LdN 409 - Interview mit Ines Schwerdtner- Ukraine

Wäre organisatorisch und inhaltlich spannend.
Zum einen müsste garantiert sein, das nur Ukrainer abstimmen, die schon vor dem Krieg dort gewohnt haben, keine „Neu-Zugezogenen“.
Zudem, wer organisiert diese Abstimmung in einem russisch-besetzten Gebiet, ohne das die Gefahr besteht, das Druck auf die Menschen ausgeübt wird? Und das Russland sich mit einer Abstimmungsdurchführung durch Dritte einverstanden erklärt und das Ergebnis anerkennt (Räumung des besetzten Gebietes!!), wenn es gegen eine Zugehörigkeit Russlands ausfällt?

Das braucht irre viel Verhandlungs-Glück! :wink:

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Zwei Länder treffen diplomatische Vereinbarungen. Ein Land bricht diese Vereinbarungen mehrfach. Zum Beispiel blockiert es die freie Schiffahrt zum Nachbarn. Wenn der Nachbar wegen der permanenten Bedrohungen, Erpressungen und Übergriffen Schutz sucht, ist das nur eine weitere Provokation und verletzt die „legitimen Sicherheitsinteressen“ des Agressors. Irgendwann schickt das Land seine Soldaten auf einen Terrorfeldzug in das andere. Deswegen (logisch!) bekommt der Angreifer das Stück Land, das er geklaut hat und beginnt, die Menschen, die da leben mit Vertreibung, Folter und Mord, auf Linie zu bringen. Sicherheitshalber wird noch ein komplett manipuliertes „Referendum“ abgehalten, in dem die Leute unter vorgehaltener Waffe frei und fair ankreuzen dürfen, ob sie das so wollen, oder ob sie das so wollen. Ausserdem macht man neue politische Vereinbarungen…
8 Jahre später bricht das gleiche Land, die neuen Vereinbarungen, überfällte wieder seinen Nachbarn, besetzt noch mehr Gebiete und überzieht noch mehr Menschen mit einer noch brutaleren Terrorkampagne. Natürlich kann die Antwort nur sein, dass der Angreifer, das besetzte Gebiet behalten darf, vielleicht nach einer freien und fairen Abstimmung (klar.) und man ein neues Abkommen schließt. Das ist der realistische Weg zum Frieden. Alles andere ist Kriegstreiberei und Wunschdenken.

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Höre ich da eine subtile Spur Sarkasmus zwischen den Zeilen?
:wink:

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@Johannes SAC: Ja,…was ist die Alternative? Noch mehr Tote und Zerstörung, noch mehr Landverlust?Sehen Sie denn nicht, dass es so nicht weiter geht und Ihr einziges Rezept zu nichts führt? Stagnation bzw. Rückschritte, das ist es, was wir derzeit sehen. Da würde auch der Taurus nichts nützen.Es müssen alle an den Tisch, auch und vor allem die Länder, die Einfluss auf Putins Russland haben - wie China. Besonders die Amerikaner, denn die EU ist uneinig und wird offenbar nicht mehr ganz für voll genommen. …Schauen Sie sich doch mal in der Geschichte der Kriege um und nach den Rezepten, wie Kriege beendet wurden. Dazu hat Jan van Aken ein sehr lesenswertes Buch geschrieben.

Was wir bisher gesehen haben, war, dass Russland mehrere Abkommen gebrochen hat. In allen diplomatischen Vorschlägen fehlt die Erklärung, was bei einem neuen Abkommen dies nachhaltig unterbinden soll.
Taurus wäre vor einigen Monaten extrem hilfreich gewesen, jetzt steht das wohl vor allem noch als Symbol für die Trödelei des SPD-Kanzlers. Was weiterhin ein sehr gut möglicher Weg zu einer dauerhaften Lösunge wäre: Mehr Menge, mehr Planbarkeit, Dauerhaftigkeit der Lieferungen bei weniger Einsatzbeschränkungen. Beides kann der Westen locker auf ein Niveau bringen, dem Russland absolut nichts entgegen zu setzen hätte (die geben jetzt schon 40% ihrer Wirtschaftsleistung für den Krieg aus, die können nicht weiter steigern, der Westen hat noch nicht mal ernsthaft angefangen und das reicht schon für ein Beinahe-Unentschieden). Was fehlt, ist der politische Wille, denn man lässt sich hier auf die nukleare Erpressung durch Moskau ein. Diese offenbar hinreichend glaubwürdige nukleare Drohung, um einen illegalen Angriff zu decken ist eine der zahlreichen Ungeheuerlichkeiten, die in dem ganzen russischen Höllensturm an Barbareien schon fast nicht mehr auffallen. Der fehlende Erfolg ist hier eben nicht vergleichbar abschließend zu bewerten, wie bei den Versuchen, Russland nicht als alleinschuldigen, imperialen Terrorstaat zu behandeln, sondern diplomatisch, auf Augenhöhe Abkommen auszuhandeln, ohne die massiv militärisch gegen russische Angriffe zu sichern, ganz gleich, wie oft Russland diese Abkommen bricht. Aber kann ja sein, dass ich nur Opfer meiner Wunschvorstellungen bin, von daher: Ganz unabhängig vom Inhalt: Welche hinreichend glaubwürdige Absicherung gegen weitere russische Aggressionen (nicht nur offene Kriege, sondern die ganze Palette der dauernden Übergriffe, die schon lange vor 2008 begonnen hatten), wäre für die Ukraine ausreichend glaubwürdig und für Russland hinnehmbar?

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Also wäredie einfachste und schnellste Lösung doch die bedingslose Kapitulation der Ukraine.
Wenn danach noch Menschen in der russisch besetzten Ukraine sterben durch Verfolgung und Folter, ist das ja eine „innerrussische“ Angelegenheit und kein Krieg mehr. Also darf uns dann egal sein.
Und wenn Putin nicht verhandeln oder nachgeben will, müssen wir halt nachgeben, um den Krieg zu beenden.

Verstehe ich das so richtig?

Das die Ukraine oder Europa da auch nicht mitzureden hat?

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Zitat
„So gab es zwischen 1946 und 2005 63 zwischenstaatliche Kriege, von denen 21% mit dem eindeutigen „Sieg“ einer Partei gewonnen wurden, 30% endeten mit einem Waffenstillstand und nur ein Sechstel mit einem Friedensvertrag (die restlichen Fälle fallen dazwischen), die noch dazu oft gebrochen wurden.“

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Wenn du dich mit dem Teufel einlässt, verändert sich nicht der Teufel, der Teufel verändert dich.

Putin hat die Telefonnummern aller wichtigen Staatschefs, Lavrov ist regelmäßig auf internationalen Treffen. Wenn er das Gespräch suchen will, wird er es auch bekommen. Wenn er stattdessen weiter seine Bürger in den Tod schicken will, können wir Kritik üben, es aber nicht wirklich verhindern.

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Wollen wir hier dann gelegentlich schließen? Die (immer gleichen) Argumente zum Thema Ukraine sind ausgetauscht, zum eigentlichen Interview ebenfalls, oder?

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Dann beenden wir das Thema hier.

Vielen Dank für die vielfältigen und kontroversen Beiträge.

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