LdN 445: Elektroautos

Alles schön und gut - ich würde mir sofort ein Elektroauto kaufen (oder leasen). Aber wo soll ich es laden? Ich bin nicht reich und habe kein Einfamilienhaus mit Wallbox und Solarzellen auf dem Dach.

Und selbst wenn ich einen öffentlichen Ladeplatz fußläufig verfügbar hätte, kostet der Strom da 60 oder 70 Cent, was die Sache sehr teuer macht. Und ich glaube kaum, dass ich auf dem öffentlichen Platz jede nacht stehen könnte. Andere wollen ja auch mal laden. Der Renault 5, der mit gefallen würde, hat eine Reichweite von 200 km. Da ich 120 km pendele, müsste ich jeden Abend laden. Das Auto lädt mit 11kW, es dauer also sehr lange …

Alles nicht so einfach, wie die Dame im Podcast es beschreibt. :slight_smile:

1 „Gefällt mir“

Anscheinend steht dein Auto ja dann bei deinen Arbeitgeber rum und kann mit 11 kW geladen werden. Vor allem bei 200km ist der Akku wohl nicht sehr groß.
Also nicht am Abend Laden sondern über den Tag.
Und 70ct/kWh bei 11kW klingt etwas unrealistisch (wenn auch leider nicht unmöglich).

1 „Gefällt mir“

Wenn es dort eine Ladesäule gibt, was leider nicht immer oder eher selten der Fall ist. :thinking:
Es ist nicht einfach.

1 „Gefällt mir“

Preis für das Fahrzeug: Der Gebrauchtwagenmarkt ist langsam soweit, wenn es auch für die kleineren/ günstigeren erst langsam grössere Auswahl/Mengen gibt. Verbrenner werden aufgrund der steigenden Abgasreinigungsanforderungen und allgemeinen Preissteigerungen auch immer teurer.

Preis für die Fahrenergie: Wenn man 100% öffentlich lädt, besteht im Vergleich zum Verbrenner aktuell weitgehend Preisparität oder etwas günstiger beim BEV, aber man muss mit den Ladetarifen aufpassen (ein anderes Thema)

Organisation des Ladens: Das muss man von Anwendungsfall zu Anwendungsfall ansehen, wie @Hoeze geschrieben hat. Der R5 hat neben dem 11kW AC auch einen DC Lader, man kann also auch „kurz mal“ an eine Schnellladesäule. Und Renault hat mit dem Renault Ladepass ein aktuell sehr günstiges Angebot zum öffentlich laden.
Beim kleinen Akku (40 kWh) dauert das AC Laden (11kW) dann ca. 4 Stunden von 0-100%, was man ja real nie hat. Also eher im Bereich 3 Stunden bis 100%. Ich sehe eher dann ein Problem, wenn du am Wohnort keine 11kW Lader zur Verfügung hast.

Ich habe 100’000 km in diversen Szenarien seit 2020 hinter mir. Man muss sich bewusst sein, was es im Alltag (und bei möglichen edge-cases) für einen selbst bedeutet, ab dann ist es primär das umgewöhnen.

1 „Gefällt mir“

Ach ja, genau - mein Arbeitgeber hat ja 1000 Ladesäulen auf dem Parkplatz stehen, damit alle Mitarbeiter laden können … sehr witzig.

Wir dürfen nicht immer nur von reichen Dienstwagen-Fahrern mit Eigenheim ausgehen, sondern auch mal von ganz normalen Leuten.

Ja, ich sehe es ähnlich. Demnächst werden wir unseren alten Micra ersetzen und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es ein gebrauchtes Elektroauto wird. Vielleicht beim übernächsten.

Das ist das größte Problem für die Nutzung von E-Autos, ja.

Das muss sich ändern. Eine Ladekarte für alle, keine Bevorzugung bei Abomodellen und als Fallback in der EU mit Kreditkarte zu denselben Kosten. Und natürlich ein konkurrenzfähiger Preis im Vergleich zu Heimladern.

Und wenn es lange dauert, kommen häufig auch noch Belege-/Parkgebühren hinzu.

1 „Gefällt mir“

Hier eine Empfehlung:

Aus der Nerd-Welt

Kostenlose App, um günstige Lademöglichkeiten zu finden (ergänzt)

1 „Gefällt mir“

Also einen Id3 von Volkswagen mit 75kwh Batterie hat locker 400km Reichweite. Den bekommst du gebraucht unter 20.000€.

Id3 bei mobile.de

Bei deiner Laufleistung lohnt sich ein Anbieter von Schnellladern mit Grundtarif von 12€. Dann zahlst du 39ct/kwh. Beispiel: Elli

Hier sprießen die Schnelllader an Supermärkten derzeit aus dem Boden. Wir laden beim Einkaufen.

Wenn man nicht will sucht man nach Gründen. Wenn man etwas will dann sucht man nach Möglichkeiten.

5 „Gefällt mir“

Ich kenne tatsächlich auch nur sehr wenige mit e Auto ohne wallbox. Die laden dann immer beim einkaufen, da hat ja Aldi etc. Schnelllader, da ist das Auto nach dem einkaufen wieder voll. Wenn man das regelmäßig macht, braucht man zuhause keine Lade Möglichkeit.

Klar, Zuhause ist das Laden günstiger, insb mit PV Strom zur Unterstützung.

Wenn ich eins im Live Betrieb seit Januar 2025 sehe: Laden kannst du überall. Jedes Möbelhaus stellt sich - gefördert mit Steuergeld- die Dinger hin. In 99% der Fälle ist die Auslastung unter 20%. Genauso an der Autobahn, ladeparks ohne Ende, mit sehr wenigen Kunden… wie sich das rechnet, keine Ahnung, aber als Verbraucher ist das Laden echt machbar… die Lade Dauer nervt bei längeren Strecken, aber das ist nur bei +300km relevant.

Noch 1-2 Generationen an e Autos, und die Lade Geschwindigkeit ist so hoch und der Akku so groß, da wird’s dann egal.

2 „Gefällt mir“

Warum eigentlich nicht? Macht sich in der Stellenausschreibung sicher besser als Gratiswasser und Obstkorb.

2 „Gefällt mir“

Das ist noch echt dünn… mein Arbeitgeber hat viele Gebäude verkauft und mietet sie zurück, da geht nix…

Ist echt traurig… und das Gesetz sagt ja, dass man irgendwie 1 Säule braucht… ist auch ein witz

Grundsätzlich richtig.

Was ich mir wünsche ist eine eher sachliche und offene Diskussion.

Oft trifft man in Gesprächen eher auf doch eher verbohrte und sehr gefestigte Meinungen.
Auf beiden Seiten.

Da die E-Auto - Ablehnenden, die immer irgendeinen noch so wilden bis konkreten Grund finden, warum E-Autos nicht funktionieren.
Auf der anderen Seite die E-Auto- Enthusiasten, bei denen es gut funktioniert, die damit davon ausgehen, bei allen anderen ist es genauso und die anderen wollen alle nur nicht.

Die meisten finden sich wohl in der Mitte.
Die gucken auf die Ladekarte und stellen fest, das die nächste Ladesäule halt paar km von der Haustür weg ist und auf dem Weg zur Arbeit auch nicht viel steht. Und die sich morgens oder abends nicht alle zwei oder drei Tage an den Supermarkt-Lader stellen können bzw wollen.
Oder die ins Portemonnaie gucken und sich Leasingraten von 200-300€ im Monat nicht leisten können, auch keine 20.000€ für einen Neuwagen.
Also ist ja nicht immer böser Wille, sondern oft Realitäten.

Das man da einfach wertfrei drüber spricht und sagt, ja, für viele würde es mit etwas Nachdenken gut passen, und für andere passt es grad halt noch nicht.
Ist ja alles noch in der Entwicklung.

Aber offenbar ist das Auto in Deutschland immer noch ein sehr emotionales Thema. :wink:

3 „Gefällt mir“

Elektroautos gehen aber vermutlich nicht mehr weg. Sinnvoller, als zu betonen, dass bei einem zu Hause die Infrastruktur nicht gegeben ist, wäre es da wohl, bei den örtlichen Behörden für das Problem zu sensibilisieren.

1 „Gefällt mir“

Heißt konkret?

Dass du im Moment noch sorglos Deinen Verbrenner fahren kannst, im Laufe der Zeit aber Du umsteigen wirst müssen. Ich habe das Glück, dass unser Bürgermeister das erkannt hat und die Weichen gestellt. Manch andere Orte werden dann lamentieren, der Staat wird darauf verweisen, dass es ja in der Vergangenheit großzügige Förderung für Ladepunkte gegeben hat und die Hersteller dieser Ladepunkte werden sich vor Aufträgen nicht retten können, denn plötzlich muss es schnell gehen.

Genau da ist ein bissl der Knackpunkt.
Im Stadtzentrum tut sich ja durchaus einiges, Autohändler, Stadtwerke und Märkte stellen da schon zunehmend paar 22 kw Säulen hin.
Also die Zeichen der Zeit sind schon erkannt.

Nur auf den umliegenden Dörfern so bis 20 km Umkreis ist noch wenig bis gar nichts.
Wer ein Eigenheim hat kann eine Wallbox installieren, die ist aber dann privat.

Für die Mieter sieht es dann mau aus, die privaten Vermieter sind da eher konservative Sparfüchse und möchten nicht mehr investieren als nötig.

Ich wäre den Verbrenner ja eher heute als morgen los. Aber erstmal muss er abbezahlt werden, dann muss Geld für was neues (grundsätzlich gern Elektro) da sein.
Bis dahin hoffe ich auf Verbesserung der lokalen Situation.

Also, eher eine Zeitfrage bei mir. :wink:

2 „Gefällt mir“

Ja, es gibt verschiedene Nutzungsprofile, für manche lohnt sich ein BEV schon, für andere noch ein Verbrenner. Es müssen nicht alle gleichzeitig umsteigen, aber im Laufe der Zeit glaube ich schon, dass BEV für PkW-Fahrer immer öfter die bessere Alternative sein werden.

Dabei ist die öffentliche Ladeinfrastruktur wichtig, denn gerade in Deutschland hat nicht jeder ein Eigenheim. Und es macht einen großen Unterschied, ob man auf das Laden warten muss (weil man lange Strecken fährt oder über Nacht und beim Arbeiten, usw. keine Lademöglichkeit hat) oder das nebenbei über Nacht oder beim Arbeiten, usw., geschieht. Im letzten Fall sind 11 kW wohl für die meisten Anwendungsfälle genug. Selbst eine einfache Schuko-Steckdose mit 10 A Dauerleistung würde da jeweils für gut 100 km Reichweite reichen, was wiederum für die meisten Anwender die meisten Tage ausreichen würde.

Deshalb fände ich es gut, wenn nicht nur Ladesäulen gebaut würden, sondern auch in großer Zahl einfache Steckdosen da, wo Leute länger parken, z. B. an Laternen und auf Firmenparkplätzen. Und auf allen kostenpflichtigen Parkplätzen einschl. Parkhäusern, da könnte man die durschnittlichen Kosten (max. für 2.3 kWh pro Stunde in dem Beispiel) auch einfach erlösen.

1 „Gefällt mir“

Ja, daher ist es am besten dass jede Person das selbst entscheiden darf. Schliesslich sind wir ja eine freies Land - da sollte Freiheit auch unterstützt werden.

1 „Gefällt mir“