LdN 415 Lindner Interview

Ich würde mir wünschen, dass ihr das Lindner-Interview in der nächsten Lage-Folge nochmal aufnehmt. Vor allem solltet ihr seine Falschaussagen widerlegen. Das hat mir während des Interviews gefehlt.
Beispiel: Das Bürgergeld sei zu sehr erhöht worden.
Es war eine nachträgliche Erhöhung des Bürgergelds, die sich auf die in den letzten Jahren bereits erfolgte Inflation bezog.

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Ich denke mal da ging einiges unter auf Grund der Zeit. Schuldenbremse nur angerissen und Vermögenssteuer gar kein Thema. Aber gut, das werdet ihr euch ja überlegt haben vorher. Da fehlte dann wohl schlicht die Zeit, nehme ich an.

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Ich fand das Interview leider etwas zu zahm. Warum wird nicht mal gefragt, wo man bei klimaschädlichen Subventionen sparen kann? Es wurde ausschließlich diskutiert, wie man bei den finanziell schwachen Bevölkerungsgruppen noch mehr sparen kann. Oder bei wichtigen Institutionen wie dem UBA, das für fundierte Beratung und Forschung steht und mehr ist als ein Haufen Beamter. Auch konnte CL unwidersprochen von Pull-Faktoren für Migration sprechen, diese Theorie ist lange widerlegt.

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Bei Falschaussage möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass Herr Lindner den verkleinerten Neuverschuldungsspielraum der durch sein angenommenes Wachstum und die Konjunkturkomponente der Schuldenbremse entsteht nicht berücksichtigt.
Sprich wenn die Wirtschaft wieder besser läuft und mehr Steuereinnahmen generiert werden entfällt aber Spielraum durch die Konjunkturkomponente, die momentan um die 10 Milliarden betragen müsste.

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Ich finde auch, dass es hier sehr viel zu besprechen gibt.
Mir ist die Annahme, dass es Wirtschaftswachstum geben wird, als sehr fragwürdig aufgefallen. Zwar gibt es Pläne für mehr Wachstum, die begrenzen sich jedoch auf Sozialausgaben senken - besonders das Bürgergeld - und Steuersenkungen - besonders bei reichen Menschen.
Und dann drohen ja auch noch Zölle von Trump auf Exporte in die USA, unserem wichtigsten Handelspartner. Da droht sogar ein Schrumpfen der deutschen Wirtschaft!
Dazu kommt, dass die Pläne gar nicht geeignet sind die Wirtschaft treffsicher zu stärken.
Weniger Bürgergeld gedeutet gleichzeitig weniger Konsum, da die Empfänger jeden Cent ausgeben müssen für ihren Lebensunterhalt. Auch halte ich es angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage für unwahrscheinlich, dass Unternehmen viele Menschen anstellen wollen.
Die Steuersenkungen, die vorgeschlagen wurden, kommen größtenteils denen zugute, denen es sowieso gut geht, weil sie als Unternehmen Gewinne machen oder in ihrem Job schon sehr viel verdienen. Doch für die ist es gerade sehr unattraktiv zu investieren, da wir ja aktuell eine schwierige wirtschaftliche Situation haben.

Dadurch würden letztendlich Geld fehlen für dringen benötigte Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und den Ausstieg aus fossilen Energien.
Auch weil die FDP ja nicht bereit ist Schulden zu machen, die die Investitionen möglich machen könnten - ganz unabhängig von der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Diese Investitionen würden auch direkt einen Wachstumsimpuls geben, da das Geld fast 1:1 an Unternehmen geht!

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Ich würde auch gerne Lindner’s Dreisatz zum Wirtschaftswachstum nachvollziehen können.
Er postuliert 0.5%, 1% und dann 2% Wirtschaftswachstum. Die Lage sagt 25% Steuerquote.
Laut Statista haben wir 2024 ~4306,4Mrd BIP

Steuereinnahmen im Jahr 2027:
((1.005 * 1.01 * 1.02)-1)*4306 *0.25 = 38Mrd != 70Mrd (laut Lindner)

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1251/umfrage/entwicklung-des-bruttoinlandsprodukts-seit-dem-jahr-1991/

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Schließe mich da sehr gerne an. Herr Lindner hat ja auf verfügbares Datenmaterial hingewiesen („Tabellenanhänge“). Vielleicht ergäbe sich daraus ja noch ein detaillierterer Realtitätscheck der Milliardenschätzungen. :slight_smile:
Und nur als Kommentar zum Inhalt: Schon bemerkenswert, dass einem Herrn Lindner bei Subventionsabbau ausschließlich die leidlich kleinen Transformationshilfen der Energiewende einfallen, die im Koalitionsvertrag vereinbarten klimaschädlichen Subventionen aber nicht erwähnt werden. DA steckt wirklich Geld drin. -…-

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Ich meine ein Ökonom aus Kiel hat auf die Frage nach pull Faktoren geantwortet, dass es diese natürlich gäbe.
Auch in einem Interview mit der LDN.

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Folge 415 wie immer sehr gut, mit Beginn des Lindner-Interviews abgeschaltet, ich kann den Typ nicht mehr hören, ich hoffe mal, die FDP bleibt unter 5%

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Ich fand Hr. Lindner super stark! Wenn ihr Hr. Habeck so grillen würdet, wäre er nach der zweiten Frage am Ende. Lindner war eloquent und hatte seine Zahlen parat. Fand ich echt gut.

Und noch kurz zum Bürgergeld: Dass dieses in Deutschland deutlich zu hoch ist und Fehlanreize setzt, ist denke ich mittlerweile die Mehrheitsmeinung.

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Er wurde kaum „gegrillt“. Leider.

Nein, sicher nicht. Und wenn, dann ist es eine Folge dieser ewig gleichen sinnlosen Diskussion, die wir längst 1000fach gehört haben und die Leute wie Lindner nur führen, um die ärmsten Teile der Gesellschaft gegeneinander auszuspielen. Er sollte sich schämen.

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Eine zugegebenermaßen provokante Frage: Warum wird so viel Aufhebens gemacht um eine 3-4%-Partei? Es ist mir unerklärlich, wie man ständig über die Ideen eines Herrn Lindner und seiner FDP diskutiert. Aktuell kann man diese Partei eher unter „Sonstige“ finden.

Manchmal frage ich mich ernsthaft, wie hoch respektive niedrig eigentlich die Wahlergebnisse mancher Parteien wären, wenn nicht so viele Journalisten sie ständig ans Tageslicht „zerren“ würden. Frau Wagenknecht mit ihrer BSW wäre wahrscheinlich ähnlich erfolgreich gewesen wie die Blaue Partei von Frau Petry, wenn sie die gleiche Aufmerksamkeit bekommen hätte wie sie. Und die FDP würde sicherlich niemals die 5 % Hürde schaffen, wenn man sie nicht täglich für jede Äußerung - sinnvoll oder nicht - wieder in die Schlagzeilen bringen würde.

Schade, dass auch die Lage da keine Ausnahme bildet.

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Stimmt, auch in einem Interview mit jung und naiv wurde das einmal dargestellt dass es solche Faktoren gibt.

Es sind unser Wohlstand, unser Rechtsstaat, unsere Freiheitsrechte und die Möglichkeit auf freie Entfaltung. Die sozialen Aspekte spielen eine untergeordnete Rolle. Wir können ja AFD wählen und die ersten Punkte einfach schon mal abräumen.

Ein Finanzminister auf dem Niveau einer schwäbischen Hausfrau.

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Mit hat das Interview gut gefallen und Lindner hat sich gut geschlagen. Es hätte nur etwas länger sein können.

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Die Mehrheit glaubt auch, dass eine Vermögenssteuer dem Land schadet und die Erbschaftssteuer das Eigenheim gefährdet. Die Mehrheit ist da halt manchmal nicht vollständig informiert.

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Hi zusammen,

ich möchte ein Lob für das viel bessere Interview verteilen! Eine enorme Steigerung im Vergleich zu den letzten Interviews mit Christian Lindner und bspw. Mario Voigt, welche ihren haarsträubenden Unsinn damals leider teilweise unwidersprochen äußern konnten, das gefiel mir überhaupt nicht.
Diesmal habt ihr wesentlich besser nachgehakt und die genannten Maßnahmen deutlich kritischer hinterfragt. Ihr seid auf dem richtigen Weg! :muscle:

Natürlich sollten im Idealfall alle falschen Aussagen auseinandergenommen werden, aber es waren eben auch nur 30min und in diesen habt ihr m.M.n. hinreichend verdeutlicht, dass die finanziellen Vorschläge keine Substanz haben. Also dass die Abschaffung des Solis die Wirtschaft ankurbeln soll, muss mir auch erstmal jemand erklären.

Was ich euch zugute halte: In 30min kann man eine andersgeartete politische Weltsicht nicht haarfein Auseinandersezieren, dann verliert man sich in den ganz großen und den ganz kleinen Fragen. Ihr habt meines Erachtens einen guten Mittelweg gewählt, aber natürlich ist da noch Potential nach oben. Ich finde es jedenfalls schön, eure Steigerung im Umgang zu sehen. Live-Faktencheck ist super! Und der FDP als Kleinpartei nur 30min zuzustehen, finde ich absolut richtig. So herrscht ein angemessener Abstand zu den relevanteren Parteien.
Apropos, kleinere Parteien: ich möchte dazu anregen, auch ein Interview mit der Linken zu vereinbaren. Hier gibt es sicherlich auch spannende Positionen, die hinterfragt werden können.

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Ulf und Philip haben ihr bestes getan, eine Erklärung für die Finanzierung von Steuersenkungen und Investitionen bekommen. Die konnte er nicht wirklich liefern. Er merkte dann wohl auch selbst, dass das alles nicht so plausibel und versuchte daher die Diskussion anders zu „shapen“: bei 10 Billionen Staatseinnahmen müssten doch 600 Mrd. drin sein und Staatsquote kann doch sinken. Bei näherer Betrachtung auch Blödsinn. Aber man wird wohl kaum erwarten können, dass er öffentlich zugibt, dass das alles ziemlicher Murks ist.

Allgemein ist Hr. Lindner ein super Redner und ein großes, politisches Talent. Er scheint auch Interviews wie dieses, wo die Interviewer offensichtlich skeptisch den Aussagen begegnen, sportlich zu sehen und bleibt höflich und jovial. Also durchaus ein Lob in seine Richtung.

Es wäre nur schön, wenn er seine umstreitbaren Talente doch mehr der Realität und Pragmatismus zukommen lassen würde, als einer empirisch nicht haltbaren Ideologie. Grundsätzlich kann Deutschland eine echte liberale Partei durchaus gebrauchen.

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Moin - ich fand es auch schade, dass ihr nicht kurz auf klima-schaedliche Subventionen hingewiesen habt - da gibt es ja grossen Einsparungspotential, vllt erst einmal nur dadurch, dass man diese einfriert. Siehe Fossil fuel subsidies | European Environment Agency’s home page (Fossil fuel subsidies | European Environment Agency's home page). Und zudem haettet ihr ihm ja den Vorschlag unterbreiten koennen (40 Beispiele), alle 40 Ressortforschungseinrichtungen des Bundesministerien aubzuschaffen, etwa Robert-Koch & Paul-Ehrlich-Institute :wink:

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Habe mal eine allgemeine Frage zu dem Interview und auch zu den anderen Interviews von Scholz und Harbeck. Es wird immer davon gesprochen, dass man mehr Geld in die Bildung investieren möchte. Harbeck hatte da zum Beispiel eine Vermögenssteuer angesprochen. Aber für Investitionen in Bildung sind doch die Kommunen zuständig oder? Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler drinnen?

Der Staat (oder das Land) kann Geld für Bildung zur Verfügung stellen und evtl. an Bedingungen knüpfen. Ob die Kommunen die Gelder dann abrufen, steht ihnen frei. Ein Beispiel ist der Digitalpakt Schule.

BMBF DigitalPakt Schule