Hä? wenn es selbstgewählt ist, dann kannst du doch anders. Dann machst du es dir doch ein bisschen bequemer, als ich dachte. Dann kannst du etwas ändern.
Und die Vorhaltung, dass man auch sofort etwas ändern könnte, hab ich nie gemacht.
Ich sehe aber, dass du etwas ändern könntest. Du priorisierst so, das hast du selbst geschrieben.
Da liegt ein Missverständnis vor. Ja, du zahlst was für dein Auto. Aber: die gesellschaftlichen Kosten durch das Auto sind damit lange noch nicht gedeckt.
Wenn du die zahlen müsstest, dann würdest du vielleicht auch anders priorisieren.
Wenn ich lese, was du schreibst, dann denke ich, dass du das irgendwie auch weißt.
So wegen
Ich kann oder konnte es schon mal auf individueller Ebene verstehen, dass man das macht, das leben, wo es halt am bequemsten für einen ist. Aber irgendwann auch nicht mehr. Man muss die Verantwortung tragen dafür oder auch verstehen, wenn man auf diese Verantwortung angesprochen wird. Und es entstehen wie gesagt gesellschaftliche Kosten. Und man kann nicht erwarten, dass die Gesellschaft die für immer übernimmt. Genauso müssen wir runter von den Emissionen. Auf Null. Dazu müssen wir uns anschauen, wo die entstehen. Und dann angehen. Das muss ich in meinem Leben und du dann auch in deinem. Ich muss und musste auch an lieb gewonnenen Lebensbestandteile ran. Das finde ich wichtig zu tun, wenn man das von anderen fordert. Und das mache ich. Und das kommt auf uns zu. Dass wir diese Diskussionen führen. Das ist ja kein Selbstzweck. Es geht darum zu zeigen, dass ein lebenswertes Leben auch anders möglich ist und uns unsere Lebensgrundlagen bewahrt. Wenn wir so weiter machen, gibts mehr Stürme, mehr Überschwemmungen, auch im Winter mehr krasse Schneeeinbrüche. Dann wirst du auch was ändern müssen. Dass alles so bleibt, wie es ist, steht leider gar nicht zur Debatte. Da hat die Physik auch mitzureden.
Und aus diesem Verantwortungsgefühl heraus habe ich mir einen Job in der Nähe meines Arbeitsplatzes gesucht. Und zahle hohe Mieten. Ich bin mal ne Woche gependelt, damals mit nem Auto (geliehen) und als ich die Tanknadel gesehen habe, ist mir schlecht geworden. Damals war ich 19. Und klar, ich hatte Alternativen, die hat nicht jeder. Hat mich aber auch ne gute Stunde pro Tag gekostet. Hab mich dagegen entschieden.