Das ist tatsächlich der Endgegner - haben wir schon auf dem Zettel und schauen wir uns in Bälde noch mal genauer an. Ich habe aus verschiedenen Hintergrund-Gesprächen immerhin die Hoffnung, dass einige Parteien im Bundestag bei dem Thema „Schutz von Mietenden vor allzu hohen Heizkosten“ langsam aufwachen.
Herzlichen herzlichen Dank für die interessante Diskussion!
Ich möchte einen Punkt beitragen, der aus meiner Sicht gerade in Bezug auf Altbauten in der Diskussion deutlich zu kurz kommt:
Ich wohne selbst als Mieter in einer Wohnung im Denkmal-geschützten Altbau (Baujahr um 1890).
Vor 15 Jahren hat meine Vermieterin vorausschauend die Heizung auf eine Erdwärme – Pumpe umgestellt. da es sich um ein großes Haus mit mehr Wohnungen handelt, wurden zwei Bohrungen gemacht.
Obwohl wir in der Schweiz auf 700 m Höhe wohnen, und der Winter wirklich kalt ist, wird es in der Wohnung schön warm. Ich lebe also im Beweis dafür, dass auch alte Häuser mit Wärmepumpen beheizt werden können.
Wärmepumpen, basierend auf Erdwärmebohrungen, sind deutlich effizienter und können dies dann bei den Altbauten ausspielen. Sie werden hier priorisiert gefördert. Mittlerweile sieht man die Bohrfirmen alle paar Wochen auf einem anderen Grundstück stehen. Hier gibt es viele alte Häuser, weil im zweiten Weltkrieg nichts zerstört wurde. Gerade beim Altbaubestand, wie oben häufig beschrieben, wäre die Nutzung dieser Technologie wahrscheinlich deutlich sinnvoller.
Ich verstehe nicht, warum in Deutschland nach meiner Wahrnehmung fast vollständig auf Luft-Wärme-Pumpen gesetzt wird. Eine Entbürokratisierung für die Bohrgenehmigungen und eine spezifische Förderung wären sinnvoll…
Vermutlich sehr teuer.
Ich kenne aber auch eine Familie, die seit Langem so eine Heizung und dazu Solaranlage auf dem Dach hat. Super Kombi. Dürfte sich schon lange rentiert haben und läuft zuverlässig.
Das sieht bei uns ähnlich aus, allerdings gäbe es die Option eines Anschlusses an Fernwärme. Wir haben Angebote eingeholt, da zumindest ein soluder Teil unserer Gemeinschaft die drohende Gasmisere auf dem Radar hat und insgesamt motiviert ist, auf nachhaltigere Energie umzusatteln.
Leider waren die Kosten für den Umbau auf Fernwärme mit weit über einer Millionen Euro wirklich astronomisch, die Fördermittel sehr überschaubar und die Bauleitung eines solchen Auftrags alleine ein atemberaubender Kostenfaktor.
Dafür in einer WEG eine Mehrheit zu organisieren, ist leider aktuell noch nahezu unmöglich und finanziell alles andere als trivial.
In Deutschland stößt das bisher auf wenig Interesse
Auch ist meines Wissens die Förderung im September ausgelaufen.
Die Möglichkeit der Beantragung von Einzelmaßnahmenförderungen unabhängig von der Erstellung eines Transformationsplans ist am 15. September 2025 ausgelaufen
https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Waermenetze/Effiziente_Waermenetze/effiziente_waermenetze_node.html
Was ich mitbekommen habe, wurde Interessenten immer wieder Angst gemacht, dass sie auf den Kosten der Bohrungen sitzen bleiben, wenn die Bohrungen negativ verlaufen. Da nimmt man dann lieber den Spatz in der Hand.
Das Problem ist mitunter nicht das Alter des Hauses, das lässt sich sicher lösen, sondern die Abstandsgebote zum nächsten Nachbarn, bzw. das Problem, schlicht keinen Platz zu haben, wo eine große, zentrale Wärmepumpe installiert werden könnte.
Das wäre Erdwärme definitiv!
Die konstante Quelltemperatur egal bei welchem Wetter ist ein starker Vorteil.
Genau so wie die deutlich unproblematischere Aufstellung der Anlage → Schallschutz ist kein Thema mehr, wenn die WP nicht draußen per Ventilator die Außenluft „durchziehen“ muss als Wärmequelle.
Natürlich scheitert es an dieser Stelle, wie allzu oft an der Wirtschaftlichkeit und nicht an der Umsetzung der Technik. Wir planen eigentlich nur sozialen Wohnungsbau (Neubau und Sanierungen):
Das Budget pro Projekt ist spürbar limitiert → aktuell wird nicht mal eine kontrollierte Wohnraumlüftung installiert, welche die Wärmeverluste auf der Lüftungsseite deutlich verringern könnte.
Es gibt im Endeffekt das selbe Grundproblem wie im „normalen“ Wohnungsbau:
Investitionskosten sind Sache des Vermieters, Nebenkosten sind Sache der Mieter.
Das ist nicht sehr hilfreich für den sozialen Wohnungsbau.
Gerade bei diesem sollten die zukünftigen Nebenkosten zentraler Bestandteil der Planung sein.
Es gibt hier auch Hoffnungsschimmer, keine Sorge ![]()
Zum Beispiel bei uns in Köln:
Liebes Lage-Team,
ich höre gerade euren aktuellen Podcast und möchte anlässlich dessen mit euch gerne eine Anekdote zur Gasheizung teilen:
Wir bewohnen eine Eigentumswohnung, in der im Winter 23/24 die Gasheizung kaputt gegangen ist. Ich wollte damals anregen, doch jetzt bitte eine Wärmepumpe einzubauen. Von der Hausverwaltung wurde mir gesagt, dass das nicht schnell genug ginge, weil wir erst einen Energieberater ins Haus holen müssten (obwohl es Baujahr 2009, also modern ist) und die Heizung schnellstmöglich ausgetauscht werden müsse, weil sie ja eben im Winter defekt war. Wir haben daher dann einen neuen Gaskessel bekommen.
Immerhin haben wir eine Gasheizung bekommen, die man mit einer Wärmepumpe kombinieren kann, also quasi eine „Hybrid-Heizung“ bauen kann, auch in dem Ausmaß, dass Gas quasi nur noch als Backup verbleibt. Das wollen wir jetzt nächstes Jahr auf der Eigentümerversammlung mal anregen, mal schauen, was daraus wird…
Das mal als weiteres Beispiel, warum manchmal noch Gasheizungen verbaut werden.
Viele Grüße und ein großes Lob an euch alle!
Florian
Da hast du aber die toten Kinder vergessen, die über dem Zaun hängen!
Es gibt aber auch elegantere Lösungen:
Auch hier würde ich sagen, ist das durch den Denkmalschutz eine Nische. Ohne gibt es die Lösung über die Luft Luft Wärmepumpen aka Klimasplitgeräte. Die in weiten Teilen Europas Standard sind.
Ist für euch jetzt nicht befriedigend, aber eben ein Sonderfall aus meiner Sicht. Für Denkmalschutz gilt das GEG erstmal nicht. Bringt für den Gaspreis wenig. Aber in den Fällen würde ich ggf. versuchen auf Biomasse gehen.
Habt ihr mal beim Denkmalschutzamt nachgefragt, ob die Fassade wirklich denkmalgeschützt ist oder nur die Straßenfront etc.? Mein Vermieter hat mir damit auch das Balkonkraftwerk abgelehnt, bis ich selbst nachgefragt habe und raus kam, dass das Gebäude gar keinen Denkmalschutz hat.
Wird sich über die Wärmeplanung zeigen
Für sowas gibts Hot Mobile. Hätte also eine Lösung gegeben, den Winter zu überbrücken. Flächendeckende Verfügbarkeit, weiß ich allerdings nicht.
Schick!
Aber ein schönes kleines Häuschen für deine WP-Kaskade baut dir Daikin vermutlich auch nicht umsonst. Genau sowas würde im sozialen Wohnungsbau als erstes gestrichen werden → ist quasi Schnick Schnack.
Ich höre mich mal in der Sanierung um, aber ich glaube kaum, dass wir sowas oft einplanen.
Hier kann man sich was in Berlin in Real anschauen. Habe ich über einen Verteiler bekommen und selbst mit den Veranstaltern nix am Hut. Ob es sich um ein altes Haus handelt weiß ich auch nicht, aber vlt. für den ein oder anderen trotzdem von Interesse.
Das stimmt seit 2020, als die WEG-Reform in Kraft getreten ist so nicht mehr. Für bauliche Maßnahmen reicht jetzt grundsätzlich die einfache Mehrheit. Eine qualifizierte Mehrheit (2/3 der Eigentümer und Mehrheit der Miteigentumsanteile) braucht es, wenn alle Eigentümer zur gemeinschaftlichen Finanzierung verpflichtet werden sollen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber genau im Gesetzestext nachlesen kann sich lohnen.
WEGs sind gesetzlich verpflichtet angemessene Rücklagen zu bilden. Wer Mitglied einer WEG ist, die nicht genug Geld auf der hohen Kante hat, um einen wesentlichen Teil der Investitionskosten für eine Wärmepumpe (oder auch ein neues Dach) aus den vorhandenen Rücklagen zu bestreiten, der sollte sich schnellstmöglich mit dem Thema beschäftigen und notfalls den Verwalter schriftlich auffordern, eine angemessene Umlage zu erheben. Weigert sich dieser oder stimmt die WEG rechtswidrig einer angemessenen Umalge nicht zu, kann das ziemlich einfach auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden.
Habt ihr solche Systeme bereits auf dem Schirm?
1:1-Ersatz für Gasetagenheizungen. HeatPump23
Das Problem, das ich noch sehe und bisher nicht recherchiert habe: wann ist die Installation der Außeneinheit möglich oder ein Problem / verboten?
Transparenz-Hinweis: ich kenne die nicht und das hier ist keine Werbung.
okay, hab mich mal umgehört bei uns in der Sanierung:
Das Energiemodul von Daikin hat bezogen auf den Platzbedarf zu wenig Leistung unter dem Häuschen.
So eine Anlage würde in viele typischen Kölner Innenhöfe auch gar nicht reinpassen (wenn man den Schallschutz einhalten möchte) und sich auch nicht einfach in diesen reinheben lassen.
Danke für den Tipp!
Sieht erstmal interessant aus.
Ist zwar im Endeffekt auch nichts anderes als eine klassische Mono-Klimaanlage, aber halt Plug-and-Play für die vorhandene Installation (großer Pluspunkt bei Sanierungen!)
Allerdings habe ich bis jetzt glücklicherweise nie Etagenheizungen sanieren bzw. die Planung dafür erstellen müssen. Denn so ein Aufbau widerspricht dem Grundsatz:
„So wenig Technik wie möglich in den Mietswohnungen“
natürlich komplett. (Stichwort: Wartung!)
Auf der Straßenseite des Gebäudes wird das ziemlich sicher abgelehnt werden (Optik) bzw. ist dann oft auch genehmigungspflichtig.
Auf der Rückseite schon eher, aber bei den beschriebenen Kölner Innenhöfen ist das schalltechnisch (vor allem nachts) ein Problem. Weil quasi auf 5 - 10 m Entfernung stets ein gegenüberliegendes Fenster liegt.
Wenn dann noch Denkmalschutz dazu kommt: GAME OVER
Das dachte ich mir auch. Wir brauchen für unsere BTG eine Wärmepumpe mit 250kW und haben etwa soviel Platz wie das Häuschen. Und wir werden aktuell zwischen KfW und Bafa hin- und hergeschickt, weil unsere Konstellation mit 50 Wohneinheiten und gemeinsamen Wärmenetz nicht in den Förderrichtlinien vorgesehen ist.
Aber in diesem Fall ja eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die die vorhandenen Leitungen und Heizkörper nutzt und keine Luft-Luft-Klimaanlage, oder?
Weiß jemand wie viel sowas kostet? Bzw. wie viel % mehr, als eine neue Gasetagenheizung?
In der Liga würde ich vielleicht mal hier spinksen:
Bei den Förderungen bin ich nicht im Detail drin, aber das wirkt wie ein Problem der Eigentumsstruktur in Verbindung mit den starren Förderregeln.
Wenn man die Anlage (rein bürokratisch) in Anteile aufteilt und jeder Eigentümer einen Antrag für seinen Kostenanteil stellt, sollte das im Prinzip funktionieren.
Ich würde das trotzdem auf eurer Seite zentral organisieren, sonst wird das pures Chaos!
Aber wie genau die Behörden solche Fälle am liebsten abgewickelt haben wollen, weiß man meistens leider erst, wenn man mittendrin steckt. Das hat dann auch nichts mehr mit Technik zu tun, sondern ist reine Bürokratie.
Exakt!
Das ist aber nur das Übertragungsmedium der Wärme (also in diesem Fall Wasser anstatt Luft). Der Wärmepumpen- bzw. Kältekreislauf an sich ist der selbe. Ist eher ne Frage der Richtung bzw. ob man kühlen oder heizen möchte.
Das hier ist schematisch der Heizbetrieb einer Wärmepumpe.
Eine klassische Klimaanlage läuft im Endeffekt nur andersherum.
Je nachdem ob man die Wärme im oder aus dem Haus haben möchte.
Inklusive Installation ca. 19.000 €, abzüglich staatlicher Förderung von bis zu 70 %. Bitte beachten Sie, dass dieser Preis eine reine Indikation ist und von den Gegebenheiten vor Ort sowie dem individuellen Angebot des Installateurs abhängt.
Also mit voller Förderung ca. 6.000 €. Das ist aber eher der Minimalpreis.
Stand zumindest so in deren FAQ und sonst kannst du auch einfach ne Anfrage bei denen stellen.
Das Problem, das ich hier sehe: R32.
Die Außeneinheit nutzt R32 als Kältemittel, mit GWP 675. Das ist zwar derzeit noch nicht für Neueinbau verboten, aber ab 2027 schon. Ein Ersatz durch R290, das einzige wirklich zukunftssichere Kältemittel, ist nicht ohne konstruktive Änderungen am Kältekreis möglich; ich seh daher nicht, wie die Jungs da ihre aktuelle Technik noch länger als ein Jahr verkaufen wollen. Da muss eine neue Generation her, die mit R290 arbeitet, und dann wäre es für mich als Kunden halt fraglich, ob ich mir den Schuh noch anziehen wollen würde, eine absehbar vor dem Aus stehende Gerätegeneration zu verbauen, wenn im kommenden Jahr eine neue erscheinen muss (oder der Laden dicht macht).
Ansonsten ist das aber genau, was benötigt wird, um das Problem mit den Gasetagenheizungen anzugehen! Ich drück dem Hersteller die Daumen, dass er den Umstieg auf R290 zeitnah schafft. Damit wäre das nämlich die erste echte Lösung für Etagenheizungen, die mir bisher bekannt wäre (abseits der leidigen Variante “Luft-Luft-WP”, die zwar millionenfach bewährt ist, aber weder Warmwasser bereitstellt noch in Sachen Komfort mit einer wasserführenden Heizung mithalten kann).
Guckst du mit Warmwasser:
Klimaanlagen | Moderne und energieeffiziente Lösungen | Daikin
Ich gehe davon aus, dass du unter Komfort die Geräuschentwicklung meinst?
Also R290 ist im kommen und für den deutschen Markt werden mit Sicherheit die unhörbaren Edelvarianten kommen. Kostet halt mehr. Dafür hat man für den Komfort die Kühlung direkt dazu und die Effizienz ist erheblich besser.
