LdN 465 Ergebnisorientierung in der Verwaltung

Liebes Lage-der-Nation-Team,

vielen Dank für euren Podcast! Besonders hängen geblieben ist bei mir im Gespräch mit Marco Scheel der Gedanke, dass eine funktionierende Demokratie Vertrauen in den Verwaltungsapparat braucht.

Dazu möchte ich eine kleine Erfahrung teilen.

Unsere fünfjährige Tochter besucht einen etwas altmodischen, aber wunderbaren Kindergarten der Johanniter – mit großem Garten, engagierten Mitarbeitenden und einer Atmosphäre, in der sie richtig aufgeblüht ist. Im Frühjahr kam die Nachricht, dass der Kindergarten wegen nicht erfüllter Auflagen (u. a. fehlender Speisesaal) schließen soll.

Für uns persönlich wäre das verkraftbar gewesen, da unsere Tochter bald in die Schule kommt. Aber der Kindergarten liegt in einem Viertel mit hoher kultureller und sprachlicher Vielfalt. Viele Eltern sprechen wenig Deutsch, haben kein Auto, und der ÖPNV ist hier in einer bayerischen Kleinstadt eher dünn. Für viele Familien und Kinder wäre ein Wechsel sehr belastend gewesen.

Als Elternbeirat haben wir daher das Gespräch gesucht: mit dem Bürgermeister, dem Jugendamt, der Kirchenverwaltung, dem Bistum Regensburg und dem Landkreis. Und was uns begegnet ist, war keine Blockadehaltung, sondern echte Lösungsbereitschaft. Am Ende stand die Zusage, dass der Kindergarten noch zwei Jahre weitergeführt werden kann, bis ein Neubau in der Nähe fertig ist.

Für mich war das eine sehr positive demokratische Erfahrung: Behörden, die zuhören. Verantwortliche, die innerhalb der Regeln pragmatische Lösungen suchen. Und das Gefühl, dass Engagement tatsächlich etwas bewirken kann.

Mein Vertrauen in unseren Staat ist dadurch gewachsen – und vielleicht hat auch meine Tochter dabei ein kleines Stück Demokratie gelernt.

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