LdN 455 WERO

Abgesehen davon, dass die Lösungen anderer Länder vor der Dominanz durch die PayPal-App entstanden sind, geht es schlicht darum, ähnlich viele Nutzer zu erreichen. Wenn das mit Twint, MobilePay, und wie sie alle heißen, funktioniert, ist das ja prima.

Das dänische Mobilepay, zum Beispiel, gegründet 2013, wird von allen dänischen Banken unterstützt, ist nun wohl auch auf andere skandinavische Länder ausgeweitet worden.

Paydirekt ist aus meiner Sicht aber genau wegen der mangelnden Unterstützung gescheitert. Und wir haben auch nicht mehr 2013, wir haben 2025. Wero ist keine geniale und neue Idee mehr, sondern eine “MeToo”-Produkt, das gegen längst etablierte Systeme antritt.

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Natürlich gibt es in verschiedenen Ländern unterschiedliche vorherrschende Systeme, gegen die sich ein neuer Anbieter durchsetzen müsste. Darum ging es aber bei meiner Aussage überhaupt nicht, sondern wie gesagt um den Einwand der angeblich generell geringen Kundenorientierung von Mobile-Pay-Systemen.

Ich habe keinen generellen Einwand gegen eine “geringe[n] Kundenorientierung von Mobile-Pay-Systemen” gemacht. Ich habe eine geringe Kundenorientierung bei der Implementierung von speziell WERO bemängelt.

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Ich habe bei mir eben in gefühlt 10s WERO in der Sparda Banking App aktiviert.
Das ging sehr einfach. Innerhalb unserer Familie werden wir WERO als Alternative für PayPal verwenden. Mal schauen wo ich es sonst noch verwenden kann.
Bin erst einmal positiv überrascht.

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Ich wohne seit 14+ Jahren in Polen und hier ist seit vielen Jahren BLIK etabliert. Ich kenne mich mit der konkreten technischen Umsetzung nicht aus, es ist aber der Grund warum ich nie auf die Idee gekommen bin, mir PayPal ueberhaupt zu installieren - was mir jedes Mal auf die Fuesse faellt, wenn ich in Deutschland und mit FreundInnen zusammen bin. :slight_smile:

Total! Das sind Punkte, die eindeutig für WERO sprechen und die ich explizit befürworte.

Ich wage dennoch zu behaupten, dass der Punkt Datenschutz vor US-Unternehmen für viele Nutzer:innen wohl nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Denn die allermeisten Menschen nutzen entweder ein iPhone oder Android-Phone inkl. Google-Services und geben dementsprechend viel intimere Daten im Alltag an US-Konzerne weiter, als wer wann wohin etwas überwiesen hat.

Das stimmt nicht: WERO hat einen strukturierten Käuferschutz mit „Pre‑Disputes“, „Disputes“ und - bei Erfolg - „Chargebacks“

Oh, vielen Dank fürs Erwähnen, wusste ich bisher nicht! Ist m.E. in der Berichterstattung auch nicht erwähnt worden. :+1:

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Solange Wero meine Telefonnummer möchte, kommt es für mich nicht infrage. Aus meiner Sicht sind Dienste, die auf Telefonnummern basieren, eine Unsitte. Auch jenseits dieser Problematik erschließt sich mir der Vorteil nicht. Warum soll ich per Telefonnummer überweisen, wenn ich ebenso gut per IBAN überweisen kann? Ich kann mir beides nicht merken und muss beides abspeichern. Ob ich beim Überweisen die eine oder andere Nummer antippe, macht für mich keinen Unterschied. Eher im Gegenteil: Mir fallen viele Fälle ein, in denen ich Geld überweisen, aber nicht Telefonnummern tauschen möchte. An Käuferschutz glaube ich nicht. Springt der wirklich ein, wenn ich ihn brauche? Und mit der Einführung der kostenlosen Sofortüberweisung löst sich der letzte Vorteil, die Geschwindigkeit, in Wohlgefallen auf. Damit brauche ich weder Wero noch PayPal.

Wie so oft, wenn die Banken ein Zahlungsystem nachbauen, mangelt es an Attraktivität und Verbreitung. Wie EC wird auch Wero eine von vielen deutschen Insellösungen und umso verwunderlicher ist es für mich, dass in diesem Rahmen nicht auf den digitalen Euro eingegangen wurde.
Der würde den ganzen bankeigenen Kram obsolet machen. Ich hoffe wirklich inständig, dass wir den irgendwie hinbekommen und es dann endlich eine vernünftige Alternative zu Visa, Mastercard und PayPal gibt

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Insellösung?:

https://www.heise.de/hintergrund/Wero-in-ersten-Onlineshops-Ueberblick-und-Hintergrund-11077850.html

Das System ist seit Sommer 2024 aktiv. Zu dem Zeitpunkt konnten sich Nutzer nur untereinander Geld senden. Mittlerweile bieten nahezu alle relevanten Banken WERO an und es kommen Onlineshops dazu.
Vor Allem der Punkt der Kosten ist auf Seite von WERO, da diese nur einen Bruchteil der Kosten von z.B. PayPal nehmen.
Hinter WERO stehen übrigens 14 Banken oder Bankengruppen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden. Es ist also eher keine „Insellösung für Deutschland“.
Lassen wir dem System doch eine Chance.

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Hab damit einem Kollegen mal Geld mit wero geschickt, war schnell und unkompliziert

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Ein signifikanter Teil der Antworten hier schreit schon wieder nach dem in Deutschland so verbreiteten Pessimismus in Bezug auf Technik und Fortschritt.

Wie bereits von vielen erwähnt, gibt es solche Systeme bereits in vielen anderen europäischen Ländern und diese werden jetzt zum Teil auch in Wero überführt. Aus Erfahrung in den Niederlanden kann ich sagen, dass das echt gut funktionieren kann!

Aber statt dem erstmal eine Chance zu geben, werden sofort alle möglichen Gründe gefunden, warum das ganze ja gar nicht funktionieren könne und von vornherein zum Scheitern verurteilt sei. Mit dieser Einstellung kann man den technischen Fortschritt auch gleich sein lassen.

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Was ich bei wero vermisse ist ein Limit dass ich selbst bestimmen kann. Evtl kleiner als mein eigenes Überweisungslimit. Mit wero will ich ja kein Auto kaufen

Einer meiner Kontakte hat bei wero eine E-Mail Adresse hinterlegt

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Ich würde hier nicht von Pessimismus gegenüber Technik und Fortschritt reden. Die Technik gibt es ja schon und hat sich auch schon durchgesetzt, nennt sich PayPal.

Die Argumente für Wero sind nicht technische sondern vor allem “moralische”: Weniger Abhängigkeit von den USA und kein mitlesen bei Transaktionen.

Hier werden systematische Probleme angemerkt. Was sollen denn die Leute machen deren Bank kein WERO anbietet? Nur für WERO die Bank wechseln? Ich kann auch verstehen, wenn Leute sagen sie haben kein Bock mit WERO und PayPal gleichzeitig zu hantieren. Jetzt kann man sagen, sollen die sich nicht so anstellen, das wird aber WERO auch nicht weiter zum Erfolg verhelfen.

Wenn WERO erfolgreich sein will, sollten sie an den Problemen arbeiten und nicht sagen, die Kunden seien angeblich zu pessimistisch gegenüber Technologie.

Eine Sache die WERO vielleicht machen könnte ist für den Anfang kostenlose Transfers für Händler auf Floh- und Weihnachtsmärkten anzubieten. Ich weiß häufig bieten Händler sowas nicht an wegen Steuerhinterziehung, trotzdem glaub ich wenn das klappt, könnte das WERO sehr beliebt machen, wenn Leute damit auf einmal digital zahlen könnten.

Und noch eine Anmerkung zu den Vergleichen mit anderen Ländern, in vielen Fällen gab es dort PayPal in dem Maße noch nicht, wie es es aktuell in Deutschland gibt.

Ich will auch gar nicht sagen, dass Leute WERO nicht nutzen sollten oder das es zum scheitern Verurteilt ist. Ich sehe nur derzeit noch große Hürden.

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Ein paar Monate abwarten, bis sich die Unterstützung vllt etwas verbreitet. Wenn die eigene Bank nicht mitmacht, kann man ja immer noch selbst entscheiden, wie wichtig das einem ist und ob es einen Wechsel rechtfertigen würde.

Es gibt neben den Banken selbst schon Klarna (ehemals Sofortüberweisung), Giropay/paydirekt (Vorgänger von Wero), PayPal, MasterCard, Visa, etc + die Kombination mit GooglePay und ApplePay, aber Wero ist jetzt plötzlich zu viel?

Außerdem ist/wird Wero in die banking-apps integriert. Wenn ich in den Niederlanden ideal (das lokale pendant, das in wero integriert werden wird) nutzen will ist es sowohl für online payment, als auch für das Senden an Freunde einfach das simpelste, noch einfacher und direkter als PayPal imho.

Was sind denn die Probleme der Kunden, an denen Wero arbeiten soll? Wenn das Problem ist, dass es eben nicht PayPal ist (siehe oben), dann ist das doch nichts, an dem Wero etwas ändern kann.

Das mag sein, ich kenne die genauen zeitlichen Entwicklungen in den jeweiligen verschiedenen Ländern natürlich nicht im Detail. Aber was ist die Konsequenz? Eigene Entwicklungen sein lassen und PayPal das Monopol überlassen?


Btw an alle, die sich an der Handynummer stören: Wero unterstützt die Nutzung von Handynummer, Email-Adresse und QR-Codes (man kann sowohl zum Senden als auch zum Empfangen von Geld Links bzw QR-Codes erstellen). Ihr müsst also nicht zwangsläufig eure Handynummer damit verwenden.

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WERO hat einen unbezahlbaren Vorteil. Die starten nicht bei null sondern haben bereits den komplett verfügbaren Kundenstamm. Mit relativ wenigen Banken als Partner erreichen sie schnell über 80% der Girokonten in Deutschland. Selbst für 100% der Girokonten müssen sie nur eine überschaubare Zahl an Banken anbinden. Die Banken müssen dann nur noch eine für sie total billige Werbekampagne starten, damit die Kunden WERO auch aktivieren. Irgendwas in der Form: Aktivieren Sie WERO jetzt kostenlos als Massenemail an alle Kunden. Im zweiten Anlauf dann: Aktivieren Sie WERO hier und nehmen an der Verlosung für ein Lastenrad teil.

Wenn die Banken Händler von Paypal oder VISA weg zu WERO bewegen, landen die Gebühren wieder bei Ihnen. Quasi als Ersatz für die wegbrechenden EC-Kartengebühren. Damit finanziert sich so eine Werbekampagne ganz schnell von selbst.

P.S.: Mich wundert bei WERO am meisten, dass die BNP Paribas Gründungsmitglied bei WERO ist, deren deutsche Tochter Consorsbank es aber nichtmal auf der Roadmap hat.

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Zum Thema Verbreitung:

Wie schon oben geschrieben: Aus meiner Sicht ist der Ansatz vielversprechend. Ich werde WERO überall nutzen, wo ich es angeboten bekomme. Ersetzt es bei mir die Nutzung von Paypal? Nein, momentan zumindest noch nicht.

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Nicht zu vergessen, dass man quasi Schweizweit Parkgebühren twinten kann, ohne hierfür auch nochmal 20 Apps auf dem Gerät zu haben.

Jeder Hofladen im Selfservice hat den Twint-QR Code.

Die Schweizer Banken haben rechtzeitig verstanden, dass sie nur mit einer gemeinsamen, starken Lösung eine Alternative sein können und waren erfolgreich! Absolut nachahmenswert!

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Danke, wichtiger Hinweis! Bei meiner Bank kann ich Wero zwar ohne Telefonnummer nicht einrichten. Insofern wird es für mich nichts. Aber wenn Wero PayPal Kundschaft abjagt, will ich nichts gesagt haben. Außer: weiter so!

Für mich kommt WERO aus zwei Gründen leider nicht in Frage. Dabei würde ich eine europäische Lösung begrüßen und den Service auch gern für meine Kund:innen, Partner:innen, Interessierte und für Freunde + Bekannte anbieten.

Ich scheitere an diesen Bedingungen:

  • WERO erlaubt es, sich mit E-Mail ODER Telefon-Nummer zu registrieren – die GLS-Bank jedoch über ihre App nicht. Begründung dort: Dass ich mich mit “meinen Kontakten verbinden” kann. Ja Himmel – das will ich aus Daten-Sicherheit ja nun mal erst Recht nicht, dass eine App Zugriff auf alle meine Kontakte im Smartphone hat. Das gebe ich ein, wenn ich es brauche.

  • Es ist nur 1 Konto möglich. Tja, ich habe nun mal aber getrennte Konten. Und das hat auch einen guten Grund: Mit dem Geschäftskonto entsteht mir genug Aufwand für die Buchhaltung. Da habe ich keinen Spaß dran, zukünftig dann auch private Abrechnungen ausklamüsern zu müssen. Und auf Zahlungen von Freunden Mehrwert-Steuer plus Einkommenssteuer zu zahlen.

Echt schade. Für mich sind beide Kriterien das, was mir das Angeobt verunmöglicht.

Und Danke an Euch alle. Ich hatte ohnehin vor, mich in WERO einzuarbeiten. Ihr habt mir das deutlich leichter gemacht. Bin gespannt auf die zahlreichen anderen europäischen Angebote, die Ihr oben angesprecht. Scheint, dass ich doch etwas mehr Zeit fürs Einarbeiten in europäsche Alternativen von Zahlungsdiensten benötige. *seufzend ab

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