LdN 286: Rücktritt von Anne Spiegel

Hi Dave, ich gebe Dir im Prinzip recht, aber als Mutter von 4 Kindern muss ich auch sagen, dass Frau Spiegel uns Frauen/Müttern einen Bärendienst erwiesen hat. Dass sich so eine Aufgabe stemmen lassen sollte, das bestreite ich nicht. Aber in besonderen persönlichen Situationen muss auch mal ein Amt (und hier war es eine Häufung von Ämtern und Aufgaben) „ruhen“.

Es ist auch an die Opfer im Ahrtal zu denken, die ihre Angehörigen und ihre Existenzen verloren haben (einer meiner Söhne war als Helfer im Ahrtal und diese Fotos und Berichte ließen mich mehr als „schlucken“)!

Frau Spiegel ist jung, ihre politische Karriere hätte sie doch auch in ein paar Jahren fortsetzen können? Ich kenne sie nicht persönlich, frage mich aber schon, warum sie sich selber so unter Druck gesetzt hat.

Nicht gut für die GRÜNEN und, wie gesagt für uns Frauen und Mütter!

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Wo ist eigentlich der Thread zu NRW?
Ich finde es schon erstaunlich, wie wacker sich diese Diskussion hält.
Mein Stiefvater ist im Rettungsdienst, dank Corona brennt es da jetzt seit zwei Jahren, er war auch im Ahrtal für vier Tage (länger beschloss sein Arbeitgeber sei psychisch den Freiwilligen nicht zumutbar gewesen). Und ja, selbst er bekommt Urlaub, obwohl die Hütte brennt. Denn keiner hat was davon, wenn er irgendwann ausgebrannt zusammenbricht.
Vier Wochen Urlaub finde ich krass (finde ich auch jedes mal krass, wenn ich im Finanzamt anrufe, gibt es beim Staat aber anscheinend öfter). Aber ein Recht auf Urlaub, wenn die Vertretung geregelt ist, gibt es auch in solchen Fällen. Denn wie gesagt hat keiner was davon, wenn die Hälfte der Ministerien wegen Überlastung erst mal Überstunden abbauen müssen.

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Bei Politikern kommt noch dazu, wie ihr Verhalten auf die Öffentlichkeit wirkt. Wie es ausgegangen wäre, wenn von Anfang an kommuniziert worden wäre, was erst später herausgekommen ist (und worüber sie teilweise die Unwahrheit gesagt hatte), weiß ich nicht.

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Da könnte Dir vielleicht die CSU etwas zu sagen.

Ich fände es es besser, wenn wir Politiker eher danach auswählen würden, wieweit sie voraussichtlich erfolgreich für das Allgemeinwohl eintreten (als Ideal). Ich habe den Eindruck, in der Nachkriegszeit wurde zumindest mehr darauf geachtet, welche grundsätzlichen Positionen (z. B. Westbindung, Vergesellschaftung, …) ein Politiker vertrat. Davon bräuchten wir heute mehr. Aber dafür bräuchte man auch Politiker, die Grundüberzeugungen haben und nicht ihre Position komplett verändern, wenn es ihnen opportun erscheint.

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Ja, genau! Es ist schon extrem schade, dass über die mE deutlich schwerer wiegende Verfehlung von Heinen-Esser und Kabinettskollegen so gut wie nicht mehr geredet wird. Warum ist das so? Weil der Fall da eindeutiger ist? Aber heißt das nicht, dass man, wenn man schon einen Bock schießt, einen möglichst großen Bock schießen muss, damit schnell nicht mehr drüber geredet wird?

Ohne mich da jetzt groß auszukennen würde ich mal behaupten dass das so nicht funktioniert. Du hast in dem Bereich vermutlich eh schon immer ein halbes Duzend Leute die gerade an Deinem Stuhl sägen.
Wenn man so ein Amt angeboten bekommt, kannste nicht sagen „Sorry, geht gerade nicht, aber meld’ Dich in zwei Jahren nochmal“. Die Chance ist dann vertan.

Und wieso hat sie Müttern einen Bärendienst erwiesen?

Stimme dir grundsätzlich zu. Na die Union ist demnach ja nicht mehr wählbar, nach dem Impfpflicht Debakel oder?

Beim Thema Impfpflich haben sowohl die Union als auch die Koalition eine schlechte Leistung gebracht. Ein weiteres Beispiel, wie schlecht unsere Politiker oft unsere Interessen vertreten.
„Unwählbarkeit“ kann ich da emotional verstehen - eigentlich ist die Idee der repräsentativen Demokratie ja, dass die Repräsentaten die Interessen des Volkes besser vertreten können, aber Fälle wie dieser zeigen, dass es ihnen mehr um eigene (parteipolitische) Vorteile geht als um das Allgemeinwohl.
Aber rational glaube ich nicht, dass es besser wäre, eine der anderen Parteien zu wählen, oder gar nicht zu wählen.

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Ich finde, dass man diese Phrase in links-grün-versifften Kreisen viel zu schnell aus der Tasche zieht… Bis auf die AfD sind meiner Meinung nach ALLE Parteien im Bundestag „wählbar“.

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Da bin ich bei dir, ich würde solche Aussagen eher auf mich persönlich begrenzen und schreiben Partei xy ist für mich nicht wählbar.

Dazu zählen für mich persönlich auch die Liberalen sowohl in Deutschland als auch in Schweden ^^

Zumal grundsätzlich alles und jeder wählbar ist der/die/das es auf einen Wahlzettel schafft.

Das war gar nicht meine Meinung. Helmut meinte man solle die wählen die für das Allgemeinwohl eintreten. Ich habe nur den Umkehrschluss beschrieben