LdN 459 Mastodon (bzw. Fediverse)

Bzgl. Mastodon und digitaler Souveränität ist auch folgendes interessant:

Ein deutsches Finanzamt hat dem Open-Source-Projekt Mastodon den Status der Gemeinnützigkeit aberkannt.„Dies geschah ohne Vorwarnung oder Erklärung“, schreibt Mastodon-Gründer Eugen Rochko in einem Blogpost.

[…]

Deshalb gründet Mastodon nun eine gemeinnützige Organisation in den USA, um in größerem Umfang Spenden sammeln. Man will so zum Wachstum des sozialen Netzwerks beitragen.

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Einspruch, und das auf ganzer Linie.

Das sind alles deine Empfindungen und das was “du” brauchst.

Das Fediverse hat seine eigene (auch Meme) Kultur und die unterscheidet sich von dem was es auf Twitter (und auch mehr in deiner Blase) gab.

Und es gibt dort sehr wohl Humor, aber eben nicht diesen “andere fertig zu machen” damit andere drüber lachen. Wie gesagt, es ist eine andere

Und klar fand auch im Fediverse eine #MeeTo Kompanie statt, nur hast du sie wohl nicht bemerkt oder warst noch gar nicht da. Und es gibt auch sehr viele andere, nur anscheinend nicht in deiner Timeline. Das ist der Unterschied.

Nur weil du es nicht siehst, heißt das nicht, das es das nicht gibt. Es scheint vielmerh so, das es deinen followern nicht wichtig erscheint, so was zu teilen

Wenn man auf Mastodon sein kann und die Kampagne einfach gar nicht mitbekommt, mag das an der gewählten Instanz usw liegen, es begrenzt aber auch sehr den Effekt den Kampagnen wie #metoo auf so einem Netzwerk überhaupt haben können.

Das ist ja auch by design, durch die zwei timelines und den Fokus auf chronologische Algorithmen. Die Frage ist, ob wirklich so viele Menschen diese Art von Algorithmus der Personalisierung a la TikTok und Instagram vorziehen.

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Offenbar will keiner über Nostr reden. Seltsam, ich hätte von Leuten, die sich um Dezentralität, Datensicherheit, Verschlüsselung etc. Gedanken machen irgendwie erwartet, dass das ein Thema sein könnte. Aber ok, dennoch mal die Frage: Warum zieht das niemand in Betracht?

Was ist eigentlich, wenn der Mastodon-Server, bei dem man seinen Account hat, aus welchem Grund auch immer, dauerhaft offline geht?
Kann ich dann meinen Account irgendwie wiederherstellen?
Was passiert dann mit meinen Beiträgen?
Was passiert mit meinen Listen, Direktnachrichten?
Müsste ich dann auf einem neuen Server nochmal von vorne anfangen?

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Für Mastodon (zu recht) werben, aber dann googlen?!

Frage zum Werkzeug der Netzrecherche: Nutzt Ihr tatsächlich Google, wie es die Verwendung des Wortes "googeln“ nahelegt, oder nutzt Ihr eTools.ch, oder andere Meta-Suchmaschinen? Dann wäre ein neues Verb hier nötig, um auch hier den Ausstieg deutlich zu machen.

Fragt und grüßt eine treue Hörerin an den Endgeräten

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Loops und Pixelfed sind Ansätze Tiktok und Instagram im Fediverse zu ersetzen.

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Der Strom kann immerhin dezentral erzeugt werden, wenn das Stromnetz krachen geht :slightly_smiling_face: wenn die Instanz deines Accounts nicht mehr verfügbar ist, ist auch dein Account so nicht mehr verfügbar. Du kannst vorher zwar manches exportieren (Posts, Account info etc.), aber du musst das halt zwingend vor der Abschaltung machen.

Verstehe ich den hype insgesamt nicht. Nur weil etwas dezentral ist, ist das nicht automatisch sicherer. Im Prinzip verschiebe ich die Herrschaft über meine Daten von einem riesigen Techkonzern zu mir unbekannten Administratoren.

Wer sich ein bisschen im open source (software) Bereich auskennt, weiß, dass halbe Internet auf freiwilliger Arbeit beruht, was absolut kein Wunschzustand ist. Möchte ich dann auch noch mein social network von einen ausgebrannten Admin verwalten lassen, der irgendwann seine Instanz abschaltet oder alles an einen Geheimdienst verkauft? Von Phishing und anderen Praktiken mal ganz abgesehen.

Mhh… die Wahl zwischen Pest und Cholera, bei der sich die meisten für die bequemere Variante entscheiden, wenn sie keine besonderen Anforderungen an Sicherheit haben. Würde mir manchmal eine ehrlichere Diskussion über dezentral vs zentral wünschen.

Hallo und schöne Weihnachten an alle :heart: kommt gut rüber

Es gibt keinen Mangel an obskuren sozialen Netzwerken (kurzes googlen zeigt zB Aether, Minds, Matrix, Mewe, Diaspora). Man kann aber nicht einfach über jede neue Idee reden, vor allem nicht, wenn diese nun wirklich absolut keine relevante Verbreitung haben.

Schon Mastodon/das Fediverse tut sich schwer damit, sich weiter aus der eigenen Nische heraus zu verbreiten. Da muss man seine Aufmerksamkeit nicht auf noch unbekanntere Alternativen richten.

@Ilka_Elisa ich nutze die Google-Suchmaschine nicht, trotzdem ist das Verb googeln mittlerweile einfach alltäglicher Sprachgebrauch…

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Wenn Du bei Mastodon keine Memekultur und vor allem keinen Humor entdeckt hast - dann Frage ich mich, wie kurz Du dort unterwegs warst.

Mir fallen auf Anhieb lustige, humorige Dinge ein, die in Mastodon entstanden sind (Antifa-Memes, Gemüsebattle,…)

Es gibt Leute, die würden das exakte Gegenteil von Deiner These behaupten: Dass es auf Mastodon wesentlich entspannter zugeht.

Ein Grund für Dein Zerrbild könnte eben die Instanzwahl und die Wahl Deiner Follows sein. Da es keine Algorithmen, sondern eine einfache Timeline gibt, liest Du halt das, was Du followst und wo Du bist.

Du hast also eher eine Aussage darüber getroffen, was für Accounts Du so folgst :wink:

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Auch E-Mail basiert auf so etwas wie Instanzen, die miteinander reden. Es ist das wahrscheinlich erfolgreichste Kommunikationsmedium weltweit. Vielleicht ist der „komplizierte Kram“ gar nicht so kompliziert. So wie du dir bei E-Mail (oder deiner SIM-Karte) überlegst, zu welchem Anbieter du gehst, überlegst du dir bei Mastodon, zu welcher Instanz du gehst.

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Das reicht mir zu lesen und dadurch zu verstehen, dass es niemals mehr als ein Nischenprodukt werden wird. Klingt wie ein modernerer RSS-Feed. Hat ebenfalls keinen Erfolg beim Standard-User.

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Dann finde ich, schreibt sich Mastodon die „Dezentralität“ zum Teil unberechtigt auf die Fahne. Ja, es gibt keine zentrale Instanz, die die theoretische Hoheit über die Inhalte hat, wie z.B. Twitter. Aber der Server, für den ich mich entschieden habe, ist auf jeden Fall ein „single point of failure“ (den es bei Nostr so nicht gibt).

Naja, Dezentralisierung ist halt das Gegenteil von Zentralisierung und bedeutet, dass etwas, wie z.B. Macht, Kontrolle oder Vertrauen nicht nur auf einige, wenige beschränkt ist, sondern sich auf viele oder sogar alle verteilt.

Bei Aether werden ja deine und andere Beiträge auf deine eigenen Festplatte gespeichert, da jeder Nutzer auch gleichzeitig ein Knotenpunkt im Netzwerk ist. Also ich würde das nicht wollen. Einen Smartphone-Client gibt es aus diesem Grund auch nicht.

Minds ist eine Plattform, die von einem Unternehmen betrieben wird. Es gibt zentrale Server und eine zentrale Kontrolle über die Kerninfrastruktur.

Bei Matrix ist deine Identität wieder an deinen „Homeserver“ gebunden. Ähnlich wie bei Mastodon ginge deine Identität auf verloren, wenn der Server verschwindet.

MeWe ist eine zentralisierte Plattform, die von einem Unternehmen betrieben wird. Dann kann man ja gleich bei Twitter bleiben.

Bei Diaspora ist deine Identität wieder an deinen „Pod“ gebunden… Nachteil, siehe Matrix und Mastodon.

Sorry, keine Alternativen. Nur bei Nostr bist du weder an ein Unternehmen, noch an einen spezifischen Server gebunden und musst auch nicht als Knotenpunkt Beiträge anderer auf deiner Festplatte speichern. Du brauchst nicht mal eine E-Mail bzw., musst diese nicht preisgeben, um teilzunehmen. Wäre das nichtmal ein Anreiz, sich Nostr doch mal anzuschauen?

Ein Nischenprodukt ist es zweifellos. Die Tatsache, dass es keine Algorithmen gibt, die Dir vorschreiben, was Du zu lesen hast, ist für die Nutzer:innen, die sich dafür entscheiden oft einer der zentralen Pluspunkte. Es bedeutet einfach auch in diesem Aspekt, dass nicht irgendwer fremdes die Macht über den Diskurs hat, sondern jeder selbst über seine Konversation entscheiden kann.

Ich weiß noch, dass es mich extrem genervt hat, als Twitter von dieser klassischen Timeline auf die übergriffige Algorithmisierung umgeschaltet hat. Das war dann vermutlich auch der Turning Point, an dem es sich in ein Monster von Hass und Hetze verwandelt hat: Optimierung auf Engagement bedeutet halt immer Optimierung auf maximale Emotion - also auf Wut und Hass.

Und ehrlicherweise ist ja auch Twitter schon ein Nieschenprodukt.

Mit RSS Feeds hat es allerdings wenig zu tun. Es geht schon noch um Micro-Blogging, nicht um Website-News o.ä. - die strukturelle Verwandtschaft liegt da ganz klar bei Twitter.

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Von welchen Nutzerzahlen reden wir da? Wenn ich mich als journalistisches Medium entscheide, auf eine Plattform zu gehen, sollte die auch eine entsprechende Reichweite bieten.
Und als Nutzer will ich natürlich auch, dass ich mit möglichst vielen Leuten interagieren kann.
Natürlich kann ich Matrix Signal/whatsapp/whatever und Nostr Mastodon/BlueSky/whatever vorziehen.
Wenn ich da ohne meine Freunde, Kollegen und Lieblingspromis sitze und die alle geschlossen auf einer anderen Plattform, werde ich da nicht glücklich werden.

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Als ich im Podcast hörte „Insta für Mastodon“ musste ich etwas grinsen, den Pixelfed existiert. An dieser Stelle möchte ich einfach mal auf den schönen Blogartikel von Nerdherz verweisen, die im Selbstversuch Accounts bei Insta und bei Pixelfed erstellt hat und dann über mehrere Wochen beobachtet hat wie die sich so entwickeln.
Das war für mich sehr interessant zu lesen, denn es zeigt, dass viele der sogenannten „Interaktionen“ bei Insta nur passieren, damit man ein besseres Ranking im Algorithmus bekommt. Damit wird der User bei Insta zur dressierten Laborratte degradiert die mit einem schwer zu entschlüsslenden Belohnungsystem kämpft um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

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Das sehe ich anders. Viele Nutzer folgen nicht nur Personen, sondern nutzen social media auch als Newsfeed. Die reine Timeline interessiert oftmals nicht, sondern die Nutzer erwarten eine auf sie zugeschnittene Portionierung und Selektion.
Persönlich bevorzuge ich eine Timeline, aber damit entspreche ich offensichtlich nicht der breiten Masse.

Engagement = Erfolg. Wenn jetzt weniger Engagement und zusätzlich mehr Aufwand (Instanz-Auswahl, Schließung von Instanzen etc.) zusammenkommen, sehe ich keine Möglichkeit, wie es aus der Nische treten kann.

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Ja, das gute alte Problem des Netzwerkeffekts. Völlig richtig.

Die LdN hatte Mastodon aber hier nicht nur als journalistisches Tool angepriesen oder um dort alle Freunde (jetzt schon) vorzufinden, sondern als Alternative, die es zu stärken gilt, wenn man wirklich digitale Souveränität erreichen möchte.

Man muss sich also irgendwie auch entscheiden: Ist es mir wichtiger, alle meine “Promis” zu lesen, oder ist es mir wichtiger, dass ich kein Unterstützer eines faschistischen Netzwerks bin?

die meisten hier verstehen anscheinend das Fediverse immer noch nicht und setzen es mit Mastodon gleich.

Wie kommt es, das fast alle hier immer von einer Anwendungssoftware reden statt vom Netzwerk? Das wäre als wenn alle von Outlook reden, wenn sie mail meinen.

Dattelhonig, wir sind ihnen da was Fediverse und Möglichkeiten angeht, leider weit voraus, Nostr erst recht. Wenn sie lieber alles in einem haben wollen und möglichst so, das ein irgend wie gearteter Algorithmus ihnen alles aufs Brot schmiert.

ich benutze das Wort googeln nicht uns sage suchen.

Und nein, ich benutze auch kein google zum suchen