LdN 445: Elektroautos

Was nicht heißt da darf nur der Besitzer laden. Gibt es sogar Apps dafür, zum anbieten und abrechnen

Sicher, wenn man einen freien Stellplatz hat, auch eine Option.

Vielleicht müssen wir das ganze Thema noch viel offener denken.

Da brauchst du keine weitere Generation zu warten, die Autos sind schon jetzt da. Ja, noch nicht in der niedrigsten Preisklasse, aber bereits bis 45.000€ herunter. Bis vor kurzem hat man in der Klasse Autos mit Ladedauer 20-35 min von 10-80% bekommen, mittlerweile bekommt man hier Autos, die die gleiche Ladung in 10-15 Minuten schaffen. Das war technisch bisher nicht möglich und die Autos, die dicht da ran gekommen sind, kosteten weit über 100.000€.
Ich persönlich finde die Ladezeiten schon heute kaum störend, bis 600km bin ich da eigentlich nicht mehr bereit mich auf Diskussionen einzulassen (heißt einmal 15 min raus), in der Regel wartet das Auto da schon immer auf mich. Darüber hinaus ist irgendwann nerviger, das kann ich schon verstehen, geht mir auf Langstrecken um oder über 1000km auch so.

Gutes Beispiel, das zieht sich auch durch für die Autos, die jetzt nach 2-3 Jahren Leasing in den Markt kommen. Niedrige Laufleistung, hohe Ausstattung, niedriger Preis. ID.4 und co (Skoda Enyaq, Audi Q4 E-Tron) bekommt man für ca. 25.000€ mit großem Akku, die lagen Liste mal bei 55-60.000€. Porsche ist noch stärker verfallen, einen Taycan bekommt man ab 55.000€ gebraucht, der hat mal 150.000€ gekostet. Man kann also auch echt schicke Autos schon zu guten Preisen bekommen. Bei den Kleinwagen geht es erst langsam los, aber es ist schon spürbar, siehe ID.3.

Habe zwei befreundete Paare, die hier gerade für knapp über 20.000€ einen voll ausgestatteten ID.4 und ein Tesla Model 3 gekauft haben.
Der Tesla kann (ebenso wie meiner) nur mit Schuko und 10A geladen werden (haben nur Schuko in der Nähe des Parkplatzes), was sicherlich etwas nervig ist, aber problemlos funktioniert, im Sommer noch ein bisschen durch das Balkonkraftwerk unterstützt. Ich bekomme damit von Nachmittags (Feierabend) bis morgens (Arbeitsbeginn) meine Pendelstrecke (80km pro Tag) 2x geladen, muss also nur alle 2 Tage laden. Das ganze mit 0,27ct/kWh verrechnet und ich lande bei unter 4€ auf 100km für den Fahrstrom.

Will damit sagen, dass man auch mit einer Schuko-Dose zuhause problemlos E-Auto fahren kann.

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Sehr gut - eine 100m-Kabeltrommel bekommt man im Baumarkt. Und schon kanns losgehen. Kabel aus dem 3. Stock durchs Treppenhaus raus an die Bordsteinkante und das Auto kann laden.
Und Telsa, Porsche und Audi für nur 20.000 Euro sind auch kein Problem - kaufe mir auch gleich zwei davon, damit mein Mann auch E-Auto fahren kann.

Da könnte man jetzt etwas Zynismus raushören. :wink:

Aber ja, die Fragen wären ja berechtigt:

  1. Laden mit Schuko-Steckdose. Wie praktikabel ist das? Eine Nacht oder einen Tag dauert das ja schon.
    Kann das jede Hauselektrik so lange problemlos verkraften, auch in Altgebäuden? Muss ich das durch einen Elektriker (auf eigene Kosten auch als Mieter?) erst prüfen lassen?
    Passt das immer mit dem Stellplatz des Autos? Wie lang darf eine solche Zuleitung sein bei welchem Querschnitt?

  2. Gebrauchtpreise.
    20.000€ ist im Vergleich zu neuen E-Autos schon deutlich weniger.
    Was ist mit Menschen mit geringeren Einkommen oder kleinen Budgets die beispielsweise maximal 10.000€ oder 150€ im Monat für ein Auto aufbringen können? Für die der typische Zoe zu klein ist mit vierköpfiger Familie und Kinderwagen?

Das sind ja durchaus Fragen, die man sich vorher stellen muss/darf. Die ja legitim sind.

Bei solchen Ausgaben macht man das ja nicht leichtfertig.

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Die haben in wenigen Jahren sicherlich auch ein Angebot an brauchbaren gebrauchten E-Autos. Die Autos die man jetzt für 20k bekommt sind ja so ausgestattet, dass man da auch das äquivalent als Verbrenner nicht für max. 10.000 bekommt.lass die mal noch ein paar Jahre altern mit ein paar Kilometern mehr und dann ist man auch da.

Und im Betrieb spart man dann wohl eher weil viele Reparaturen die teuer sind und bei alten Autos anfallen hat mein beim E-Auto nicht.

Also sind wir wieder bei der Erkenntnis, wir brauchen noch Zeit.
Was angesichts der neuen komplexen Technologie (also Autos plus Lademöglichkeiten plus Anpassung Infrastruktur) völlig normal ist.

Wieso sagt man dann nicht einfach, wer kann, der darf, wer nicht kann muss halt noch warten?

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Naja, da stimme ich nicht ganz zu. Klar, es gibt Autos, die wirklich schnell laden können, auch über den ganzen Verlauf des ladestands. Viele davon sind aber absolut exklusiv, im DE Markt nicht verfügbar, gerade erst angekündigt (bsp cla oder neue klasse bmw). Oder du bist schnell bei 90.000€ Listenpreis bei ordentlicher Ausstattung

Wenn du dir aber mal anschaust, was in DE gerade die meist verkauftesten Autos sind, gehen 95% der Autos mit 70-80kwh Akku, 400V Technologie über den Tresen.

Mein ID4 gtx bspw schafft realistisch 340km, bis ich zum Laden muss (wenn man annimmt, bei 200% loszufahren, 50km Puffer beim Laden, rund 20-21 kWh/100 bei normaler Fahrweise, Klima oder Heizung etc)… und das Laden geht so schnell nicht, nach einer kurzen 170kw spitze gehts runter. In 18min kann ich rund 40kwh laden, dann fahre ich weiter, weil ab 70% Akku stand die ladeleistung stark fällt…. Wenn ich mir anschaue, was da gerade präsentiert wird, ist das schon nochmal viel besser. 1. mit 800V viel mehr Lade Leistung. 2. höhere Effizienz, weniger verbrauch. 3. Akkus Richtung 100kwh

Sobald so eine konfig der Standard wird, ist es auch auf Langstrecke ok

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Da sagt „man“ doch. Kauf dir einfach in 10 Jahren deinen letzten Verbrenner, der Klimagase ausstößt. Dann fährst du den für 10-15 Jahre. Dann hast du ab jetzt die sehr realistische Möglichkeit, dass dich die nächsten 25 Jahre die Elektromobilität nicht zu interessieren braucht.

Warum so viel Energie und Motivation verbrauchen, um uns zu erklären, dass es kacke ist und nicht funktioniert.

Naja, ich sag doch nicht das es kacke ist, nur das es jetzt (!) noch nicht funktioniert.
Die Reaktion ist dann ja in der Regel, ich wolle nur nicht.

Aber egal.
Vielleicht schaffe ich es ja ganz aufs Auto zu verzichten. :wink:

Weil man nicht alles was selbsterklärend ist explizit aussprechen muss?

Genau das ist doch die Situation wie es aktuell läuft. Je mehr günstige E-Autos auf den Markt kommen, desto mehr Menschen können sich ein E-Auto leisten.

In den frühen 90ern war eine Klimaanlage im Auto auch noch Luxus und heute Standard.

Die Kriterien für „nicht funktioniert“ werden halt in den Diskussionen immer höher geschraubt. Klassisches „ja aber…“ Spiel.

Ich will dich persönlich nicht überreden. Ich hoffe nur den unentschlossenen, stillen Mitlesern ein paar Infos und Erfahrungen zu geben. Bei mir funktionieren Dinge, die jemand anderes als „funktioniert nicht“ bezeichnet.

Derjenige, für den es halt absehbar gar nicht funktioniert, kann noch 20 bis 25 Jahre warten.

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Der Beitrag hier ist durchaus angemessen.

Ich fahre jetzt selbst seit ca. 1,5 Jahren E-Auto und bin selber super zufrieden, weil es halt zu meiner Lebenssituation sehr gut passt. Ich benutze es fast nur zum täglichen Pendeln (ca. 20km) und wohne halt eher auf dem Land mit eigener PV-Anlage und Wallbox. Auch mein Arbeitgeber hat inzwischen 10 Wallboxen am Mitarbeiter-Parkplatz (bei ca. 50 Mitarbeiter insgesamt) und ne große PV-Anlage auf dem Dach. Wir MA können dort wirklich sehr günstig für 15 Cent pro KWh laden, sodass ich damit für unter 3€ pro 100km fahren kann. Mit meinem Diesel vorher war das mehr als das doppelte. Und es wird auch wirklich gut angenommen. Es fahren inzwischen bestimmt 10 von 50 MA ein E-Auto und ein Firmenwagen ist auch vollelektrisch und der andere Hybrid.
Ich spare außerdem Zeit, weil ich nie mehr zum Tanken fahren muss, sondern einfach dort kurz einstecke, wo ich eh parke. In den 1,5 Jahren hab ich jetzt vielleicht dreimal nen Schnelllader benutzt.

Ich hab mir aber auch schon öfters gedacht, wenn man jetzt in ner Großstadt zur Miete wohnt und keine eigene Wallbox hat und der Arbeitgeber sowas auch nicht anbietet, dann ist es schon echt nicht so attraktiv, weil man dann immer schauen muss, wo man laden kann und das öffentliche Laden oft so teuer ist, dass man kaum günstiger ist als Sprit. In so einem Fall hätte ich mir wohl auch keins gekauft. Ähnliches gilt für größere Familien mit mehr als zwei Kindern. Da bietet der Markt auch noch fast nichts an, was sich normale Menschen leisten können bzw. wollen.

Ich glaube, man sollte hier viel stärkere Anreize setzen, dass man es für Arbeitgeber attraktiv macht, eigenen PV-Strom für Mitarbeiter*innen an Wallboxen anzubieten. Das ist einfach so sinnvoll, weil man da halt auch genau den Mittagspeak der PV voll nutzen kann und es somit auch viel netzdienlicher ist. Das Auto steht da eh 8 Stunden rum. Und gerade hier auf dem Land in Bayern, wo es praktisch keinen ÖPNV gibt, der die Bezeichnung verdient, hat halt fast jeder Haushalt ein Auto pro arbeitender Person. Und ich glaube, wenn man allein schon die ganzen Zweitwagen pro Haushalt, die im Prinzip nur zum Pendeln und Kurzstrecke genutzt werden elektrifizieren könnte, wäre schon extrem viel gewonnen.
Und für diese Pendelfahrten bietet der Markt auch relativ wenig an aktuell, weil da brauch ich halt keine 500km Reichweite und muss auch nicht in 10 Minuten vollladen können. Ich glaube dieser Use Case der pendelnden Zweitwagen wird komplett unterschätzt, wie viel man da rausholen könnte, wenn es günstige kleine E-Autos mit geringer Reichweite gäbe.

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Da ist halt wieder das unterschwellige „der will nur nicht!“ :wink:

Aber wir driften ab, zudem ist ein zweiter Thread zur politischen Ebene offen, der aktueller den Punkt aufgreift.

Mache hier mal zu und bitte an anderer Stelle weiterzudiskutieren.

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