LdN 453 - Distanz - Kritik an Mamdani?

Hallo zusammen,

in der aktuellen Folge ist mir insbesondere beim Abschnitt zum Wahlsieg Mamdanis aufgefallen, dass durch die Hosts teilweise sehr positiv/begeistert über seinen Wahlkampf und sein “Charisma” gesprochen wurde.

Bei aller (berechtigten) Freude über die Tatsache, dass es nun scheinbar eine Art Opposition gegen Trump und MAGA im Allgemeinen gibt, sollte man doch klar zwischen dem Teil “Berichterstattung” und dem Teil “Kommentar” trennen. Das gelingt in diesem Abschnitt leider weniger gut, finde ich.

Bspw. der Part zu Mamdanis Instagram-Account (“Das ist so lustig, was er da alles postet”, “saumäßig witzig”) oder auch der Bericht über seine Rede zum Wahlsieg (“Da hatte ich Gänsehaut”, “Ich hatte so ein Lächeln/Grinsen”) driftet teilweise hart weg von seriösem, distanziertem Journalismus, und eher Richtung Fandom. (Dass die Hosts Mamdani, seine Politik und seinen Stil gut finden/feiern ist ja vollkommen in Ordnung, sollte aber klar getrennt als „Kommentar/Eigene Meinung/Bewertung“ vom Teil der Berichterstattung an sich sein)

Danke und freundliche Grüße

25 „Gefällt mir“

Die gesamte Lage ist ein Meinungspodcast, moderiert von zwei Experten in relevanten Bereichen. Für deren Meinung und Einordnung höre ich den Podcast. Es handelt sich nicht um die Tagesschau. Ich finde es etwas schräg, dass man sich in einem Meinungspodcast an der Meinung stört.

Zur Idee einer neutralen Berichterstattung empfehle ich die Lektüre von u.a. Stuart Hall. Medieninhalte sind nie einfach objektive Wirklichkeit, sondern durch Auswahl, Sprache und Interpretation gesellschaftliche Bedeutungen konstruiert. Demnach ist Objektivität immer relativ und durch die Perspektive der Sprecher*innen geprägt.

16 „Gefällt mir“

Vielleicht hast du dann die Kritik etwas missverstanden. Es geht ja nicht darum, dass man im Podcast nicht seine Meinung sagt, sondern dass man sie erkennbar von den Fakten TRENNT:

Mailab hat dazu mal ein sehr gutes Video gemacht. Da ging es schwerpunktmäßig um die Corona Pandemie und wie es z.B. enorm wichtig ist, dass Virologen die Fakten stark von den persönlichen Empfehlungen für neue Maßnahmen trennen. “what” vs. “so what”. Und natürlich gilt das in ähnlicher Form für alle anderen Arten der Berichterstattung. Die Grenze zwischen Darstellung der Fakten, Einordnung, Meinung und Aktivismus müssen so gut wie möglich getrennt werden. Auch wenn uns natürlich allen klar ist, dass es keine vollkommen“neutrale Berichterstattung” gibt.

Im allgemeinen machen das die Hosts auch recht gut. Häufig wird ein Thema sachlich beleuchtet und dann heißt es: “und Phillip was denkst du jetzt dazu?”. In der vorliegenden Folge war das ganz anders. Ich glaube, dass es praktisch niemanden im Forum gibt, der sich nicht über den Sieg von Mamdani gefreut hat, aber durch die Form der Berichterstattung habe ich mich fast schon emotional etwas manipuliert gefühlt. Was ich völlig OK finde, wenn ich auf einer Fan-Veranstaltung bin. Aber wenn ich mir eine Meinung bilden möchte, finde ich es nicht zielführend.

5 „Gefällt mir“

Unabhängig von mangelnder Distanz, fand ich den Block um Mamdani auch nicht wirklich gut.

Grundsätzlich muss man einfach zu der Wahl sagen, dass New York schon immer eine sonder Rolle bei Wahlen gespielt hat. Wüsste nicht wann da, das letzte Mal ein Republikaner gewonnen hat. Mamdani steht auch innerhalb der Demokratischen Partei ziemlich alleine da. Das demokratische Establishment ist konservativer als man denkt. Berni Sanders hat auch keinen Rückhalt bekommen. Insgesamt muss man sagen, außer der Symbolik würde ich diese Wahl jetzt nicht überbewerten.

5 „Gefällt mir“

Nachdem ich eure Meinungen bis hierher gelesen habe - wie war das jetzt bei mir beim Hören? Kein Problem! Auch weil ich angenehm überrascht war von Anne Will, die ich von den TV-Veranstaltungen her nicht sehr mochte. Das am Rande, wollte es aber loswerden.

Ich fand die Folge gut. Die Trennung zwischen Fakt und Meinung kann jeder Langzeithörer gut für sich selbst machen. Andernfalls wäre es sprachlich eher umständlich. Die offene Sympathie für Mamdani war ja gut hergeleitet. Und so finde ich dieses Ereignis eben auch mutmachend in dieser Zeit der Angsthasenpolitik (SPD vor allem, Union aber auch, wie ja die Interviews wunderbar dazu passten).

Über Mamdani und USA würde ich gerne in einem eingenen Faden schreiben, das ginge hier unter diesem Titel unter.

7 „Gefällt mir“

Immer wenn eine Person so völlig unkritisch dargestellt wird, werde ich etwas skeptisch. Und in der Lage hatte man fast das Gefühl vermittelt bekommen, es handle sich um eine Art Lichtgestalt.

Tatsächlich ist Mamdani aber auch in der deutschen Presse und Politik nicht unumstritten.

So schreibt z.B. der Focus [1] über die problematischen Kontakte, die Mamdani in Antisemitische, Islamistische und Homophobe Kreise haben soll. SPD Politiker Michael Roth warnt gar vor Mamdanis problematischer Einstellung zum Antisemitismus. Dass sehr viele jüdische Vertreter nicht begeistert von seiner Wahl sind, wundert entsprechend kaum. Das alles kann man natürlich einordnen und vielleicht auch zum Teil entkräften. Es aber komplett zu verschweigen irritiert finde ich etwas.

[1]

https://www.focus.de/politik/ausland/knallhart-islamistisch-homophob-die-radikalen-freunde-des-new-yorker-buergermeisters_23b00a2c-7cd9-42c6-87f4-eea5b1ed648a.html

11 „Gefällt mir“

Also, ich bin auch froh, das dem Donald die Stirn geboten wird, aber diese kritikfreie… Einordnung von (edit Mod.) Mamdani war … nicht so toll….

Man vergleiche mit dem was Jochen Bittner von der Zeit auf X geschrieben hat:

”Wäre ich ein junger New Yorker, würde ich mir auch eine radikal andere Politik wünschen. Sich keine eigene Wohnung leisten zu können, heißt ja nicht nur, ohnehin reiche Vermieter finanzieren zu müssen, sondern auch, sich kein eigenes Leben, keine Sicherheit, keine Familie aufbauen zu können.

Aber ist das ein Grund, Zohran #Mamdani zu feiern?

Ich glaube, was ein wenig untergeht, ist, dass MAGA und DSA (die Democratic Socialists of America) ein gemeinsames Feindbild haben: das Demokraten-Establishment der vergangenen dreißig Jahre.

Beide Bewegungen attackieren die Globalisten-Mentalität, die das große amerikanische Versprechen verraten habe.

Eine gesunde Linke, finde ich, muss unbedingt Kritik an der Globalisierungsideologie der vergangenen Jahrzehnte üben. Es braucht dringend eine Linke, die die Arbeiterschicht wiederentdeckt bzw. Globalisierungsverlierer anspricht statt auf sie herabzuschauen („deplorables“!).

Etwas anderes aber ist ein Mann, der sagt, Internationalismus bestehe darin, zu erkennen: „Wenn dich der Stiefel der New Yorker Polizei niederdrückt, ist er von der IDF geschnürt.“

Oder der als Rapper sang: „My love to the Holy Land Five“ (die Holy Land Five sind eine Gruppe, die wegen Hamas-Finanzierung verurteilt wurde).

Der sich nicht von dem Slogan „Globalize the intifada“ distanziert.

Oder der an seinem College ein Chapter einer Pro-Palästina-Gruppierung gründete, deren nationales HQ den 7. Oktober als „historischen Sieg für den palästinensischen Widerstand" feierte.

Diese Art von Radikalität ist ein Geschenk für Trump – und ein Desaster für eine Linke, wie nicht nur Amerika sie bräuchte.”

…Wäre ich ein durchschnitts-New Yorker, wahrscheinlich hätte ich bei den Alternativen auch Mamdani gewählt, aber der ist nicht Bernie Sanders. Hätten die Demokraten damals nicht Bernie abgesägt um “Deplorables Hilary” den Weg freizumachen gäbe es den Trump wahrscheinlich gar nicht als Präsidenten.

7 „Gefällt mir“

Auf mich wirken diese Aussagen über Mamdani eher absichtlich diffamierend. Man kramt in seiner Vergangenheit, um irgendetwas zu finden. Erg.: Mindestens wären differenzierte Informationen nebst Quellenangaben erforderlich.

Der Artikel aus dem Focus ist extrem tendenziös. Das ist nun wirklich kein guter Journalismus.

Es liefen große, finanziell gut ausgestattete Kampagnen gegen Mamdani. Vielleicht sollten sich Menschen, die heute noch auf X posten oder ihre Informationen dort beziehen, fragen, ob das die richtigen Quellen sind.

6 „Gefällt mir“

Vielleicht ist bei der Wahl eines Bürgermeisters in den USA die deutsche Debatte, wann einseitige Parteinahme und Israelkritik ein Indiz für oder sogar identisch mit Antisemitismus wären, auch einfach nicht so wahnsinnig relevant für das Gesamtbild? War der Umgang mit Israel oder das Zusammenleben zwischen Juden und nicht-Juden in New York oder ähnliches Kernthemen des Wahlkampfs oder Kernaufgaben des Bürgermeisters? Hat der Kandidat politische Maßnahmen vorgeschlagen, die irgendwas wesentliches mit dem Thema zu tun haben und die Anlass für entsprechende Vorwürf gäben?

Was die “jüdischen Vertreter” angeht, dürften sich auch welche finden, die ihn gewählt und unterstützt haben. Soll man die dann abzählen und schauen, wer die Mehrheit ist, um zu entscheiden, ob Mamdani nun Antisemit ist? Oder machen wir es so, wie die israelische Regierung/Medienlandschaft und teilweise auch die deutsche und erklären Juden zu Antisemiten, wenn die die “falschen” Positionen vertreten?

Zu guter Letzt: Ein Artikel, der sich auf einen autokratischen Gewohnheitslügner wie Vizepräsident Vance als auch nur im Ansatz seriöse Quelle bezüglich irgendeiner anderen Person beruft, gehört ungelesen in die Tonne. Leider stand der Verweis auf Vance erst sehr weit unten im Artikel, sodass ich jetzt unnütz Lebenszeit verschwendet hab. Sehr ärgerlich.

13 „Gefällt mir“

Ich mache es nochmal etwas deutlicher: es geht nicht darum, dass man die Kritik an Mamdani teilt, sondern dass man sie thematisiert und einordnet. Dann wird es sicher einiges geben, was unseriös ist, aber es gibt keine Person auf diesem Planeten, die so perfekt ist, dass jegliche Kritik unangebracht wäre. Das macht z.B. das ZDF ganz gut:

4 „Gefällt mir“

Fakt ist, dass Madami nicht unumstritten ist und dass diese Kritik auf Fakten basieren:

  • Er hat eine v.a. in den USA kontroverse Position zum israelischen-palästinensischen Konflikt (die in Teilen nach meinem Verständnis mutmaßlich auch der Haltung der LdN entgegensteht), die je nach Antisemitismus-Definition problematisch ist
  • Er hatte Kontakte zu oder Sympathie für sehr umstrittenen Personen (New Yorker Imam Sira Wahhaj (homophob, verdächtigter „Mitverschwörer” beim World Trade Center-Bombenanschlag), “Holy Land Five”-Lobpreisung (in einem Rap-Song praist er die fünf Männer, die 2008 in einem umstrittenen Verfahren wegen materieller Unterstützung der Hamas verurteilt wurden))
  • Seine anfängliche Haltung zum 7. Oktober (seine Erklärung am Tag danach fokussierte stark auf Kritik an Israel und erwähnte weder Hamas noch die Geiseln) und seine (später differenzierten) „Globalize Intifada“ (verstehen viele, v.a. Juden, als Aufruf zur Gewalt gegen Juden) sind wenigstens irritierend.

Sicherlich falsch ist, dass er islamistisch sei, Sharia-Recht befürworte, Hamas-Unterstützer sei, homophob sei. Fakt ist auch, dass er nicht unerhebliche Unterstützung durch jüdische Politiker und Organisationen hat.

Das nur in aller Kürze. Über jeden Punkt könnte man sehr ausführlich und differenziert ausholen.

Dem Qualitäts- und Differenziertheits-Anspruch der LdN folgende hätte man darauf hinweisen sollen.

13 „Gefällt mir“

Bei dem Beitrag von Bittner fehlen mir die Quellen und die kontextuale Einordnung. Das, was man (mit vielen Quellen) bei Wikipedia findet, ließt sich für meine Begriffe ziemlich lobenswert:

Mamdani has condemned dictatorships in Venezuela and Cuba while criticizing U.S. sanctions.[121] He has denounced Indian prime minister Narendra Modi as a „war criminal“[122][123][124] and remains a strong critic of Israel and the genocide in Gaza,[125][126][127] describing its policies as apartheid[128] and supporting the BDS movement.[129]He co-sponsored the „Not on our dime!“ bill to stop New York charities from funding Israeli settler violence.[130] After the October 7 attacks, Mamdani mourned all victims, condemned Hamas’s attacks as war crimes,[131][128][132] and called for both sides to „lay down their arms“ while advocating for a ceasefire[133] and the end of Israeli occupation.[134][128][135]

Man muss dan nicht überall einer Meinung mit Mamdani sein, aber hier finde ich nichts grundsätzlich verurteilenswertes.

Wer sich wirklich für die Hintergründe interessiert, findet hier eine ausführliche Diskussion und Einordnung durch ein progressiv-jüdisches Medium: Mamdani said NYPD boots were ‘laced by the IDF.’ What is the relationship between US police and Israel? – The Forward

Auch hier: Man muss Mamdani nicht unbedingt in der Wortwahl oder der Schlussfolgerung zustimmen. Aber die Verkürzung auf den einen Satz wird der Person auch nicht gerecht.

Ich finde eine detaillierte Aufarbeitung der persönlichen und politischen Standpunkte von Mamdani eher uninteressant. Der Mann ist erstmal auch nur zum Bürgermeister einer amerikanischen Großstadt gewählt worden. Für die “Lage der deutschen Nation” hat dieser Vorgang an sich kaum eine Relevanz.

Interessant ist für mich, was das über die übergeordneten politischen Dynamiken in den USA aussagt und welche Lehren wir aus dem Wahlkampf und der US-amerikanischen Debatte für die politische Situation in Deutschland ziehen können. Und da gibt es glaube ich viel zu lernen.

10 „Gefällt mir“

Michael Roth ist ein Ex-Politiker, der nachdem er in der Ampel keinen Regierungsposten mehr abgekriegt hatte, dreieinhalb Jahre als die-hard Unterstützer der Ukraine sich quasi in der Opposition gegen seine Partei befand. Konsequenterweise hat er dann auch zur Bundestagswahl 2025 auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Heute schreibt er Bücher, veröffentlicht Artikel in der Welt (gerade heute) und jammert über die SPD und seine, aus meiner Sicht komplett selbst verschuldete Isolierung. Dass er nun berechtigte Israel-Kritik mit Antisemitismus verbindet, wundert mich da gar nicht. Kann man aber getrost ignorieren.

3 „Gefällt mir“

Ich denke, es gibt zwei wesentliche Hinweise, die nötig sind. Fehlende Erfahrung und fragwürdige Chancen, sich politisch durchsetzen zu können. Das wurde angesprochen. Der Rest sind doch eher Nebelkerzen aus der Gegenkampagne. Das habe ich persönlich da nicht vermisst. Im Gegenteil nervt es mich, wenn Leute wegen ganz oder weitgehend haltlosen, oft sachfremden Vorwürfen (von rechts) als “umstritten” geframed werden und die Diskussion und Untersuchung solcher Vorwürfe dann Platz und Zeit für wichtiges blockieren und unhaltbare Kritik allein schon durch Wiederholung und Widerlegung eine Bedeutung und Glaubwürdigkeit bekommen, die sie eigentlich nicht verdienen. Gab es in Deutschland beispielhaft bei der Besetzung des Verfassungsgericht zu besichtigen.

8 „Gefällt mir“

Mich nervt, wenn jemand sich Mühe gibt, differenziert die eher berechtigten Kritikpunkte einzuordnen …

… und dann so was („haltlos“, „sachfremd“, „von rechts“) lesen muss.

Das sind Kritikpunkte, die ihn eben nicht unumstritten = umstritten machen. Und zwar nicht von rechts geframed, sondern fakten-basiert.

15 „Gefällt mir“

Ich glaube, das Problem ist, dass gerade Trump und der von ihm unterstütze Cuomo versucht haben, diese Antisemitismus-Vorwürfe massiv gegen Mamdani in’s Feld zu führen. Da gerade Trump aber eben bekannt dafür ist, sich derartige Vorwürfe aus den Fingern zu saugen, ist der Reflex bei allen Nicht-Trump-Fans recht schnell, diese Vorwürfe einfach völlig zu ignorieren.

Wenn Trump also sagt, dass Mamdami ein Islamist, Kommunist und Antisemit sei, wird jeder, der Trump kritisch gegenüber steht, alle drei Punkte sofort für Quatsch halten und die Verbreitung dieser Vorwürfe ablehnen. Denn das Problem mit solchen Vorwürfen ist eben, dass selbst wenn sie absoluter Murks sind, dennoch immer etwas hängen bleibt, wenn man ihnen Aufmerksamkeit widmet und sie debunked.

Das Problem ist natürlich nun, dass einer dieser Vorwürfe (der des Antisemitismus) zumindest eine gewisse Basis hat. Allerdings würde ich keinesfalls so weit gehen, Mamdami als Antisemiten zu bezeichnen. Er ist im Israel-Palästina-Konflikt klar eher auf der Seite der Palästinenser und schoss in der Vergangenheit über das Ziel hinaus, aber für den schweren Vorwurf des Antisemitismus reicht das einfach nicht. Auch die Juden in NYC und den USA sind da sehr gespalten - während sehr konservative und zionistische Juden ihn unter Antisemitismusverdacht stellen, unterstützen viele progressive Juden ihn stark. Dass konservative (Trump zugeneigte) und zionistische (daher extrem pro-israelische) Juden mit Mamdami ein Problem haben, sollte offensichtlich sein, weil Mamdami einfach den kompletten Gegenentwurf der von ihnen vertretenen Positionen vertritt. Bei der Frage, ob ich jemanden für einen Antisemiten halte, orientiere ich mich aber generell eher an der Einschätzung progressiven Juden als an der Einschätzung von Leuten, die Politiker wie Trump und Netanyahu feiern, egal, ob es Juden, Christen oder Atheisten sind…

Insofern stimme ich zu, dass man dieses Thema im Podcast vermutlich hätte ansprechen sollen. Dann allerdings frage ich mich, wie das möglich sein soll. Denn man kann es nicht in einem Satz abräumen, ohne so zu wirken, als würde man Antisemitismus verharmlosen, also müsste man sich in der Tiefe mit dem Thema auseinandersetzen - und das würde den gesamten Schwerpunkt des Segments in einen negativen Bereich verschieben. Es wäre das klasissche „wir konzentrieren und auf die 10% Negatives statt auf die 90% Positives, weil das Negative Schlagzeilen macht“. Insofern kann ich auch verstehen, dass man das Thema ganz ausgespart hat - ich gehe sehr stark davon aus, dass Ulf sich dazu im Vorfeld ähnliche Gedanken gemacht hat - und egal, wie man das Thema in der Lage behandelt hätte, es hätten sich Leute beschwert.

7 „Gefällt mir“

Ich hatte das Gefühl, dass er als Beispiel dienen soll, dass Demokraten noch Wahlen in den USA gewinnen können. Und dafür ist es erst mal irrelevant, ob es berechtigte Kritik an der Person gibt, sondern viel wichtiger, dass er die richtigen Themen bespielt hat, diese so verkauft hat, dass er damit bei den Wählern ankam und besonders wichtig natürlich auf SocialMedia-Aktivitäten hinzuweisen, die entscheidend zum Erfolg beigetragen haben.

5 „Gefällt mir“

Unfaires doppeltes Maß. Hier wird einem guten Journalisten unterstellt, dass er schlecht arbeitet, weil einem die Kritik nicht schmeckt. Quellen kann man leicht finden, und auch Bittner gibt welche. Und “in der Vergangenheit kramen” ist was Neues? Hat natürlich noch nie jemand gemacht.

Bei meinem Beitrag ging es nur darum, dass Mamdami zu kritikfrei gelobt wurde. Kritik ist nicht rechtes Framing. Wie TilRQ oben schreibt:
”Dem Qualitäts- und Differenziertheits-Anspruch der LdN folgende hätte man darauf hinweisen sollen.”

14 „Gefällt mir“

Das Problem ist, der Vorwurf des Antisemitismus ist doch leider mittlerweile zu etwas komplett wertlosem verkommen, was nur noch dazu dient politische Gegner zu diffamieren.

Trotz dessen, dass Mamdami Muslim ist und andauernd als Antisemit deklariert wurde, der Sharia-Law einführen würde, haben ihn 33% der Juden in New York gewählt.

Brat Lander ein jüdischer Mitbewerber während den Primaries hat sich hinter Mamdami gestellt, genauso Bernie Sanders.

Was Mamdami hinterfragt hat, ist dieses blinde Gehorsam Israels in der amerikanischen Politik und er hat New York als erstes in seine Agenda gesetzt und das hat vielen nicht gefallen. Deswegen musste er als Antisemit gelabelt werden…

Diese ganze Schmierkampagne ist doch einziger Rassismus.

5 „Gefällt mir“

Meine Kritik bezog sich auf die Berichterstattung und nicht auf deine Erläuterung. Die fand ich gut, ich sehe nur anders, ob und wie ausführlich in der Lage darauf hätte eingegangen werden müssen. Ich finde die von dir angesprochenen Punkte wenig eindeutig und gewichtig für die Erwartungen an seine zukünftige Amtsführung. Ich habe den Wahlkampf dort nicht besonders eng verfolgt, hatte aber nicht den Eindruck, dass diese ganze Nahost-Thematik für seine politische Agenda oder sein angestrebtes Amt von Bedeutung wäre, sondern die Hinweise darauf eben eher ad hominem Argumente seiner politischen Konkurrenten waren. Aber das ist ja Ermessenssache, ich kann nachvollziehen, warum du dir gewünscht hättest, dass darauf eingegangen worden wäre, auch wenn ich das anders gewichten würde.

7 „Gefällt mir“