Kommentar zu LdN444: Die geopferte Generation

Ich bin 24 Jahre alt. Teil der sogenannten Generation Z. Ich arbeite hart, ich arbeite viel, und ich habe trotz meines Alters schon einiges in meinem Beruf erreicht. Aber egal, wie sehr ich mich anstrenge: Es fühlt sich an, als würde es mir nichts bringen. Alles, was wir uns erarbeiten, wird uns wieder genommen, durch Krisen, durch politische Entscheidungen, durch ein System, das längst nicht mehr für uns gemacht ist.

Wir hören ständig dieselben Phrasen: „Starke Schultern müssen mehr tragen.“ „Wir sitzen alle im selben Boot.“ „Wir müssen zusammenhalten.“ Aber am Ende läuft es immer auf dasselbe hinaus: Wir, die Jungen, zahlen. Wir finanzieren Wahlgeschenke. Wir finanzieren Krisen. Wir finanzieren ein Rentensystem, das für uns selbst niemals funktionieren wird. Wir zahlen, damit Konzerne Rekordgewinne machen können, während unsere Lebenshaltungskosten explodieren.

Deutschland ist kein Land, das Zukunft denkt. Deutschland ist ein Land, das Gegenwart konserviert, koste es, was es wolle. Und dieses „koste es“ heißt: koste es die Zukunft der Jüngeren.

Schauen wir uns das Rentensystem an. Jeder Experte, jede Kommission, jeder noch so vorsichtige Ökonom sagt: Es ist unbezahlbar. Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren. Und was macht die Politik? Statt ehrlich zu sein, beschließt sie Rentenerhöhungen. Warum? Weil die ältere Generation die Mehrheit der Wähler stellt. Politik macht nicht das, was richtig ist, sondern das, was Stimmen bringt. Das Ergebnis: Wir Jungen schuften in einem gesetzlichen Schneeballsystem, aus dem wir nicht aussteigen dürfen, und das uns am Ende selbst keine Sicherheit mehr bietet.

Dann das Thema Klimaschutz. Alle wissen, dass wir handeln müssen. Alle wissen, dass die nächsten Jahre entscheidend sind. Aber statt mutige Schritte zu gehen, wird weiter auf Zeit gespielt. Warum? Weil Klimaschutz kurzfristig unbequem ist und Wählerstimmen kosten könnte. Also lieber noch ein paar Jahre weiterwursteln, auf Kosten unserer Zukunft.

Oder die Infrastruktur. Bröckelnde Brücken, marode Schienen, kaputte Schulen. Jahrzehntelang wurde verschlafen, investiert wurde fast gar nicht. Heute fehlen Milliarden, um das Land wieder auf Vordermann zu bringen. Und wer zahlt am Ende die Rechnung? Natürlich wir, die Generation, die nichts von all dem verbockt hat, die aber die Schäden tragen muss.

Deutschland ist längst keine Demokratie der Generationen mehr. Es ist eine Gerontokratie. Die Politik richtet sich nach den Alten, nicht, weil sie klüger wären oder mehr Weitsicht hätten, sondern schlicht, weil sie die Mehrheit sind. Sie stellen die größte Wählergruppe, also werden ihre Interessen bedient.

Für sie gibt es Rentenerhöhungen. Für sie gibt es Steuererleichterungen. Für sie gibt es immer wieder Sonderrechte und Schonungen. Und für uns? Für uns gibt es steigende Abgaben, steigende Beiträge, steigende Preise. Für uns gibt es die Ansage: „Sorgt privat vor. Arbeitet mehr. Konsumiert, damit die Wirtschaft wächst.“ Aber zurückbekommen? Tun wir nichts.

Das ist es, was viele nicht verstehen: Es geht nicht nur ums Geld. Es geht ums Lebensgefühl.

Was macht es mit einer Generation, wenn sie schon mit Anfang 20 das Gefühl hat, dass alles keinen Sinn hat? Wenn man das Gefühl hat, egal wie hart man arbeitet, man bleibt immer der, der zahlt, nie der, der profitiert? Wenn man merkt, dass die eigene Zukunft auf dem Altar der Gegenwart geopfert wird?

Kein Wunder, dass so viele von uns resignieren. Kein Wunder, dass wir keine Nachrichten mehr ertragen, weil es immer nur noch schlimmer wird. Kein Wunder, dass wir kaum noch Vertrauen in Politik und Institutionen haben. Wie soll man auch Vertrauen haben, wenn man weiß: Wir zählen nicht. Wir sind nur die Melkkühe eines Systems, das sich längst gegen uns richtet.

Es wäre schon schlimm genug, wenn die Alten wenigstens dankbar wären. Aber oft begegnen sie uns mit Misstrauen, mit Verachtung, mit Feindseligkeit. Jeder kennt Geschichten von Rentnern, die die Polizei rufen, weil Jugendliche irgendwo sitzen oder Musik hören. Jeder kennt diese Blicke, dieses Kopfschütteln, dieses „früher war alles besser“.

Früher war nicht alles besser. Früher wurde alles verbraucht. Früher wurde auf Pump gelebt und wir dürfen jetzt die Rechnung begleichen.

Die Wahrheit ist: Wir sind die geopferte Generation. Wir sind die Generation, die zahlen darf, aber nichts zurückbekommt. Wir sind die Generation, die Probleme lösen muss, die andere verursacht haben. Wir sind die Generation, der man die Zukunft genommen hat.

Und ja, das ist ein Verrat. Ein Verrat an unserer Generation, an unserer Lebenszeit, an unseren Chancen.

Viele von uns haben längst aufgegeben. Wir funktionieren einfach. Wir arbeiten, wir zahlen, wir konsumieren, aber wir glauben nicht mehr daran, dass es jemals besser wird. Und das ist vielleicht das Bitterste: Dass ein Land seine jüngste Generation so weit bringt, dass sie die Hoffnung verliert, noch bevor das Leben richtig angefangen hat.

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Das ist noch nicht so in Stein gemeißelt wie du es in deinem Post beschreibst.
Mit 24 bis du noch sooo jung, dass du noch ca. 40+ Jahre keine Rente beziehen wirst. D.h. die jetzt 40 jährigen sind dann 80+ und sterben langsam weg, bzw. der „Boomerbauch“ in der Bevölkerungspyramide ist schon längst zum größten Teil verstorben.
Ob sich zu deinem Rentenbeginn dann noch so eine, für die Finanzierung des Umlagesystems, ungünstige Alterverteilung ergeben würde hast du jetzt quasi selbst in der Hand. Setzt einfach wieder mehr Kinder in die Welt

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Ich finde es schön das die 20 jährigen heute genauso denken wie ich als ich 20 war. Ich verstehe deinen Frust vollkommen, aber es ist auch nichts neues. Gründe eine Partei, oder steige in eine Partei ein. Motiviere andere Jugendliche in deinem Umfeld es auch zu tun. Wenn du das nicht möchtest, musst du mit dem System leben das die Demokratische Entscheidung hervorbringt :man_shrugging: Frustrierend? Ja. War das schon die letzten 80 Jahre so? Ja.

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In bin fast 55 und finde, er hat recht.
Die junge Generation wird aktuell nach Strich und Faden übersehen, ignoriert, mit Pflichten überfrachtet und im Stich gelassen. Das war sehr gut an der Pandemie erkennbar und jetzt z.B. an der Renten-, Bildungs- und Wehrpflichtdiskussion.

Viele wünschen sich Kinder, trauen sich finanziell und wegen schlechter Infrastruktur aber keine zu. Viele fragen sich, ob man in diese Welt überhaupt Kinder setzen sollte.

Die Mieten sind unglaublich gestiegen und nur wenige können Hoffnung auf Eigenheim/eigene Wohnung haben.

Die riesigen Vermögen explodieren, was zu einer weiter steigenden Ungleichheit führt.

Die politische und Klima- Lage habe ich auch noch nie so schlimm erlebt.

Nein, es war früher nicht alles genauso schlecht. Ihr belügt euch selbst.
Die Regierung zeigt deutlich, wie egal ihr die jüngeren Generationen sind.

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Ergänzend noch, die Politik (was auch immer das ist) - eher die aktuell führende politische Agenda richtet sich nach den Starken, nach den Lauten, nach den Kreisen mit Einfluss (Vermögen). Sie ist nicht auf Gerechtigkeit aus, auch nicht auf eine „sinnvolle“ Politik. Sie spielt lieber die Armen gegen die ganz Armen aus.
Und daher entdeckst du für dich in dem aktuellen System wenig Sinn, die fehlt die Gerechtigkeit, die Solidarität.

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Danke dafür. Um da auch mal ein konkretes Beispiel anzuführen: Früher war es z.B. leichter möglich aus eigener Arbeitsleistung Vermögen aufzubauen, während das inzwischen überwiegend denen gelingt, die in Familien geboren werden, die was zu vererben haben.

Hierzu auch mal eine Abbildung von Visuals | ungleichheit.info

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Wo sind die Klima, Wir haben es satt, Ihr raubt und die Zukunft Demos? Wieso ist dieses Momentum verlorengegangen? Wie könnte man die Massen mobilisieren?
Auf Demos egal welches Thema oder Form finde ich aktuell sehr wenig Menschen. Likes und Posts bei SM und in Foren bewegen Politik nicht.

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Letztes Jahr haben die Demos gegen die AfD gezeigt, dass sie 0 Auswirkungen auf die Handlungen der Politiker hatten. Null

Und über die Freitagsdemos der Klimabewegung haben viele die Nase gerümpft nach dem Motto: Schulschwänzer

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Erstmal möchte ich sagen, dass ich dich verstehen kann, als Schwester eines in wenigen Wochen 24 jährigen Bruders und als Mutter einer 1 jährigen Tochter. Ich selber bin Millennial.

Ich finde es ganz wichtig, dass wir uns nicht gegenseitig bekämpfen und einen Generationenkonflikt voran treiben. Ich glaube Idefix trifft es da ganz gut. Es ist eher reich gegen arm.

Ich habe so viele Boomer und auch ein paar der Generation X Leute in der Familie und Bekanntschaft, sogar noch eine Oma mit fast 90. Keiner hat von denen je auf Pump gelebt. Sie hatten in meinem Alter sogar viel weniger als mein Bruder und ich. Kein eigenes Zimmer, keine eigene Klamotten, Klappbetten … meine Oma hat sogar früher kaum etwas gegessen in jungen Jahren damit ihre Kinder genug hatten.
Fast keiner von den Boomern oder der Generation X meiner Bubble wird wohl bis 67 arbeiten und die Abzüge hinnehmen müssen, weil sie jetzt schon so viele Beschwerden haben. Sie haben die typischen körperlich schweren Berufe wie Krankenpflegerin, Physiotherapeutin, Tischler, Maurer etc. Manche wie meine Mutter werden trotz jahrzehntelanger Arbeit Grundsicherung bekommen (nur wenige Monate Auszeit für uns Kinder)

Und ich frage mich jetzt wieder, ob das ein Ost-West-Ding ist. Die meisten meiner Verwandtschaft wohnt zur Miete, nix mit Erbe.
In der DDR waren die wenigsten auf der EOS (wie Gymnasium), Arbeiter waren angesehen und bekamen nicht deutlich weniger als Akademiker. Nach der Wende war das Ansehen dahin und der Druck so hoch als Arbeiterkind jetzt Abitur im „schlimmen“ Kapitalismus haben zu müssen und fast alle aus meiner Generation und meiner Bubble haben die Allgemeine Hochschulreife.

Worauf ich hinaus will: Eat the rich.

Die „Alten“ sind keine homogene Masse. Es gibt und wird immer mehr Altersarmut geben.

Ich wünsche mir auch deutlich mehr zum Geld und Engagement für den Klimaschutz und habe Angst vor der Zukunft für meine Tochter, vor allem angesichts der Weltlage gerade vor einem 3. WK.

Wir müssen Steuerschlupflöcher bei den Großen stopfen, brauchen eine Reform der Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer, weniger Ausgaben für Berater, Boni in Millionenhöhe …

Ich möchte mich nur dagegen als Generation der Mitte aussprechen, dass wir den Kampf Jung gegen Alt mitgehen.

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Ähnliches hab ich gestern Abend bei Lanz zum Thema Wehrdienst gehört. Ich bin selbst 40, also nicht ganz deine Generation, aber als ich 20 war, war das doch auch alles so. Finanzkrise und keine Jobs, schlechte Infrastruktur, überfüllte Unis,… gut, Klima war damals kein Thema… Und wir hatten Wehdienst, da bist entweder zum Bund oder hast Zivi gemacht, oder Ersatzdienst. Ja und, war halt so, hast dich durchgebissen… Uns war damals auch schon klar, dass wir von der Rente NIX bekommen werden. Bis ich in 25 Jahren in Rente gehe (oder wann auch immer das sein wird), wird das gar nichts sein.

Ich sags mal so: Ja und? einfach das beste draus machen? Immer Gas geben, immer 10% mehr als die anderen, der Erfolg kommt von alleine. Umso mehr sich zurückziehen (weil man ja eh nix ändern kann), je leichter ist es für mich… immer Vollgas.

Ich verstehe auch wirklich nicht, warum man keine Hoffnung haben sollte. Als ich ins Berufsleben eingetreten bin, hatte man auf eine gute Stelle 100 Bewerber, und einen Job zu bekommen war super schwierig. Heute schreiben Firmen Stellen wie in der IT aus, und es gibt keine Bewerber… und duale Ausbildungsstellen, um die man sich früher prügeln musste, sind heute nicht besetzt.

Gut, Mieten in Uni Städten sind wirklich abstrus teuer, das war damals noch etwas anders…

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Aber sie haben Klima zu dem Thema des Wahlkampfes gemacht und die Regierung genötigt kurz vorher noch die Klimaziele zu verschärfen.
Und während der AFD Demos sind die Zustimmungswerte der AFD gesunken. Offensichtlich gibt es Mehrheiten, die diese Migrationspolitik wollen. Vlt ist bei dem Thema nix zu machen. Aber gibt ja noch andere

ARD-DeutschlandTrend: Mehrheit für höhere Steuern - auch bei Unionsanhängern | tagesschau.de

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Mann muss auch bedenken, wenn bei der Jugendwahl 2025 " CDU/CSU mit 15,7 Prozent, die AfD mit 15,5 Prozent" gewählt wurden. Also die Jugendlichen gibt es genauso wenig. :man_shrugging:

Wenn die AFD uns eines gezeigt hat, dann das auch heute noch Parteigründungen möglich sind, wenn man eine Lücke füllt die nicht besetzt ist und man genügend Gleichgesinnte findet. Keine Generation wird aktiv geopfert. Den Leuten ist es einfach egal. Unterstelle keine Bosheit, wo Ignoranz und Dummheit ausreichend ist.

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Individuell auf den Haushalt bezogen stimmt das bestimmt - aber das wollte der/die Threadersteller/-in ja auch nicht aussagen IIUC. Sondern: Der Staat/Die Gemeinschaft hat Jahrzehnte nicht investiert, sondern konsumiert - nämlich bspw. bestehende Infrastruktur „aufgebraucht“/abgenutzt. Davon waren die angesprochenen Personen indirekt natürlich Nutznießer - aber deswegen macht man ihnen Individuell noch lange sicher keinen Vorwurf.

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Das finde ich so aber auch zu pauschal. Ich bin auch ca. 40 Jahre alt und ging in eine Grundschule die marode war und wenige Jahre nachdem ich raus war Saniert und Erweitert wurde, besuchte ein Gymnasium welches stark in die Jahre gekommen war und in den Jahren nach meinem Besuch komplett saniert und modernisiert wurde und sehe auch heute wie in der Stadt in der ich heute lebe die Schulen der Reihe nach saniert werden.

Es ist weder richtig, dass es früher keinen Investitionsstau gab noch, dass heute nichts getan wird.

Natürlich gibt es strukturelle Probleme und an vielen Stellen auch viel zu wenig Investitionen, aber zu suggerieren, dass lange Jahre alles bestens war und nur die heutigen Jungen Leute vor Problemen stehen geht dann doch an der Realität vorbei.

Ich weiß aus dem Archiv, dass ähnliche Diskussionen hinsichtlich maroden Schulen schon bei meinen Eltern geführt wurden, dann als ich in die Schule ging und zum Teil auch heute wieder. Am Ende ist es eben so, dass sich vieles auch zyklisch wiederholt. So muss halt ca. alle 30 Jahre komplett saniert werden.

Das soll nicht heißen, dass es heute nichts zu verbessern gibt, aber viele Probleme sind eben auch nicht exklusiv der heutigen jungen Generation.

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Ich möchte mich an der Diskussion beteiligen, weniger mit Fakten, aber mit meinem - offensichtlich subjektiven - Gefühl. Ich teile viele deiner Einschätzungen. Ich bin Anfang 30, Arbeiterkind, habe mir das Studium mit BAFöG, Jobs und Studienkrediten finanziert. Schuldenfrei war ich dann mit Ende 20. Jetzt verdiene ich sehr gut und höre, dass man Gutverdiener höher besteuern muss. Ich bin sehr links eingestellt und definitiv bereit, meinen Teil zu bezahlen. Aber es fühlt sich ungerecht an, wenn ich um mich herum massig Leute habe, die weniger verdienen, aber auf sechsstelligem Ersparten (durch Familie, Erbe, etc.) sitzen und sich darauf ausruhen können. Demgegenüber stehe ich, kein Erspartes, hohe Miete in der Stadt und ein Kind, in dessen Zukunft ich nur an wenigen guten Tagen optimistisch blicken kann.

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Jetzt müsste man noch die Erbschaften mit Freibeträgen rausrechnen, die sind ja bei allen Parteien ein Tabu.

3 große Irrtümer zur Rente - by Maurice Höfgen Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass das schwarzmalen bei der Rente eine Strategie ist um die private Altersvorsorge zu pushen :smile:. Das Rentenproblem ist weder unlösbar, noch wird es genauso bestehen, wenn wir in Rente gehen. Zitat aus dem Link „Anfang der 2000er machte der Rentenzuschuss noch rund 30 Prozent des Bundeshaushaltes aus, heute sind es nur noch 24 Prozent. Der Anteil am Haushalt ist also gesunken und seit 2010 recht stabil.“

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War auch gestern oder vorgestern ein Artikel in der TAZ. Rente ist kein rein mathematisches Thema sondern vor allem ein politisches

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Ich empfehle dazu sehr die beiden Teile mit Aladin El Mafalani aus der Sommerpause. Das gibt sehr viel Aufschluss. Insbesondere der Aspekt Hoffnung in den eher weniger priviligierten Teilen der Bevölkerung.

Zum anderen ist dabei zu sagen. Das Rentenproblem, dass unsere Gesellschaft aktuell hat, ist vor allem der Demografie geschuldet. Diese Dimension wird die „geopferte Generation“ erstmal nicht haben. Klar, auch sie bekommen weniger Kinder als sie selbst sind, aber die Ausmaße sind nicht so krass. Und dann wird man sehen, ob wir dort nochmal ein Problem haben oder zum Beispiel auch die Produktivitätssteigerungen das auffangen können. Das Rentenproblem liegt auch nicht am Geld, sondern an den produzierten Gütern und vor allem Dienstleistungen. Heißt, wenn zu wenig Pflegekräfte da sind, kann man sich auch nur bedingt mit Geld herzaubern.

Im Grunde sagst du aber schon viel von dem, was auch in den Interview auftaucht. Mir ist das in dieser Folge auch viel zu kurz gekommen und es kommt auch längst nicht in der Politik an. Klar, man möchte nun die Alten länger arbeiten lassen usw. Das hilft aber am Ende auch nicht gegen den Mangel an Pflegepersonal usw. Oder auch mehr Vorsorge fürs Alter wird ihnen nichts bringen. Wenn alle mehr Geld haben kommt es nur zur Inflation und der Finanzstärkste bekommt die Pflege. Volkswirtschaftlich ist das keine Lösung.
Meine Idee wäre, weniger Yachten bauen, mehr Leute pflegen.

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Da Klimademo 20.09.2025 | Fridays for Future
(20. September deutschlandweite Klimademos)

Ja, weil es meiner Wahrnehmung nach regelmäßig im Wesentlichen die gleichen Leute sind, die auf Demos für Themen wie Klimaschutz, Erhalt der Demokratie etc. gehen und viele (gerade diejenigen, die diese Demos organisieren) inzwischen müde, ausgebrannt, frustriert und hoffnungslos sind (auch wenn man natürlich nicht hoffnungslos sein sollte, aber das Gefühl ist nunnmal bei vielen trotzdem da). Dazu kommt denke ich speziell in der Klimabewegung in Deutschland das Zerwürfnis über den Umgang mit dem Krieg in Gaza.

Das ist die 1 Million Euro Frage, für die bislang noch niemand ein Geheimrezept gefunden hat. Ich wüßte es auch gerne.

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