er den negativen Effekt dieser Streichung kompensieren will.
Da gäbe es viele Möglichkeiten. Nicht zuletzt die Streichung klimaschädlicher Subventionen für Öl, Benzin und Gas. Oder die Einführung neuer Subventionen/Regulierungen für andere EE-Ausbaustrategien. Aber den Bau von PV-Anlagen einfach zum “Privatvergnügen” zu erklären wird der Sache wirklich nicht gerecht.
Das Ziel des sozialen Ausgleichs ist ein gutes und ich teile es. Aber auch da gäbe es viele Möglichkeiten, ohne das man das man eine zentrale Säule der mehr oder weniger einzigen Erfolgsgeschichte der Energiewende (Ausbau von PV und Wind) einreist.
Dass die Regierung stattdessen die Subventionen für private Kleinanlagen mehr oder weniger ersatzlos streicht zeigt, dass es hier gerade nicht um eine objektive “Verbesserung” der Energiepolitik geht.
Ich bin bei der Anschaffung unserer Solaranlage von einer energetischen Amortisation von 3 Jahren ausgegangen (inzwischen erreicht). Aktuell finde ich dazu in einer Studie vom Fraunhofer:
Berechnungen des Fraunhofer ISE auf Basis neuester Produktionsdaten wei-
sen eine EPBT von unter 1,3 Jahren für Anlagen mit marktüblichen monokristallinen Si-
Module in Deutschland aus [ISE5].
Die 5 Jahre bezogen sich auf die Module von 2009, mit nur 200 Wp. Heutige Module kommen auf über das Doppelte, was natürlich der Amortisation massiv zugute kommt, die Herstellungskosten dürften sich ja nicht so sehr unterscheiden, da praktisch selber Materialeinsatz.
Ich hab oben meine zugrunde liegenden Zahlen genannt, die wichtigste ist die der geschätzten Kosten für die Herstellung, die ich mit 2000 kWh pro kWp, also etwa 1000 pro Standardmodul, angenommen habe. Da gibt es weit unterschiedliche Schätzungen, von 1200 kWh pro kWp bis 3000 kWh pro kWp hab ich schon in verschiedensten Quellen gesehen. Leider sind das alles im Wesentlichen Bauchschätzungen, weil die chinesischen Hersteller keine Zahlen dazu veröffentlichen. Deswegen streuen die auch so. Wenn das ISE hier auf der günstigeren Seite liegt, wär’s kein Wunder, dass die für heutige Module bei deutlich unter 2 Jahren landen. Nimm ne bisschen weniger optimistische Schätzung und du hast das Doppelte.