LdN 467: Klimaschutz

Biogas hat keine CO2 Kosten. Müsstest du fairerweise berücksichtigen.

Da es jetzt schon Tarife gibt, könntest du dir die Berechnung sparen und einfach die verfügbaren Preise nehmen :wink: Es gibt jetzt schon 10-100% Biogas Anteile. Witzig oder, da muss man ja bis 2029 und vermutlich noch länger gar nix ändern.

Deine Zahlen sind aber nahe dran :wink:

Das Signal ist natürlich fatal.

Persönlich bin ich zwar auch voll und ganz Team Wärmepumpe. Meine persönliche Situation ist nun leider so…. Gastherme aus 2021, also fast neu. Nach den Angeboten für eine Wärmepumpe würde sich diese erst nach 20+ Jahren amortisieren. Und da kann der Gaspreis auch sich verdreifachen. Von daher werden wir auf eine Wärmepumpe verzichten. Alternativ würden wir eine Klimaanlage einbauen. Das würde sich für uns, dank PV-Anlage, eher eignen.

Grüße

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Wie umweltfreundlich sind eigentlich Klinaanlagen? Allein wegen Stromverbrauch und der eingesetzten Kältemittel?

Mal einfach als interessierte Frage.

Wie von dir angedeutet und im Artikel beschreiben (sorry dass ich den nur quer lesen konnte) ist es ein Teufelskreis. Durch unseren Konsum nach Energie ist der Klimawandel entstanden und da es jetzt warm ist verbrauchen wir mehr Energie. Das Kältemittel ist auch nicht gut fürs Klima.
Es kommt aber noch ein großes ABER:
Das Kältemittel wird nicht wie Öl oder Gas verbraucht und entweicht auch bei sachgerechter Montage nicht, deshalb gibt es für sowas Fachleute die, soweit ich weiß, auch vorgeschrieben sind. Dazu kommt dass sich die Industrie bereits auf das neue Mittel einstellt und umstellt. Da ich mich im Rahmen meiner Renovierung damit beschäftige ist mir zumindest aufgefallen, dass damit vermehr geworben wird.
Aber auch zur Anlage selbst, eine Klimaanlage ist eine Wärmepumpe (Luft/ Luft). Die meisten kennen die klassische Luft/ Wasser WP die aus Luft kältere Luft macht und dadurch warmes Wasser. Die Klimaanlage kann das auch nur, dass nicht warmes Wasser sondern warme Luft entsteht. Die Wirkungsgrade sind nicht ganz so gut aber aus 1kWh Strom können auch 3kWh Wärme entstehen und somit wäre der Use Case immer noch ein Gewinn fürs Klima. Den Use Case im Sommer habe ich oben bereits beschrieben, jetzt kann ich jeden verstehen der mit einer Klimaanlage heizt und die dann auch im Sommer zum Kühlen verwendet. Zumal immer mehr Menschen PV auf dem Dach haben und sich sagen „lieber eine kühle Wohnung als für 8ct verkaufen“
Zu guter letzt kommt auch noch die DIN1946-6 dazu die für neu gebauten Wohnraum ein Belüftungskonzept vorschreibt. Immer besser gedämmte Häuser müssen zunehmend besser belüftet werden und heizen im Sommer auch entsprechend auf was eine Klimatisierung erforderlich macht um Schimmel im Wohnraum zu vermeiden.

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Beim Ziegler habe ich mal in der Vorlesung gesessen. Guter Experte :slight_smile: Der Artikel ist von 2019 und somit teilweise überholt. Strom ist im Sommer jetzt im Überschuss vorhanden, gerade dann, wenn man kühlen möchte. Das passt also deutlich besser zusammen, als z.B. im Winter.

Das Kältemittelthema hat die EU auf dem Schirm.
R410A wird z.B. ab 2025 schrittweise verboten bis 2032. Das ist natürlich auch eine starke Industrie, aber gerade die Zukunftstechnologien sind meiner Einschätzung nach schon wegen des Imageschadens intrinsisch dazu bereit, möglichst wenig Impact zu machen.

Ob wirklich das gesamte Kältemittel aus einer Anlage entweicht, sollte man ggf. auch mal recherchieren. Normalerweise müssen die entsorgt werden. Dass es zu Leckagen kommt, ist aber wohl auch gegeben. Und dann muss man immer noch die Mengen beachten. In einer Wärmepumpe sind meist <3 kg. Also 2 Tonnen CO2 (sofern es R410A wäre), sollte alles entweichen. Ne normale Gasheizung für ein EFH liegt bei 4 Tonnen jedes Jahr.

In Wärmepumpen wird z.B. gerade Propan zum Standard mit GWP 0,02. Klimaanlagen entwickeln sich ebenso.

R410A Verbot mit der neuen F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573?

Was die Notwendigkeit des Kühlens angeht. Natürlich wäre es besser, man würden nicht noch zusätzliche Stromverbraucher installieren, weil man dann weniger Erzeugung bräuchte. Aber in Zeiten, in denen Verbrenner-Aus gekippt wird, man wieder deutsches Gas fördern möchte, Gas- und Ölheizungen wieder einbauen darf, finde ich das eine Nebendiskussion, bei der man wieder mit dem Finger auf Zukunftstechnologien zeigt, aber alles andere ist irrelevant.

Hohe Temperaturen führen zu niedrigerer Produktivität und Konzentrationsfähigkeit. Und wer Altenheime, Krankenhäuser etc. nicht in Hitzewellen kühlt, riskiert Tote.

Eine ähnliche Diskussion wird auch gerne mal wegen SF6 in Schaltanlagen geführt. GWP 24300

Schaltanlagen | Umweltbundesamt

Kurz:

  • Risiken sind bekannt
  • Ausstieg ist beschlossen
  • Technologie hat bereits Alternativen, die zum Standard werden
  • Bauliche Maßnahmen zum Kühlen gerne immer vorher verwenden (Sonnenschutz, Bäume, Ausrichtung, Fenstergrößen, Vorsprünge etc.)
  • Kälte aus Wärme zu gewinnen eignet sich für kleine Anlagen weniger und ist eher was für Nichtwohngebäude
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Dass die Union so unsinnige Politik macht hat vielleicht doch noch andere (schlimmere?) Gründe: Manuel Hagel, Spitzenkandidat der Partei in BaWü zeigte sich in einem Video im Mittagsmagazin der ARD jüngst nicht in der Lage, den Treibhauseffekt zu erklären. Da werde die Atmosphäre immer dünner und die Sonne immer heißer, meinte er. Also vielleicht sind Politiker der Union wirklich einfach so unwissend.

Ab ca. 1:27:00 nimmt das Elend seinen Lauf.

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Nur um es mal gesagt zu haben, lieber Ulf - falls du wieder mal am Frankfurter Flughafen strandest, melde dich, wir bieten dir gerne Asyl. :blush:

Man fragt sich ja schnell „wer baut denn heute noch eine Gasheizung ein? DA spricht ja nichts für“. Und dann liest man sowas:

Ganz anders denkt Erwin Feininger aus Mannheim. Er will seine gerade erst angeschaffte Gasheizung behalten. Und das, obwohl der Mannheimer Energieversorger MVV angekündigt hat, das Gasnetz ab 2035 stillzulegen. Der ehemalige Tankstellenbesitzer versteht nicht, warum man sich vom Gas verabschieden will.

Eine Wärmepumpe kommt für ihn nicht infrage. Dafür müsste er an seinem alten Haus zu viel investieren, sagt er. Und überhaupt gehe ihm das mit dem Klimaschutz zu weit. Deshalb versucht er gemeinsam mit anderen in einer Bürgerinitiative den Energieversorger und die Stadt Mannheim davon zu überzeugen, das Gasnetz zu erhalten.

Also da fällt einem echt nichts mehr ein :man_facepalming:

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Ja, dann soll er seine Gasheizung halt noch 10 Jahre nutzen, sich nen Flüssiggas Tank kaufen oder die Netzkosten ohne staatliche Zuschüsse selbst zahlen, wenn er davon überzeugt ist, dass das die wirtschaftlichste und beste Art zu heizen ist. Und falls er sich in 10 Jahren es dann doch anders überlegt, kann er sich doch eine Wärmepumpe kaufen, dann vermutlich ohne Förderung und mit noch weniger Handwerkern. Wieso er jetzt schon 18T € für eine neue Gasheizung zahlt, ist mir allerdings auch ein Rätsel. In anderen Schnipseln aus dem Beitrag merkt man, dass es sich leider eher weniger informiert und viel Meinung hat. Und komischerweise taucht die AFD bei der Initiative auf, “alles grün und links durchsift bei der MVV”. Kein Widerspruch. Übliche Phrasen. Null Inhalt. Kulturkampf.

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