Einen „Anschluss“ darf strenggenommen nur ein Elektriker machen… es gibt aber Ladestecker, die man als Endverbraucher einfach in (rote, blaue oder weiße) Steckdosen stecken kann… die haben dann aber meist kein Lastmanagement… theoretisch wäre aber auch dort ein Lastmanagement z.b. über WLAN Verbindung zu einem Master möglich.
Gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass alle Geräte über ein Lastmanagement gesteuert werden (ansonsten fliegt einfach irgendwann die Sicherung…).
Lastmanagement gibt es in verschiedenen Arten - grob gesagt heißt es, dass man eine feste oder dynamische Grenze einhält in welcher das System regeln kann.
Feste Grenze: man gibt z.b. mehreren Wallboxen zusammen 22KW frei. Wenn nur ein Auto lädt, dann kann es 22KW AC laden (was quasi das Limit in Kundenfahrzeugen ist). Wenn 2 Autos gleichzeitig laden, dann können beide 11 kW laden (was die meisten Autos maximal können). Bei 3 Autos 7,4 kW (was z.b. für PHEV oder z.B. alten VW Autos oft das Limit war). In all den Fällen sind alle Autos normalweise über Nacht vollgeladen.
Wenn jetzt mehrere Autos angeschlossen werden, erreicht man irgendwann ein limit was minimal möglich ist. Bei PWM Kommunikation ist das 6A (1 phasig) - bei ISO15118 Ansteuerung geht das weiter runter (unterstützen aber im AC Bereich kaum Autos und ist eigentlich auch nur die PV optimiertes laden sinnvoll, denn:)… außerdem muss man Bedenken, dass Autos die Laden eine Grundlast haben (Auto /Steuergeräte müssen wach sein, Kühlung aktiv,… das sind je nach Auto mindestens 200 watt, eher mehr). Bei 6A einphasig, können so die Ladeverluste schnell mal Richtung 30% gehen, was keinen Sinn macht… deswegen macht man hier dann eine „temporäre Aufteilung“: angenommen 8 Autos sind angesteckt und die können alle 11kw Laden, dann werden je 2 Autos 15 Minuten mit 11 kW geladen und dann für 45 Minuten schlafen. So haben diese nach 4h jeweils 11kwh bzw. Bei 12h sind das 33kwh in den Speicher geladen, bzw. Wenn diese vorher „voll sind“, dann bekommen die anderen Autos mehr Zeit. Das klingt jetzt wenig, aber wenn man bedenkt, dass meist nicht alle Autos laden müssen (stehen ja schnell mal nen Tag rum) oder aber im Durchschnitt unter 100km am Tag fahren, dann sind diese Autos selbst bei immer nur 15 Minuten pro Stunde mit 11kw Laden auch über einen Nacht voll geladen!
Soweit so „einfach“.
Beim dynamischen Lastmanagement gibt es jetzt keine feste Grenze, sondern es wird (meist über einen Stromsensor) zur Laufzeit ausgewertet wie viel Strom die Sicherung gerade noch verträgt und dann wird der Rest zum Laden freigegeben. Oder man koppelt dies an die PV Anlage und macht nur Überschussladen usw…
Beispiel: Haus ist mit 3x50A max abgesichert, das Haus hat eine geringe Grundlast (sagen wir mal maximal 16A), dann könnten 2x32A (sind 22KW) fürs laden freigegen werden. Wenn dann aber ein Elektroherd, Wärmepumpe oder ähnliches während dem Laden rein springen dann fliegt die Sicherung… wenn man jetzt das misst, dann dreht man in der Zeit kurz das Laden runter (Sicherung fliegt nicht sofort) und erhöht dann wenn’s wieder runter geht wieder (auf teilweise sogar über 22kw…).