LdN 455 WERO

Grüezi,

Deutscher Höhrer aus der Schweiz hier.

Bei eurem Beitrag über WERO musste ich doch ein wenig schmunzeln, da mich WERO mit seinen Funktionen doch sehr stark an das schon lange etablierte Bezahlsystem “Twint” hier in der Schweiz erinnert. (Schade dass ihr es nicht erwähnt habt)

Geld senden an Freunde ohne Gebühr? Check.

Funktioniert über alle Banken Hinweg, aber mit einer separaten App pro Bank, direkt ans Konto (oder CC) angebunden? Check.

Verfügbar für Online Händler als Bezahloption? Check. Auch mit alternativer Bestätigung via Zahlencode statt QR Code

Verfügbar als QR Code für Händler für Offline Bezahlung? Check. (Wird benutzt von Flohmarkt, über die Blumenstände am Straßenrand bis hin zur Sammlung der Kollekte in der Kirche)

Schaut euch das mal an, da gibt es sicherlich noch etwas zu lernen für WERO.

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Kann jemand erklären warum Twint in Deutschland bisher nicht etabliert ist?

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WERO hat aktuell das riesige Problem, dass nur wenige Banken mitmachen, somit kann man es überhaupt nicht mit Freunden oder Kunden richtig nutzen. Dazu kommt, dass selbst wenn eine Bank mitmacht, nicht alle Konten dafür geeignet sind. Beispiel: Wir haben in unserem Sportverein überlegt, WERO unseren Mitgliedern anzubieten, damit sie kleine Beträge die an den Verein gezahlt werden sollen, bequem mit WERO an unser Konto schicken können. Pustekuchen - das Vereinskonto der Berliner Sparkasse ist kein WERO-fähiges Konto. Warum? Wissen wir nicht. Die Werbung für WERO ist aber trotzdem immer sehr gut in der Sparkassen-App sichtbar.

Ich glaube, dass die Konkurrenz so groß und bequem ist, dass so eine Insellösung sich nicht durchsetzen kann. Meine große Hoffnung liegt beim digitalen Euro. Das wird wirklich eine Revolution und wird PayPal in vielen Fällen ablösen.

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Mir hat bisher noch keiner erklärt, was der Vorteil von WERO aus Nutzersicht sein soll? Selbst falls in naher Zukunft noch Dienstleister oder Händler mitspielen.

Wenn man Diensten wie Paypal Konkurrenz machen will, fehlt komplett der Käuferschutz. Neben der einfachen Bedienung vermutlich das Hauptargument für den Dienst.
Und dazu bekomme bereits mit unserem 3-Konten-Modell Probleme, weil jede Person nur jeweils 1 Konto bei WERO hinterlegen kann. Dort ständig noch Dinge hin und her buchen zu müssen, macht Dinge komplizierter nicht einfacher.

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Es bräuchte deutsche Banken, die das unterstützen. Und dann Twint bei den Transaktionen mitverdienen lassen. Wero bietet den Banken die Möglichkeit, die Zügel in der Hand zu halten.
Als ehrenamtlich Tätiger in der Kirche würde ich mir auch ein einheitliches Bezahlsystem mit niedrigen Hürden wünschen. Die Banken sind zunehmend unerfreut über Klingelbeuteleinzahlungen und immer wieder bemängeln Kirchgänger, dass sie die Einlagen nicht steuerlich geltend machen können (2€ pro Woche sind immerhin 100€ p.J.).

Das Problem ist, es machen einfach viel zu wenig Banken mit.

Wenn man mal nach Bankkoten Vergleich googelt ist einer der ersten Links dieser: Girokonto-Vergleich: Beste Banken 11/2025

Dort unterstützen von den Top 20 Konten gerade mal 4 Wero. Wero wird ja aber nur genutzt, wenn sowohl Sender als auch Empfänger es nutzen können. Auf der anderen Seite kann jeder PayPal nutzen und es hat auch schon so gut wie jeder.

Wero möchte quasi ein direkter Transfer zwischen Banken agieren, das heißt wirklich jede Bank muss aktiv mitmachen. PayPal hingegen ist ein man in the middle. Ich denke ein hybrider Ansatz wäre deutlich schlauer gewesen, bei dem entweder die Bank direkt mitmacht oder man sich in einer App registrieren.

Wero ist einfach nicht in einer Marktposition für das was sie gerade probieren.

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Ich denke es gibt noch weitere Nachteile von Wero. Dadurch dass es auf Telefonnummern basiert, ist es zwar nett, wenn man Leuten in den eigenen Kontakten etwas senden will, wird aber blöd, sobald man dann irgendwelchen fremden Leuten die Telefonnummer geben muss, um Geld zu erhalten. Das nächste ist, eine neue e-Mail lässt sich leicht generieren, die Telefonnummer ist quasi fix. Auf der anderen Seite, was passiert wenn man doch Mal einen neuen Handyvertrag bekommt und Leute Geld an die alte Nummer schicken?

Dann, dadurch dass PayPal ein Mittelmann ist, kann man PayPal einfach den Zugriff zu den eigenen Bankkonten abkappen und sich so schützen. Geht bei Wero nicht, da es sich um direkte Überweisungen handelt.

Vorteile von Wero könnte sein, dass wenn Kartenzahlungen damit gehen könnten die günstiger als Visa und MasterCard sein. Und man macht sich weniger abhängig und erpressbar von den USA.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Wero zu sehr aus Bankensicht anstatt aus Kundensicht designed wurde.

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Das ist jetzt ein bisschen off-topic. Aber wieso sollte man fremden Leuten keine Telefonnummer geben? Ist es nicht der Sinn einer Telefonnummer, dass man, auch von fremden Leuten, angerufen werden kann? Vor einigen Jahren gab es sogar ganze Bücher voll mit Telefonnummern und zugehörgen Namen.

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Ja, aber seitdem hat sich auch einiges geändert, heute gibt es deutlich mehr spam calls, Betrugsmaschen über falsche SMS/WhatsApp. Heutzutage wird die Telefonnummer häufiger zur Authentifizierung verwendet.

Ich würde grundsätzlich davon ausgehen, dass jedes System Fehleranfällig ist. Von daher würde ich die Telefonnummer nicht mehr rausgeben als notwendig.

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Bom dia!

Same here in Portugal!!! Wir haben seit Jaaaahren das MBWay-System, das all das bietet, sämtliche Banken sind dabei, bargeldlos zahlen, Geld an andere Handynummern überweisen - alle machen mit, niemand nutzt mehr irgendwas anderes. Ich bin immer völlig überfordert, wenn ich in die alte Heimat (Deutschland) komme und was überweisen soll, oder gar bargeldlos zahlen (hatte applepay gar nicht aktiviert, weil MBWay so perfekt funktioniert - UND europäisch ist!!!).

Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum sowas nicht europaweit funktioniert. Wahrscheinlich wie meistens die deutsche Panik vorm Herausgeben von persönlichen Daten (Telefonnummer in diesem Fall…).

Viele Grüße aus Portugal!! Sara

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Es bestehen einige europäische Alternativen (unter anderem Twint (CH), Bluecode (AT), Vipps (NO, DK), MB Way (PT)), leider konnte sich nur in Deutschland noch keine wirklich durchsetzen gegen PayPal.

Aber festzuhalten ist, dass es nicht an fehlenden europäischen Lösungen liegt!

Würde mich dennoch freuen, wenn sich Wero durchsetzt und sich die längst überfällige Lücke zu unseren europäischen Nachbarländern bei alternative & mobilen Zahlungsanbietern zu PayPal bald schliessen lässt. Warum es dazu nur nochmal eine weitere “Copy & Paste” Lösung von einem neuen Anbieter braucht und man nicht auf etablierte Lösungen setzt kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Hierzu vielleicht auch eine Referenz zur European Mobile Payment Systems Association (EMBSA) die bereits seit 2019 an denselben Zielen arbeitet.

Wohne ebenfalls im europäischen Ausland und es ist wirklich deprimierend zu sehen wie häufig man ohne Bargeld in Deutschland (auch in Grossstädten) aufgeschmissen ist.

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Wer aber nicht möchte, dass US-Firmen wie Mastercard, Visa oder Paypal (a) das eigene Ausgabeverhalten auswertet und diese Daten vermarktet (und wohl dabei gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen) und (b) unsere Händler (egal ob Laden um die Ecke oder der europäische Onlinehändler) teuer für die Transaktion mit der jeweiligen Zahlungsart zahlt (und die Preise entsprechend anpasst), für den ist WERO einfach eine europäische Alternative. Die dahinter stehenden kommerzielle Banken unterliegen dem europäischen Datenschutz und es gibt reele Chancen, dass Verbraucher(verbände) deren Einhaltung durchsetzen können.

Das stimmt nicht: WERO hat einen strukturierten Käuferschutz mit „Pre‑Disputes“, „Disputes“ und - bei Erfolg - „Chargebacks“. Im Unterschied zu Paypal und Klarna ist das Geld allerdings wegen der Sofortüberweisung erst einmal weg. Bislang liegen noch keine fundierten Erfahrungen über den WERO-Käuferschutz vor. Für Alltags‑Onlinekäufe bei bekannten, seriösen Händlern dürfte WERO aus Käufersicht ausreichen; bei Risiko‑Händlern oder wenn maximale Absicherung Priorität hat, sind PayPal oder Klarna Stand heute meist die stärkere Option.

Das gilt doch für Paypal ganz genau so.

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Weiß nicht, auf welchen der Punkte du dich beziehst, daher geh ich mal auf alle ein:

  1. Bei PayPal kannst du eine PayPal spezifische e-Mail haben.
  2. Die Situation, dass du eine alte e-Mail aufgeben musst, kann vorkommen, ist aber deutlich seltener. Bei PayPal kannst du auch die alte e-Mail behalten und eine neue zusätzliche angeben, sodass du immer noch auf die alte e-Mail erhalten würdest. Wenn du hingegen eine neue Telefonnummer bekommst, wird deine alte vermutlich irgendwann an wen anders vergeben.

Ich will auch gar nicht sagen, dass Wero zum scheitern verurteilt ist, weil sie die Telefonnummer zur Identifikation genommen haben. Hat sich vermutlich jemand bei WhatsApp abgeguckt und gedacht, dass es eine gute Idee sei. Hat aber halt ein paar Nachteile.
Besser wäre vielleicht gewesen, wenn man noch einen Nutzernamen, wie bei PayPal hinzugefügt hätte.

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Vor 10 Jahren, oder so, hatte ich das Bedürfnis, mit Freunden oder Kollegen Geld unbar auszutauschen. “Alle” hatten PayPal, also habe ich die App installiert, ein paar Daten angegeben, und Zack, nach wenigen Minuten war die Essensrechnung bezahlt, oder das Geschenk, ich weiß das wirklich nicht mehr so genau. Ich habe PayPal seitdem unzählige Male benutzt. Meine Freunde und Kollegen wohnen zum Teil in der Nachbarschaft, sind über die Grenze aus Österreich, ich habe auch recht viel Kontakt mit Dänen oder Briten. PayPal funktioniert eigentlich immer. Eine tolle Idee!

Bei der EPI scheint man da einen anderen Weg zu gehen. Man blickt offensichtlich auf das desaströs gescheiterte Paydirekt und orientiert sich jetzt daran. Man versucht erst gar nicht, Wero möglichst vielen Menschen möglichst leicht zugänglich zu machen. Eine handvoll Banken, die das anbieten, müssen genügen. Selbst viele EU-Länder sind komplett außen vor, ganz zu schweigen von nicht EU-Ländern. Und selbst die Treiber in Deutschland, die VR-Banken und Sparkassen, bieten Wero nicht flächendeckend an. Wenn die VR-Bank Truchtlaching da keine Lust drauf hat, können das deren Kunden auch nicht nutzen.

Aus meiner Sicht ist das ein gravierender Nachteil von Wero. Gäbe es die Disruptionen durch Trump nicht, wäre das Ding aus meiner Sicht komplett tot. Was mich brennend interessieren würde: Warum hat die EPI das genau so gemacht?

So wie ich das verstanden habe und iterpretiere, gefallen den Banken diese Mittelsmänner ala Visa, Mastercard und PayPal nicht. Deswegen wollte man ein System ohne Mittelsmänner schaffen, in dem Überweisungen direkt zwischen Banken stattfinden. Hätte man jetzt einen Hybridansatz gefahren, wie ich ihn oben vorgeschlagen hätte, dass zwischen Banken die das Wero System selber implementieren direkte Überweisungen stattfinden und bei den anderen Wero als Mittelsmann dient, hätte man vermutlich die Befürchtung, dass den anderen Banken dann die Motivation fehlt selber auch Wero zu implementieren. Das heißt Wero wurde aus Bankensicht entwickelt und nicht aus Kundensicht.

Nun ist es so, dass mehr Banken natürlich nur dazu kommen, wenn sie an das Potential von Wero glauben, dafür müssten sie aber sehen, dass viele Leute Wero nutzen. Die Leute werden es aber nicht nutzen, wenn die Relevanten Banken nicht mitmachen, klassisches Henne-Ei-Problem. Wie oben geschrieben hat die EPI hier glaub ich einfach komplett ihre Markposition überschätzt.

Ich bin kein Bankenexperte, glaube aber man hätte dieses Mittelsmann Problem lösen können, indem man gesagt hätte, dass bei Direktüberweisungen zwischen zwei Banken, die Wero implementiert haben der Großteil der Gebühren bei den beiden Banken bleibt. Hingegen wenn jemand bei einer Bank ist, die Wero nicht unterstützt und die Wero app als Mittelsmann nutzt, werden die Gebühren der EPI mitglieder aufgeteilt.
So hätte man einerseits keine Banknutzer ausgeschlossen und hätte andererseits trotzdem einen Anreiz für die Banken geschaffen Wero selber zu implementieren.

Aber fände ich echt mal Spannend, wenn die Lage dort mal bei der EPI nachhacken könnte.

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Ja, ich empfinde es auch als ärgerlich, dass es immer wieder Banken (oder Mitgliedsbanken im Fall von Sparkassen und Volksbanken) WERO nicht unterstützen.

Will man aber WERO zum Erfolg verhelfen, nützt es nichts, abzuwarten, bis alle dabei sind. Das führt dazu, dass die nicht-teilnehmenden Banken immer weiter damit warten, bis viele Endkunden teilnehmen und irgendwann aufgeben. Es ist ein klassisches Netzwerkproblem (Hase-und-Igel, Henne-und-Ei).

Dabei ist das Investment auf Seiten der Kunden (deren Banken das unterstützten) minimal: Man muss sich einmal registrieren. Das steigert die Zahl der Nutzer (selbst, wenn man es dann gar nicht nutzt) und signalisiert den teilnehmenden Banken: Es könnte sich auf für sie lohnen, mitzumachen.

Ich würde mir wünschen, die Europäische Union würde die Banken dazu gesetzlich verpflichten. Ob das rechtlich möglich ist, weiß ich nicht.

Es sind - bis auf wenige - nur relativ unbedeutende Banken, die in Deutschland nicht mitmachen: Commerzbank (keine Teilnahme “in der Startphase”, aber Interesse an einer “gesamteuropäischen Lösung”) und deren Tochter Comdirect, N26 (verweist auf eigenen Zahlungsdienst “Moneybeam”, DKB (Deutsche Kreditbank), MLP Banking AG, HypoVereinsbank/UniCredit, C24, Trade Republic, Santander, Targobank. Viele davon sind nicht Mitglied in der European Payments Initiative (EPI), einem privaten Zusammenschluss von Banken aus Deutschland, Frankreich und Belgien; EPI entwickelt und betreibt WERO. Ich nehme an (hoffe), viele würden mitmachen, wenn die Anzahl der registrierten Nutzer einen Mindstschwellwert überschreitet.

Dabei sind: Sparkassen (97%), Volks- und Raiffeisenbanken („viele“), , Postbank, ING, Revolut, BBBank, PSD Banken, Sparda Banken, GLS Bank, Edekabank, Ethikbank, Evangelische Bank, KD Bank. Bei der seit Oktober neuen Funktion “Zahlung im Online-Handel“ sind bislang die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken dabei, kurzfristig angekündigt haben das Postbank, Deutsche Bank, ING Deutschland und Revolut. Unklar ist das bei BBBank, GLS Bank, Sparda Banken, PSD Banken und weitere kleinere.

P.S.: Ich wundere mich bis heute, warum sich Fax jemals durchgesetzt hat. Das Anfangsinvest damals war hoch und sehr riskant. Wenn die Leute so drauf gewesen wären wie heute, wäre das nie was geworden …

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So würde ich das auch einschätzen. Und ein Nachhaken der Lage wäre super, vor allem mit der Frage, wie die EPI das lösen möchte. Denn ich fände eine europäische Lösung super.

International betrachtet sind Mobile-Pay-Systeme wie WERO in vielen Ländern die Norm - Europa ist hier eher eine Ausnahme. Und innerhalb Europas ist die Methode vor allem in Deutschland extrem selten - in mehreren Ländern (etwa Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Polen) sind Mobily-Pay-Systeme längst die gängige Methode.
Insofern halte ich den Einwand, dass da zu sehr aus Banken- und zu wenig aus Kundensicht gedacht wurde, für nicht sehr stichhaltig.

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Ich habe kein Whatsapp und kein Paypal. Ich nutze Signal und nun wäre Wero eigentlich ne nette Ergänzung.

Schön wäre ja, wenn man das Plus Abo auch gleich mit Wero “klicken” könnte.