Klimaschutz: Warum wird Veganismus belächelt?

Im Prinzip hast Du recht, mein Hauptargument war mehr die eingeschränkte Auswahl für Personen, die sich vegan ernähren. Dort, wo sich die Wirtschaft der veganen Nachfrage anpasst, ist die vegane Ernährung tatsächlich massentauglicher und preiswerter. Insbesondere bei Milchersatzprodukten ist zu beobachten, dass diese „normaler“ werden.

Wie geschrieben - ich ziehe vegane Ernährung ja durchaus in Erwägung. :slight_smile: Schon seit Jahren verzichte ich auf Fast Food und bin es gewohnt, selbst zu kochen. Mit der Zeit ergibt sich da eine interessante und genussvolle Nische. Gelegentlich stelle ich auch meine Mandelmilch selbst her, das ist erstaunlich einfach. Allerdings stoße ich immer wieder an Grenzen. Denn sämtliche Zutaten in veganer Ausprägung zu finden, ist komplexer, als zum veganen Fertigprodukt zu greifen. Aber mir ist bewusst, dass in in dieser Hinsicht nicht als pars pro toto stehe.
Jedenfalls eine interessante Diskussion! :slight_smile:

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Dem kann ich als Faustregel fast vollständig zustimmen, sofern man keine entsprechenden Allergien und Unverträglichkeiten hat.

Interessante Lesart der Definition. Bist Du also der Meinung, dass man vegan leben kann und Fleisch essen kann, sofern weder Ausbeutung noch Grausamkeit angewendet wurde? Das dürfte m. E. eine extreme Minderheitenmeinung in der veganen Community sein.
Ansonsten empfehle ich Dir, Dich etwas mehr mit Landwirtschaft zu beschäftigen. Offenbar hast Du meine Argumente nicht verstanden, jedenfalls passen Deine Antworten nicht dazu. Nur weil Dir ein Argument nicht gefällt, ist es noch längst kein Strohmann-Argument.
(…).

Öhm.

Also wenn du auf dem Bauernhof zwei Schweine hältst die Gülle produzieren und deren Leder du nach ihrem zeitlich begrenzten Leben nutzt beutest du die doch nicht aus.
Inwieweit das Fleisch eines an Altersschwäche gestorbenen Schweins genießbar ist weiß ich nicht. Aber wenn das der Fall ist, kannst du theoretisch sogar Fleisch essen und bleibst trotzdem vegan.

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So verstehe ich deine Argumente:

  1. Tierhaltung ist für Landwirtschaft notwendig, auch bei „veganer“ Landwirtschaft, sonst funktioniert Landwirtschaft nicht
  2. Gülle von Tieren ist für die Felder notwendig
  3. Futtergetreide ist nicht für Brot gedacht
  4. Tiere werden bei der Ernte auch getötet

Zu

  1. Es geht auch ohne Tiere in der Landwirtschaft (Ausnahme: wenn man will, Haltung zur Landschaftspflege)
  2. Gülle oder Kunstdünger braucht man nicht zwingend
  3. Dann baue man eben kein Futtergetreide mehr am - Renaturierung möglich
  4. Ja, siehe Definition Veganismus
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Meine These, dass es auch daran liegt, wie die Diskussion seitens vegan lebender Menschen geführt wird, finde ich hier ein Stück weit bestätigt. Man muss gar nicht so alt sein (30/35+), um damit großgeworden zu sein, dass die Debatte um Vegetarismus und später Veganismus hauptsächlich eine moralische war.

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Vielleicht ist das ja die beste Begründung für die Ausgangsfrage. Es gibt anscheinend einen Unterschied zwischen einer (überwiegend bis vollständig) veganen Ernährung und Veganismus.

Für ersteres genügt die Erkenntnis, dass eine mindestens überwiegend vegane Ernährung diverse Vorteile für beispielsweise die eigene und die planetare Gesundheit bedeutet. Das kann in der Abwägung genügen um die realen oder antizipierten Nachteile bzgl. Geschmack, Kosten oder Verfügbarkeit zu kompensieren.

Zweiteres hingegen ist ein Ideologie. Im Allgemeinen nicht unbedingt eine unsympathische Ideologie. Aber Ideologien neigen doch immer auch zu einer extremistischen Ausprägung. Und es sind dann eben meiste jene „Extremisten“, die wahlweise belächelt oder dämonisiert werden.

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Ja das muss man natürlich sagen, Veganer sind schon extrem. Sehe ich ja an mir selber. Es gibt für mich persönlich keine Ausnahmen etc.
Wenn man mir mit Reduktion kommt, dann ist das gut für das Klima und ein Schritt in die richtige Richtung, aber ich finde dass es nicht genug ist.

In der Diskussion bin ich ja auch schon gemäßigter unterwegs und versuche alles als Gewinn fürs Klima zu sehen.

Betrachtet man das Ganze nur aus tierethischer Sicht, was wahrscheinlich die Motivation der meisten Veganer ist, ist die Reduktion halt nicht ausreichend.

Das kann dann natürlich extrem wirken, aber das Ziel ist halt ein anderes!

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Ich ergänze mal: manche Veganer:innen entwickeln einen quasi-religiösen Reinheitsfanatismus bzw. Ekel vor allem, was auch nur in der Nähe von tierischen Produkten war, z.B. ein Löffel, mit dem zuerst Brühe umgerührt wurde, dann Salzwasser.
Das ist schon sehr weird für andere.

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Das ist nicht nur weird, ich finde es teilweise dreist, welche Erwartungshaltung da mitschwingt, dass genau diese Aspekte von Gastgebern, die nicht vegan leben, berücksichtigt werden.

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Da treffen eben zwei Lebensrealitäten aufeinander.

Da spielt viel Kommunikation mit, alles ist da sehr persönliche Erfahrung…

Das kann/sollte die grundlegende Diskussion und Effektivität doch nicht in frage stellen.

Yep. Also, ich glaube schon, dass das eher Ausnahmen sind. Aber die haben halt eine starke Wirkung…

Diese Polarisierung ist einer wertfreien Diskussion nicht zuträglich.

Ja, deswegen das „teilweise“. Es ist aber genau wie Du sagst, die laute Minderheit bestimmt eher das Bild, als die schweigende Masse.

@InDubioProReo hat das sehr treffend zusammengefasst, dem würde ich mich anschließen:

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Volle Zustimmung. Da geht es um Kommunikation und Kompromissbereitschaft.
Ich sage nur, wie es wirken kann, wenn die nicht so ausgeprägt ist.

Die positive Umwelt-Wirkung von veganer Ernährung stellt das nicht in Frage. (Die Frage der Gesundheitswirkung ist sicherlich ein bisschen komplexer; es ist jedenfalls nicht so, dass vegane Ernährung ohne Supplemente unbedingt gesund ist bzw. eindeutig gesünder als Mischkost oder gar vegetarische Ernährung.)

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Weniger Fleisch essen, hilft das dem Klima?
Bitte beachtet, dass den höchste CO2-Fußabdruck Käse hat Dann die Milchprodukte allgemein. Fleisch selbstverständlich auch, aber viel geringer.

bitte solche steilen Thesen nicht einfach so raushauen, sondern mit einer seriösen Quelle belegen. Statements „aus dem Bauch heraus“ veröffentlichen wir normalerweise nicht - ich habe das hier nur gemacht, um den Punkt mit den Belegen noch mal stark zu machen.

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Ja Quellen wären super.

Schau mal hier:
https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Reinhardt-Gaertner-Wagner-2020-Oekologische-Fu%c3%9fabdruecke-von-Lebensmitteln-und-Gerichten-in-Deutschland-ifeu-2020.pdf

Hier wird eher auf Fleisch/Tierhaltung eingegangen:
https://www.fao.org/news/story/en/item/197623/icode/

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Sorry! Da lag ich wohl tatsächlich falsch. „Aus dem Bauch heraus“ ist nicht ganz richtig, denn ich habe eine Quelle in Erinnerung, die ich als seriös eingeschätzt hatte.

Aber ein kurzer Blick auf:

und

zeigt ein anderes Ergebnis.

Ich werde der Sache nachgehen!

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Bei Quarks haben sie eine ganz gute Aufarbeitung gemacht [1]. Butter liegt relativ klar auf Platz 1. Allerdings muss man natürlich auch immer die konsumierten Mengen im Auge behalten. Da liegt Fleisch [2] etwa um Faktor 10 höher als Butter [3]. Ähnlich müsste man sich das beim Käse natürlich auch anschauen.
Trotzdem: Butter lässt sich sehr einfach durch vegane Produkte ersetzen. Ist also schon eine Überlegung wert, hier anzusetzen.
[1]

[2]

[3]
BLE - Pressemitteilungen - Milchmarkt 2021: Pro-Kopf-Verbrauch von Milch sinkt auf 47,8 Kilogramm.