Schließe mich JohanneSAC an, dass Palmer oft unseriös argumentiert. Wie sein Vater, der sog. Remstal-Rebell, ist ihm oft sehr an Provokation gelegen. Dazu verdreht er denn einige Sachverhalte, z. B. bei Lanz, wo er gewissermaßen Dauergast ist, weshalb von ihm auch nichts wirklich Neues zu erwarten ist.
Wie gesagt, ich halte es - auch völlig jenseits der Palmers dieser Welt - für schwierig und auch unergiebig, Personen zum Lage-Interview zu bitten, deren Positionen und Argumentationen man schon aufgrund ausgiebiger Podcast- oder Talkshow-Abonnements in- und auswendig kennt.
Es wird doch wohl noch interessante Gesprächspartner geben, die nicht schon tausendfach ‚durchgenudelt‘ sind.
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass hier einige Personen nicht deshalb vorgeschlagen werden, weil sie noch etwas wirklich Neues oder Interessantes zu sagen haben, sondern weil man mit deren Meinugen/Einschätzungen/Positionen übereinstimmt.
Das lässt sich zwar nicht ganz vermeiden, aber dann sind doch die weniger medial im Rampenlicht Stehenden bei Weitem vielversprechender.
Leute die alles einfach ohne Rücksicht raushauen, sich dann beschweren, dass sie Kontra bekommen, und trotzdem ständig eingeladen werden, weil sie durch Provokation Zuschauer bringen, muss die Lage echt nicht auch noch einladen.
Da gibt es bestimmt bessere Kommunalpolitiker- Interviewgäste.
Finde gut, dass du mal dezidiert Frauen vorschlägst, hätte aber auch gut gefunden, wenn du einen kleinen Hinweis gegeben hättest, für welche Themen du sie vorgeschlagen hast.
Ich habe bei dem Aufruf für Sommerinterview-Vorschläge nur halb aufmerksam hingehört. Gibt es da irgendwelche Einschränkungen bezüglich der GesprächspartnerInnen?
Mich persönlich würde Katherina Reiche interessieren.
Wie kommt sie zu falschen Behauptungen zur aktuellen GEG-Fassung bezüglich angeblichen Wärmepumpenzwängen? Wie will sie konkret den Gebäudesektor bis 2030 und darüber hinaus in den Griff bekommen? Warum erweckt sie das Gefühl bei den Menschen, dass sie doch künftig mit Gas heizen dürfen und das gar kein Problem sein wird? Warum werden die Menschen nicht generell darüber in Kenntnis gesetzt, dass ETS2 kommt und man weg von fossiler Verbrennung kommen muss?
Generell würde mich interessieren, warum sie und viele in der Union bezüglich der Zukunft der Energieversorgung generell so viele Zweifel sähen und dafür gerne absurde Scheinlösungen in den Ring werfen. Es gibt so viel Potential, den Energiebedarf so zu steuern, dass er dann am höchsten ist, wenn am meisten Energie zur Verfügung steht.
Bei mir kommt immer nur an, dass Energie- und Wärmewende noch immer Humbug sind und man jetzt ganz viel Gaskraftwerke bauen müsse (ohne zu sagen, wo das ganze Gas herkommen soll) (weil Atomkraft haben die Grünen nun mal kaputt gemacht), damit wir uns zurücklehnen und stumpf verbrennen können. Ich verstehe nicht, warum nicht klar kommuniziert wird, dass es das Backup zwar braucht, der Bedarf aber immer geringer und kürzer ausfallen wird. Da passt es für mich auch nicht, dass sie langfristige Gas-Liefer-Verträge aushandeln möchte.
In dem Zusammenhang kann man dann auch fragen, wie sie zu ihren pfiffigen Spitznamen Gas-Käthe, Gas-Kathi… gekommen ist. Es wird zumindest der Verdacht erweckt, dass sie mit ihrer Politik Interessengruppen unterstützen möchte, für die das Wohl des Landes nicht an erster Stelle steht.
Christina Clemm, Franziska Schutzbach und Mareike Fallwickl sind wichtige Stimmen im deutschsprachigen Raum, wenn es um feministische, gesellschaftliche und rechtspolitische Themen geht. Insbesondere angesichts aktueller Debatten über Arbeitskultur, Care-Arbeit und die Bedrohung von Frauenrechten halte ich ihre Perspektiven für besonders wichtig. Denn Gleichberechtigung ist kein „nice to have“, sondern muss Priorität haben.
Christina Clemm ist Fachanwältin für Straf- und Familienrecht in Berlin und vertritt seit fast drei Jahrzehnten Opfer geschlechtsspezifischer und rassistisch motivierter Gewalt. In ihrem Buch „gegen Frauenhass“ schreibt sie über ihre Erfahrungen als Juristin und zeigt auf, wie Gewalt an Frauen hingenommen, normalisiert oder bagatellisiert wird und was es gesellschaftlich und strukturell bräuchte, um dem entgegenzuwirken.
Franziska Schutzbach ist Soziologin und Geschlechterforscherin. In ihrem Buch „Die Erschöpfung der Frauen“ beschreibt sie, wie Frauen durch permanente Verfügbarkeitsanforderungen in Familie, Beruf und Gesellschaft ausgebeutet werden. In „Revolution der Verbundenheit“ geht es um (weibliche) Solidarität, um die Stärke, die aus menschlichen Verbindungen hervorgeht, was mMn gerade in den aktuellen Debatten und Zeiten sehr wichtige Gedanken sind.
Mareike Fallwickl ist Schriftstellerin und hat mit „Die Wut die bleibt“ eines meiner absoluten Lieblingsbücher geschrieben. Sie setzt sich ebenfalls für feministische und gesellschaftliche Themen ein und hat sehr interessante Perspektiven gerade auch auf das Thema Care-Arbeit, was ja (egal ob auf Kinder oder ältere Menschen bezogen) nahezu jede Person betrifft/betreffen wird.
Ist ein interessanter Vorschlag! Ich habe sie bei der International Law Commission in Genf kennengelernt, wo sie auch Co-Chair der Study Group zu Sea Level Rise ist.
Ich hatte einen etwas anderen Eindruck. Das Gefühl der „Zeitverschwendung“ kam mit eher durch die Tendenz der Gesprächspartner, Argumente zu meiden und sich stattdessen nur zu empören.