Das hab ich doch überhaupt nicht gesagt - was sollen solche Suggestivfragen?
Dass es bei dem Spiel Ausschreitungen gab, stellt ja niemand infrage. Aber es wäre ja zur Einschätzung der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes schon interessant zu wissen, wie viele Menschen durch die Ausschreitungen verletzt wurden und wie viele durch den Reizgas-Einsatz der Polizei. Zu verletzten Fans steht aber in dem Artikel nichts. Ganz abgesehen davon, dass so eine Überschrift einfach nur reißerisch ist, wenn 3/4 der Polizisten sich quasi selbst verletzt haben. Das ist ÖRR auf Twitter-Niveau.
Hintergrund ist die Kritik aus Fankreisen, dass es gerade häufiger zu völlig überzogenen Polizeieinsätzen im Kontext von Fußballspielen mit einer hohen Zahl an Verletzten vor allem durch Reizgaseinsatz gibt.

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Ergänzend zu meinem Beitrag ist noch zu sagen, dass die Polizei hier in Augsburg seit einigen Monaten verstärkt Präsenz innerhalb des Stadions zeigt, und auch das, obwohl es keine entsprechenden Vorfälle gab und die aktive Fanszene seit Jahren eine Selbstverwaltung des Fanblocks organisiert hat, so dass es im Heimbereich immer absolut friedlich ist. Es gibt in meinen Augen keinen Grund für diese Einsätze, im Gegenteil hat man den Eindruck, dass die Polizei hier bewusst die Konfrontation sucht und unnötig in ein funktionierendes Konstrukt eingreift.

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Zu vielen Aspekten wurde hier in meinen Augen schon sehr viel richtiges geschrieben, wie z.B. den Steuereinnahmen, die durch den Profifussball generiert werden oder den oftmals alles andere als deeskalierenden Auftritten der Ordnungsbehörden.

Hier in Augsburg haben wir nun auch einen hochaktuellen Fall zu dem Thema. Am Freitagabend findet hier das letzte Heimspiel des FC Augsburg in dieser Bundesliga-Saison gegen den VfB Stuttgart statt.

Seit inzwischen bald 20 Jahren ist es zu einer bei den Fans lieb gewonnenen Tradition geworden, zum jeweils letzten Saison-Heimspiel einen Fanmarsch aus der Innenstadt zum Stadion zu organisieren. Die Fans treffen sich einige Stunden vor dem Spiel in der Stadt und marschieren dann gemeinsam eine vorher festgelegte Route durch die Stadt bis in die Arena.

Aufgrund der inzwischen langjährigen Bundesliga-Zugehörigkeit des FCA ist dieser Marsch auch immer beliebter geworden und die aktive Fanszene bemüht sich sehr darum, dass hier alles anständig abläuft. Stadt und Ordungsbehörden werden frühzeitig über die geplante Route und den Zeitraum informiert, es wird darauf geachtet, dass kein Müll hinterlassen wird und keine Sachbeschädigungen erfolgen. Das funktioniert seit Jahren reibungslos und es gab keine nennenswerten Vorfälle. Bei jedem größeren Volksfest „passiert“ mehr.

Nun hat die Polizei Schwaben offene Briefe an die Fans des FC Augsburg und des VfB Stuttgart veröffentlicht, in denen vorab darüber informiert wird, dass dieser Fanmarsch seitens der Polizei in einem bisher nicht gekannten Ausmaß überwacht wird.

Link Polizei Schwaben

Ein Ausschnitt aus dem Brief:

„Als Polizeipräsidium Schwaben Nord werden wir Übergriffe auf Fans oder unbeteiligte Bürgerinnen und Bürger, das unkontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik und insbesondere das Zünden von Böllern oder Feuerwerksraketen sowie Vermummungen durch Überziehen von Sturmhauben, Schlauchschals etc. oder Angriffe auf Polizeibeamte nicht tolerieren. Gegen gewaltbereite Personen und Straftäter werden wir konsequent einschreiten, um letztendlich die Sicherheit aller gewährleisten zu können.“

Nach Informationen aus Fankreisen steht der Polizei zu diesem Spiel mit das größte Aufgebot zur Verfügung, das es hier vor Ort jemals zu einem Spiel gab.

Angesichts der Tatsache, dass es bei diesen Märschen keine nennenswerten Vorfälle in der Vergangenheit gab und auch keine besondere Rivalität zwischen den Fans des FCA und des VfB besteht, stellt man sich hier nun schon die Frage, warum die Polizei hier ein solches Szenario aufbaut.

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