Hallo liebes Lage-Team,
Ihr habt in dem Beitrag zum Leak des neuen EEG ja auch kurz über die Eigenvermarktungsverpflichtung für privaten PV-Strom (für Anlagen unter 25kWp) gesprochen. Noch gibt es da kaum Anbieter, das könnte sich aber ja auch noch ändern.
Dennoch ist das sehr ärgerlich für Leute, die eine PV-Anlage installieren wollen bzw. für die Leute, deren Anlage schon älter ist und demnächst der Vertrag ausläuft - wie bei uns
Wir wohnen seit wenigen Jahren in einem Haus mit PV, die Anlage war schon drauf, wir haben den Vertrag für die Restlaufzeit bis 2029 übernommen. 45 Module mit ca. je 200 W Leistung. Wir produzieren ca. 11 MWh pro Jahr, davon speisen wir ca. 5 MWh ins Netz ein.
Vor dem Leak dachten wir, dass wir dann 2029 ein Repowering machen, die Module durch leistungsstärkere Module ersetzen, damit wir unseren Eigenanteil im Winter erhöhen (von März bis Oktober sind wir quasi autark). Und den Rest wollten wir einspeisen mit Vergütung.
Als der Leak kam, war das für uns zumindest vorerst vom Tisch. Wenn das so kommt, lassen wir einfach unsere Anlage auf dem Dach, stellen vll noch eine Balkonanlage dazu für den Winter. Der Invest für das Repowering lohnt sich nicht. Schade für den Solateur, die Branche ist wirklich akut in Gefahr, aber nicht von Privatpersonen wie uns, sondern direkt aus dem Wirtschaftsministerium!
Was aber mit dem Wegfall der Einspeisevergütung mitschwingt ist die Ansage, dass es nicht mehr gewünscht ist, dass jede/r einen Beitrag zur Energiewende leisten kann und soll. Ich finde diesen Aspekt wichtig, denke auch, dass wir nicht die einzigen sind, die das so sehen. Das sind Signale, dass Beiträge von Einzelnen für die Gesellschaft nicht mehr gewollt sind, wer will kann noch für sich, aber mehr auch nicht. Das tötet Solidarität, fördert gesellschaftliche Ungleichheit und Vereinzelung, kurz Spaltung der Gesellschaft!
Wir werden die Speicherkapazität erhöhen und die Anlage dann vermutlich schlicht abschalten, wenn unser Bedarf gedeckt ist. Verschenken werden wir den Strom nicht an Energiekonzerne - Nachbarn können herzlich gerne zum E-Auto-Laden kommen. Auf den Bürokratieaufwand mit der Eigenvermarktung und womöglich noch steuerrelevante Aspekte haben wir - zum jetzigen Zeitpunkt - kein wirkliches Interesse.
Zum Abschluss dieses Beitrages: Ich bin so wütend, dass wir im Jahr 2026 eine gewählte Regierung haben, die so destruktiv unsere Zukunft zerstört wie keine andere vor ihr. Ich kann das kaum in Worte fassen, wie wütend mich das macht. Von der Abkehr von den Klimazielen und den Strafzahlungen an die EU bei Verfehlung der Emmissionsreduzierung mal ganz abgesehen!
Viele Grüße und Danke für Eure Arbeit!