Ich glaube, das Grundproblem besteht darin, dass wir Deutschen glauben, dass es für Leute z.B. aus Syrien so toll sein muss in Deutschland leben und arbeiten zu „dürfen“ dass sie doch „gefälligst dankbar“ und deswegen voller Integrationswillen zu sein haben.
Was aber einige hier völlig zu verkennen scheinen, ist, dass nur wir als Deutsche das so sehen. Syrer z.B. kommen eben aus einem anderen Land. Und in Syrien liegen deren Wurzeln, dort sprechen die Menschen deren Sprache und dort pflegen die Leute die gleichen Bräuche und so weiter. Aber dort herrschen Krieg und Armut. Deswegen kommen diese Menschen zu uns. Und nicht weil sie unsere „Deutsche Leitkultur“, was immer das sein soll, so toll finden.
Und im übrigend haben alle Menschen überall auf der Welt Probleme sich in andere Gesellschaften einzufügen:
- Rheinländern, die z.B. in Hamburg wohnen, fehlt der Karneval und die „jeckische“ Lebensart.
- Deutsche Auswanderer, die nach Amerika gegangen sind, haben sich dort haufenweise in Ortschaften wie Berlin, Münschen usw. zusammengerottet.
- Als die Amerikaner in den 1930er Jahren anfingen, in Saudi Arabien Öl zu fördern, entstanden dort abgeschottete Siedlungen für sie, in denen die strengen arabischen Gesetze nicht galten.
Die Liste könnte man endlos fortsetzen. Tun wir also nicht so, als seien Integrationsprobleme etwas Neues oder ein exklusives Merkmal von Menschen aus dem arabischen Raum oder aus Afrika.
Und was heißt Integration überhaupt?
Volker Pispers hat mal gesagt: „Mir reicht es, dass jemand die Gesetze befolgt, die wir in diesem Land haben“. Und damit hat er Recht. Alles andere (Religion, Bräuche, Alltagssprache) ist persönliche Freiheit. Klar das mit Gesetze beachten klappt bei einigen Neuankömmlingen nicht auf Anhieb aber das liegt vor allem an deren prekärer Situation. Und mit der Gesetzestreue sieht es ja bei einigen unserer Politiker auch nicht so gut aus. Und die können sich nicht auf finanzielle Not berufen. Auch wenn z.B. ein Herr Sauter seine Abgeordneten-Tätigkeit nur als „Nebenjob“ bezeichnet.
Wir bauchen in Deutschland Zuwanderung. Vor allem im Bereich der nicht-akademischen Berufe. Und diese Zuwanderung ließe sich wunderbar mit einer humanen Flüchtlichgspolitik kombinieren. Aber das kostet natürlich Geld und Zeit. Aber das sollte es uns Wert sein.
Und dass heißt auch nicht, das alle Menschen der Welt plötzlich vor unserer Tür stehen. Ein Beispiel dazu: Anfang der 2010er hatte die Bankenkrise ja Griechenland erreicht und dort wurden massiv Löhne, Renten usw. gekürzt. Die Jugendarbeitslosigkeit explodierte. Und? Kamen die alle zu uns? Nein. Und als Europäer hätten die Griechen es sogar noch viel einfacher gehabt, zu uns zu kommen, als z.B. die Syrier von außerhalb Europas.
Also hören wir doch auf, so zu tun als würden alle Menschen der Welt nur zu uns wollen. Und fangen an, die (global gesehen) Wenigen, die das aus Not wirklich wollen, als künftige Arbeitskräfte zu integrieren.