Das könnte noch andere Konsequenzen haben als die offensichtlichen.
Was ich so gefährlich finde, ist noch die mögliche Auswirkung in der Zukunft. Wer weiterhin solche Heizungen verbauen lässt, könnte dann bei einer AfD-CDU Regierung den (eh schon kaum sinnvollen) Teil mit den Biogasen streichen und schon hätte man zukünftig ohne Probleme klimaschädliche Heizungen bis ans Ende aller Tage.
Hingegen wäre mit der bisherigen Regelung bis dahin der Markt so transformiert, dass dann auch eine Lockerung des Gesetzes den Siegeszug der nachhaltigen Heizungen wohl nicht mehr aufhalten könnte.
Das gleiche gilt natürlich auch analog beim „Verbrennerverbot“.
Ihr kommentiert die Aussage Min. 53:04h:
“Weil wir damit auch einen gesellschaftlichen Großkonflikt befrieden. Einen Großkonflikt, der die Spaltung in unserer Gesellschaft …“
wie folgt:
„… von was für einem Großkonflikt redet er hier? …“
(Es wäre interessant, was Martenstein dazu mailt.)
Das wirkt auf mich so, dass Ihr Euch ausschließlich in einer Bubble links des CDU Arbeitnehmerflügels bewegt.
Zu diesem Spektrum zähle ich mich definitiv und dennoch tausche ich mich mit Leuten aus, die Coronaimpfverweigerer sind und vollkommen auf Merkel und die Grünen schimpfen. Ihnen ist das Hineinregieren in Keller und Heim von Grund auf zuwider. Sie halten Spargel in der Landschaft (die am Ende Ihrer Tage Sondermüll sind) und umweltschädliche Rohstoffe für E-Autos für keine Alternative. Sie sind antiamerikanisch und manche sind politisch nicht mehr zu drehen. Diese Menschen sind große Freunde der Gas- und Ölheizungen und Verbrenner. Sie bilden mittlerweile eine so große Wählergruppe, dass Sie unsere Demokratie gefährden.
Ich denke, dass just auf diese Menschen ist die Änderung des Heizungsgesetzes zugeschnitten. Da hat sich jemand die Ängste von Menschen angehört (wie gerechtfertigt diese auch sein mögen).
So wie ich hoffe über den Austausch mit diesen Menschen, wenigstens einen zum Nach- und Umdenken zu bewegen, so hoffe ich auch, dass manche mit ihrer viel zu teuren Fossilbrennstoffheizung sich nicht mehr genötigt sehen, außerhalb der Demokratie zu wählen.
Ich denke, dein letzter Halbsatz macht schon das Problem deutlich: irrationale Ängste zur Grundlage von Entscheidungen zu machen führt zu demographiezentrierter Politik. Statt schlaue Entscheidungen zu treffen und für sie zu werben - wie repräsentative Demokratie eigentlich gedacht ist - schaut man dann im Ergebnis den Spinnern aufs Maul.
Es ist aber eben nicht egal, wie rational politische Entscheidungen getroffen werden. Natürlich gibt es Bereiche, wo sich die Folgen irrationaler Ideen in Grenzen halten. Aber spätestens beim Klimaschutz fährt man mit dieser Strategie vor die Wand, weil das Klima nicht mit sich feilschen lässt.
Mit anderen Worten: Man kann sich Ängste anhören, aber man sollte sie nicht zur Grundlage seiner Politik machen, sondern lediglich zur Richtschnur der PR für die hoffentlich rationale Politik. M.E. gilt das übrigens nicht nur für Ängste, sondern generell für „Meinungen“, wie sie von Umfragen gemessen werden.
Im Falle des Heizungsgesetzes dürfen wir aber getrost davon ausgehen, dass es der Union gar nicht so sehr um die verwirrten Gas-Jünger aus den AfD-Umfeld geht, sondern einfach um die Kumpels der Ministerin in der Gaswirtschaft.
Es reicht schon, wenn man die Konsequenzen eines ungehinderten Klimawandel erkennt.
In Sachen Klima halte ich die SPD, bis auf Ausnahmen, nicht wesentlich besser, sie werden eher von den Gewerkschaften beackert als die Union, Gewerkschaftler können sich genauso dem Klimaschutz verwehren, wie man im aktuellen Spiegel im Artikel „Anti-Klima-Kanzler“ nachlesen kann.
Dass die Politik zu sehr auf Meinungsumfragen schielt, stimme ich zu. Paradebeispiel ist Söder.
Das ist mir klar. Wollte nur aus Sicht der Kurzsichtigen argumentieren, die Dinge, die weit weg auf der Welt passieren irrelevant finden, weil sie einen im ersten Moment nicht betreffen
Ich habe die Information vermisst, dass sich die dt. Regierung international um grünen Wasserstoff bemüht. Könnte das ggf. eine Quelle sein, mit der angestrebte Gasmix umgesetzt werden soll?
”Bundeskanzler Friedrich Merz hat im Februar 2026 bei seiner Reise in die Golfregion die Energiepartnerschaft mit Saudi-Arabien intensiviert, mit Fokus auf den Import von grünem Wasserstoff. Geplant sind Lieferungen aus der Hafenstadt Yanbu via Rostock, um Deutschlands Energiewende durch Wasserstoff aus Wind- und Solarenergie zu unterstützen. (euronews)
Ob das nun sinnvoll/effizient etc. ist mag ich gar nicht bewerten, aber ich denke es rundet das Gesamtbild ab.
Im Regelfall verstromen die angedachten Lieferländer auch Erdgas. Es ist also nur ein Egotrip, wenn wir H2 importieren und in den Lieferländern weiterhin Erdgas benutzt wird. Kein Gewinn für den Schutz vor einem starken Klimawandel.
Unter der Annahme, dass weiterhin Erdgas benutzt wird, sicherlich nicht. Andererseits wird der Markt für grünen H2 unterstützt, da Nachfrage erzeugt wird. Aber das Klima könnte durch andere Entscheidungen schneller und konkreter geschützt werden, da stimme ich doch gerne zu. Im Falle von Saudi Arabien wird der fossile Ausstieg blockiert durch den Verweis auf den Ausbau von CO2 Speicherung in CCS. So kommt wie so oft eins zum anderen, aber auch sie wollen bis 2030 50% des Stroms regenerativ erzeugen. Ist das Glas damit halb voll oder halbleer ? - die Meinungen werden auch hier auseinandergehen. Positiv finde ich, das selbst im Kern der fossilen Energieindustrie grüne Geschäftsmodelle Einzug halten. Negativ natürlich: es geht viel zu langsam.
Ich sehe in dem Thema einen Hinweis auf eine Theorie, die mir schon länger im Kopf schwebt: die Wahrheit ist tot. Die Union weiß, dass sie Unsinn erzählt. Die WählerInnen der Union wissen, dass sie belogen werden. Aber die schöne Lüge ist attraktiver als die hässliche Wahrheit. Deswegen wird die Union auch diesmal nicht für ihre Lügen abgestraft werden. Abgestraft wird, wer die unangenehme Wahrheit unverblümt aufzeigt (Habeck). Aber einige Leute werden sagen, dass wenn sie schon so offensichtlich beschissen werden man sich auch direkt an die Profi-Bescheißer mit dem A im Namen wenden kann. Ich weiß echt nicht mehr, wie wir da wieder rauskommen sollen.
Ein Punkt noch. Ihr sagt wiederholt, dass die Netzentgelte für die Gaskunden steigen, weil die Netzkosten auf immer weniger Kunden umgelegt würden. Aber tatsächlich wurde diese Netzentgeldumlage für Gaskunden vom Wirtschafsministerium doch schon abgeräumt und auf die Steuerzahler umgelegt, oder?
Übrigens hier ein interessanter Artikel zur Lage und Planung in Berlin:
Danke für den Hinweis. Der Gedanke kam mir auch gleich, als ich das hörte. Wenn Methan verbrennt, entsteht im Idealfall Kohlendioxid und Wasserdampf. Wie zahlt das bitte auf die CO2 Reduktion ein? Mag eine Dumme Frage sein. Aber was ist daran klimatechnisch besser als Erdgas? Das klingt für mich zunächst ein bisschen so als würde ich versuchen, meinen Cholesterinspiegel zu senken, indem ich statt konventionellen stattdessen die gleiche Menge Bio-Eier äße. Ergibt für mich wenig Sinn.
Bio-Methan wird durch die Vergärung pflanzlicher Stoffe hergestellt. Erdgas streng genommen auch, nur das diese Vergärung vor Millionen Jahren stattgefunden hat. Für Bio-Methan werden die Pflanzen dagegen in der Gegenwart angebaut. Sie entziehen der Atmosphäre durch Photosysnthese also das CO2, was beim Verbrennen des Bio-Methans später wieder freigesetzt wird. Theoretisch ist das dann ein klimaneutraler Prozess.
Die Idee bricht aber in sich zusammen, wenn man sich die Realität anschaut. Für die Produktion nennenswerter Mengen Bio-Methan braucht man unglaubliche Mengen Pflanzen. Die lassen sich nur in großen Monokulturen anbauen. Und dieser Anbau ist immer CO2-Negativ – durch Bodendegradation, Dünger, Pestizide und Treibstoff für die Geräte wird zusätzliches CO2-frei, dass die Pflanzen nicht binden können.
Noch dazu stehen die benötigten Flächen dann nicht mehr für alternative Nutzungen zur Verfügung. Sie verdrängen zum Beispiel die Produktion von Nahrungsmitteln. Dafür müssen dann (vor Ort oder anderswo auf der Welt) neue Flächen in Nutzung genommen werden, was zu noch mehr Emissionen führt.
Und dann ist der Prozess natürlich auch nicht 100% effizient. Wenn nicht die komplette Energie zur Umwandlung der Pflanzen in Bio-Methan und die Energie zur Herstellung der benötigten Maschinen und Infrastruktur aus Erneuerbaren Energien gewonnen wurde, dann wird durch den Herstellungsprozess auch nochmal zusätzliches CO2 frei, was an anderer Stelle kompensiert werden muss.
Im Ergebnis ist es also völlig irre anzunehmen, dass Bio-Methan außerhalb von alternativlosen Spezialanwendungen einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten kann. Die ganze Idee bindet nur Ressourcen, die man an anderer Stelle sinnvoll einsetzen könnte.
Wurde vorher schon erklärt. Es ist immer ein Kohlenstoffkreislauf, die frage ist nur wie groß oder klein man den Kreis zieht.
Aber um noch etwas hinzuzufügen. Methan hat ein CO2 Äquivalent von 27-30. Heißt es ist bis zu 30 mal schädlicher. Klar es soll verbrannt werden und es entsteht „nur“ CO2 aber bei der Produktion und dem Transport entweicht immer auch etwas Gas. Anders als CO2 bleibt Methan nur ca 100 Jahre in der Atmosphäre.
Da der wichtigste Kampf in der Klimakrise der um die Kipppunkte ist wäre jeder Verzicht auf Methan sinnvoll.
Ziel der Union ist schlicht möglichst hohe Gas- und Ölverbräuche sicherzustellen! Mit dem GMG wird hier Zeit erkauft. Die ganze Diskussion um die Biogasquote ist eine Nebelkerze und zwar aus verschiedenen Gründen. Einerseits wird, wie in der LdN angesprochen, das GMG vom BHG zerrissen werden. Anderseits und wie bereits von anderen Stimmen kommentiert, gibt es national nicht im Ansatz genug Anbauflächen (siehe auch Biokraftstoffdebatte) und international nur unter Aufweichung von weiteren Umwelt- und Artenschutzabkommen. Sogesehen wurde mit der Schwächung des Lieferkettengesetzes schon ein erster makabrer Schritt unternommen. Zum Leidwesen vieler (nicht von mir) wurde das Mercosurabkommen mit seiner hohen Biokraftstoffquote ja vorläufig verzögert.
Besonders dramatisch ist die wachsende bzw. weiterhin hohe Abhängigkeit von insbesondere Diktaturen, in welche uns die Union erneut manövriert. Solches handeln in Zeiten eines neuen Imperialimus grenzen meiner Meinung nach an Vaterlandsverrat. Empfehle eindringlich den Text “Abhängigkeit als Waffe” von Susanne Götze und Annika Joeres.
Mit der Ausnahme sehr weniger guter Journalist*innen, zeigt die größtenteils grosteske bis inhaltlich falsche Kommentierung des GMG, auch erneut die Nähe der deutschen Medienlandschaft und zahlreicher Fachverbände zur Union. Die Fehler der Union werden dann mit Kampagnen gegen Migranten, Moslems, Grüne oder Arbeitslose überspielt und ich bin schon gespannt, wie weit die Union nach dem erneuten Scheitern ihrer Lobbypolitik gehen wird.
Völlig klar ist, dass die Union noch in 2026 mit der EVP und ihren rechtsradikalen Partnern den ETS2 aussetzen, abschaffen oder senken wird wollen. Das einzige Klimaschutzinstrument auf welches sich die Union jahrelang berufen hat.
Das sind 2 unterschiedliche Dinge. Das eine war eine Speicherumlage (Speicher müssen zum Zeitpunkt x zu y % gefüllt sein, führt zu höheren edit: Kosten, weil inflexibleren Einkaufszeitpunkte). Die wurde abgeräumt.
Das andere sind Netzentgelte generell „In einigen Regionen sind signifikantere Mengenrückgänge zu verzeichnen, die zu Entgeltsteigerungen führen“, sagte ein Sprecher der Behörde den Funke-Zeitungen. Die Kosten für das Netz müssen danach nun also von weniger angeschlossenen Verbrauchern getragen werden.
Das hat ja Habeck mit Scholz schon angefangen und etliche Länder abgeklappert
Ob es bei grünem Wasserstoff bleibt bin ich mir nicht so sicher. Denn explizit laut Eckpunktepapier erlaubt ist ja auch blauer Wasserstoff, der aus Erdgas mit CCS gewonnen wird. Da bei der Erdgas Gewinnung, Transport etc. es zu erheblichen Leckagen kommt, ist der nicht grün.
Diese Nachfrage wäre jetzt schon da, wenn man das rechtlich abbindet. Die Industrie benötigt jetzt schon 43 TWH H2, wovon 93 % aus Erdgas gewonnen werden. Die ersten Stahlkraftwerke werden pilotweise auf H2 umgebaut, Salzgitter und Duisburg. Ob man einen Push durch die Verheizung in Gasheizungen bekommt wage ich zu bezweifeln, da die Beimischungen ab 2028 (1% allgemeine Beimischung wird jetzt eh schon durch Biogas erreicht) bzw. 2929 (nur für neu eingebaute Heizungen) greifen. Da wird es aktuell keinen Anreiz zum Ausbau geben.
Vlt. führt die aktuelle Entwicklung ja mal wieder zu einem Wach-Rüttel Effekt, dass die Energieabhängigkeit Fossiler nicht smart ist und auch nicht sicher und auch nicht Preisstabil.
An deutschen Tankstellen kosten Benzin und Diesel so viel wie fast zwei Jahre nicht mehr.
Die Preise für die Rohölsorten Brent und WTI legten in der Spitze um bis zu 10 Prozent auf knapp 80 US-Dollar je Barrel zu. Die europäischen Gaspreise stiegen sprunghaft um bis zu 25 Prozent an. Händler fürchten, dass die Kämpfe im Nahen Osten die globale Energieversorgung nachhaltig beeinträchtigen könnten.
Mal sehen, ob man wie bei der Ukraine Habeck angedichtet, jetzt Merz/Reiche vorwirft für hohe Preise verantwortlich zu sein.
Wir hatten 4 Jahre Zeit unsere Lehren zu ziehen. Statt unabhängiger zu werden, will die Regierung EE bremsen und mehr Abhängigkeit von Fossilen. Das ist kein Zukunftskonzept.
Die letzten Wochen haben es überdeutlich gezeigt: Klimapolitisch ist von dieser Regierung in Deutschland absolut nichts mehr zu erwarten!
Erst wurde das EU-Verbrenner-Aus erfolgreich zu Fall gebracht: weiterhin können nun „Stinker“ zugelassen werden auch nach 2030 . . .
Am 26.2.2026 dann die Ankündigung, daß das Gebäude-Energie-Gesetz gekippt wird. Nicht mehr 65 % erneuerbare Energien müssen ab 2035 zum Heizen von Gebäuden verwendet werden, sondern „freie Fahrt für Öl und Gas“ wird suggeriert.
Kein einziges Wort dazu – auch nicht in den Medien- daß eine existierende EU-Verordnung fordert, Neubauten ab 2030 spätestens emissionslos zu heizen und zu kühlen . . . 2030, das ist „morgen“ wenn man die Planungs- und Bauzeiten in der Praxis bedenkt. Wie bereitet sich das bestehende Bundes-Bau-Gesetz darauf vor ? Wie die 16 (!) Landesbauordnungen in der Bundesrepublik Deutschland?
Dann am 27.2.2026 Gesetzentwurf zur Novelle des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) aus dem „Hause Reiche“ (= Bundesministerium für Wirtschaft). Er besagt, daß die bisherige Förderung privater Klein-PV-Anlagen – die ohnehin schön lächerlich gering war – nun gänzlich gestrichen werden soll. Die „Bürger-Energiewende“ wird damit von der Bundesregierung abgewürgt. Dabei sind derzeit über 1 Million solcher Klein-PV-Anlagen für eine riesige Einsparung an CO2-Emissionen verantwortlich und sorgen für kostengünstiges Heizen und Wohnen.
Bundeskanzler Merz hat letzte Woche / Ende Februar 2026 in Antwerpen öffentlich gefordert, daß nun auch der EU-Emissionshandel verschoben werden sollte.
Professor Michael Hüther vom IW kommentiert: „keine gute Idee“ und Herr Hüther ist nicht bekannt als fundamentaler Grüner. Er warnt vor den wirtschaftlichen Folgen und der fehlenden Planungssicherheit und -verlässlichkeit bei einem Umschwenken in dieser Frage.
Fakt ist: der Sektor Gebäude Heizen/Kühlen/Bauen ist für ca. 23 % der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich, der Sektor Verkehr für ca. 22 % (Quelle: Umweltbundesamt Bericht für 2025) der CO2-Emissionen. Dazu steuert der Verkehr in Deutschland 17 % zu den Feinstaubemissionen bei und 37 % zu den Stickoxiden.
Es geht also „Schlag auf Schlag“ im Rahmen dieser konzertierten Regierungsaktion. Niemand kann mehr sagen, er habe nichts davon gehört oder gewußt. Hier liegt offenbar zielgerichtetes, systematisches Handeln nach einem Drehbuch vor, das wir Bürger:Innen nicht kennen. Was wird wohl noch alles folgen? Die mühsam errungenen Kompromisse zum Klimaschutz in unserem Land werden gnaden- und rücksichtslos rückabgewickelt, gleich welche Folgen daraus resultieren werden. Wann erleben wir das nächste „AHRTAL-Desaster“ ? . . . ist da nur noch eine Frage der Zeit.
Verantwortung für nachkommende Generationen?
Klimagerechtigkeit für unsere Kinder und Enkel?
Fehlanzeige, „Klimaschutz ade“ heißt offenkundig die Devise.
Après moi le déluge !
Deutschland hat sich mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz das Ziel gesetzt, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 % gegenüber 1990 zu mindern und will 2045 die Klimaneutralität erreichen. Es bleibt das Geheimnis dieser Regierung, wie diese Ziele erreicht werden sollen . . . Milliarden-Strafen drohen, wenn diese Ziele verfehlt werden. Es wird dann richtig teuer, unabhängig von den steigenden Kosten für verfehlten Klimaschutz die aus Dürren, Klimakatastrophen, Überschwemmungen, Starkregenereignissen, Hochwasser resultieren. Vorausschauende Planung und präventives Antizipieren sehen anders aus.
Allem zivilgesellschaftlichem Widerstand zum Trotz, wider jegliche wissenschaftliche Erkenntnis belegt diese Regierung mit ihrem Handeln und ihren Ansagen, daß sie einfach macht, was sie will: Politik für Millionäre, nicht für Millionen!
Die Gasindustrie, wo Frau Reiche zuvor angestellt war, wird sich freuen und ins Fäustchen lachen . . „Drill-Baby, drill“ auf Deutsch!
On y soit qui mal y pense . . ..
Und was sagen die Deutschen dazu? Halten sie wie immer still und nehmen alles hin ?
. . . es steht zu befürchten, daß außer ein paar empörten Leserbriefen nichts geschieht und danach gilt: „Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter!“
Mit freundlichen Grüßen
Karsten Bach
Dazu;
In Folge 467 der Lage der Nation entsteht beim Thema Gebäudemodernisierungsgesetz der Eindruck, die Mehrkosten durch die gesetzlichen Neuerungen lägen 2030 bei rund 180 Euro pro Jahr. Diese Größenordnung erscheint mir deutlich zu niedrig.
Leider konnte ich die im Podcast erwähnte Epico-Studie nicht finden, um die zugrunde liegenden Annahmen im Detail nachzuvollziehen. Deshalb einmal eine einfache Überschlagsrechnung mit meinen Annahmen:
Aktuelle Großhandelspreise (Spotmarkt):
-
Erdgas: 3,4 ct/kWh
-
Wasserstoff: 27 ct/kWh
-
Biomethan: 8 ct/kWh
Nehmen wir an, bis 2029 werden 10 % grüne Gase beigemischt – je zur Hälfte Wasserstoff und Biomethan. Dann ergibt sich für den Brennstoffpreis:
-
90 % × 3,4 ct
-
5 % × 27 ct
-
5 % × 8 ct
Das ergibt rund 5 ct/kWh statt bisher 3,4 ct/kWh. Der reine Brennstoff verteuert sich also um etwa 50 %.
Heute liegen die Endkundenpreise bei rund 8 ct/kWh. Zu den Brennstoffkosten kommen noch Netzentgelte, Steuern und, und, und hinzu. Gehen wir von so 4,5 ct/kWh aus. Das führt ein Endkundenpreis von knapp 10 ct/kWh. Rechnet man zusätzlich etwa 1 ct/kWh CO₂-Preis (Annahme von EWI) hinzu, landet man bei rund 11 ct/kWh.
Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung mit 12.400 kWh Jahresbedarf für Heizung und Warmwasser ergibt das:
-
12.400 kWh × 8 ct = 992 Euro
-
12.400 kWh × 11 ct = 1.364 Euro
Das sind rund 370 Euro Mehrkosten pro Jahr und das bereits bei nur 10 % Beimischung im Jahr 2029.
Hinzu kommt: Die Quoten sollen perspektivisch weiter steigen. Biomethan dürfte bei wachsender Nachfrage kaum günstiger werden, eher im Gegenteil. Wasserstoff könnte durch Skaleneffekte günstiger werden, liegt aber aktuell um ein Vielfaches über Erdgas. Selbst bei optimistischen Lernkurven bleibt der grüne Brennstoff deutlich teurer als fossiles Gas.
Ich hatte dazu auch eine Analyse im Tagesspiegel Background Klima & Energie gesehen. Dort werden für 2029 rund 15,5 ct/kWh und für 2035 etwa 19,5 ct/kWh genannt (inklusive CO₂-Preisen). Das liegt noch deutlich über meiner konservativen Überschlagsrechnung.
Um es zugespitzt mit den Worten von Philip und Ulf zu sagen: Man zahlt perspektivisch nicht nur einen „13. oder 14. Monat“ extra, sondern eher einen „21. oder 22.“.
