LdN 459 Mastodon (bzw. Fediverse)

Nein, ich nutze die globale Timeline einfach nicht. Mir bringt ein Algorithmus, der mir vorschreibt, was ich interessant zu finden habe, tatsächlich NOCH weniger als eine Flut aller Nachrichten.

Fragmente gibt es, z.B. Gab (rechtsextremistisches Netzwerk) steht recht einsam, aber der weitaus größte Teil des Fediverse ist verwoben.

Nein. Ich denke aber daher wird Mastodon wird ein Nischenprodukt bleiben.

Weil „Datenschutz“ total verbrannt ist. Wenn ich Datenschutz höre, dann sehe ich nur ewig gestrige Bremser, die möchten, dass alles so bleibt wie es ist.

Mit den uns selbst auferlegten Regeln wird es nie ein konkurrenzfähiges digitales Produkt aus der EU geben. Und was machen wir? Machen noch mehr Regeln, dass auch ja alle am Spielfeldrand stehen bleiben.

Wenn sich jemand wirklich um seine Daten sorgt, kann er*) sich ja ein Dump-Phone kaufen. Problem erledigt.

*) Achtung, nicht gegendert. Wäre auf Mastodon verboten…

Das ist eine Falschmeldung.

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Ich hab das so interpretiert :man_shrugging:

Das bedeutet, wenn Du jemanden absichtlich z. B. als Frau ansprichst, der sich bekanntermaßen als Mann identifiziert.

Von Gendern steht da nichts.

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Bitte zum Thema zurück. :wink:

eben: Wenn die User Präferenzen so sind wie sie sind, vielleicht sollten wir uns dann lieber auf das konzentrieren, was wir kontrollieren und auch durchsetzen können, z.B. den Digital Service Act?

Der DSA inkludiert alle Anbieter digitaler Dienste und überwacht besonders streng die sehr großen Plattformen mit 45m+ Usern. Er regelt Inhalte (Melde- und Beseitigungspflicht), verleiht Usern mehr Rechte (statt rechte User, kleiner Witz), fordert Transparenz, regelt Online Ads, muss systematische Risiken analysieren (z.B. Wahlbeeinflussung), Forschern Daten geben, Fraud verhindern usw.

Zusätzlich kann nationales Recht festlegen, was „legal“ ist und was nicht.

Ein ziemlich scharfes Schwert also, ohne einzelne Dienste zu diskriminieren oder in Nutzerpräferenzen einzugreifen.

Ich persönlich denke, wir haben genug damit zu tun, der üblen Allianz Trump & Tech Bros Paroli zu bieten und ich habe große Zweifel, dass wir den Mut dazu haben, den DSA wirklich durchzusetzen, z.B. wenn wieder mit Handelsbeschränkungen gedroht wird.

Man kann sich aber auch hervorragend weiter mehr Mastodon-Nutzung beim Weihnachtsmann wünschen. Funktioniert in der Bubble bestens…

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Ich verstehe nicht, warum um Alternativen gerungen werden muss, die sich überhaupt nicht ausschließen: Wir können die Platzhirsche aus den Vereinigten Staaten gemäß dem Digital Services Act zügeln, Mastodon um einen Empfehlungsalgorithmus erweitern, der es für ein größeres Publikum interessant macht, und Menschen, die Empfehlungen nicht mögen, gestatten, diese zu deaktivieren. Es gibt doch überhaupt keinen Grund, nicht alles gleichzeitig zu machen. Und wo die Leute sich dann am wohlsten fühlen, können sie selbst entscheiden. Oder habe ich etwas übersehen?

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Ja, hast du meiner Meinung nach, nämlich zu priorisieren und das, was gesagt wird, auf Wirksamkeit zu prüfen.

Mastodon will never ever be a leading social network. Das weißt du auch.

Der DSA stellt aber sicher, dass auf ALLEN Netzwerken SOFORT die Standards, nach denen wir digital in Europa leben wollen, durchsetzbar wären. Ich finde das Argument „man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen“ stinklangweilig, weil es den Blick fürs Wichtige verstellt. Wir reden hier über einen irrelevanten Hebel - oder wir nehmen die Besorgnis nicht hinreichend zu Kenntnis, die Startpunkt der Diskussion und der Hosts war.

Bin mir sicher, dass das, was ich hier sage, diplomatischer und konsensfähiger ausgedrückt werden kann; letzlich möchte ich hier doch den Punkt machen, dass das einzig realistische Tool zur Zeit bei gegebenen Präferenzen unsere Gesetzgebung i.w.S. ist. Und sie hat das Zeug dazu, erfolgreich zu sein. Musk hasst die EU und möchte sie abgeschafft wissen; Trump und Zuckerberg hetzen nicht ohne Grund, wir haben hier etwas, was die Probleme der US Plattformen adressiert. (und ja, baut doch an einem besseren Mastodon, würde mich persönlich freuen!).

Wenn Mastodon darauf verzichtet, einen Empfehlungsalgorithmus zu entwickeln, wird deswegen der Digital Services Act nicht besser durchgesetzt. Hinter beidem stecken voneinander unabhängige Handelnde, die keinen Einfluss auf die jeweils andere Seite haben. Priorisieren bringt dann etwas, wenn eingesparte Ressourcen auf der einen Seite der anderen Seite zugute kommen.

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Sehr viel Zustimmung zu Deinem Post.

Zu dem zitierten Teil: Das schöne am Fediverse ist ja: Jeder kann es erweitern, wie er mag - im Gegensatz zu den großen Netzwerken, wo nur der Konzern (oder nur der Chef :wink:) entscheidet.

Es gibt bei Mastodon z. B. einen Hypebot, der häufig geteilte Inhalte / Hashtags teilt. Dem kann man folgen und kriegt entsprechende Empfehlungen.

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Im Endeffekt ist Mastodon aber das Aushängeschild des Fediverse und dessen relevantester Dienst. Es ergibt also schon Sinn, dass Mastodon in den Fokus gerückt wird.

Genau das hat die Instawelle dieses Jahr ad absurdum geführt, die waren nicht bereit, sich mit Mastodon zu befassen und sind Scharenweise zu Pixelfed gewandert. Wohl auch ein Grund, warum die Zahlen für Mastodon user nach unten gehen.

Die Twitterfluchtwelle ist durch und viele die jetzt kommen, wollen gar keinen “Kurznachrichtendienst” oder Twitter ersetzen.

Und klar sollte man das Fediverse immer zuerst erwähnen, schon allein deswegen weil man sich mit einer Begrenzung auf nur Mastodon - wenn es um Funktionen, Features usw. massiv selber ins Bein schießt

Ja, hast du.

Das sind die Regeln einer einzigen Instanz und nicht die des Fediverse. (Gek. Mod)

Mastodon ist kein Netzwerk und wird es auch nicht werden, egal wie oft das erzählt wird.

Zudem hat das Fediverse nie den Anspruch erhoben, ein leading Network zu sein oder zu werden. Das haben immer andere in den Raum geworfen udn gefordert.

Was das Fediverse sein wollte, eine Alternatives Social Media Netzwerk, das sich auf Datenschutz/Sparsamkeit, kein Tracking und kein ausspionieren der Interessen um daraufhin Werbung auszuspielen usw.

Und klar gibt es auch im Fediverse Algorithmen, nur eben viel feinere und solche, für die jeder user selber verantwortlich ist.

「 Jürgen 」:fedi_mastodon:: „**Der Versuch einer Beurteilung von Algorithmen i…“ - Jürgens Fediverse hat das schön zusammen gefasst

Ich will nicht nerven, deswegen mein letzter Post zu dem Thema. Ich finde, wenn man insgesamt tausende von Stunden mit Social Media verbringt, dann sollte man auch mal 40 Minuten für eine, möglicherweise bessere Alternative, aufbringen können, viel Spaß:

Obwohl mir tatsächlich der Mehrwert von Social Media noch unklar ist, wenn es primär darum geht, Zeit zu vertreiben, oder als Subjekt wirtschaftlicher Werbeinteressen zu dienen.
Wenn es um einen sachlichen moderierten Austausch wie hier im Forum geht, sehe ich den Mehrwert.
Bei manchen hilfreichen Videos oder Infos grundsätzlich auch, aber da steht immer die Frage nach der Seriösität der Quelle im Raum bzw. welche Absichten dahinter stecken.
Vielleicht ist es aber auch nur altmodisch, direkte zwischenmenschliche Kommunikation zu pflegen? :wink:

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