LdN 299: Interview mit Frau Eva Högl

Wollte mich einfach mal für das super interessante Interview mit der Wehrbeauftragten bedanken und anmerken, dass die Frage wann sie Verteidigungsministerin wird, mehr als berechtigt ist. Meine Empfehlung: Besser früher als später!

Im Vergleich zu diesem momentanen Totalausfall, der eine Schande für Deutschland ist, mit Sicherheit deutlich besser geeignet!

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Sehr gutes Interview. Frau Högl ist menschlich und fachlich überzeugend.

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Schließe mich an: Sehr gutes Interview. Frau Högl fand ich durch und durch überzeugend.

Es ist schade, wie häufig sich Fachkenntnis und Kompetenz nicht durchsetzen. Was unsere derzeitige Verteidigungsministerin im Verteidigungsministerium verloren hat, erschließt sich mir bis heute nicht.

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Immer wieder überraschend, wie Bereiche der Politik, die mir sehr gegen den Strich gehen, in ruhig erklärt dann viel weniger schlimm wirken. Ein krasser Kontrast zur letzten Woche.

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Frau Högl wurde ja zum Zeitpunkt ihrer Nominierung recht kritisch betrachtet, unter anderem von Frau Strack-Zimmermann. Bis dato hatte Frau Högl nämlich tatsächlich keine Erfahrung im Bereich Verteidigungspolitik oder andere Berührungspunkte mit der Bundeswehr.

Davon hat man im Interview aber nicht mehr viel gemerkt; Frau Högl hat sich offensichtlich sehr gut in die Materie eingearbeitet und machte im Interview einen wahnsinnig kompetenten, überzeugenden sowie sachlichen Eindruck.

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Ich glaube da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wenn Frau Högl nicht interviewt worden wäre hätten wir über sie genauso viel sagen können wie über Frau Lamprecht, nämlich nichts bis wenig.
Und was hat sie denn zu den wichtigen Themen gesagt:

  • Waffen werden nicht geliefert: keine Ahnung
  • Verwendung der 100 Mrd:
    • Schutzwesten und Helme sind ihr wichtig
    • man müsse halt die Vergaberichtlinien weiter auslegen
  • Rechtsextremismus: ist ein allg. Problem der Bevölkerung aber keinesfalls der Bundeswehr
  • modernes Gerät warten: die Soldaten hätten schon Lust zu; selbst zum Wechseln einer Birne muss man heute in die Werkstatt und dort sollen ungelernte ein modernes Waffensystem warten

War ein nettes Interview. Ich habe auch den Eindruck, dass sie ihren Job gut macht. Der hat vor allem mit den Menschen zu tun

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Vielleicht bin ich hier etwas empfindlich, aber ich finde wir sollten keine Menschen aufgrund ihrer Herkunft mit fraglichen Bezeichnungen entmenschlichen.
Zitat von Ulf: „Die Menschen in Deutschland sind nicht mehr klassische Kartoffeln.“ (ca. 57:50)
Das war vermutlich humoristisch und ohne böse Unterstellung gemeint.
Wenn man jedoch einen Italiener als „Spagetti“ bezeichnet ist der Rassismus Vorwurf nicht weit.
Wir sollten hier nicht mit zweierlei Maß messen.

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doch, genau das: Weil Rassismus die Diskriminierung von benachteiligten Gruppen bezeichnet, gibt es in Deutschland strukturell keinen Rassismus zum Nachteil der weißen Mehrheitsgesellschaft in Deutschland. In Indien hingegen wäre Rassismus gegen Weiße denkbar (und ich kenne aus dem Freundeskreis auch konkrete Fälle).

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Fände ich auch besser. Auch wenn zur weißen Mehrheitsgesellschaft gehören.

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Das eine ist eine Selbst- und das Andere eine Fremdbezeichnung. Dieses Übersehen solcher Details, gepaart mit überhöhter Empfindlichkeit finde ich schwerlich nachvollziehbar und macht es auch schwer eine Ebene zu finden auf der Humor und Ironie noch zu einer funktionierenden Kommunikation beitragen. Ich bin wahrlich kein Mensch mit viel Nationalstolz, aber so viel Selbstbewusstsein habe ich dann doch, diese Ebenen in so einer Art von Zuschreibung noch annehmen zu können ohne gleich persönlich betroffen zu reagieren.

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Interessantes Interview zum Thema Kartoffel und Diskriminierung:

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Ich fand die Interview-Gästin auf jeden Fall sehr gut gewählt. Natürlich hat sie letzten Endes nichts auf die Truppe kommen lassen (z.B. „Ja, die Bundeswehr ist in der Lage Deutschland zu verteidigen“) aber sie hat viel Wichtiges und Interessantes zum Zustand der Bundeswehr gesagt.

Naja es ist ja eigentlich Aufgbe der Bundeswehr sich das Personal, dass sie braucht, selbst auszubilden. Und wenn die Bundeswehr wollte, könnte sie die Industrie auch dazu „zwingen“, dass Soldaten bei den Rüstungsfirmen vor Ort in der Wartung der Gerätschaften unterwiesen werden, sonst gibts keinen Auftrag, fertig.

Aber der Punkt ist gut und man sieht daran das grundsätzliche Problem, dass die Bundeswehr in den letzten 30 Jahren zu einem Vehikel der Wirtschaftsförderung verkommen ist.

Denn all das Geld, das für desaströse Rüstungsprojekte oder z.B. für überteuerte Wartungen ausgegeben wird, landet ja alles in der Privatwirtschaft.

Schon vor zwanzig Jahren, als ich bei dem Verein war, haben mir Vorgesetzte erzählt, dass die „normalen“ Bundeswehr-Fahrzeuge (Jeeps, LKW usw.) bei ganz normalen KfZ-Werkstätten gewartet werden, obwohl das die Instandsetzung der Bundeswehr auch könnte und sogar gerne machen würde, denn dann hätten die was zutun und müssten nicht den ganzen Tag rumsitzen.

Beim Thema Infrastruktur sah es ähnlich aus. In der Kaserne, in der ich damals war, sollten die Heizungen in einigen Gebäuden erneuert werden. Aber die Firma, die den Auftrag bekam, hat die Arbeit immer wieder abgebrochen, sobald sie einen privaten Auftraggeber hatte und dann erstmal den gemacht.
Offenbar konnte die Bundeswehr einem Unternehmen da nicht einfach kündigen, wenn die einma den Zuschlag hatten.

Und so etwas kann man sich eben nur erlauben, wenn man meint, das man seine Armee nie braucht, so wie in der aktuellen Folge auch gesagt wurde.

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Das erscheint ungenau. Rassimus bezeichnet zunächst einmal eine Ideologie der Minderwertigkeit anderer aufgrund von kulturellen, körperlichen oder religiösen, auf jeden Fall äusserlichen Merkmalen. Handelt es sich dabei um Minderheiten, folgt oft Ausgrenzung.
Ich kann jedoch persönlich ein Rassist in Indien sein, ohne die Möglichkeit, die dortige Mehrheitsgesellschaft zu diskriminieren. Es ist modernes Soziologenlatein, dass Rassismus nur von der Mehrheit auf die Minderheit zielt. Dieser Mythos verschweigt die persönlichen Elemente von Rassismus.
Strukturell gibt es in DE gar keinen Rassismus, ganz im Gegenteil. Unsere Strukturen „verbieten“ rassistische Diskriminierung, verhindern sie aber leider nicht.

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Auch wenn es in eine Satire passen könnte, und manche es annehmen können, halte ich es in einer ernsthaften politischen Diskussion zumindest für schlechten Stil, Menschen als Gemüse zu bezeichnen.

Ich fand das Interview unbefriedigend und für die Plattform ungewöhnlich schwach, jedenfalls, wenn man das unter dem Thema Ist die Bundeswehr eine Schrott-Armee? betrachtet. Das ganze schlitterte haarscharf am Thema verfehlt, setzen, sechs vorbei, einzig ein paar Anmerkungen im ersten Teil des Interviews haben die Diskussion vor dem vollkommenen Absaufen bewahrt.
Die Diskussion setzte sich ausgiebig mit den Themen der Wehrbeauftragten fest, was für Leute, welchen die BW fremd ist, sicherlich interessant ist, jedoch wenig zum Thema Schrottarmee beiträgt. Natürlich bezweifle ich nicht, dass eine glückliche Armee besser kämpft. Aber im Verteidigungs- oder Ernstfall wird auch eine Armee, bei welcher Crew is unhappy über dem Kasernentor hängt, auf den Feind schießen. Vielleicht weniger wirkungsvoll, aber sicher nicht wirkungslos. Daher spielen IMO all die Punkte, die mehr als ausgiebig besprochen wurden, keine Rolle bei der Bewertung der Überschrift.
Die interessanten Punkte, Material, Logistik etc. wurden eher dünn gestreift.
Die Hälfte der Panzer ist nicht einsatzfähig, und Frau Högel sagt, die BW sei kampffähig? Das kollidiert kräftig mit anderen Aussagen, die man z. Bsp. im Zusammenhang mit der russischen Armee sagt. 1/3 Ausfälle schwächen die Kampffähigkeit massiv, heißt es da gelegentlich in den Medien. Was ist dann, wenn 50% des Material kaputt ist?
In meiner BW-Zeit bekam unser Kompaniechef Blutdruck, wenn bei Übungen von 12 Kampfpanzern 2 liegenblieben (war immer der Fall, die wurden aber auch wieder flottgemacht). Das war halbe Zugstärke, und ein Zug mit zwei Panzern kann seine Aufgabe nur sehr unvollständig erfüllen.
Zu den Themen Einbettung in die Nato, Strategie und Taktik kam dann doch sehr wenig, was ja auch nicht das Thema einer Wehrbeauftragten ist.
Eventuell wäre hier eine Gesprächspartnerin mit mehr Nähe zum Kampfauftrag der BW die bessere Wahl gewesen, z. Bsp. aus dem Offiziersbereich mit mehr Einblicken in die tatsächlichen inneren Strukturen der Armee und den Auswirkungen der Ausrüstungszustände auf die Kampfkraft unserer Truppe.
In dem Sinne ging mir das Interview unter besonderer Erwartungshaltung aufgrund der Überschrift zu sehr in eine uninteressante Richtung und vor allem nicht in die Tiefe.

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Für mich war das einer der wichtigsten Punkte des Interviews.

  • vor Ort schnell (kleinere) Reparaturen durchführen zu können ist überlebenswichtig.
  • welche Privatperson will in einer „heißen Zone“ arbeiten um Kriegsgerät zu reparieren?
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Okay, Boomer.

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ich oute mich hier gerne als klassische Kartoffel: 1) Gemüse liegt im Trend, ich möchte jedenfalls nicht als „deutsches Schwein“ bezeichnet werden. 2) Kartoffeln sind unterschätzt, können vielseitig zubereitet werden und Gegenstand (kulinarischer) Höchstleistungen sein, das gilt auch für viele Deutsche und wir sollten stolz darauf sein, Kartoffeln zu sein! 3) Wir sind kein von Rassismus freies Land, aber ich glaube, dass in den weitaus meisten Ländern/bei den weitaus meisten Völkern der Erde viel mehr Rassismus den Alltag bestimmt als bei uns (ich hätte einige Beispiele). Das hat sicherlich mit unserer Geschichte zu tun und sollte uns eher demütig als stolz machen, aber zumindest in der internen Diskussion täte uns (gilt generell) etwas Gelassenheit und Humor gut. Kartoffeln sind übrigens eher humorlos, DARAN könnte man arbeiten!

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Naja, die Mehrzahl der Leute, die LdN hören, waren vermutlich auch nicht beim Bund.

Aber finde da mal jemanden aus der Truppe, der richtig offen spricht. Bei Lanz z.B. sitzen zum Ukrainekrieg gefühlt immer nur pensionierte Generäle a.D…

Stimmt, der Punkt ist auch gut. Heutzutage wird ja teilweise schon wegen 3 Dienstreisen im Jahr beim Einstellungsgespräch verhandelt. Da kann ich mir auch nur schwer vorstellen, dass die Techniker bei Rüstungsfirmen ihre Gerätschaften im Zweifel vor Ort reparieren.

Mehr, als man denkt. Viele Aufgaben, die nicht unmittelbar mit Kämpfen zu tun haben, sind heutzutage ausgelagert. Die US-Streitkräfte hätten ohne zivile Contractors nicht in Afghanistan und dem Irak Krieg führen können.

Teile der afghanischen Militärgeräte—insbesondere Luftfahrzeuge aus westlicher Herstellung—haben Privatpersonen (Contractors) gewartet. Als die dann nach dem Abzug der Amerikaner nicht mehr da waren, konnte dann allerdings niemand mehr die Hubschrauber und Flugzeuge reparieren…