“Welche Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtbilds werden Sie wann anstoßen? Sind es Aufgaben des Bundes, der Länder oder der Kommunen? Bis wann soll was erreicht werden?”
Finde ich jetzt nicht sonderlich schwer und ist sicherlich wirksamer als “oh mein Gott, er hat Stadtbild gesagt”.
Auch das hat er ja schon im Vorfeld abgefangen mit dem Verweis, dass Dobrindt als Konsequenz daraus nun konsequent abschiebt und an der Grenze kontrolliert.
Das ist das Problem: er weiß genau was er sagt, er will es genau so sagen wie er es sagt und er versteckt sich danach hinter seiner Aussage, weil er natürlich nicht als der Rechtsausleger da stehen möchte als der er sich gibt, weil er meint, dass diese Aussagen bei der Bevölkerung gut ankommen.
Na so stumpf nun auch nicht. Du weißt schon, warum die Aussage von Merz so einfach dämlich war oder?
Er hätte ja differenzieren können und von einem Kanzler erwarte ich das auch. Hat er aber nicht. Zudem erkennt man von außen eben gerade nicht, wer Deutscher ist und wer nicht. Er hat diesen rechtspopulistischen Interpretationsspielraum bewusst eine Woche laufen lassen.
Inhaltlich hast du Recht. Spätestens, als es um Bahnhöfe ging, hätte rauf und runter darauf hingewiesen werden müssen, dass dort Bundespolizei fehlt, die grade wegen seiner rechtswidrigen, rassistischen und dummen Politik an der Außengrenze Grashalmen beim Wachsen zuschaut. Am Ende gehst du ihm aber damit ein Stück weit auf den Leim, würde ich sagen… Nicht alle anderen müssen sich daran anpassen, dass dieser Trottel Kanzler ist und die besten Fragen und Antworten entwickeln, um damit zurecht zu kommen, sondern er müsste sich amtswürdig verhalten und ausdrücken. Ein Kanzler müsste Teil der Lösung sein, nicht Teil des Problems. Ein nackter Kaiser soll sich endlich mal was anziehen. Es ist nicht die Aufgabe aller anderen, besser an was angezogenes zu denken, wenn er mal wieder nur mit seinem Ego bekleidet in die Öffentlichkeit stolziert.
Und was die Empörung angeht, war die abseits inhaltlicher Folgefragen völlig berechtigt: Merz hat deutlich rassistische und rechtswidrige Politik gefordert. Da kann man ihm Ausreden anreichen, soviel man will. Die Hundepfeiffe war eindeutig.
Das sehe ich anders. Gerade in Talkshows kommen so viele Dinge die einfach nur falsch sind und ihm keine Pluspunkte bringen, nur Häme seiner Gegner, dass ich nicht glaube, dass er genau weiß was er sagt.
Was ich mir vorstellen kann ist, dass er ein Gespür dafür hat was bei seiner Zielgruppe auch wenn es als falsch entlarvt wird gesagt werden kann, ohne dass es ihm auf die Füße fällt. Vieles kommt mir aber dann dennoch eher spontan und aus dem Bauch heraus vor und weniger berechnend. Und weil das bei seiner Zielgruppe funktioniert hat er da nie was dran geändert.
Bezeichnend noch immer die Szene als er nachdem die PDS in den Berliner Senat kam, wo er in einer Talkshow sagte, dass man sehen muss, dass Berlin somit die erste kommunistische Hauptstadt außerhalb Chinas sei und Gysi trocken entgegnete „und was ist mit Havanna?“
Sowas sind einfach Fettnäpfchen in die er tritt, die seine Anhänger aber nicht stören. Man wisse ja schließlich wie es eigentlich gemeint war.
Für mich dagegen ist jemand der nicht das sagen kann was er eigentlich meint für so ein Amt ungeeignet.
Merzianer: Sie wissen nicht, dass sie nichts wissen, sie wissen, dass Merz nichts weiß, aber das ist nicht schlimm, er ist halt einfach einer von ihnen.
Soll keiner sagen, es hätte seit der Antike keine geistesgeschichtliche Entwicklung gegeben😉