Ich denke, sowohl der Gesetzgeber, als auch die Verteidiger des Gesetzes, als auch ihr im Podcast machen es sich da ein bisschen zu einfach, einfach zu sagen: Das haben wir halt aus dem Gesetz rausgelassen, aber es wird sich alles von alleine zum Besten regeln.
Es ist doch so, wenn man die ganze Hetze und Verschwörungsideologien der Trans-Gegner mal außen vor lässt – die Schauergeschichten bspw. über trans Menschen als Sexual Predators, über cis Männer, die sich als trans Frauen tarnen um sexuelle Gewalttaten auszuüben, über eine angebliche „Umerziehung“ von Kindern usw. – dann gibt es da mittendrin eben so 2–5% wo man sagen muss, ok, da haben sie einen Punkt, wo Klärungsbedarf besteht. Das sind dann eben u.a. Punkte wie (Leistungs-)sport und Frauenschutzräume. Diese werden natürlich aktiv von den Rechten erfolgreich genutzt, um andere in ihr Rabbithole hineinzuziehen.
Es reicht meiner Ansicht nach nicht, bzw. ist nicht besonders klug, statt diese Punkte durch ausgewogene, verständliche Normen abzuräumen, sie einfach zu ignorieren und zu behaupten, dass sich das alles von selber regelt, bzw. den Regelungsbedarf auf die Betreiber von Frauenschutzräumen und die Sportverbände auszulagern und zu erwarten, dass da problemlos offensichtlich auf der Hand liegende einfache Lösungen entwickelt werden, deren Logik sich dann jedem ad hoc erschließt.
Ihr geht ja im Interview gemeinsam mit Frau Mangold wie selbstverständlich davon aus, dass in Fällen, wo eine Andersbehandlung von Frauen und Männern biologisch begründet ist, das auch zukünftig so sein kann und wird, und dass das niemand in Frage stellen würde. Aber ich bin mir recht sicher, dass zumindest Teile der Aktivistïnnen für Transrechte das anders sehen, und vollständige Gleichberechtigung für sie bedeutet, dass z.B. trans Frauen natürlich in der Frauen-Fußball-Bundesliga startberechtigt sein müssten, weil alles andere Diskriminierung wäre.
Ich würde auch absolut nicht davon ausgehen, dass „keine Transfrau sich in eine Frauensauna einklagen würde“, sondern sehe das eher als logischen nächsten Schritt, nach einem Gesetz, dessen Ziel es offiziell ist, trans Frauen cis Frauen gleichzustellen. Und zwar nicht, weil trans Frauen sich am Anblick weiblicher Körper ergötzen wollen – das kann jeder auch in einer gemischten Sauna tun – sondern weil trans Frauen vulnerable Personen sind und vielleicht zwar gerne in die Sauna gehen würden, aber Übergriffe von gewaltaffinen cis Männern zu befürchten hätten.
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