LdN 286: Rücktritt von Anne Spiegel

Also ich weiß ja nicht, wieso der alte Thread zu dem Thema (Anne Spiegel - ungerechtfertigte Rücktrittsforderungen?) mit Verweis auf diesen hier geschlossen wurde, wenn es um das gleiche Thema geht…

Mir ist in der Diskussion ein gewisser Widerspruch aufgefallen.
@Justjaythings du schreibst an einer Stelle, das Theater sei nicht gerechtfertigt, weil es ja vorher auch eine Regierung gegeben habe, die bei ganz anderen Dingen gelogen und Probleme einfach ausgesessen hätte.
Etwas später nennst du dann Amthor, Klöckner und Scheuer als Negativbeispiele für Personen, die keine Konsequenzen tragen mussten.
Wenn du aber das Verhalten von Scheuer & Co in der vergangenen Regierung für falsch hälst, kannst du es nicht jetzt als Argument dafür verwenden, ebenfalls Probleme auszusitzen.
Andersrum glaube ich auch nicht, dass du meinst, dass das dreiste Verhalten in vergangenen Legislaturperioden ein Grund/eine Schablone dafür sein soll, zukünftige Probleme auch einfach auszusitzen, oder?

Grundsätzlich zum Thema:

Dass die Union das Thema aus wahltaktischen Gründen maximal ausgeschlachtet hat, ist offensichtlich, genauso wie es klar ist, dass gerade die beim Thema „Fehlverhalten im Amt“ eigentlich ganz leise sein sollten.
Das ändert aber nichts an der (Nicht-)Notwendigkeit des Rücktritts: Two wrongs don’t make a right


Anderes Thema:
Ich halte die Verbindung dieser Diskussion mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Politik, wie es hier bereits ein paar Mal angedeutet wurde, für unangebracht. Um Mal Twitter zu zitieren:

Spiegels Mann hatte 2019 einen Schlaganfall. Sie hat später die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2021 übernommen, plus kommissarisch das Amt als Umweltministerin, zusätzlich zum Amt der Familienministerin

Ja, Politik und Familie muss vereinbar sein. Aber parallel 2 Ministerien führen, Spitzenkandidatur, kranker Partner und schulpflichtige Kinder haben wird niemals vereinbar sein.

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