Keine Reaktion Bundesregierung auf Hitze

Bei Merz erwartbar?

Da müsste ähnlich wie bei der Causa Spahn der öffentliche Druck schon deutlich steigen.

Nur jetzt ist wieder kühl, viele haben sich einen Ventilator oder mobiles Klimagerät gekauft, haben die Hitze vergessen und ärgern sich grad über hohe Spritpreise.

Liegt wohl nicht nur am Kanzler? :wink:

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Natürlich nicht. Dafür wurde er ja gewählt, auch wenn alle jetzt was anderes behaupten. Aber das war bei der Union halt schon immer so.
Doppelmoral gilt eben nicht nur für die Partei, sondern auch die Wähler.
Wobei auch bei den Grünen manche meinten: wenn ich grün wähle, habe ich meinen Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

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Was wir glaube ich oft vergessen: wir wählen da Politiker, keine Zauberer.

Natürlich war den Wählern der CDU zumindest teilweise klar, was sie da wählen.
Die anderen Zweidrittel sind logischerweise unzufrieden.

Wird wohl bei jeder Regierung in diesem Verhältnis so sein.

Da hat Demokratie wohl einen Webfehler, wenn es nicht nach dringlichsten Problemen, sondern parteipolitischen oder persönlichen Interessen geht.

Da das Gegenteil richtig ist, könnten Kanzler und Regierung natürlich unter Berufung auf wissenschaftliche Studien problemlos eine Wende hin zu besserer Klimapolitik vollziehen.

Dass sie es nicht tun, ist pure Ideologie.

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Selbstverständlich hätte der Kanzler etwas zu den Hitzetoten sagen müssen. Mindestens Mitgefühl ausdrücken. Man erinnere sich an seine völlig überzogenen Reaktionen auf Einzelattentate u.ä. Und bei mehreren tausend Toten: nichts…

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Das sind ja schon zwei verschiedene Paar Schuhe. Genauso wie Verkehrstote oder Ertrunkene im Mittelmeer, wären Klimatote vermeidbar. Es gibt nur grad keine Mehrheit, die bereit wäre, die Kosten zu tragen.

Die angesprochenen Einzelfälle können immer mit „billiger“ Gesetzesverschärfung verkauft werden.

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So billig sind die am Ende nicht mal, aber bis die Folgekosten alle berechnet sind, bis die Folgen schmerzhaft spürbar werden, ist das (aus Merz Sicht) hoffentlich nicht mehr das Problem von Merz.

Im besten Fall natürlich eine Kombination aus sofort (denn der Sommer ist noch nicht vorbei) und von mir aus mittelfristig auch eine Kommission/Expertenrat auf den man sich dann berufen kann, weil man selbst keine Entscheidungen treffen mag.

Auch aus Sicht einer konservativen Partei, die den Wohlstand und Wirtschaft Deutschlands erhalten möchte, ist es doch schon absurd bei aufplatzenden Autobahnen, Waldbrand, unbefahrbaren Gleisen, 400 Mio. Verlust pro Hitzetag der Wirtschaft (wie viele Menschen sollen sich dafür eine Krankschreibung per Telefon erschleichen?) etc. sich dem Thema nicht anzunehmen. Es passt halt nicht in seine Ideologie, da bleibt er stur und uneinsichtig. Das wurde deutlich. Das ist der Aufreger.

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Oder (auch) fehlt die Idee wie er es glaubwürdig angehen soll.
Es wird ja auf jeden Fall teuer.

Noch mehr Schulden bräche ihm innerparteilich das „politische“ Genick…

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Dass er das genausowenig hinbekommen würde, wie den Rest, ist das eine. Aber das andere ist es, es nicht mal zu versuchen.

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Das Absurde daran ist ja, dass jedem klar ist, dass es umso teurer wird, je länger man untätig bleibt. Bei der Rente und sonstiger Verschuldung wird dann von Generationengerechtigkeit schwadroniert, aber so lange die Schulden keine konkreten Geldbeträge, sondern Investitionsstaus oder Behebungen zukünftiger Schäden sind, scheint das ja alles gar kein Problem zu sein.

Das muss dieses bewährte „Prinzip Schwarze Null“ sein, dass der Union so viele Wahlen gewonnen hat - und für das wir jetzt alle doppelt und dreifach zahlen dürfen…

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Es ist auch ein Medienversagen:

Und noch eine Ergänzung zum Super-El-Niño:

Empfohlen sei noch die aktuelle „Science Busters“-Folge:

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Die Schwierigkeit ist wohl für Merz, das er da auch vor einer Riesen-Bugwelle steht, finanziell wie zeitlich. In seiner Legislatur kriegt seine Regierung da nichts auf die Kette, zumindest nicht nachhaltig. Politisch kann er da nur scheitern. Also verdrängt er das und konzentriert sich auf Themen, die sich wahlwirksam und für seine Interessengruppen medial verkaufen lassen.

Hitzeschutz lässt sich im November schlecht verkaufen, alles danach ist zu weit weg….

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Wird vermutlich der Kern der Sache sein. Er denkt, dass die meisten Unionler so ticken, wie er aktuell. Dabei hat er sich schon 2 mal komplett in der Basis getäuscht. Bei uns in der Kommunalpolitik gibts auch CDUler, der wegen FFF und Klimawandel in die Politik gegangen sind.

Hier lassen sie übrigens Geld liegen. Hätte man ja einen Teil gut in Klimaanpassung investieren , noch mehr Privatkapital mobilisieren, Wirtschaftswachstum ankurbeln, Abhängigkeit verringern können. #Marktwirtschaftliches Instrument

ee-news.ch

Die deutsche Bundesregierung plant, den nationalen CO2-Preis 2027 faktisch einzufrieren. Damit verzichtet sie auf Einnahmen von mehr als vier Milliarden Euro für Klimaschutz und Modernisierung

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Was ich an dieser Empörung nicht verstehe, ist, wo jetzt die Neuigkeiten sind. Das Hitze mit erhöhter Mortalität kommt, ist lange bekannt. Der RKI-Bericht der die aktuelle Debatte so befeuert stellt auch nur das dar - Hitzewellen kommen mit Übersterblichkeit. Eine längere Datenreihe von immerhin 10 Jahren, die am Ende des Berichts steht, zeigt zwei Sachen. Die Varianz in den letzten 10 war exorbitant, die Datenreihe für tiefergehende Schlüsse entsprechend zu kurz und das die Sommer 2018 und 2019 eine ähnlich hohe Hitze-induzierte Übersterblichkeit hatten wie der aktuelle.

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Hitze und Mortalität einerseits und der Klimawandel sorgt andererseits langfristig für höhere Spitzen, woraus logisch folgt das der Klimawandel, je weiter er voranschreitet, für immer mehr Hitzetote sorgen wird. So weit, so schlecht.

Nur: das wussten wir auch schon 2015, in den Sommern 2018 und 2019 und das wussten wir auch im Januar diesen Jahres, als Beispiel. Es hat sich an der Erkenntnislage eigentlich nichts geändert. Vor allem aber gibt es keine akute Trendverschärfung soweit nachvollziehbar. Darum kann ich die Empörung in diesem Thread ob einer ausbleibenden eskalativen Reaktion des Kanzlers zu diesem Thema nicht nachvollziehen.

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Aktuell zeigt mir wetter.com 44 (!) Grad in 2 Wochen an. Über mehrere Tage. Es bleibt wohl abzuwarten wie lange sich unsere Regierung hier wegducken kann.

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Also wenn ein Problem schon lange genug bekannt ist und trotzdem nichts getan wurde, um dem zu begegnen, ist es falsch, sich darüber zu empören, wenn weiterhin nichts getan wird, um das Problem zu entschärfen?

Die Logik erschließt sich mir nicht ganz. Wir haben aktuell eine Regierung, die aktiv den Klimaschutz zurückschraubt - die Vorgängerregierungen haben zwar auch alle viel zu wenig getan, aber sie haben nicht aktiv gegen das Ziel gearbeitet. Ich halte in Anbetracht der von dir selbst dargelegten Offensichtlichkeit des Problems gerade jetzt mehr Empörung nicht nur für angebracht, sondern für notwendig.

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Nein, ich finde nur die Reaktion überzogen, er müsse „jetzt ganz schnell“ vor die Mikrofone, weil es letzte Woche mal wieder die 40 Grad geknackt hat. Gerade hier sollten doch alle wissen das einzelne Wetterereignisse nur schwerlich mit dem Tanker Klimawandel in Verbindung zu bringen sind. Und dann wird ein Stück weit so diskutiert als gäbe es Hitze-bedingte Übersterblichkeit erst seit dem Klimawandel der letzten 3 Jahre und als könne Fritze Merz praktisch das Weltklima bis Ende des Jahres als „Chef“ einer Experten-Komission retten, sodass es nächstes Jahr keine gefährlichen Hitzewellen mehr gibt im Sommer.

Weiter oben werden die Hitzewellen dieses Sommers ja gar mit Reaktorunglücken verglichen, nach denen Merkel ja ebenfalls klare Worte gefunden hatte (die ironischerweise bis heute höchst umstritten sind, aber das ist ein anderes Thema).

Ich hätte gedacht wir möchten mehr Hands-On und Pragmatismus statt irgendwelcher Symbolpolitiken.

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Wir reden über den gleichen Kanzler, der zu Beginn seiner Regierung sagte „Deutschland produziert 2% der Treibhausgase und ist 1% der Weltbevölkerung. Deutschland wird das Klima allein nicht retten.“
Ich finde, es zeichnet sich ein Bild, wann er etwas dazu sagt und wann nicht.

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Ich hätte nicht gedacht, dass das lange überfällige Anerkennen des Klimawandels und das mögliche Bereitstellen von Milliarden zur Abfederung der Effekte als „Symbolpolitik“ bezeichnet würde. Das, was hier gefordert wird, ist gerade keine Symbolpolitik, sondern, dass die Regierung aufhört, die Bemühungen der letzten Regierungen nach und nach wieder abzubauen, sondern statt dessen anfängt, sich selbst in diese Richtung zu bewegen.

Es wird keine Symbolpolitik gefordert, sondern eine Kehrtwende.

Das ist falsch. Die Attributionsforschung sagt eben ganz klar, dass diese einzelnen Wetterereignisse keine „Ausnahmen“ sind, sondern immer mehr zur Regel werden - wegen des Klimawandels. Dass das, was früher als „Jahrhundertunwetter“ bezeichnet wurde, heute im Schnitt eher alle 10 Jahre passiert. Niemand behauptet, dass dieses eine Ereignis alleine der Grund für die Notwendigkeit einer anderen Klimapolitik sei, sondern es wird behauptet, dass dieses Ereignis ein weiterer fetter Tropfen ist, der in ein bereits zum Bersten gefülltes Fass läuft.

Hier wieder der Klassiker: Vergleiche sind keine Gleichsetzungen.
Merkels Kehrtwende im Hinblick auf Fukushima war richtig. Eine ähnliche Kehrtwende hätte auch nach der Ahrtal-Flut oder jeder neuen „Rekord-Hitzewelle“ passieren können, wenn Merz denn wollte. Denn gerade wenn die Medien jeden Tag davon berichten, dass in Deutschland ein neuer Allzeit-Temperaturrekord festgestellt wurde, wie es bei der letzten Hitzewelle der Fall war, ist der öffentliche Rückhalt für einen solchen Kurswechsel am Höchsten, ebenso wie der Rückhalt für den Atomausstieg nach der Katastrophe in Fukushima groß genug war, dieses Thema endlich abzuhaken. Es braucht leider immer solche Ereignisse, damit diejenigen, die eine „Das wird schon gut gehen“-Position vertreten, endlich umdenken…

Das sagt keiner, aber dazu hat @der_Matti schon alles gesagt. Diese Rechtfertigung alá „Wir können das Klima nicht alleine retten“ ist einfach absurd, statt dass einer den ersten Schritt von der Klippe weg macht, stürzen wir uns lieber kollektiv wie die Lemminge die Klippe runter…

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