Ich muss, auch wenn es lang ist und auf Englisch, wirklich an dieser Stelle mit Nachdruck jedem empfehlen, sich diesen Auftritt von Professor Sachs anzuschauen. Es sind 80 Minuten, aber sie extrem faktenreich und lehrreich.
Er spricht als Ökonom, der als Berater für die USA tätig war, speziell für Entwicklungshilfe in Osteuropa. Er war er bei vielen wichtigen Punkten des Konflikts dabei … also, dabei dabei. Er kennt viele Beteiligte persönlich. Er war auch bei den Verhandlungen in Ankara dabei, die hier neulich im Spiegel debattiert wurden. Und er hat Einblick in bisherige Verhandlungen, und es wird an jeder Stelle sehr deutlich, dass der Westen extrem kompromisslos und arrogant auftritt.
Und er kennt extrem viele Details zum Konflikt, die in ihrer Gänze eine deutliche Sprache sprechen, und es ist eine, die dem Westen absolut nicht gefällt. Aber so ist das eben, die first casuality of war is the truth. So war es vor 1.000 Jahren, so ist es heute noch. Sachs liefert den Beleg dafür, in dem er sich darüber beschwert, dass die New York Times, die ihn in der Vergangenheit immer veröffnetlich hatte, sich absolut weigerte, seine Perspektive zum Krieg zu veröffentlichen.
Was wir allerdings runterschlucken müssen ist eben, dass wir den militärischen Weg eingeschlagen haben, und das bedeutet, dass unsere Verhandlungsposition keine gute ist, weil die militärische Lage in der Ukreine keine gute ist. Krieg entscheidet einfach nicht, wer recht hat, sondern nur, wer das bessere Militär hat. Und damit haben wir wenig Wahl als seine Forderungen mindestens im Teil zu akzeptieren. Wenn wir das nicht tun, dann sterben ab nun Ukrainer völlig umsonst bis sie selbst aufgeben werden.
Mein persönlicher Schockmoment im Video war übrigens, dass er die Agentur benennen konnte, die PR für den Irakkrieg mit focus groups ermittelt hat. Das ist extrem zynisch.