Lieber Philip Banse,
meine gestrige Fundamentalkritik hier im Forum an Ihrer Doppelrolle als Journalist und Reklamesprecher in der von mir hochgeschätzten LdN habe ich in der falschen Annahme formuliert, dass das ein zur Debatte stehender Vorgang sei.
Ich hätte mir diese Mühe schenken können, wenn ich vorher mein bisschen Medienkomperenz zusammengekratzt und einfach mal gegoogelt hätte,
- wie Ihre Agentur ARD-Werbung.de die LdN öffentlich also völlig ganz transparent vermarktet und
- was Sie selbst öffentlich zur Vermarktung der LdN sagen.
Das habe ich jetzt getan und habe gefunden, was ich brauche, um mir eine faktenbasierte Meinung zu bilden.
Nach dem, was ich gelesen habe (und im Anhang dokumentiere) sind Sie mit Ihrer Marketingstrategie außerordentlich erfolgreich, sichern Ihr Auskommen als Freiberufler sowie den Fortbestand und die redaktionelle Arbeit eines der besten politischen Podcasts des Landes.
Das verdient Anerkennung.
Dass Ihre Hörer_innen sich dann und wann heftig über einzelne Werbepartner aufregen ist da wahrscheinlich eingepreist. Und vielleicht machen Sie nach zu heftigen Wellen auch mal einen Kompromiss.
Aber es gehört eben zu Ihrem erfolgreichen Konzept, dass Sie selbst die Werbung sprechen.
Das kann man nachlesen - warum vertreten Sie das denn nicht nur bei KRESS und in der Medienwelt sondern auch hier im Forum mal in aller Klarheit?
Ihnen eine gute erholsame Zeit zwischen den Jahren, Gesundheit - und dann fernerhin ein gutes Jahr für die ganze Lage der Nation.
Anhang / Werbung in der LdN
alles Google vom 21. Dezember 2020
- Vermarktungskonzept der Agentur
- Portrait der LdN in KRESS PRO Nr 5/ 2020 mit wörtlichen Zitaten von Philip Banse
Lage der Nation
- Vermarktungskonzept der Agentur für die LdN
Werbeformate:
- Native Advertising
- Sponsoring
- Audio Ads
- Portrait KRESS PRO Nr. 5 /20.6.2020/
KRESS PRO nennt sich
DAS MAGAZIN FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE BEI MEDIEN
und berichtet als professioneller Begleiter für Profis über aktuelle Geschehnisse, Personen und Kennzahlen aus der Medien- und Kommunikationsbranche.
Aus dem Inhalt der Ausgabe 5:
Case 3: Vermarktung
Mit welchen vier Erlössäulen der Podcast „Lage der Nation“ schwarze Zahlen schreibt.
es folgt ein von mir ausgewählter Abschnitt aus dem frei zugänglichen Text mit Zitat Philip Banse (ein Teil liegt hinter der Paywall):
„Umsatzzahlen wollte Philip Banse im Gespräch mit kress pro nicht preisgeben. Nur so viel: Er könne „gut davon leben“. Auch das technische Equipment, ein großzügiges Büro und einige freie Mitarbeiter, die sich auf Stundenbasis um organisatorische Dinge kümmern, seien abgedeckt. „Wir sind ein kleines Medienunternehmen geworden“, sagt Banse.
Die Erlöse generiert er aus vier verschiedenen Quellen:
- Werbung: Jeweils am Anfang – kurz nach der Begrüßung des Publikums – und gegen Ende des Podcasts gibt es Werbeplätze. Die „Lage“-Macher arbeiten hier mit der ARD-Vermarktungstochter AS&S (ARD-Werbung Sales & Services) zusammen, die wie eine Anzeigenabteilung des Podcasts funktioniert. Banse spricht selbst die Werbung ein – eine in Podcasts durchaus übliche, aber auch nicht unumstrittene Handhabung. Zwar sind die werblichen Blöcke per Jingle und gesprochenem Hinweis vom Rest des Podcasts abgetrennt, doch natürlich schlägt die Stimme des vertrauten Gastgebers eine Brücke zwischen bezahlten und unbezahlten Inhalten. Eine weitere Verbindung stellen einige Werbekunden mittels Provisionen her. „Wenn ihr jetzt zu Naturstrom wechselt, passieren drei tolle Sachen auf einmal. Erstens: Das Klima sagt Danke. Zweitens: Ihr bekommt 50 Euro Startguthaben. Und drittens: Die ‚Lage‘ bekommt auch noch mal 20 Euro überwiesen“, wirbt Banses Stimme etwa in einer Ausgabe aus dem Januar 2020. Die Anzeigenumsätze der „Lage“ sind nach Auskunft von Banse bis zum Ausbruch der Corona-Krise stetig angestiegen.
2: Abonnement: Für 4,99 Euro im Monat oder 49,99 Euro im Jahr können Fans ein „Lage-Plus“-Abo abschließen. Darüber hinaus gibt es eine Art „Karma-Abo“ für 149 Euro, das einem den Dank der Macher einträgt und das gute Gefühl bescheren soll, unabhängigen Journalismus zu fördern. Abonnenten hören die Podcasts ohne Werbeeinblendungen, außerdem gibt es gelegentlich exklusive „Pre-Shows“ mit Einblicken in die Vorbereitungen des Podcasts. Vor einiger Zeit haben die Hosts auch damit experimentiert, einige Inhalte wie bestimmte Interviews ausschließlich ihren zahlenden Kunden vorzubehalten, doch führte das zu einigen Irritationen in der Community. Derzeit liegen die Abonnentenzahlen von „Lage Plus“ nach Aussage von Philip Banse im niedrigen vierstelligen Bereich.“
Fortsetzung des Textportraits hinter der Paywall:
- Spenden
- Events
Quelle: KRESS Pro Nr. 5 ( Vollversion 35 €)