Ich höre euch echt gerne, aber euer Beitrag zu den Polizeikosten bei Fußballspielen hat mich total geärgert. (Von Mod gel.)
Die enormen Steuerzahlungen der Vereine und der DFL sowie die großen wirtschaftlichen Vorteile der Standorte von Profifußballclubs wurden bereits genannt.
Dann geht es weder um die Sicherheit in Stadien bei Fußballspielen noch um „Problemfans“ oder „Hooligans“ des gastgebenden Clubs. Für die Sicherheit in und um die Stadien sorgen die Vereine bereits überwiegend selbst. Zudem leisten die Vereine sehr viel Präventionsarbeit im Vorfeld. Das Stadionerlebnis in Deutschland ist folglich so sicher wie vermutlich sonst nirgendwo.
Es geht um die Sicherheit in Innenstädten und auf Anreisewegen, weil befürchtet wird, dass „Problemfans“ des Gastvereins randalieren könnten. Diese Einschätzung, ob ein solches „Risikospiel“ vorliegt, trifft die Polizei selbständig, genauso wie die Entscheidung, wie viele Beamte sie zusätzlich entsenden möchte. Oftmals sorgt aber allein schon die erhöhte Polizeipräsenz für Aggressionspotenzial bei bestimmten anreisenden Fangruppen. Es geht also gerade nicht um allegemeine Kosten der Veranstaltung eines Fußballspiels, wie die Reinigung, wie im Podcast behauptet. Die Kosten für Ordnungskräfte, Sicherheit etc, die die Veranstalter für einen Spieltag tragen, sind bereits hoch.
Die entscheidende Frage ist doch nun, ob der Veranstalter eines Fußballspiels einen (aufgezwungenen) Sondervorteil genießt durch einen erhöhten Polizeieinsatz, der grundsätzlich klassische Aufgabe des Staates ist. Zumal nicht die eigenen, sondern (wie erwähnt) die Gästefans Veranlasser der Polizeipräsenz sind (bzw. vermeintlich sein könnten). Das Fußballspiel findet trotzdem statt und das Sicherheitsgefühl der Stadionbesucher wird auch nicht beeinflusst.
Das Problem sind außerdem nicht die Veranstalter eines Fußballspiels, sondern einzelne „Fußballfans“, die sich rechtswidrig im öffentlichen Raum verhalten. Von diesen Leuten ist aber natürlich finanziell nicht viel zu holen. Den Veranstalter des Fußballspiels zur Kasse zu bitten, löst an dem Problem gar nichts, macht sich aber natürlich als Politiker in der Öffentlichkeit, garniert mit ein paar populistischen Phrasen, super! Die meisten Bundesländer halten solch eine Regelung übrigens auch für unsinnig.
Dass gewisse Vollidioten sich nur daneben benehmen, weil ein Fußballspiel stattfindet, ist aus meiner Sicht viel zu kurz gedacht. Wer zahlt dann für die Steinewerfer am 1. Mai? Wer zahlt für die erhöhten Polizeieinsätze wegen der zahlreichen Betrunkenen rund um das Oktoberfest? Haben die Wirte hier einen Sondervorteil? Sie sind immerhin direkte Veranlasser.
Und dass die Vereine riesige Gewinne einfahren, ist auch ein Irrglaube. Das ist auch nicht der Vereinszweck.