LdN 465: Feedback allgemein

Ich bin bei dem Thema ehrlich gesagt zwiegespalten. Grundsätzlich sehe ich durchaus das Problem einer überbordenden bürokratischen Verwaltung. Allerdings habe ich den ersten Teil der Sendung stellenweise als sehr stark vereinfachend, …empfunden.

Den Frust von Herrn Scheel kann ich nachvollziehen. Gleichzeitig wirkte er auf mich nicht besonders selbstkritisch. Sehr vereinfacht gesagt: Er kauft einen landwirtschaftlichen Betrieb im Außenbereich und wandelt ihn in eine Nähfabrik um, ohne im Vorfeld alle erforderlichen Genehmigungen einzuholen. Sich im Anschluss darüber zu beschweren, dass die Verwaltung dann Fragen stellt und Auflagen prüft, finde ich nur bedingt nachvollziehbar.

Ich halte es grundsätzlich für richtig, dass wir keine fortschreitende Zersiedelung unserer Landschaft zulassen. Herr Scheel sagt selbst, dass er jährlich rund 400.000 Euro „hinterherproduziert“. Für mich bedeutet das im Umkehrschluss, dass perspektivisch eine Erweiterung notwendig wäre – und am Ende stünde möglicherweise ein neues Gewerbegebiet mitten im Grünen. Genau das wollen wir doch eigentlich vermeiden.

Auch beim Thema Brandschutz hätte ich mir eine stärkere Einordnung durch die Hosts gewünscht. Wir haben aus guten Gründen strenge Regularien. Dass der örtliche Feuerwehr-Zugführer (überspitzt formuliert) möglicherweise nicht der geeignete Gutachter für komplexe brandschutzrechtliche Fragen ist, erscheint mir durchaus plausibel. Schließlich geht es hier nicht nur um Menschenleben, sondern auch um haftungs- und versicherungsrechtliche Aspekte.

Besonders irritiert hat mich die Argumentation, er habe bereits hohe Summen an Lohnsteuer gezahlt und man könne daher „auch mal Fünfe gerade sein lassen“. Das klang für mich zumindest nach dem Gedanken, wirtschaftliche Leistung verschaffe eine gewisse Sonderstellung gegenüber dem Gesetz. Vielleicht interpretiere ich das zu streng, aber das war mein erster Eindruck – und der hat bei mir Unbehagen ausgelöst.

Ich hätte mir insgesamt gewünscht, dass auch die Gegenposition differenzierter beleuchtet wird, anstatt lediglich punktuell Audioaufnahmen des Landrats einzuspielen – jeweils dort, wo sie dramaturgisch passen.

Trotz meiner Kritik finde ich es grundsätzlich richtig und wichtig, dass dieses Thema öffentlich diskutiert und in den Fokus gerückt wird.

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